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Full text: Geschäftsbericht ... (Rights reserved) Issue2020 (Rights reserved)

2 0 20 Geschäftsb e r i c h t Partnerhochschulen und Studierende 2020 37.610 Studierende 612 Studierende 35.835 Studierende 270 Studierende 35.851 Studierende 1.717 Studierende 8.633 Studierende 1.342 Studierende 170 Studierende 4.214 Studierende 246 Studierende 12.728 Studierende 674 Studierende 14.702 Studierende 543 Studierende 11.561 Studierende 1.112 Studierende 4.200 Studierende 0 Studierende 912 Studierende INHALT Leitbild des studierendenWERKs BERLIN Seite 4 Chronik Seite 7 Geschäftsjahr 2020 Seite 12 Verwaltungsrat Seite 18 Vertretungsgremien Seite 22 Speisebetriebe Seite 23 Studentisches Wohnen Seite 29 BAföG Seite 33 Studentisches Leben Seite 37 Unternehmenskommunikation Seite 54 Qualität Seite 57 Personal & Finanzen Seite 62 Bilanz, GuV Seite 67 Organigramm Seite 68 Kennzahlen Seite 69 IMPRESSUM Herausgeber studierendenWERK BERLIN Unternehmenskommunikation Hardenbergstraße 34 10623 Berlin V.i.S.d.P. Jana Judisch Redaktion & Layout Daniela Kummle 1. Auflage (Juni 2021): 80 Stück Druck Horst-Ernst Schmidt GmbH, Laatzen Fotos Felix Noak / stW BERLIN, Luise Wagener / stW BERLIN, Jana Judisch / stW BERLIN, Daniela Kummle/ stW BERLIN, Sandra Neumann / stW BERLIN, Jan Eric Euler / Deutsches Studentenwerk, Ruben Regenass (Seite 8 oben links), Tumiso / pixabay.com (Seite 8, 9), Karlheinz Pape / pixabay.com (Seite 11 oben links), Free-Photos / pixabay.com (Seite 11 unten links), Michel Arriens / www.michelarriens.de (Seite 45 unten), Andi Weiland / Gesellschaftsbilder.de (Seite 47), Joshua Woroniecki /pixabay.com (Seite 57), Manuel Tauber-Romieri / shutterstock.com (Seite 66) Dieser Geschäftsbericht ist auf Recyclingpapier gedruckt. 2020 4 Leitbild Leitbild des studierendenWERKs BERLIN Präambel Das vorliegende Leitbild ist das Ergebnis eines einjährigen Beteiligungsprozesses. Beschäftigte aus allen Abteilungen haben daran mitgearbeitet, eine gemeinsame Vision für das gesamte studierendenWERK BERLIN zu entwickeln. Im Zentrum unseres Leitbildes stehen alle Menschen, die im studierendenWERK beschäftigt sind, für die das studierendenWERK tätig ist ​und die mit dem studierendenWERK zusammenarbeiten. Wir sind überzeugt, dass unser Leitbild zur positiven Betriebskultur im studierendenWERK BERLIN beiträgt. Wesentliche Voraussetzung hierfür ist die individuelle Auseinandersetzung mit dem Leitbild seitens der Beschäftigten. „Wir“, das heißt für uns: jede*r in ihrem*seinem Bereich, mit ihren*seinen Aufgaben und mit ihren*seinen Verantwortlichkeiten. Als einzelne Beschäftigte sind wir mitverantwortlich für den Umgang untereinander und in der Rolle einer Führungskraft tragen wir Verantwortung für alle Mitarbeiter*innen in unserem Bereich. Wir alle agieren als Vorbild, motivieren und unterstützen bei der Aneignung der verschiedenen Ziele des Leitbildes. Das Leitbild ist die verbindliche Grundlage für das Handeln aller Mitarbeiter*innen. Es bietet uns Orientierung und zeigt auf, wofür wir gemeinsam stehen, wie wir miteinander umgehen und wie wir zusammen den wachsenden Herausforderungen begegnen. Gemeinsam prüfen wir kontinuierlich, ob die im Leitbild formulierten Ziele gelebte Praxis sind. Wo es nötig ist, unternehmen wir die erforderlichen Schritte. Zielgruppenorientierung Wir begegnen den Studierenden auf Augenhöhe. Wir nehmen die Vielfalt und Eigenständigkeit von Studierenden wahr und bieten ihnen partnerschaftliche Zusammenarbeit an. Wir kennen die Bedürfnisse der Studierenden und richten unsere Angebote danach aus. Wir erfragen die Bedürfnisse der Studierenden regelmäßig. Wir tauschen uns über die Bedürfnisse unserer Zielgruppe kontinuierlich aus. Wir holen uns fortwährend Feedback über unser Angebot ein. Wir entwickeln unser Angebot entsprechend weiter. 2020 Geschäftsbericht 5 studierendenWERK BERLIN Wir stellen sicher, dass die Studierenden unser Angebot kennen. Wir nutzen verschiedene Kommunikationskanäle, um die Studierenden über unser Angebot zu informieren. sollen gesund in den Ruhestand gehen können. Wir gestalten die Arbeit im studierendenWERK so, dass sie der Zufriedenheit aller Beschäftigten zuträglich ist und dazu beiträgt, deren soziales, körperliches und seelisches Wohlbefinden zu erhalten. Wir bieten den Studierenden kompetente Ansprechpartner*innen für ihre Fragen. Wir übernehmen soziale Verantwortung für alle Beschäftigten. Studierende erhalten in allen unseren Einrichtungen und an ihren Hochschulen Informationen über unser gesamtes Angebot. Wir sorgen für tarifgerechte Bezahlung. Wir bieten sichere Arbeitsplätze und reagieren flexibel auf veränderte Lebenssituationen. Verantwortung Wir übernehmen Verantwortung für die Verbesserung von Chancengleichheit im Studium. Wir begleiten Studierende in einer wichtigen Lebensphase und bauen nach unseren Möglichkeiten bestehende Barrieren ab. Wir übernehmen Verantwortung für die Wirtschaftlichkeit des studierendenWERKs. Alle Abteilungen handeln kostenbewusst. Alle Abteilungen und Bereiche kooperieren eng miteinander. Wir setzen unser Personal anforderungsgerecht ein und sorgen für eine bedarfsgenaue Personalentwicklung. Wir bilden aus und fördern die berufliche Weiterentwicklung der Beschäftigten. Wir bieten Fortbildungen und Qualifizierungen an. Wir unterstützen die Beschäftigten bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wir übernehmen Verantwortung für einen nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Wir wirtschaften ressourcenschonend und nachhaltig. Wir verbessern unsere Umweltbilanz kontinuierlich. Wertschätzung Wir pflegen einen respektvollen Umgang miteinander. Die Vielfalt unserer Beschäftigten bereichert das studierendenWERK. Wir übernehmen Verantwortung für unsere Gesundheit und Zufriedenheit. Wir begegnen einander auf Augenhöhe. Die Beschäftigten des studierendenWERKs Wir respektieren die unterschiedlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten jedes*r Einzelnen. 2020 6 Leitbild Wir nehmen Rücksicht auf unterschiedliche und sich verändernde Lebenssituationen. Wir anerkennen den Anteil aller Mitarbeiter*innen am Gesamterfolg. Wir gehen konstruktiv mit Misserfolgen oder Fehlern um. Wir binden die Beschäftigten in die Weiterentwicklung des studierendenWERKs ein. Wir informieren Mitarbeiter*innen frühzeitig und umfassend über Veränderungen. Wir nutzen ihre Erfahrungen und ihr Wissen und bieten ihnen Gelegenheit, ihre Ideen einzubringen. Wir geben Feedback über getroffene Entscheidungen. Wir pflegen eine Besprechungskultur, in der aktuelle Informationen regelmäßig weitergegeben werden. Wir ermöglichen den Austausch über Bereichs- und Abteilungsgrenzen hinweg. Es besteht Klarheit über die internen Abläufe und Strukturen innerhalb der Organisation. Alle Beschäftigten kennen ihre Rollen und Aufgaben. Wir erläutern unsere Regelungen und geben Mitarbeiter*innen die Möglichkeit, die internen Strukturen und Entscheidungen nachzuvollziehen. Qualität der Prozesse Ein gutes Miteinander ist uns wichtig. Wir gestalten die Arbeitsabläufe so, dass sie den Anforderungen unseres Leitbildes kontinuierlich gerecht werden. Wir arbeiten aktiv an der Gestaltung einer positiven Betriebskultur. Wir planen unsere Arbeitsabläufe bedarfsgerecht. Wir schaffen Raum und Zeit für Begegnungen und regelmäßigen Austausch. Wir dokumentieren unsere Arbeitsabläufe nachvollziehbar. Wir leben einen offenen Meinungsaustausch und gehen Konflikte lösungsorientiert an. Wir überprüfen die Qualität unserer Ergebnisse und Abläufe regelmäßig. Transparenz Es ist uns wichtig, dass alle Mitarbeiter*innen Zugang zu aktuellen Informationen haben. Wir geben allen Mitarbeiter*innen Zeit und Möglichkeit, sich zu informieren. Wir passen Prozesse an, wenn es nötig ist. 20 2 0 studierendenWERK BERLIN Chr o n i k 2020 Geschäftsbericht 7 2020 Chronik Nach dem Beschluss des Berliner Senats müssen die Mensen zum 17. März schließen. MÄRZ Die neue Stadtschreiberin Dana Vowinckel tritt ihr Amt an. FEBRUAR JANUAR 8 Besuch aus Paris: Dominique Marchand, Direktorin des CNOUS (staatliche Organisation der französischen Studierendenwerke) und Denis Lambert (Geschäftsführer des CROUS de Paris) Im Zuge der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gehen die Kitas in die Notbetreuung. 