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Volume No. 43, 27. Oktober 1832

Full text: Der Berlinische Zuschauer / Dielitz, Johann Gottlob Ludwig Karl (Public Domain) Issue1.1832 (Public Domain)

neue Bildungen mehr, sondern wiederholt nur die schon zu wisse, warum es gerade an dem Orte und zu der Zeit und 
Stande gekommenen. e in der Quantitaͤt regne, und daß also der freien Thaͤtigkeit 
Doch er meint vielleicht, es gebe keine von außen ein— Bottes bei allen Naturgesetzen doch noch immer ein großer 
greifende Macht. „Gott duͤrfe nicht als Kuͤnstler vorgestellt Spielraum bleibe. — —E 
werden, der außer seinem Werke ist und verharrt. Der Auch Herr Daumer spricht nicht von einer natuͤrlichen 
Kuͤnstler steckt hier im Werke selbst, ist sein beseelendes In. Ordnung der Dinge, unter die man sich duldsam beugen 
neres, und um dies lebendige Werk hervorzubringen, mußte nuͤsse; nicht pon unabaͤnderlichen Gesetzen, in denen die Welt 
Gott seinen Geist daran setzen, und sich in seinem Werke zu Ich bewege; er betrachtet die Natur nicht als ein großes Raͤ⸗ 
berlieren wagzen“ derwerk, sondern als ein wuͤthendes Ungeheuer, als ein un⸗ 
Aber um's Himmels willen! Der Geist Gottes soll in zeschlachtes Monstrum; er spricht von einer natuͤrlichen Un⸗ 
die Natur sich eingesenkt haben, und doch soll die Natur ein ordnung, die man baͤndigen, von Zufaͤlligkeiten, die man un⸗ 
ganz vernunftloses Ding sein. Im Menschen soll dann der ccaͤdlich machen muͤsse. Er weiß nichts von Fuͤgung, Fuͤh⸗ 
Geist Gottes wieder zu sich gekommen sein, in uns soll er rung und Schickung der Gottheit. — Und was haben wir 
sich selbst erforschen, sinden und wissen. Wie muß er da sich nun fuͤr Mittel, um das große Unthier, die Natur zu be⸗ 
wundern, wenn er seine Unvernunft sieht in der Natur. Wie Jegen? Die Vernunft, sagt Herr Daumer. — So gebiete 
qualvoll muß seine Existen; sein! Man sollte glauben, er denn mit deinem Zauberstab, du hochweise Vernunft, daß 
wuͤrde nim den alten Schaden zu heilen suchen, den er der das Meer nicht mehr sich empoͤre, verschreibe Mixturen fuͤr 
Natur beigebracht hat, oder vielmehr die Unvollkommenheiten die Erde, daß sie wieder ausspeie die verschlungenen Staͤdte 
und noch immer sichtbaren Unregelmaͤßigkeiten auf alle Weise and keine mehr verschlinge; gebiete den Wolken, wo sie sich 
beseitigen; aber — es giebt keine von außen aus die Na⸗ ergießen sollen, mache Regen und sruchtbare Zeiten, lenke die 
tur einwirkende Macht, und die in die Natur einge- Sonne, weise den Sternen ihre Bahn! — Wirst du es koͤn⸗ 
schlossene Gotteskraft kann ihre Formen und Productio- nen? Nicht? Dann sind wir uͤbel daran mit dir. Aus den 
nen nicht mehr umwandeln. — Doch der Meusch soll Herr Wolken, aus der Luft, aus den Tiefen der Erde sehen wir 
zu werden suchen uͤber die Unvernunft der Natur. Er ist es, immer auf's Neue Tod und Verderben zu uns kommen. Ha—⸗ 
der die hexrliche Aufgabe hat, die Schoͤpfung allmaͤhlig zu ben wir nun, uni den finstern Erdgeist zu baͤndigen, keine 
verbessern. Und bis dies gelingt, muß man sich eben die andere Waßffe, als die Vernunst, dann sind wir die elen⸗ 
tollen Streiche der Natur gefallen lassen. Aber von Straf⸗ desten Geschoͤpfe, und anstatt durch den Glauben an ihre 
zerichten kann keine Rede sen. Macht befreit zu werden, werden wir zu erbaͤrmlichen Knech—⸗ 
Sonst sah man die Natur als eine große Maschine an, enz denn unfer Arm, sehen wir, ist zu kurz, als daß er 
—XED zerstoͤrtez helfen koͤnnte, und Gott nimmt sich unser nicht an, er laͤßt 
was da immer geschehen mochte, das meinte man, habe seine die Natur wuͤthen und roben, wie sie will. Das ist die 
phosische Ursache, sie moͤge uns bekannt sein oder nicht. Al. neue Ordnung der Dinge . 
se darfe man sich durch nichts aus der Fassung bringen lassen. Und wenn es uns gluͤckt, 
Es gehe Alles seinen bestimmten Gang. Die Lust beduͤrfe und wenn es sich schickt, 
der Electricitaͤt, und also muͤsse auch Blitz und Donner sein. So sind es Gedanken. 
In der Erde muͤsse es allerlei feurige Stoffe geben, sie sam⸗ Wie anders ist es, wenn man weiß, daß kein Ungluͤck 
meln sich, entzuͤnden sich, brechen hervor. Zerstoͤrungen sind geschehe, das der Herr nicht thue. Es ist dann noch weit 
davon die natuͤrliche Folge. Das Land braucht Wasser und veniger von einer blinden Unterwerfung die Rede, als wenn 
also auch Fluͤsse. Die Fluͤsse treten aus, und Ueberschwem⸗ nman in allen Uebeln nur zweckwidrige, tolle, verkehrte Aus— 
mungen koͤnnen nicht aus bleiben. So argumentirte man. Ich zeburten der Natur sieht. Nur der, der sich bereits selbst 
drauche nicht zu sagen, wie bei solcher Ansicht alle religioͤsen veggeworsen hat, nur der wird am Ixions⸗ Rade unwider⸗ 
Gefuͤhle ersterben, und die Menschen in eine gaͤnzliche Apa⸗ tehlich herumgewaͤlzt. Die Andern aber strecken die Haͤnde 
chie versiuken muͤssen. Ich brauche nicht darauf aufmerksam aach Gott aus. Die Uebel, die er schickt, sind ihnen keine 
uu machen, wie Gott selbst dadurch zu einer bloben Statue bloße Naturnothwendigkeit. Gott, denken sie, der eine Last 
zemacht wird, oder zu einem bloßen Maschinisten. Man ist auflegt, kann sie auch wieder wegnehmen. Sie halten sich 
bgekommen von dieser Betrachtungsweise. Man hat einsehen also an ihn an und lassen ihn nicht, bis sie aus der Macht 
gelernt, daß nicht von unabaͤnderlichen Gesetzen die Rede sein seines Zornes die/ Morgenroͤthe der Liebe und des Segens 
oͤnne in einer Welt, wo freie Menschen sind, deren Freiheit herausleuchten sehennnn. 
auch auf die Natur Einfluß habe; daß, wenn man z. B. 6oot wirket Alles und in Allem und uͤberall so, wie er 
auch die Entstehung des Regens kenne, man doch noch nicht will. Das, was er bloß zulaͤßt, oder nicht verhindert, ist
	        
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