kleinen Mondsichel und ganz besonders an
der Rückseite dieser Scherwand eine kleine, kaum
40 cm hohe, Meister Dill zugeschriebene
Gruppe: Maria, dem Kinde einen »Lutsch-Proppen«
reichend; Kopf und Arm der Maria
Sind noch etwas steif, im übrigen aber so geschlossen
und fein aufgebaut, wie Dürers berühmte Tusch-Zeichnung
der hl. Anna Selbdritt; von grossem
Reiz ist auch die Anna Selbdritt des Schwaben
Daniel Mauch, während von dem Tiroler
Michael Pacher nur eine hl. Magdalene
erwähnenswert scheint, die übrigens ohne Vergoldung
zweifellos besser wirken dürfte. In der vor-Nehmen,
ruhigen Haltung Meister Dills erscheinen
auch eine ganze Reihe Büsten des Schwaben
Ad. Dauher, von denen die beiden weiblichen
Halbfiguren am natürlichsten und künstlerischsten
durchgebildet erscheinen.
Auch im Raume 21 finden wir noch einige
Schöne Werke der Renaissancebildnerei: eine
Sitzende Maria, dem Kinde die Brust reichend,
In Ton, ferner ein sehr lebensvolles, fein empfundenes
und fein wiedergegebenes Bild eines vermutlich
von Cranach beeinflussten Künstlers, und
leben dem Glasschrank, aus dem man, wenn
Nichts, doch den kleinen nackten Knaben des
Leonh. Kern besitzen möchte, zwei grosse
Brustbilder des Nürnberger Ratsherrn Willi
bald Imhof und seiner Gattin Anna in gebranntem,
bemaltem Ton, geformt um 1570 von
dem Niederländer Jan van Zar. KGleichfalls
von einem Niederländer stammt im Raume 20, in
der Nähe der Tür, eine dicht gehaltene, eng ge-Schlossene
Holzgruppe von 9 Personen mit der
Beweinung Christi, vielleicht aus dem
Jahre 1500; an der Schmalwand zwei grosse
Altarflügel, von denen besonders die Anbetung
der Könige wertvoll erscheint und gegenüber
ein Schnitzaltar aus Gmarr in Tirol:
Maria mit dem Kinde und Heiligen, sehr schön
319
355 356
R. 21.
869
R. 2080.