2020 Geschäftsbericht 9 studierendenWERK BERLIN 14 neue Wohnplätze im Wohnheim Derfflinger Straße sind bezugsfertig. Das stW baute zu diesem Zweck die Räume einer ehemaligen Kita der AWO um. Das Büro Kultur & Internationales startet sein Online-Programm. Der Talentwettbewerb Mix it! findet erstmals auf Youtube mit Online-Abstimmung statt. Das stW stockt seinen Notfonds mit 450.000 Euro aus Eigenmitteln auf, um den durch die Pandemie in Notlage geratenen Studierenden zu helfen. JUNI APRIL MAI Ein Großteil der Mensamitarbeiter*innen geht in die Kurzarbeit. Dies ist im stW ertmals möglich aufgrund des neuen TV COVID. Studierende können erstmals die Überbrückungshilfe des BMBF beantragen. Dem stW werden dafür 6 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Das stW erhält vom Land Berlin 250.000 Euro für den sogenannten Technikfonds, der Studierenden die Teilhabe am Digitalsemester ermöglichen soll. Auch Spenden von Unternehmen gehen in den Fonds ein. 2020 10 Chronik Mensa auf Achse – per Foodtruck werden nun einige Wohnheime mit frischen Speisen und Getränken beliefert. AUGUST JULI SEPTEMBER Einfach, gesund und lecker – im Mensa Kochstudio präsentiert Mensaleiter Andreas Hoffmann Rezepte im Videoformat. Click & Collect, ein Vorbestell- und Abholsystem, startet in 5 Mensen. 2020 Geschäftsbericht 11 studierendenWERK BERLIN Nach dem Erfolg der „Dark Night“ gibt es jetzt die „Dark Weeks“ gegen die Novemberdepression – aufgrund des zweiten Lockdowns digital. Das Abgeordnetenhaus bewilligt weitere 5 Mio. Euro für Unterstützungsfonds. DEZEMBER O K TO B E R Der Verwaltungsrat stimmt der Einführung des Firmentickets für den öffentlichen Nahverkehr zu. NOVEMBER BAföGdigital geht an den Start. Der neue Antragsassistent macht die Antragstellung für Studierende einfacher und ermöglicht es auch den Eltern, Dokumente selbst beizusteuern. Der Rahmenvertrag 2020–2024 mit dem Land Berlin wird unterzeichnet. 2020 12 Chronik Geschäftsjahr 2020 Erfüllung des Rahmenfinanzierungsvertrags mit dem Land Berlin 2020 Geschäftsbericht 13 studierendenWERK BERLIN Soziale Beratung bei finanziellen, sozialen oder sozialrechtlichen Problemen Auch während der Pandemie boten die Sozialberaterinnen des studierendenWERKs BERLIN Informationen und Unterstützung für Studierende in schwierigen sozialen Situationen an. Schwerpunkte lagen dabei auf der Studienfinanzierungsberatung sowie der Beratung von Schwangeren, Studierenden mit Kindern und internationalen Studierenden. Insgesamt wurden 6.424 Beratungen inklusive Schreibberatung durchgeführt (2019: Petra Mai-Hartung 5.457), davon waren 60 Prozent weibliche Geschäftsführerin Studierende (2019: 62 Prozent), 38 Prozent studierendenWERK BERLIN männliche Studierende (2019: 38 Prozent). 90 der beratenen Studierenden sind unter Sicherung der sozialen Infrastruktur für der Geschlechtsbezeichnung divers erfasst die Berliner Studierenden worden. Im Jahr 2020 betrug der Anteil der Ratsuchenden nicht deutscher Herkunft 38 Hauptauftrag des studierendenWERKs ist Prozent (2019: 33 Prozent). es, mit verschiedenen sozialen Dienstleistungen die Rahmenbedingungen eines Stu- Beratung von Studierenden mit Behindediums in Berlin so zu gestalten, dass Studie- rung und chronischer Erkrankung rende erfolgreich studieren können. Hierfür unabdinglich ist die kontinuierliche qualita- An drei Standorten wurden Beratungen tive Anpassung der Angebote an veränderte zum Thema Studium und Behinderung Bedürfnisse der Studierenden. und/oder chronischer Erkrankung angeboten, zudem vergab das studierendenWERK 2020 versorgte das studierendenWERK Inklusionsleistungen (vormals: Integrations172.932 Studierende an 19 Hochschulen hilfen) nach § 9 Abs. 2 BerlHG. Ziel ist es, und der Charité und liegt damit leicht über Studierenden trotz ihrer Beeinträchtigungen dem Vorjahresniveau (2019: 171.129). ein chancengleiches Hochschulstudium zu ermöglichen und Diskriminierungen entPsychologisch-Psychotherapeutische gegenzuwirken. Im Jahr 2020 führten die Beratung Beratungsstellen 3.229 Beratungen durch (2019: 3.902). 82 Prozent der Beratungen Mit einem umfangreichen Beratungsangebot erfolgten schriftlich (2019: 74 Prozent). unterstützen die Psycholog*innen des studierendenWERKs die persönliche Entwicklung Weitere Themen waren Studienfinanzierung, von Studierenden und ihre Studienerfolge. Informationen zum Nachteilsausgleich und Die Beratung erfolgte an zwei Standorten barrierefreies Wohnen. Im Jahr 2020 wurden sowie pandemiebedingt auch telefonisch. Im 821.606 Euro für Inklusionsleistungen ausgeJahr 2020 wurden insgesamt 1.443 Studiezahlt (2019: 774.624 Euro). Es erhielten 171 rende beraten (2019: 2.009). Der Anteil der Studierende Inklusionsleistungen (2019: 176), auf Englisch durchgeführten Beratungen lag davon waren 102 weiblich, 68 männlich und ähnlich wie im Vorjahr bei rund 13 Prozent. eine Person divers (2019: 100, 76 und 0). 2020 14 Geschäftsjahr 2020 Hochschulnahe Kinderbetreuung Sieben Kindertagesstätten betreibt das studierendenWERK. 2020 wurden 587 landesfinanzierte Plätze und 20 Gastplätze vorgehalten. Im Durchschnitt waren 97,4 Prozent der Plätze belegt (99,5 Prozent ohne Gastkinder). Aufgrund der geltenden Infektionsschutzmaßnahmen fand die Betreuung zeitweise im Notbetrieb statt. Die Herkunft der betreuten Kinder spiegelt den hohen Anteil internationaler Studierender an den Berliner Hochschulen wider, obwohl der Anteil an Kindern mit nicht deutscher Herkunftssprache 2020 erneut leicht gesunken ist (2020: 22,4 Prozent; 2019: 23,9 Prozent). Darüber hinaus konnte eine Vielzahl von regulären finanziellen Hilfen bei der Sozialberatung beantragt werden: Neben dem regulären Notfonds und dem DSKV-Fonds stand der Darlehensfonds für soziale Überbrückungsdarlehen zur Verfügung. Darüber hinaus wurden Gelder externer Stiftungen vergeben. 2020 gingen 25 entsprechende Anträge (2019: 92) ein, 15 davon wurden bewilligt (2019: 57). 10 der bewilligten Anträge stammten von internationalen Studierenden (2019: 30). 21 Wohnheimtutor*innen haben das studierendenWERK BERLIN 2020 als studentische Aushilfen unterstützt. Drei Ländertutor*innen kümmerten sich zudem gezielt um die Belange internationaler Studierender. Auch 2020 erfolgte eine Vergabe von Zuschüssen zum Start ins Studium und zum erfolgreichen Studienabschluss. 2020 wurden 39 Zuschüsse zu je 1.000 Euro bewilligt (2019: 100), davon 27 an Männer sowie 12 an Frauen (2019: 69 Männer, 31 Frauen). Der Anteil an Studierenden nicht deutscher Herkunft ist gesunken (2020: 54 Prozent, 2019: 70 Prozent). Deutlich gesunken ist die Anzahl an berücksichtigten Studierenden mit Fluchterfahrung (2020: 28 Prozent, 2019: 47 Prozent). Soziale Unterstützung in Notlagen Mehrsprachige Angebote Im Rahmen der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung bereitgestellten Überbrückungshilfen für Studierende in der Coronapandemie gingen 22.654 Anträge ein, von denen 53 Prozent bewilligt wurden. Darüber hinaus hat das studierendenWERK die Studierenden während der Pandemie aus Mitteln des neu geschaffenen Technikfonds bei der Teilhabe am Digitalsemester unterstützt. Dabei wurden 680 Anträge bewilligt. Im Zuge des auf die Coronakrise angepassten Notfonds für Studierende des studierendenWERKs konnten insgesamt 849 Studierende in akuten finanziellen Notlagen unterstützt werden. Zu diesem Zweck hat das studierendenWERK aus eigenen Mitteln des Darlehensfonds den bereits bestehenden Notfonds mit 450.000 Euro aufgestockt. Die besondere Attraktivität der Berliner Hochschullandschaft bei ausländischen Studierenden ist trotz der Pandemie ungebrochen. Weiterhin ist rund jede*r fünfte Studierende der Berliner Hochschulen internationaler Herkunft. Der Anteil der Bildungsausländer unter den Berliner Studierenden lag 2020 bei 21,2 Prozent (2019: 21,3 Prozent). 