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Volume No. 27, 7. Juli 1832

Full text: Der Berlinische Zuschauer / Dielitz, Johann Gottlob Ludwig Karl (Public Domain) Issue1.1832 (Public Domain)

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Stege und Wege auch gemacht und unklagbar gehalten 
werden, und wenn das nicht geschieht, so mag der Fuhr⸗ 
mann den Zoll rechtlich behalten, so lange bis der Weg ge⸗ 
macht werde. — Denn der Eigennutz dieser Zeit ist so schwer 
im Regimente, daß sie sich solchen Nutz und Allefanz nicht 
gern entziehen lassen. Wuͤßten sie aber so viel als ich, sie 
geben es um des gemeinen Nutzens gern zu, weil ihnen 
die Ehrbarkeit mehr zutraͤgt, als dieser boͤsartige, suͤndige 
Allefanz 
Der den Canarischen Inseln fruͤher eigenthuͤmliche Ca⸗ 
narienvogel (Fringilla canaria), welcher seit dem 16ten Jahr⸗ 
hundert, zuerst als Geschenk fuͤr Prinzessinnen, nach Europa 
gebracht wurde, ist seitdem in mehrere Varietaͤten ausgeartet. 
Die wilde Stammrasse ist braͤunlich⸗grau mit gelber Brust. — 
Um der Jugend auf den gedachten Inseln das Ein mal Eins 
beizubringen, theilt der Lehrer die Schule in zwei Hau⸗ 
fen, den der Roͤmer und der Karthager. Ein Roͤmer schreit 
aus vollem Halse Zwet mal Zwei! — Vier! bruͤllen in 
unisons die Karthager, und so geht es fort bis an's Ende 
der Stunde. Am folgenden Tage fragt ein Karthager, unb 
das Chor der Roͤmer antwortet. Haben die Karthager mehr 
Fehler gemacht als die Roͤmer, so bleiben diese, so lange sie 
nicht uͤberwunden sind, Sieger, und waͤhrend der ganzen 
Dauer ihres Triumphs prangt die schwarze Tafel im Schul⸗ 
saale mit ber Jnschrift: Roma ha vencido. (Rom hat 
gesiegt.) 
In dem Lehrplan der neuen Handels⸗Akademie zu Danzig 
von welchem die Staats⸗Zeitung vom 21. Juni d. J. berichtete, 
ist unter den allgemein bildenden Lehrgegenstaͤnden zuerst auf⸗ 
gefuͤhrt: Moral. Sollte man in besonderer Ruͤcksicht auf die 
zu erwartenden Schuͤler mosaischen Glaubens diesen Ausdruck 
statt: Religion Jesu Christi, gewaͤhlt oder gar in der Moral 
nur dasjenige zu finden gewaͤhnt haben, worauf es zur Bil⸗ 
dung üͤberhaupt ankomme? Der Zuschauer besorgt das Letztere, 3) 
and moͤchte jene uͤbertriebene Zartheit am wenigsten in Danzig 
vermuthen. Merkenswerth ist die Sache jedenfalls ). e 
Zur Bezeichnung der Stimmung in einer großen Haupt⸗ 
stadt gereicht es, daß Jemand in vollem Ernste versicherte, 
m J — 
Da wird der 
Lextes Anden 
eden um die Aufnahme, in was fuͤr eine Gesellschaft derselben 
s sei, unfehlbar bringen zu koͤnnen, wenn er vor dem Ba⸗ 
ottement von ihm behaupte, daß er ein Mignelist, ein Anti⸗ 
Reformer und ein Kontagionist fe.. 
Wie man doch bei den Pariser Juni-Greueln an den 
Spruch des alten Montaigne erinnert wird: Le peuple est 
une hôte, que ehacun monte à sson tour. — Es kommt 
nur darauf an, wer am besten reitet. Napoleon zu seiner 
Zeit hat die Maͤhre schier zu Tode geritten. 
Homonym. 
Wir sind als eine Fruch t bekannt 
Und werden auch als Ranb genannt. 
Aufloͤsung der arithmetischen Aufgabe in der vorigen 
—Mummer. 
Das Wenigste, was dieser freigebige Braͤmigam bei dem 
etzten Einkauf noch in seiner Bbrse gehabt haben kann, muß 
Tin Friedrichsd'or gewesen sein; denn die Haͤlfte desselben 
aund ein halber macht einen ganzen, wenn anders, wie an⸗ 
zenommen, nichts uͤbrig bleiben sollte. Daher konnten die 
Struͤmpfe nicht mehr und nicht weniger kosten. Num sind 
die Struͤmpfe der fuͤnfte Einkauf, und daher muͤssen die Zah⸗ 
en 1. 2. 4. 8. 16. zugleich die Preise der Einkaͤufe selbst sein. 
Sie machen zusammen 31. Er hatte demnach 31 Friedrichs⸗ 
d'ore in seiner Boͤrse, als er ausfuhr, und gab⸗ 
h Fuͤr das Halsgeschmeide die 
Haͤlfte und noch einen halben, also. 151 1216 Frdor, 
Fuͤr das gestickte Kleid die J 
Haͤlfte und noch einen halben, also 
Fuͤr das minder reiche Kleid 
die Haͤlste und noch einen hal—⸗ 
ben, also .α 
Fuͤr das Umschlagetuch die 
Haͤlfte und noch einen halben, also 
Fuͤr die Struͤmpfe die Haͤlfte 
und noch einen halben, also — 4412— 
Sam 
Redacteur und Herausgeber: Dr. Karl Dielit, Aronenstraße Nr. 32 — Verieger Karl Kahn, Breiee Stn ae 
Mr. 25. — In Commission fuͤr den Buchhandel: in der Ens lin' schen Buchhandlung (Ferdinand Muͤller) 
Breite Straße Nr. B. — Gedruckt bei A. W. Hapm.
	        
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