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Volume No. 49, 8. Dezember 1832

Full text: Der Berlinische Zuschauer / Dielitz, Johann Gottlob Ludwig Karl (Public Domain) Issue1.1832 (Public Domain)

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Seele, jeder brennende Durst, der seine Zunge ausdortet, 
labt ihn; denn mit jeder Wunde, jeder Thraͤne, jeder Dul⸗ 
dung, jedem schweren⸗ Dienst ist eine Suͤnde versoͤhnt, eine 
Schuld abgetragen, ein Lohn errungen, das ewige Ziel naͤher. 
Da hat er, so zu sagen, die Sache in der Hand. Er thuts, 
und er fuͤhlt es, daß er es thut; es ist ihm sinnlich fuͤhlbar 
und ist ihm finnlich gewiß). Aber der Glaube an das alte, 
rinfache, ewige Wort und Werk der Heiligkeit Gottes hat 
kein sinnliches Gefuͤhl und keine sinnliche Gewißheitz der hat 
nichts, womit er selbst seine Suͤnde versoͤhne, seine Schuld 
bezahle, sein Verderben heilen und sein Elend aufheben koͤnne. 
Nichts in sich — aber er hat Alles in der heiligen Liebe 
Bottes. Und darum ist sein ganzes Wesen und Thun nichts 
anders, als ein ewiges inniges Anhangen an ihrem Worte 
der Verheißung und Gnade, ein taͤglich erneuertes Theilneh⸗ 
men an ihrem Werke der Versoͤhnung und Erlosung, und daß 
er also von ihrer Gotteskraft und Gottesweisheit seine Se— 
ligkeit erwartet 
ekocale—ss. 
Nachdem die Dampf⸗Chocoladen⸗Frage in unsern Zei⸗ 
rungen beseitigt scheint, ist die Kaffee⸗Maschinen⸗Frage stark 
auf dem Tapet. S. Loeff, Mechanikus und Klempner, Roßstr. 
Nr. 1., ist auf eine Kaffee⸗ Maschine patentirt worden, und 
kann „alle Maschinen, welche die dagegen aufgetretenen 
Kleempner, F. W. Schira und H. Schulz, empfehlen und noch 
empfehlen werden, vermoͤge einer Einrichtung, welche 
kein hiesiger Klempner hat, in Blech 10 Sgr. und in Tomback 
Thlr. billiger liefern — und dennoch sollen seine Maschinen 
oiel dauerhafter sein.“ 
Die Vossische Zeitung vom 2isten November d. M. ent⸗ 
haͤlt Folgenddeeeeeee 
„Bescheidene Anfrage. 
(EingesandtJ. 
Sollten sich denn der Erfuͤllung eines in oͤffentlichen Blaͤt⸗ 
tern und von verschiedenen Seiten so oft ausgesprochenen 
Wunsches ganz unuͤbersteigbare Hindernisse entgegen stellen? 
Die gegenwaͤrtige, fuͤr den Handel und Wandel so druͤckende, 
Zeit, sollte sie bei ihrer Geldnoth nicht gerade eine guͤnstige 
fur die Errichtung eines Lombards sein? Kapitalisten koͤn⸗ 
nen wahrlich ihre Fonds nicht besser anlegen, als bei einem 
solchen, zweckmaͤßig eingerichteten und unter Aussicht der Be⸗ 
zoͤrde stehenden Institute, dessen Eroͤffnung Tausende von 
9 Sollte nicht hierin eine Hauptveranlassung für Viele liegen, bei denen 
die Bekanntschaft mit dem Christenthum und die mit der katholischen Lehre in 
Eins zusammen fallen (ach! und wie bei so manchem Protestanten, der auch 
nicht in Italien die Kunst siudirt, ist dies der Fall!), zu dieser Confession 
er zu treten? „Da hat er, so zu sagen, die Sache in der Hand“, sagt 
der unvergleichliche Schrift⸗ Ausleger Menken. Ein s. 
Nothleidenden, selbst Vermoͤgende, die nur fuͤr den Augen⸗ 