51,3 Prozent der Berliner Studierenden waren Frauen (2019: 50,5 Prozent). Förderung der Chancengleichheit durch Tutor*innenprogramme 2020 Geschäftsbericht 15 studierendenWERK BERLIN Das studierendenWERK hat zahlreiche Publikationen seiner Angebote ins Englische übersetzen lassen und betreibt auch seine Website zweisprachig. Zudem werden viele Veranstaltungen, z. B. Workshops und Trainings sowie Kennenlernveranstaltungen im Bereich Kultur & Internationales, auf Englisch angeboten. den sich durchschnittlich 93 Prozent der Beschäftigten in Kurzarbeit. Derzeit verfügen die Speisebetriebe über 10.685 Innen- und 2.430 Außensitzplätze. Das Angebot wurde 2020 im Zuge der Einrichtungsschließungen um einen Foodtruck ergänzt, der die Studierenden vor Ort in den Wohnheimen versorgt. Hausmitteilungen in den Wohnheimen erfolgten i. d. R. zweisprachig. Bei der Einstellung der studentischen Aushilfen an den InfoPoints wird besonders auf Internationalität geachtet: Alle Studierenden, die hier eingesetzt sind, sprechen mindestens zwei, häufig mehr Sprachen. Wohnheimbestand Das studierendenWERK BERLIN betreibt 55 Mensen und integrierte Coffeebars in Berlin. Der Umsatz der Speisebetriebe ist im Vergleich zum Vorjahr rapide gesunken, nämlich von 20,2 Mio. Euro auf 4,2 Mio. Euro. Dies ist der pandemiebedingten Schließung bzw. eingeschränkten Öffnung der Einrichtungen geschuldet. In einigen Mensen wurde ein Betrieb mit Vorbestellung und Abholung eingerichtet. Auf diese Weise konnte sichergestellt werden, die Speisen ressourcenschonend und nachhaltig nach Bedarf zu produzieren. Mit ihren 594 Mitarbeiter*innen sind die Speisebetriebe die größte Abteilung des studierendenWERKs. Im Zeitraum von April bis Dezember befan- Das umfangreiche Sanierungsprogramm zum Erhalt des Wohnheimbestands wurde 2020 fortgesetzt. Im Umfang von rund 7,7 Mio. Euro wurden Rechnungen der Berliner Bauwirtschaft bezahlt. 170.937 168.035 164.781 160.640 157.149 154.330 149.770 9.456 9.447 9.410 9.390 9.378 9.399 9.428 9.443 9.175 9.200 142.227 171.129 Entwicklung Studierende im Zuständigkeitsbereich des studierendenWERKs Wohnheimplätze 172.932 Verpflegungsangebote Das studierendenWERK BERLIN verfügte Ende 2020 über 9.200 Wohnplätze in seinem Bestand. Dies ist ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr (9.174 Wohnplätze), welcher u. a. auf den Umbau in der Wohnheimanlage Derfflinger Straße zurückgeht. Die Versorgungsquote war weiterhin leicht rückläufig. 2014 fiel sie erstmals unter die 6-Prozent-Marke und ist auch 2020 darunter geblieben (5,3 Prozent). Die Studierenden der im Berliner Südwesten gelegenen Hochschulen, dabei besonders der Freien Universität Berlin, waren mit 2,4 Prozent weiterhin stark unterversorgt. Zum Wintersemester wurden 7 Notfallschlafplätze bereitgehalten. 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Geschäftsjahr 2020 Wirtschaftlichkeit Der Anteil des konsumtiven Landeszuschusses an der Finanzierung des studierendenWERKs belief sich 2020 auf 18,2 Mio. Euro (2019: 11,5 Mio. Euro). Auch 2020 erfolgte die Wirtschaftsführung im Rahmen der zur Verfügung gestellten Zuschüsse und Einnahmen. Rechtsgeschäfte mit unmittelbaren Folgen für den Landeshaushalt wurden nicht eingegangen. Kommunikation des Angebotes Die Website des studierendenWERKs zählte 2020 rund 5,1 Mio. Besucher*innen. Knapp 10.000 Studierende haben sich an die InfoPoints gewandt. Das Telefonaufkommen belief sich auf rund 25.000 Anrufe. Mit seinem Facebook-Auftritt hat das studierendenWERK 475.000 User*innen im Berichtszeitraum erreicht, weitere 42.000 mit dem Facebook-Kanal für internationale Studierende. Der Instagram-Auftritt erreichte 190.000 Menschen und der Twitterkanal 385.000. Außerdem wurden 2020 vermehrt Livestreams zum Semesterstart auf den Kanälen Youtube, Facebook und Instagram angeboten, um die neuen Studierenden auch im Digitalsemester zu erreichen. Im Online-Magazin „Werkblatt“, für das ausschließlich studentische Redakteur*innen schreiben, wurden im Jahr 2020 67 Artikel veröffentlicht. Entwicklung des internen und externen Qualitätsmanagements Zur Verbesserung der Prozessqualität werden kontinuierlich die wesentlichen Prozesse des studierendenWERKs erfasst und IT-unterstützt dokumentiert. Studierende beschwerten sich sowohl schriftlich, mündlich, telefonisch und per E-Mail sowie online beim studierendenWERK. Je nach Dienstleistungsangebot machen die Studierenden sehr unterschiedlich vom Beschwerderecht Gebrauch. Alle Beschwerden wurden erfasst, zeitnah beantwortet und ausgewertet. Die Beschwerden bezogen sich 2020 pandemiebedingt vor allem auf Ablehnungen von Anträgen für die verschiedenen Hilfsfonds. Bezüglich der Überbrückungshilfen des BMBF sind im Jahr 2020 insgesamt 345 Widersprüche gegen Antragsablehnungen eingegangen. Die Anzahl der Widersprüche gegen BAföG-Bescheide liegt mit 959 deutlich unter der des Vorjahres (2019: 1.158). Förderung der studentischen Mitwirkung und Selbstorganisation 2020 setzten sich 22 studentische Selbstverwaltungen für die Interessen der Studierenden ein und bereicherten das Leben in den Wohnheimen. Die finanzielle Förderung der laufenden Arbeit wurde fortgesetzt, ein Großteil der Selbstverwaltungen erhielt sachbezogene Zuschüsse. Auch die Wohnheimtutor*innen sowie die Ländertutor*innen gestalteten das kulturelle Leben mit. Das studierendenWERK in Relation zum Berliner Haushalt 2020 16 Gesamthaushalt 2020: 31.020.770.600 € Wissenschaftshaushalt: 2.079.513.600 € Konsumtive Zuschüsse Wissenschaftsbetrieb Konsumtive Zuschüsse an öffentliche Hochschulen Konsumtiver Zuschuss studierendenWERK BERLIN: 18.200.000 € 2020 Geschäftsbericht 17 studierendenWERK BERLIN Die Ausrichtung aller Angebote orientiert sich streng an den Wünschen der Studierenden. Eine Vielzahl der Angebote und deren Kommunikation wird unter Beteiligung der Studierenden umgesetzt, so zum Beispiel im Kulturbereich, auf Social Media oder am InfoPoint. Im Rahmen des Study&Work-Programms wurden Studierende als studentische Aushilfen im studierendenWERK eingesetzt und auf die jeweiligen Tätigkeiten vorbereitet. 90 Studierende hat das studierendenWERK BERLIN zum Stichtag 31.12.2020 beschäftigt. Förderung der Gesundheit und Motivation der Beschäftigten Der Krankenstand ist 2020 im Vergleich zum Vorjahreswert gesunken, von 9,5 Prozent auf 7,8 Prozent. Im Zentrum des betrieblichen Gesundheitsmanagements stand weiterhin die Umsetzung verschiedener Maßnahmen zur Gesundheitsförderung. Pandemiebedingt fanden z. B. die Yogakurse zeitweilig im Freien statt, ab dem 3. Quartal wurden dann Onlineformate eingeführt. Außerdem wurden Grippeimpfungen angeboten und durchgeführt. Auch 2020 wurde die tariflich vereinbarte leistungsorientierte Vergütung auf Basis einer Dienstvereinbarung ausgezahlt. Um dem gestiegenen Bedarf an der internationalen Ausrichtung der Angebote gerecht zu werden, bot das studierendenWERK Fortbildungen für seine Mitarbeiter*innen an. Die Fort- und Weiterbildungsquote ist 2020 allerdings pandemiebedingt auf 35,5 Prozent gesunken (2019: 63,8 Prozent). Im Rahmen der Arbeitsschutzmaßnahmen während der Coronapandemie hat das studierendenWERK rund 300 neue Homeoffice-Plätze eingerichtet, um das wechselweise, dezentrale Arbeiten zu ermöglichen. Diese Errungenschaften sollen im Rahmen der Digitalisierung auch zukünftig weiterentwickelt und genutzt werden. 