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Sehenswürdigkeiten Charlottenburgs

Full text: Willkommen in Charlottenburg (Public Domain)

Königliches Schloss und Mausoleum, 
Im geschichtlichen Teil dieses Werkchens wurde vom 
Königlichen Schlosse in Charlottenburg eingehend ge- 
sprochen. Es repräsentiert sich in seiner heutigen Gestalt 
als eine wahrhaft königliche Residenz und namentlich vom 
Parke aus gesehen erscheint die Schönheit seiner Archi- 
tektur im besten Lichte. 
Die ersten drei Hohenzollernkaiser hatten grosse Vor- 
liebe für das Charlottenburger Schloss. Ehe König Wil- 
helm I. in den Krieg gegen Frankreich zog, nahm er im 
Mausoleum Abschied von den Gräbern seiner Eltern, ein 
historischer Augenblick, der von Anton von Werner in 
einem weltberühmten Bilde festgehalten worden ist. 
Kaiser Wilhelın I. duldete nicht die geringste Ver- 
änderung im Charlottenburger Schlosse oder in dessen 
nächster Umgebung und als ohne sein Wissen der Meilen- 
stein, welcher auf dem Luisenplatz aufgerichtet war, ver- 
setzt werden sollte, befahl er sofort dessen Wiederauf- 
stellung an seinem ursprünglichen Platze. 
Kaiser Friedrich Ill. verlegte seine Residenz ganz nach 
Charlottenburg. Der schwerkranke Kaiser langte, aus San 
Remo kommend, am 11. März 1888 im Schneegestöber 
auf dem Bahnhof Westend an und fuhr sofort in das Schloss. 
So lange die Frühlingsluft noch rauh war, verblieb er mit 
besonderer Vorliebe in dem herrlichen Orangeriesaal des 
Schlosses; als sich das Wetter besserte, durfte er nicht 
nur den Park zu Spazierfahrten benutzen, sondern Aus- 
fahrten in den Grunewald und nach Berlin unternehmen. 
Die einzige Heerschau, die Friedrich Ill. als Kaiser vor- 
genommen hatte, fand im Charlottenburger Schlosspark 
statt. Am 29. Mai vernahm der schwerkranke Monarch 
von weither militärische Signale und der Wunsch wurde 
in ihm rege, seine „blauen Jungens“, die er bei Wörth 
und Weissenburg ins Feuer geführt, noch einmal zu be- 
sichtigen. Eine Frage an seinen Adjutanten und es wurde 
ihm die Auskunft zuteil, dass sein Sohn Prinz Wilhelm 
mit seiner zweiten Gardeinfanteriebrigade in der Nähe des 
Schlosses eine Felddienstübung abhielt. Ein Wort des 
Kaisers und fünf Minuten später sprengte eine Ordonnanz
	        
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