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Volume No. 8, 25. Februar 1832

Full text: Der Berlinische Zuschauer / Dielitz, Johann Gottlob Ludwig Karl (Public Domain) Issue1.1832 (Public Domain)

M 8. 
1832. 
Der 
Diefes Blatt erscheint 
seden Sonnabend. 
Die Pranumeration 760 0 
beträgt auf ein Bier⸗ 4 
Sü Berlinische Tuschauer. 
15 Sgr., für Aus⸗ 1 1 1 U 1 ¶ 
wärtige 18 Sgr. 
—m ———— 
—Xx ⸗rret 
herrn Karl Kühn—, 
Breite Straße Nr. 25., 
hei sammtlichen Her⸗ 
en Zeitungs⸗Spedi · 
euren und bei allen 
Bohllobl. Postamtern 
ü—ñ —— 
Sonnabend, den 25. Februar. 
— IDD— gläubig beten; freudig boffen!“ 
Der Deutsche Poet 
oder Anweisung, wie auf alle ersinnliche Begebenheiten ein 
zierliches Gedicht kann wohl erfunden und ausgeputzet wer⸗ 
den u. s. w, von M. Balthasar Kindermann, Con— 
rector in Brandenburg, Mitglied des Hochloͤblichen Elb⸗ 
Schwanen⸗Orden (Wittenberg 1664. 755 S. 8.), ist eines 
der kurieusesten Buͤcher. Auf dem Titelblatt ist der Verfasser 
lim Dichter⸗Orden Kurandor genannt) mit seinem Buche ab⸗ 
gebildet, welches er in der rechten Hand haͤlt; in der linken 
traͤgt er eine brennende Fackel, womit er einen Haufen 
Schriften (nach der Aufschrift sind es Buhlerlieder und 
Schmaͤhschriften) anzuͤndet; zů seinen Fuͤßen liegt ein altes 
haͤßliches Weib, neben ihr Wuͤrfel und Karten, in der rech⸗ 
len Hand einen Geldsack und in der linken einen Bierkrug, 
aebst zwei kurzen Thonpfeifen in die Hoͤhe haltend. Von 
neun Kegeln im Vorgrunde stehen noch drei, neben welchen 
wei Kugeln liegen. Zur Erklaͤrung des Kupferblattes heißt 
es auf der ersten Seite: 
damit vergleicht, womit das arme Volk jetzt verfuͤhrt wird, 
o wird's Einem so zu Muthe, wie — dem Leser, denn wir 
wollen ihm in seiner Stimmung nicht vorgreifen. S. 631 
wird einem sein Amt neu antretenden Buͤrgermeister in 
Wittenberg folgendermaßen Gluͤck gewuͤnschtt 
„Es hat wohl große Muͤh', der Stadt und Volk regier't. 
Der Mensch, das kluge Thier, laͤßt sich zu Dem oft zwingen, 
Was seine Pflicht⸗Schuld ist. Wer kann doch Alle bringen 
Hier unter Cinen Hut. Drumb ist's kein leichtes Werk, 
Den Leuten stehen fuͤrz; es sordert Mannes Staͤrk. 
Wie solches frei heraus die Haͤupter werden sagen, 
So die Regierungslast nicht kurze Zeit getragen; 
Doch werden Sie dadurch auch wiederum ergetz't, 
Wenn sie gedenken nur, wer sie hat eingesetzt u. s. w.“ 
Dem Zuschauer kommt es so vor, als koͤnnte Kinde r⸗ 
mann 1832 in derselben Art hier Gluͤckwuͤnsche anbringen. 
Der Mißbrauch, der bisher im Schreiben eingerissen, 
Der liegt jetzund gar recht zu unser Dichter Fuͤßen: 
Die Schriften, womit man das arme Volk verfuͤhrt, 
Und mauchem einen Fleck verwegen angeschmiert, 
Die werden dem Vulkan zum Opfer uͤbergeben. 
Warum? Es—, ziemt sich nicht, daß so ein Vers soll leben, 
Der Gott und Tugend nicht zum Zweck und Grunde hat. 
Soll das ein Dichter sein, der darum nur sein Blatt 
Mit Versen uͤberdeckt, damit er Geld zu saufaen 
Zu spielen, oder gar im Land herum zu laufen, 
Dafuͤr bekommen moͤg; ist eben weit gefehltl u. s. w.“ 
Ansicht eines Layen uͤber die Entstehuug der Haͤ⸗ 
morrhoidal⸗Uebel in der physischen Erziehung. 
Vielsach wird deren Entstehen angegeben; bald werden 
sie fuͤr ein Erbtheil der Eltern gehalten, bald dem wuͤsten 
debenswandel, bald dem Genusse geistiger Getraͤnke, bald aber 
wiederum dem anhaltenden Sitzen und wer weiß wie vie⸗ 
———— 
Wie nun aber, wenn im zartesten Menschenalter durch 
Mißgriffe in der Erziehung die Ursache dieser Uebel gepflanzt 
wuͤrde ? 
Wenn man daran denkt: daß dies vor 168 Jahren ge⸗ Die Haͤmorrhoidal⸗Uebel sind in der menschlichen Gesell⸗ 
schrieben ist, und dann die Masse der Schriften und Blaͤttet schaft unglaublich verbreitet, nicht nur, daß sie sich bei dem
	        
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