2020 18 Gremien Verwaltungsrat 2020 Der Verwaltungsrat des studierendenWERKs BERLIN setzt sich aus 14 hauptamtlichen Mitgliedern zusammen, die jeweils eine*n Vertreter*in haben: sieben studentische Mitglieder, drei Mitglieder aus den Hochschulen, zwei „geschlechtsparitätisch auszuwählende Mitglieder mit einschlägigen Fachkenntnissen und Berufserfahrung auf wirtschaftlichem, rechtlichem oder sozialem Gebiet …“, ein*e Vertreter*in der Beschäftigten des studierendenWERKs sowie das für Hochschulen zuständige Mitglied der Senatskanzlei Wissenschaft und Forschung, welches auch den Vorsitz führt. Mit der Senatsneubildung am 8. Dezember 2016 ist die Ressortzuständigkeit für Wissenschaft und Forschung auf den Regierenden Bürgermeister von Berlin übergegangen, der damit auch künftig den Vorsitz des Verwaltungsrats innehat. Die Geschäftsführerin, ein Mitglied des Personalrats sowie die Frauenvertreterin nehmen mit Rede- und Antragsrecht an den Sitzungen des Verwaltungsrats teil. Gemäß Studierendenwerksgesetz beträgt die Amtszeit der Verwaltungsratsmitglieder zwei Jahre. Laut Gesetz nehmen alle Verwaltungsratsmitglieder auch nach Ablauf ihrer Amtsperiode die Geschäfte weiter wahr, bis die Nachfolge bestimmt bzw. gewählt ist. Eine Wiederwahl der Mitglieder ist möglich. Der Verwaltungsrat war 2020 uneingeschränkt handlungsfähig, er tagte insgesamt vier Mal. Turnusgemäß erfolgt eine Neuwahl des Verwaltungsrats alle zwei Jahre. Bei den Hochschulmitgliedern fand in der laufenden Amtsperiode im Sommer ein Wechsel auf Kanzler*innenebene statt. Bei den von der Geschäftsführerin vorzuschlagenden Expert*innen gab es Anfang 2021 sogar auf zwei Positionen Neubesetzungen, da die bisherigen langjährigen Mitglieder auf eigenen Wunsch vom Amt zurückgetreten sind. Die höchste Fluktuation besteht generell im Bereich der studentischen Verwaltungsratsmitglieder. So sind 2020 zwei langjährige studentische Verwaltungsratsmitglieder ausgeschieden, eine Nachbesetzung ist hier bisher nicht erfolgt. Sicherlich ist dies auch zurückzuführen auf die erschwerten Bedingungen durch die Pandemie mangels Präsenztreffen des Wahlausschusses, sodass für den Rest der Amtsperiode 2019/2020 nur noch neun der insgesamt 14 studentischen Positionen besetzt waren. Die Vertretung der Beschäftigten des studierendenWERKs BERLIN blieb 2020 unverändert. Jährlich stehen die Genehmigung des Jahresabschlusses des Vorjahres, die Benennung des*der Wirtschaftsprüfer*in für die Prüfung des laufenden Jahres sowie die Feststellung des Wirtschaftsplans für das Folgejahr auf der Agenda. Das Berichtsjahr war stark geprägt von den Auswirkungen der Pandemie mit den jeweiligen Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus. Während die Verwaltungsratssitzung im März noch planmäßig stattfinden konnte, mussten für die folgenden Sitzungen entsprechend der jeweils gültigen Verordnungen des Landes Berlin zur Einhaltung der vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregelungen Ausweichräume gefunden werden. Die Sommersitzung fand im Speisesaal der veganen Mensa am Sitz der Verwaltung statt, die folgende Sitzung im historischen Saal des Studentenhauses am Steinplatz. Nachdem der Inzidenzwert der Covid-19-Infektionen im Wintersemester massiv gestiegen war, wurde kurzfristig beschlossen, die letzte Sitzung des Jahres erstmals virtuell durchzuführen. Durch die inzwischen bei allen Beteiligten gute digitale Ausstattung konnte die Sitzung einschließlich der vor- 2020 Geschäftsbericht 19 studierendenWERK BERLIN gesehenen Beschlussfassungen erfolgreich durchgeführt werden. Außerhalb der Gremiensitzungen stattfindende Veranstaltungen wie die jährlich angebotene Schulung der Verwaltungsratsmitglieder zum Thema Jahresabschluss oder auch die gemeinsame Rundfahrt zu aktuellen Bauprojekten des studierendenWERKs BERLIN mussten coronabedingt leider ausfallen. Entsprechend der Geschäftsordnung des Verwaltungsrats können wichtige Beschlussfassungen auch außerhalb der Sitzungen im schriftlichen Umlaufverfahren durchgeführt werden. Zwecks Eilbedürftigkeit der Themen wurde davon 2020 insgesamt viermal Gebrauch gemacht, um die finanziellen Auswirkungen wegen des Wegfalls studentischer Jobs aufgrund der Pandemie durch Unterstützungsleistungen zumindest teilweise abzumildern sowie die Voraussetzungen für die Teilnahme an der Online-Lehre zu ermöglichen. So hat der Verwaltungsrat im schriftlichen Verfahren der Umwidmung von Finanzmitteln in Höhe von 450 Tsd. Euro aus dem Darlehensfonds in den Notfonds zur Unterstützung von Studierenden in Notlagen infolge der Pandemie zugestimmt sowie Richtlinien für die Unterstützung aus dem Fonds zur Teilhabe am Online-Campus Berlin und der Neufassung der Richtlinien über die Vergabe von Zuschüssen an bedürftige Studierende der Berliner Hochschulen beschlossen. Neben den pandemiebedingten Themen, die die Arbeit des studierendenWERKs und damit auch des Verwaltungsrats 2020 dominiert haben, befasste sich der Verwaltungsrat wie bereits in den Vorjahren mit dem nach wie vor arbeitsintensiven Thema studentisches Wohnen. Die Problematik der Schaffung zusätzlicher Wohnheimplätze wurde wiederholt diskutiert und wird den Verwaltungsrat auch weiterhin nachhaltig beschäftigen. Über die geplanten Neubauvorhaben Aristotelessteig und Wohnheim auf dem Campus Schöneberg der Hochschule für Wirtschaft und Recht wurde ebenso wie über alle anderen anstehenden und laufenden Sanierungs- und Bauprojekte regelmäßig und ausführlich informiert. Mit der Investitionsbank Berlin (IBB) wurden Gespräche bezüglich der Aufnahme von Krediten für die Realisierung geplanter Nachverdichtungsbauprojekte geführt. Der Rahmenvertrag mit der Senatskanzlei Abteilung Wissenschaft zur Finanzierung des studierendenWERKs BERLIN für die Jahre 2020 bis 2024 wurde ebenfalls intensiv diskutiert und konnte schließlich im Dezember 2020 vom Regierenden Bürgermeister von Berlin sowie der Geschäftsführerin unterzeichnet werden. 2020 20 Gremien Zusammensetzung des Verwaltungsrats 2020 § 4 Abs. 1 Satz 5 StudWG: Michael Müller Regierender Bürgermeister von Berlin 01.01.–31.12.2020 Stellvertreter: Steffen Krach 01.01.–31.12.2020 Staatssekretär für Wissenschaft Senatskanzlei, Wissenschaft und Forschung § 4 Abs. 1 Satz 1 StudWG – Hochschulvertreter*innen: Dr. Andra Bör 01.01.–31.12.2020 Freie Universität Berlin Stellvertreter: Dr. Matthias Neukirchen Technische Universität Berlin 01.01.–31.12.2020 Lars Oeverdieck 18.09.–31.12.2020 Technische Universität Berlin Claas Cordes Hochschule für Technik und Wirtschaft Stellvertreterin: Dr. Sandra Westerburg 01.01.–31.12.2020 Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin Hans-Joachim Völz 01.01.–31.12.2020 Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Stellvertreterin: Dr. Ulrike Prechtl-Fröhlich, Universität der Künste Berlin 01.01.–31.12.2020 § 4 Abs. 1 Satz 3 StudWG – Mitglieder mit Fachkenntnissen: Susanne Jahn 01.01.–31.12.2020 Architektin, Jahn, Mack u. Partner Stellvertreterin: Anne Fellner 01.01.–31.12.2020 Baudezernentin der Stadt Eberswalde 2020 Geschäftsbericht studierendenWERK BERLIN Dr. Peter Schink 01.01.–31.12.2020 Stellvertreter: Dieter Schäferbarthold 01.01.–31.12.2020 Rechtsanwalt § 4 Abs. 1 Satz 2 StudWG – Studierende: Ann Kristin Kemna, Freie Universität Berlin Tilmann Malte Ziemes, Alice Salomon Hochschule Alba Luna Lawrenz, Alice Salomon Hochschule Andrej Wetzlaugk, Humboldt-Universität zu Berlin Christine Reiß, Universität der Künste Berlin Wolfgang Antoniazzi, Beuth Hochschule Berlin Julian Eric Christian, Universität der Künste Berlin 01.01.–31.12.2020 01.01.–31.12.2020 01.01.–31.12.2020 01.01.–31.12.2020 01.01.–31.12.2020 01.01.–31.12.2020 01.01.–31.12.2020 Stellvertreter*innen: Jannis Drossart, Technische Universität Berlin 01.01.–11.03.2020 NN 12.03.–31.12.2020 Aeneas Heller, Humboldt-Universität zu Berlin 01.01.–31.12.2020 Lina Haak, Humboldt-Universität zu Berlin 01.01.–07.08.2020 NN 08.08.–31.12.2020 Tillmann Schneider, Freie Universität Berlin 01.01.–31.12.2020 NN 01.01.–31.12.2020 NN 01.01.–31.12.2020 NN 01.01.–31.12.2020 § 4 Abs. 1 Satz 4 StudWG – Beschäftigtenvertreter*in: Sarah Räsch 01.01.–31.12.2020 studierendenWERK BERLIN Stellvertreter: Rainer Böger 01.01.