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Kirchliches

Full text: Chronik von Gross-Lichterfelde / Lüders, Paul (Public Domain)

hatten, von dem hergebrachten Zustand abzugehen. Erst 
in neuerer Zeit mit dem gewaltigen Anwachsen des Ortes 
hat sich die Überzeugung Bahn gebrochen, daß die kirchliche 
Trennung den bestehenden Verhältnissen nicht mehr ent— 
spreche. Am 1. August 1891 genehmigte das Konsistorium 
nach vorangegangenen Verhandlungen die Vereinigung der 
beiden Kirchen zu einer einheitlichen. Das kirchliche Ver— 
mögen wurde zusammengelegt und ein einheitlicher Kirchenrat, 
sowie eine kirchliche Gemeindevertretung aus der Summe 
der Mitglieder der früheren Korporationen gebildet. Um 
die nämliche Zeit wurden die Patronatsverhältnisse unserer 
Kirche entgültig geregelt. 
Mit der durch Carstenn erfolgten Parzellierung der 
alten Rittergüter war die Patronatsherrlichkeit auf die 
einzelnen Parzellenbesitzer übergegangen, die nun als Kom— 
patrone zu gleichen Teilen berechtigt waren. Der Fall 
der praktischen Ausübung dieses Rechtes ist indessen nie 
eingetreten. 
Es war leicht einzusehen, daß das Kirchenpatronat 
durch diese Zersplitterung in eine überaus umständliche 
Rechtslage geraten war. Dazu kam, daß die Parzellen— 
besitzer an der Wahrung ihres Rechtes bei dem geringen 
Anteil des einzelnen ein lebhaftes Interesse nicht hatten. 
—AVV 
obliegenden subsidiären Unterhaltungspflicht und Kirchen— 
daulast, ihrer patronatlichen Rechte sich zu entäußern. Im 
August 1891 ist denn auch aus diesen Erwägungen heraus 
eine Ablösung des bisherigen Rechtszustandes durch gemein— 
samen Beschluß aller Interessenten in der Weise erfolgt, 
daß die Patronatsherrlichkeit mit allen Rechten und Pflichten 
auf die politische Gemeinde Groß-Lichterfelde, deren Vor— 
stand das Recht ausübt, übergegangen ist. 
Eine zukünftige Pfarrwahl geht nunmehr wie folgt
	        
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