zlick in Verlegenheit sich befinden, erwartungsvoll entgegen 
ehen. Der Unternehmer einer solchen, jetzt mehr als je er⸗ 
vuͤnschten, fuͤr Betlin hoͤchst noͤthigen Anstalt duͤrfte reich, 
der leider immer mehr und mehr uͤberhand nehmende Wucher 
interdruͤckt und vielen Nothleidenden auf, rechtlichem Wege 
zeholfen werden!!! Aber wann? Bis dat, qui eito dat! 
v. S. — M. — J. — 8. — v. O. — E. —“ 
Wer den Berlinischen Zuschauer liest, weiß von der Lage 
dieser Sache (vergl. Nr. 10 dieses Blattes). Warum die 
hiesige Stadtverordneten / Versammlung die von ihr repraͤsen⸗ 
tirte Commune so lange ohne ein oͤffentliches Pfandhaus ge⸗ 
assen, und dasselbe nicht in angemessener Verbindung mit 
der Sparkasse schon laͤngst eingerichtet hat, ist wirklich schwer 
zu begrelfen. Daß die Koͤnigl. Seehandlung sich auf die ihr 
Seitens der Commune angetragene Uebernahme der Einrich⸗ 
ung eines Pfandhauses einlassen werde, ist nicht zu glauben. 
Wollen also die Repraͤsentanten der Stadt Commune deren 
Buͤrger und Einwohner nicht laͤnger den concessionirten Pfand⸗ 
eihern (und wie sich deren Zahl mehrt, ergeben die oͤffentlichen 
Blaͤtter) uͤberlassen, so bleibt nichts uͤbrig, als daß sie das 
chun, was andere Staͤdte schon lange und mit Erfoig und 
Bewiun gethan haben, naͤmlich die Einrichtung eines Pfand⸗ 
hauses zu beschließen. Wenn die Commune bei dessen Ver⸗ 
valtung auch so viel nicht verdienen ) kann, als der mit sei⸗ 
aer Frau selbst arbeitende Inhaber einer Pfandleihe, so ist 
doch an einen Schaden dabei mit Grund nicht zu denken, 
ind der indirekte Nutzen sehr bedeutend, der fuͤr die gewerb⸗ 
reiche Residenz aus einem gut verwalteten Pfandhause her⸗ 
vor geht. An einer guten und zweckmaͤßigen Verwaltung ist, 
wenn die Stadtverordneten einmal die Anlegung eines Pfand⸗ 
hauses beschlossen haben, nicht zu zweifeln. Bei einer solchen 
Verwaltuug werden die soliden Pfandleiher sich bald mit dem 
staͤdtischen Pfandhause, als Unter⸗Comtoirs, arrangiren, und 
die uͤbrigen ihre Laden — zum Gluͤck fuͤr Viele, die jetzt 
ruinirt werden — bald zumachen. Waͤren wir doch.so weit! 
Nachstehende Anzeige befindet sich im Hauptblatte der 
Spenerschen Zeitung vom 21sten November d. Izz 
„Wegen eines eingetretenen Todesfalls ist die, von mir 
in der heutigen Beilage gemachte, Anzeige von frischer Wurst 
Freilich leichter und angenehmer ist es, 20000 Thir. jaͤhrlich mehr in 
die Stadt-Kasse durch die eben publicirte Allerhöchste Kabinets ⸗Ordre vom 
Asten Oltober d. J. zu erhalten, wonach die steuerfreie Einführung von Wei⸗ 
en⸗ und Roggenmehl in Quantitäten über einen Centner auf Versendungt 
Scheine aus einer steuerpflichtigen Stadt in die andere (3. B. aus Charlotten⸗ 
urg mit 20 pCt. Kommunal⸗ Zuschlag zur Staats⸗Abgabe nach Berlin, mit 
O pCt. Communal⸗ Zuschlag) nicht weiter zugelassen, sondern sowohl die 
andesherrliche Steuer als der Communal⸗Zufchlag von solchen Sendungen in 
ersenigen Stadt entrichtet werden soll, in welche das Mehl zum 
Berbrauch eingeführt wird.
	        
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