–31.12.2020 studierendenWERK BERLIN 21 2020 22 Gremien Vertretungsgremien SCHWERBEHINDERTENVERTRETUNG PERSONALRAT (Stand 31.12.2020) (Mitglieder Stand 31.12.2020) Vertrauensperson: Mareen Schäfer Klaus-Peter Drechsel (Vorstandsvorsitzender) Stellvertretung: 1. Stv.: Andreas Thiel Regina Hillebrecht (stellv. Vorstandsvorsitzende) 2. Stv.: Bianca Zimmermann Karsten Freund (Vorstand) Katharina Steinbach (Vorstand) Atilla Akarsular (Vorstand) FRAUENVERTRETERIN Marijke van de Vegte (Vorstand) (Stand 31.12.2020) Alicja Grundmann-Nelson Silvia Cornelius Marianne Pundt Stellvertretung: Bianca Zimmermann Dominique Illing Mario Hielscher Eva Schneider Jasmin Mohr Tatjana Neupert Nachrücker*innen: Mario von Kelterborn Anrita Hintenberg Frank Schlak Sabine Alexander Marco Münch Claudia Haller Franziska Kunze Nicole Barthel Tanja Tetzlaff studierendenWERK BERLIN Speisebetriebe 2020 Geschäftsbericht 23 2020 24 Speisebetriebe Herr Föll, am 17. März mussten nach dem Beschluss des Berliner Senats die Mensen pandemiebedingt den Betrieb einstellen. Wie haben Sie und Ihre Mitarbeiter*innen die ersten Monate der Corona-Zeit erlebt? Nun, anfangs ging irgendwie jede*r davon aus, dass das Ganze schnell vorbei sein würde. Wir haben alle unsere Einrichtungen zwar von heute auf morgen schließen müssen, aber da wir regelmäßig semesterbedingte Schließungen vornehmen, war das zunächst für unsere Mitarbeiter*innen nicht so außergewöhnlich. Thomas Föll, Leiter Abteilung Speisebetriebe im Interview 600 Beschäftigte – 2020 war also eine große Herausforderung. Die Bereichsleitung hat wöchentlichen Kontakt mit den 35 Einrichtungsleiter*innen und den Mitarbeiter*innen des Springerpools gehalten. Die Einrichtungsleiter*innen haben ihrerseits einmal die Woche Telefonate mit den einzelnen Beschäftigten geführt. Als sich dann aber zeigte, dass wir vorerst nicht wieder öffnen können, breitete sich natürlich relativ schnell ein Gefühl der Unsicherheit aus. In der Gemeinschaftsgastronomie gab es so langanhaltende Schließungen verbunden mit Kurzarbeit, die dann Ende April begann, noch nie. Der Zusammenhalt unter unseren Mitarbeiter*innen ist 96 % sehr groß und es besteht eine Vielzahl an sozialen Kontakten. Mitarbeiter*innen Kontaktverbote und „auf Eis zeitweise gelegte Jobs“ brachten so – in Kurzarbeit neben der wachsenden Unsicherheit – auch zwangsläufig Unzufriedenheit und Einsamkeit mit sich. Diesbezüglich möchte ich Wir haben schnell damit begonnen, organi- allen Mitarbeitenden der Speisebetriebe ein satorische Vorkehrungen zur Erreichbarkeit großes Lob und Dankeschön aussprechen. unserer Mitarbeiter*innen zu treffen. Die Das Engagement der Einrichtungsleiter*inAbteilung Speisebetriebe hat nen und der Beschäftigten zur Kontakthalweit mehr tung war riesengroß. als Welche Auswirkungen hatte Corona bisher auf Ihre Abteilung – personell und wirtschaftlich? Geschlossene Einrichtungen bedeuten, es werden keine Umsätze erzielt. Die Aussicht war also zunächst düster. Unser Personal wurde in den ersten Wochen auch normal weiterbezahlt. Das wäre auf Dauer eine Mensa Kochstudio 2020 Geschäftsbericht 25 studierendenWERK BERLIN wirtschaftliche Katastrophe gewesen. Mit dem Abschluss des „TV Covid“ konnten unsere Mitarbeiter*innen zu Ende April dann mit 95 Prozent ihres regulären Entgelts in Kurzarbeit geschickt werden. So konnten die verheerenden wirtschaftlichen Folgen abgefedert werden. Wir wussten recht schnell, dass wir den Studierenden irgendwie zeigen müssen, dass wir noch da sind. Der digitale Weg und entsprechende Formate waren über einen längeren Zeitraum die einzigen Mittel der Wahl. Es lag nahe, den Studierenden zu Hause unser Wissen weiterzugeben. Geschlossene Einrichtungen haben zudem sehr wenige laufende Kosten, die Betriebskosten waren dementsprechend verschwindend gering. Daher sind die wirtschaftlichen Folgen in der Summe verkraftbar. Für unsere Mitarbeiter*innen war diese lange Zeit in Kurzarbeit natürlich sehr schwer. Die meisten Menschen brauchen eine Aufgabe und eine Tagesstruktur, an die sie sich halten können. All dies ist von heute auf morgen weggebrochen. Die langfristigen Folgen können wir noch gar nicht abschätzen. Einen YouTube-Kanal des studierendenWERKs gab es schon. Im Kopf hatte ich solch ein Format allerdings schon länger. Und nun hatten wir auch Ressourcen dafür frei. Allerdings konnten wir auch recht schnell die Möglichkeiten der mobilen Arbeit und des Homeoffice erweitern. In den Speisebetrieben sind viele administrative Tätigkeiten angesiedelt – die Fachbereiche Food und Non Food, unser Qualitätsmanagement sowie die gesamte Bereichsleitung Mensen und Abteilungsleitung. Hier konnten die meisten Arbeiten geregelt von zu Hause erledigt werden. Das hat auch zu mehr Zufriedenheit und zu einer guten Vereinbarung von Beruf und Familie beigetragen. Und diese Lösungen können sehr gut für die Zukunft beibehalten werden. Ein Team aus Mensaleiter*innen hat sich zusammen mit der Bereichsleitung und unserer Unternehmenskommunikation viele Gedanken um das Thema gemacht. Es mussten einiges an Equipment beschafft und passende Räumlichkeiten gefunden werden. Inzwischen läuft das Kochstudio richtig rund. Jede Woche gibt es mindestens ein neues Video, wir gehen hier auch auf konkrete Studierendenwünsche ein. Perspektivisch wollen wir auch Geschichten aus dem Mensaalltag erzählen, wir wollen weitere Köche und Köchinnen vorstellen und die Studierenden mehr einbeziehen. Hier müssen wir natürlich genau die Entwicklung der Pandemie beobachten. Aber sobald es irgendwie geht, wird mit Studierenden zusammen gekocht. Die Themen Ernährung und Nachhaltigkeit werden dabei stets im Fokus stehen. nachh a l t i g Sie haben die Zeit aber auch für Innovationen genutzt. Der Mensaleiter Andreas Hoffmann zeigt seit August den Studierenden regelmäßig in YouTube-Videos, wie sie gesunde, schmackhafte und einfache Gerichte zubereiten können. Wie ist das Mensa Kochstudio entstanden? 2020 26 Speisebetriebe Welches Feedback erhalten Sie von den Studierenden? Soll das Projekt auch nach Corona weitergeführt werden? Langfristiges Ziel ist es, regelmäßig mit Studierenden zu kochen. Sehr gern möchten wir auch Spezialitäten zubereiten, die aus der Heimat von internationalen Studierenden kommen. Schon jetzt hat man die Möglichkeit, über die Website mit konkreten Wünschen und Fragen an uns heranzutreten. Perspektivisch möchten wir auch einen Chat anbieten, bei dem Fragen von unserem Team beantwortet werden. Das Format Mensa Kochstudio ist außerdem für die gute Zusammenarbeit mit anderen Bereichen des studierendenWERKs geeignet, zumal beispielsweise in den Bereichen Kultur und Internationales und in der Unternehmenskommunikation viele Studierende tätig sind. Wir haben also mit dem Mensa Kochstudio nicht nur die Möglichkeit, transparenter zu werden, was die Zubereitung unserer Speisen anbelangt. Wir können Ideen und Wünsche von Studierenden aufnehmen und damit die Partizipation voranbringen und fest etablieren. Ebenfalls im August ging die Mensa auf Tour – mit einem eigenen Foodtruck. Auf welche Herausforderungen sind Sie bei der Umsetzung dieses Projekts gestoßen und wie gestaltet sich das Angebot? Einen Foodtruck zu betreiben, war eine ganz neue Erfahrung für uns. Wir wussten schon von anderen Studierendenwerken, dass es schon Foodtrucks der Mensen in anderen Städten gab. Mit einer „mobilen Mensa“ präsent zu sein und trotz Schließung Essen anbieten zu können, war uns in der besonders für die Studierenden schwierigen Zeit sehr wichtig. Es war gar nicht so einfach, ein geeignetes, bezahlbares Modell zu finden, denn pandemiebedingt sind offenbar viele Gastronom*innen auf diese Idee gekommen, einen Foodtruck zu betreiben. Die Überprüfung des Wagens, die Zulassung und die Überführung haben uns zudem mehr Zeit gekostet als gedacht. Recht schnell war uns klar, dass vor den vielen Wohnheimen, die das stW betreibt, vermutlich die am besten geeigneten Standorte mit der größten Nachfrage zu finden sind. Allerdings ist nicht jedes Wohnheim technisch und räumlich geeignet. Es müssen viele Vorschriften beachtet und gesetzliche Vorgaben eingehalten werden. Wir haben einen engagierten Mensaleiter gefunden, der die umfangreichen Vorbereitungen durchgeführt, den notwendigen Austausch mit den Wohnheimen vorangetrieben und ein optimales Speisenangebot entwickelt hat. Die Studierenden konnten wir über die Wohnheimverwaltungen und unsere Website sehr gut erreichen. Es gab recht schnell Tage, an denen Foodtruck 2020 Geschäftsbericht 27 studierendenWERK BERLIN das Angebot vor Ende der Öffnungszeit bereits ausverkauft war. gen wieder schließen