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Das Wichtigste aus der Geschichte Charlottenburgs

Full text: Willkommen in Charlottenburg (Public Domain)

ein Kind: das ist meine Puppe, mit welcher ich spiele.“ 
Am 10. Juni 1742 schrieb er an Jordan: „Ich schmeichle 
mir bisweilen mit der Hoffnung, noch das Ende des Herbstes 
in Charlottenburg zuzubringen und mit Ihnen Erörterungen 
anstellen zu können über das öde Nichts aller Dinge 
dieses Lebens“. Mit dieser Mitteilung war die verbunden, dass 
es ihm gelungen war, die berühmte Kunstsammlung des 
Kardinals de Polignac in Paris anzukaufen: „Das wird für 
Charlottenburg ein Schmuckstück mehr sein!“ Fünf Tage 
später meldete er hocherfreut seinem Vertrauten den Ab- 
schluss des Friedens und fügt hinzu: „Drängen Sie 
Knobelsdorif, Charlottenburg zu vollenden, denn ich habe 
die Absicht, dort einen guten Teil meiner Zeit zu verbringen.“ 
Als aber Friedrich aus dem zweiten schlesischen 
Kriege heimkehrte, machte schon das Potsdamer Stadt- 
schloss dem Charlottenburger den Rang als bevorzugter 
Sommersitz streitig und als Sanssouci am 1. Mai 1747 
festlich eingeweiht wurde, war das Schloss in Charlotten- 
burg gänzlich für den königlichen Philosophen abgetan. 
Weshalb diese Meinungsumwandlung in Bezug auf 
Charlottenburg vor sich gegangen ist, kann nicht genau 
festgestellt werden, vermutlich lag der Grund in dem 
unglücklichen Verhältnis des Königs zu seiner Gemahlin. 
Friedrich hatte seine Gemahlin nur mit äusserstem Wider- 
streben geheiratet und ihr, sobald er auf den Thron ge- 
kommen war, das Schloss Schönhausen als Sitz angewiesen. 
Er mochte nun gefürchtet haben, dass sie, entgegen seinem 
Befehle, ihn und seinen Freundeskreis in Charlottenburg 
hätte stören können und verlegte deshalb seine Residenz 
nach Sanssouci und tatsächlich hat die Königin Elisabeth 
niemals dorthin eine Einladung erhalten, noch dieses 
Schloss je betreten, selbst dann nicht, als Friedrich zu 
Ehren seiner Mutter und seiner Schwester Amalie in 
Potsdam eine ganze Woche lang Feste feiern liess. 
Sieht man von den Lebensmittel vertreibenden und 
erzeugenden Gewerben ab, so war Charlottenburg zur 
Zeit Friedrich des Grossen, trotzdem in seinem Schlosse 
ununterbrochen Feste veranstaltet wurden und ein Heer 
von Hofleuten und Beamten monatelang in der Stadt
	        
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