mussten. Der Foodtruck erzielt inzwischen sehr gute Verkaufszahlen. Es ist darum geplant, die Kapazitäten noch besser auszunutzen. Das heißt, wir werden bald vor- und nachmittags unterwegs sein und auch Standorte von weiterhin geschlossenen Mensen anfahren. Und: wir haben schon einen zweiten Truck beschafft! So können wir das Angebot weiter ausbauen. Das Wintersemester 2020/2021 sollte an einigen Lehranstalten mit einem teilweisen Präsenzbetrieb beginnen. Darum haben wir uns entsprechend vorbereitet, um in einigen Mensen mit dem inzwischen gut funktionierenden Click&Collect-System zu starten und gleichzeitig einige Sitzplätze vorbestellbar anzubieten. Um problemlos die Kontaktdaten zu erfassen und nicht zu viele Personen auf einmal in der Einrichtung zu haben, haben wir unser Online-Vorbestellsystem um eine Sitzplatzreservierung erweitern lassen – dem Click&Stay-System. Ab Juni konnten die Mensen dann sukzessive wieder öffnen – aufgrund der Hygienemaßnahmen aber nur eingeschränkt. Dafür haben Sie ein Click&Collect- sowie ein Click&Stay-System entwickelt. Was hat es damit auf sich und welche Vorteile bieten diese Systeme? dig i t a l Wir mussten aber im Vorfeld unbedingt sichergehen, dass wir Gästeströme entzerren und dass wir auch Kontaktdaten erfassen können. Außerdem brauchten wir etwas Planungssicherheit für diese ungewisse Zeit. Das Click&Collect-System konnte uns beides bieten. Über die Website und die stW-App kann für jede geöffnete Einrichtung, wie bisher auch schon, der Speiseplan abgerufen werden. Für ca. eine Woche im Voraus kann nun zusätzlich von unseren Gästen das gewünschte Essen in der Mensa der Wahl vorbestellt werden. Es gibt zwei Mittagessen zur Auswahl sowie Salat und Dessert. Wir haben Bestell- und Abhol-Zeitfenster von 15 Minuten gewählt. In einem Zeitfenster können 15 Bestellungen abgegeben werden. So war es uns möglich, trotz der digitalen Lehre an einigen Standorten steigende Umsätze zu verbuchen. Dann begannen allerdings recht schnell die regulären Semesterferien, in denen wir mangels Nachfrage vier Einrichtun- Studierende, die eine Vorbestellung für Essen tätigen, können im nächsten Schritt einen Sitzplatz für ein 30-minütiges Zeitfenster reservieren. Je nach Größe der Mensa gibt es ein entsprechendes coronakonformes Sitzplatzkontingent, das gebucht werden kann. Hierfür gibt es dann per E-Mail einen QRCode, der sowohl für das vorbestellte Essen als auch für den Sitzplatz gilt. Da sich das Infektionsgeschehen wieder stark verschlechterte, konnten wir Click&Stay allerdings nicht testen. Wir gehen aber davon aus, dass wir zum Sommersemester 2021 wieder Sitzplätze in den geöffneten Mensen anbieten können. Perspektivisch wäre es sogar denkbar, Click&Stay weiterzuentwickeln, um eine Live-Auslastung der Mensa abbilden zu können. 2020 28 Speisebetriebe Die Universitäten sind im Herbst in das zweite überwiegend digitale Semester gestartet. Die Anwesenheit von Studierenden auf dem Campus hat natürlich ganz unmittelbar Auswirkungen auf den Betrieb der Mensen. Zugleich sind langfristige Planungen derzeit schwierig, denn das öffentliche Leben ist stets abhängig vom Infektionsgeschehen. Wie sehen Sie die Zukunft der Speisebetriebe? Natürlich ist es unser Wunsch, so schnell wie möglich viele Mensen wieder öffnen zu können, damit auch unser Personal endlich zur Arbeit zurückkehren kann. Langfristig hoffen wir, wieder zu einem normalen Mensenbetrieb zurückkehren zu können. Die Anpassungen an die Lehre, die die Pandemie forciert hat, werden meines Erachtens aber wesentlich dazu beitragen, dass wir weniger Studierende auf dem Campus und damit auch in den Mensen haben werden. Ich gehe davon aus, dass sich die Digitalisierung der Lehre fest im Hochschulraum etablieren wird. Einrichtungen. Ein Pilotprojekt starten wir bereits Anfang 2021 in der Mensa FUII. Auch wird es in großen Mensen dauerhaft vorbestellbares Essen zum Mitnehmen geben – mit einer extra Ausgabe nur dafür. So können wir sowohl Studierende versorgen, die nur eine kurze Pause zwischen den Vorlesungen haben, als auch eine Nachmittagsversorgung abdecken. So haben die Studierenden nach einem langen Studientag die Möglichkeit, frisch gekochtes Essen sicher verpackt zum Aufwärmen mit nach Hause zu nehmen. Eventuell müssen wir auch darüber nachdenken, in welchen Einrichtungen sich ein Mensa-Betrieb überhaupt noch lohnt. Hier sind wir natürlich davon abhängig, wie sich die Lehre an den mit uns kooperierenden Hochschulen und Universitäten zukünftig gestaltet. inno v a t i v Dem müssen wir uns anpassen. Wir werden zwar sicher genauso viele Studierende mit Mittagessen versorgen wie früher, aber es ist davon auszugehen, dass sich die Gewichtung verschiebt. Wenn Studierende auf Dauer teilweise digital studieren, müssen wir entsprechende Angebote für die Wohnheime bereithalten. Neben dem Foodtruck soll es auch verschiedene Optionen der Automatenversorgung geben. Diesbezüglich haben wir vor, die Versorgung mit Click&Collect auszudehnen. Denn diese Variante eignet sich auch zur Bestückung von Automaten mit frisch zubereitetem Essen. Diese Automaten können sowohl in den Wohnheimen stehen, aber auch in verschiedenen anderen Was sich sicher nicht ändern wird, ist der Wunsch der Studierenden, gemeinsam zu lernen. In der Vergangenheit wurden zu diesem Zweck und auch für den Austausch untereinander sehr gern die Mensen und integrierten Coffeebars genutzt. Es ist denkbar, dass zukünftig die Mensa auch für die gemeinsame digitale Lehre genutzt wird. Wir werden über zukunftsweisende Konzepte nachdenken, die das Lernen, den Austausch und die digitale Lehre mit dem gemeinsamen Essen verbinden. Je mehr zweckmäßige Dienstleistungen wir den Studierenden zur Verfügung stellen können, umso zufriedener wird unsere Zielgruppe wieder ihrem Studium nachgehen können. studierendenWERK BERLIN Studentisches Wohnen 2020 Geschäftsbericht 29 2020 30 Studentisches Wohnen Frau Heubach, der Beginn des ersten Lockdowns im März fiel ja genau in die Zeit, in der es zum neuen Semester viele Ein- und Auszüge in den Wohnheimen gab. Wie hat sich die Coronakrise in den Wohnheimen ausgewirkt? Hatten Sie viele Fälle? Und wie haben die Studierenden die Abstands- und Hygieneregeln angenommen? Seit Beginn der Pandemie bis heute ist das Einhalten der Abstandsregeln und die Vermeidung von Kontakten eine ständige Herausforderung, sowohl zwischen unseren Mieter*innen als auch zwischen Mieter*innen und unseren Mitarbeiter*innen. Besonders gefährdet sind unsere Hausmeister*innen. Durch ihr Tätigkeitsspektrum, z. B. die Koordination der Ein- und Auszüge, dazu gehört auch die Abnahme der Wohnungen, das Durchführen von Reparaturen oder die Einweisung von Dienstleistern im Wohnheim, sind Kontakte unvermeidbar. Bei auftretenden Corona-Fällen in Wohnheimen mussten wir oft erst umfassend recherchieren, um die geeignete Stra- Ricarda Heubach Leiterin Abteilung Studentisches Wohnen tegie oder Lösung, auch zu Informationsstrategien, zu finden, da selbst die Gesundheitsämter erst Erfahrungen sammeln mussten und die Ämter unterschiedlich arbeiten. Das zieht sich zum Teil bis heute durch. Besonders besorgt sind wir bis heute, dass gesamte Wohnheime im Gemeinschaftswohnen coronabedingt isoliert und unter Quarantäne gesetzt werden könnten. Bislang war dies aber nicht der Fall, da es sich in der Regel um Einzelfälle infizierter Bewohner*innen handelte, die maximal die Quarantäne einer WG oder einer geringen Anzahl von WGs zur Folge hatten. Besonders schwierig war der Start des Sommersemesters 2020, der genau in den ersten Lockdown fiel. Über mehrere Wochen reisten internationale Studierende trotz Mietvertrag nicht an, reisten an und gleich wieder ab, haben ihren Mietvertragsbeginn verschoben und kamen trotzdem nicht … Den Überblick herzustellen und für die spontan frei gewordenen Wohnungen Zwischenmieter*innen zu 2020 Geschäftsbericht 31 studierendenWERK BERLIN Wohnheimanlage Aristotelessteig finden, war ein Kraftakt für die Wohnheimverwaltungen. Daher sind die Leerstände glücklicherweise nicht gravierend gestiegen. Viele unserer Mieter*innen halten sich an die Coronaregeln, aber es ist wie überall, es gibt auch Ausnahmen, beispielsweise Mieter*innen, die unsere Hausmeister*innen in ihrer Wohnung zur Durchführung einer Abnahme oder Reparatur erwarten, keinen Mundschutz tragen und den Raum nicht gelüftet haben, obwohl wir daran im Vorfeld des Termins noch einmal erinnern. Es gab trotz Corona auch Partys, denen die Polizei oder andere Bewohner*innen ein Ende setzen mussten. Hat sich Corona auch auf die Nachfrage nach Wohnraum ausgewirkt? Corona hat sich natürlich auf die Nachfrage ausgewirkt. Zum 1.12.2020 konnten wir 2.348 Bewerber*innen nicht mit Wohnraum versorgen. Zum gleichen Zeitpunkt im Jahr davor (2019) lag die Zahl der unversorgten Bewerber*innen um fast 1.200 höher, bei 3.533. Wir konnten viele spontan frei gewordenen Zimmer an Bewerber*innen von unserer Warteliste, die schon länger auf Wohnraum warten, vermieten. Der Neubau Aristotelessteig, bei dem mehr als 170 Wohnplätze entstehen sollen, ist ein 14-Millionen-Euro-Projekt, für das wir einen Landeszuschuss von 2,1 Mio. Euro erhalten. Das Bauvorhaben muss ein Regelverfahren nach Landeshaushaltsordnung durchlaufen, geprüft von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen. Der Vorbereitungsaufwand ist daher deutlich umfangreicher als in unseren bisherigen Bauvorhaben, für uns zudem noch neu. Der Baustart hat sich daher verschoben. Geplant ist er nun im Herbst 2022. Sind weitere Bauprojekte in den kommenden Jahren geplant? Unabhängig von unseren zahlreichen Sanierungsvolumen planen wir aktuell noch einen Neubau am Campus der HWR in der Badenschen Straße, in dem sich eine Kita mit 75 Plätzen und studentische Wohnungen (200 Plätze) befinden sollen. Die geplanten Gesamtprojektkosten liegen bei rund 20 Mio. Euro, die auf das Wohnheim entfallenden Kosten liegen bei rund 17,5 Mio. Euro. Am Campus soll parallel ein Lehrgebäude für die HWR erreichtet werden. inno v a t i v Dennoch bleibt bezahlbarer Wohnraum für Studierende in Berlin knapp. Dem studierendenWERK wurden 2,1 Mio Euro aus SIWANA-Mitteln der Stadt Berlin zur Verfügung gestellt, um ausreichend Eigenkapital für einen Baukredit aufbringen zu können. Damit ist geplant, in der Wohnanlage Aristotelessteig in Lichtenberg eine Verdichtung vorzunehmen. Wie ist der Stand des Projektes? Aktuell läuft die Klärung der möglichen Verfahren für die Durchführung der Vorhaben mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen sowie der Senatskanzlei Wissenschaft und Forschung. 2020 32 Studentisches Wohnen ÜBERSICHT DER WOHNHEIME Berlin gesamt UND VERSORGUNGSQUOTEN 5,3 % Wohnplätze 172.932 Studierende Theoretische Versorgungsquote 9.200 Campus Mitte und Nord Campus CharlottenburgWilmersdorf 5,5 % TU UdK HWR 3,7 % 1.799 2.558 46.474 HU Charité Beuth HS Hertie School IPU HfM „Hanns Eisler“ KH Weißensee Code IU 48.733 11,2 % 2,4 % Campus Dahlem FU EHB Charité 1.032 34.082 43.644 3.811 Campus Ost HTW Alice Salomon HS KHSB HfS „Ernst Busch“ HWR HU HSAP studierendenWERK BERLIN BAföG 2020 Geschäftsbericht 33 2020 34 BAföG Herr Gröger-Hafermann, sind die Antragszahlen jetzt eigentlich gestiegen? Immerhin haben viele Menschen wegen Corona ihren Job verloren, so sicherlich auch Eltern von Studierenden … Entgegen dem Trend der letzten Jahre wurden 2020 tatsächlich wieder mehr Anträge auf Förderung nach dem BAföG gestellt – in Summe knapp 1.500 Förderanträge mehr. Allerdings lohnt wie immer ein Blick hinter die Kulissen. Einer Steigerung von 2.000 Verlängerungsanträgen steht ein (weiterer) Rückgang von Erstanträgen gegenüber. Die Gründe hierfür sind jedoch vielschichtig. E e träg n rsta r ant ge Fol äge 2020 le oder eigener Einkünfte der Höhe nach abgelehnt worden sind, erneut einen Antrag auf Förderung gestellt. Diese Studierenden sind aufgrund der Pandemie und der damit verbundenen Schwierigkeiten nun wieder in den Förderbereich des BAföG zurückgekehrt. Der Rückgang der Erstanträge – besonders spürbar im Wintersemester 20/21 – beruht meines Erachtens auf der Verunsicherung der Studierenden in Bezug auf die gesamtgesellschaftlichen Verhältnisse. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass sich künftig die Erstantragszahlen „erholen“ werden. Das Coronajahr war auch das Jahr der digitalen Lösungen. Wie sieht es da im BAföG-Amt aus? Dreh- und Angelpunkt der Digitalisierung im BAföG-Amt ist die digitale Akte, d. h. das papierlose Arbeiten. Und dies lässt die bis dato eingesetzte Software (noch) nicht zu. Entsprechende Entwicklungen laufen, sind jedoch noch nicht in der praktischen Anwendung. Damit bleibt es somit bis auf Weiteres ein Arbeiten mit der Papierakte. Eine schnel- inno v a t i v 2019 0 5000 10000 15000 20000 25000 30000 35000 So führte die pauschalisierte Anhebung der Regelstudienzeit im Land Berlin zur Abmilderung der pandemiebedingten Einschränkungen im Sommersemester 2020 im Bereich Studium und Lehre zu dem starken Anstieg der Verlängerungsanträge – eine Entwicklung, die sich auch 2021 fortsetzen dürfte, da das Land Berlin bereits entschieden hat, für die Verzögerungen im Wintersemester 20/21 ebenso eine pauschale (weitere) Anhebung der Regelstudienzeit um ein Semester vorzunehmen. Dieser Entscheidung folgen wir förderungsrechtlich im Bereich BAföG. Daneben hat bestimmt auch eine beträchtliche Anzahl von Studierenden, deren Anträge in der Vergangenheit wegen der anrechenbaren Einkünfte der Elterntei- Christian Gröger-Haferman Leiter Amt für Ausbildungsförderung 2020 Geschäftsbericht 35 studierendenWERK BERLIN le, pandemiebedingte Umstellung auf ein digitales Arbeiten war daher im letzten Jahr nicht möglich. Aber wir waren nicht untätig und konnten trotz allem Fortschritte erzielen. In enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung und dem DV-Service haben wir im letzten Jahr ein Konzept entwickelt, mithilfe dessen nun Sachbearbeiter*innen unter Beachtung des notwendigen Datenschutzes Förderanträge von zu Hause aus bearbeiten können – seit Mitte Januar 2021 nehmen mehr als 50 Mitarbeiter*innen am Projekt Homeoffice teil. Ein weiterer Schritt zur Digitalisierung stellt sicher das zentrale Portal BAföGdigital dar. Dies ging im November 2020 an den Start. Was hat es damit auf sich und wie lief die Einführung? sprechend Hinweise oder Hilfestellungen. Hiernach mussten die Antragsteller*innen allerdings den Antrag ausdrucken und unterschreiben. Die Möglichkeit der volldigitalen Antragstellung via digitaler Unterschrift mit dem neuen elektronischen Personalausweis haben nur sehr wenige Antragsteller*innen genutzt. Das neue Verfahren BAföG-digital hat das Berliner Online-Verfahren nun abgelöst. Neben kleineren Anfangsschwierigkeiten sind mir aktuell keine größeren Probleme oder Beschwerden aus Kundensicht bekannt. Welche wichtigen Projekte sind für das kommende Jahr geplant? An vorderster Stelle steht sicherlich die erfolgreiche Durchführung des Pilotprojekts Homeoffice im Amt für Ausbildungsförderung – sofern dies der Fall sein sollte, würde ich mir sehr wünschen, dass hiernach für alle Mitarbeiter*innen dauerhaft die Möglichkeit besteht, tageweise von zu Hause aus zu arbeiten. dig i t a l Das neue Portal BAföG-digital entspringt dem Onlinezugangsgesetz und ist ein bundesweites Projekt, mit dessen Hilfe Dienstleistungen der öffentlichen Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden künftig digital auf einer Plattform angeboten werden sollen. Im Bereich der sozialen Dienstleistungen sollen so z. B. mehrere Hundert Leistungen abgebildet werden. Das BAföG war hierbei Vorreiter und Prestigeobjekt. Im Land Berlin haben wir bereits 2016 ein eigenes Onlineportal zum BAföG (BAföG Online) eingeführt, mithilfe dessen die Studierenden Anträge digital ausfüllen konnten; gleichzeitig prüfte dieses Verfahren im Hintergrund die jeweiligen Angaben auf ihre Plausibilität und gab dann ent- Unabhängig davon müssen die Bemühungen um eine vollständige Digitalisierung der Antragsbearbeitung im Bereich des BAföG vorangetrieben werden. Und was muss Ihrer Meinung nach geschehen, damit die Antragszahlen wieder steigen und möglichst viele Studierende tatsächlich vom BAföG profitieren können? Ungeachtet der vielen Gesetzesnovellen in den letzten 10 Jahren sind die Antragszahlen ab 2012 beständig gesunken – und das trotz der spürbaren Anhebung der Fördersätze. Der beständige Rückgang der An- 2020 36 BAföG tragszahlen beruht daher im Wesentlichen auf der äußerst guten wirtschaftlichen Entwicklung der zurückliegenden Zeit. Steigende Löhne und ein massiver Rückgang der Arbeitslosigkeit führten im Bereich BAföG dazu, dass viele Förderanträge der Höhe nach an den jeweils anrechenbaren Einkünften der Studierenden bzw. ihrer Elternteile scheiterten. Diese Entwicklung könnte Corona nun vorerst gestoppt haben. Die Anzahl von Kurzarbeiter*innen ist groß, die Arbeitslosenquote steigt und viele Nebenjobs der Studierenden im Gaststätten-, Freizeit- und Kulturbereich sind vorerst verloren gegangen. Damit steigt wieder die Attraktivität des BAföG – so zynisch das auch klingen mag. Um die Attraktivität des BAföG krisenunabhängig und langfristig zu erhöhen, müssten regelmäßig die entscheidungsrelevanten Freibeträge angepasst werden. An der reinen Anzahl von Studierenden liegt es nämlich nicht – die steigt im Land Berlin stetig und kontinuierlich; eine Entwicklung, der Corona nun einen kurzfristigen Dämpfer verpasst haben wird. Studentisches Leben Psychologisch-Psychotherapeutische Beratung Fonds für Studierende Beratung Barrierefrei Studieren Sozialberatung Kindertagesstätten Kultur & Internationales 2020 38 Studentisches Leben: Psychologisch-Psychotherapeutische Beratungsstelle Frau Theisen, immer wieder liest man auch von den psychischen Auswirkungen der Coronakrise. Wie macht sich das bei den Studierenden bemerkbar? Die psychischen Auswirkungen haben sich im Laufe des Jahres 2020 verstärkt. Im zweiten Lockdown thematisierten unsere RatsuchenIrina Theisen den Corona und die negativen Leiterin PsychologischFolgen der Kontaktbeschränkungen Psychotherapeutische deutlich häufiger als noch im ersBeratungsstelle ten Lockdown. Finanzielle Sorgen aufgrund weggebrochener Einkomsehr schwer, unter Pandemiebedingungen mensquellen, Konflikte, aber auch EinsamKontakte zu knüpfen. keit sind einige der Themen, mit denen Studierende zu tun haben. Manche gehöIm Austausch mit den Psychologischen ren auch einer Risikogruppe an und haben Beratungsstellen der Universitäten kamen Angst, sich zu infizieren. wir zum Schluss: Die Probleme unserer Klient*innen sind seit der Pandemie schlimmer Die Auswertungen unserer Zahlen des geworden. Häufiger geht es auch um SuiziJahres 2020 zeigen, dass sich die Gründe dalität. Dabei fühlen sich viele Studierende für ein Aufsuchen unserer Beratungsstelle von der Politik wenig gesehen und in ihrem verschoben haben: Häufiger werden nun Leid nicht ernst genommen. Ängste, Erschöpfung und Stressempfinden sowie psychosomatische Beschwerden Viele Beratungsleistungen des angegeben. Weiterhin auf Platz 1 – aber studierendenWERKs ließen sich ja gut nochmals gestiegen – ist die depressive Verstimmung als ein Anlass, einen Termin in telefonisch oder digital umsetzen, bei einem Therapiegespräch ist das vermutder Beratungsstelle zu machen. Auch Lernlich schwieriger. Wie haben Sie und Ihre störungen und Leistungsprobleme haben Mitarbeiter*innen die Studierenden in im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Das digitale Lernen ist – neben einigen Vor- diesen schwierigen Zeiten unterstützt? teilen – auch eine Herausforderung. Das ganze Team war sehr positiv überrascht, wie gut Beratungs- und sogar TherapieDiejenigen, die erst mit dem Studium gespräche auch über das Telefon funktiobegonnen haben, haben oft das Gebäunieren. Manche hatten den Eindruck, dass de ihrer Universität noch nicht von innen gesehen und ihre Mitstudierenden noch nie schambesetzte Themen bei einem Telefongespräch sogar schneller angesprochen live getroffen, bzw. Kommiliton*innen, die werden. Anderes ist wiederum schwieriger: beim videogestützten Lernen ihre Kameras zum Beispiel Gesprächspausen zu deuten, ausschalten, noch nicht einmal gesehen. wenn man die Mimik des Gegenübers nicht Immer am Laptop im eigenen Zimmer zu sehen kann. sitzen, kann auf Dauer nicht nur eintönig, sondern auch sehr einsam sein. Für neu aus dem In- oder Ausland Zugezogene ist es 2020 Geschäftsbericht 39 studierendenWERK BERLIN Sehr gute Erfahrungen haben wir mit der hybriden Beratung/Psychotherapie gemacht: Hier findet ein Teil der Gespräche live in der Beratungsstelle, ein Teil virtuell statt. Die PBS wurde 2020 50 Jahre alt. Was hat sich über die Jahrzehnte verändert? Kommen die Studierenden aus ähnlichen Gründen? Anfang Juli 2020 haben wir beide Standorte wieder für Live-Klient*innen geöffnet und seitdem nicht mehr geschlossen – trotz Lockdown. Die Tatsache, dass wir in dieser Krise für Studierende auch persönlich da waren und sind, wird sehr dankbar angenommen und geschätzt. Vor Kurzem konnte auch unser Pilotprojekt der videogestützten Beratung am Standort Franz-Mehring-Platz starten. In Kürze werden wir diese Form der Beratung in größerem Umfang und an beiden Standorten anbieten können. Depressive Verstimmungen bis hin zu klinischen Depressionen sind als Anlass des Kommens in den letzten fünf Jahren gestiegen und nun schon das zweite Jahr in Folge auf Platz 1. dig i t a l Im Rahmen unserer Kooperation mit dem Büro Kultur & Internationales konnten wir eine gemeinsame Online-Veranstaltung auf die Beine stellen: die „Dark Weeks“ – ein virtuelles Festival im November und Dezember gegen die „Corona- und Winterdepression“, welches sehr gut besucht wurde. Der prozentuale Anteil in englischer Sprache geführter Sitzungen ist in den letzten Jahren auch stetig gestiegen. 13 % Die beiden Kolleginnen, die am längsten in der Beratungsstelle sind, meinten, die Grundthemen, warum Studierende uns aufsuchen, sind über die Zeit sehr ähnlich geblieben. Die Klient*innen sind aber deutlich internationaler geworden. Sie sind auch offener für Beratung und Psychotherapie. Und sie sind jünger. Druck und Stress haben für die Studierenden zugenommen (hier war sicher auch die Einführung von Bachelor und Master ein Einschnitt). Ratsuchende kamen früher häufiger für längere Prozesse in die Beratungsstelle. Heute vermitteln wir schneller weiter. Trotzdem gibt es nach wie vor Studierende, die länger psychotherapeutisch von uns begleitet werden, z. B. in Übergangsphasen oder weil sie nicht ausreichend krankenversichert sind. Das wird eine wichtige Aufgabe bleiben. Ebenso wie diagnostische Abklärungen bezüglich psychiatrischer Erkrankungen. dive r s Gibt es Errungenschaften und Methoden, die Sie auch nach der Pandemie beibehalten oder ggf. ausbauen möchten? Auch wenn die Live-Beratung und -Psychotherapie unser Herzstück ist und bleibt, ist es sicher wichtig, die dazugewonnenen virtuellen Möglichkeiten beizubehalten. Sie ermöglichen uns einen Kontakt zu Studierenden, auch wenn sie zum Beispiel zeitweise in einem anderen Land sind (und wieder in eine Krise geraten), in einer anderen Stadt eine*n Familienangehörige*n pflegen, aufgrund einer Erkrankung nicht in die Beratungsstelle kommen können oder einen ersten Kontakt lieber virtuell wahrnehmen wollen. Das verbessert unseren Service und die Niedrigschwelligkeit. Beratungsstunden auf Englisch durchgeführt 2020 40 Studentisches Leben: Psychologisch-Psychotherapeutische Beratungsstelle Und wie blicken Sie in die Zukunft, was steht im kommenden Jahr an? Hoffentlich können wir den Anteil unserer Live-Sitzungen – einschließlich unserer Angebote für Paare und Gruppen – weiter erhöhen. Daneben wollen wir die telefonische Beratung weiterführen und die videogestützten Gespräche ausbauen. Beispielsweise ist auch eine Reihe virtueller Workshops zu verschiedenen Themen geplant. inno v a t i v Den zu unserem 50-jährigen Jubiläum geplanten psychologischen Fachtag haben wir auf Frühjahr 2022 verschoben, damit wir neben einem virtuellen mit größerer Wahrscheinlichkeit auch ein Live-Angebot machen können. Wir werden auch neue Kolleg*innen willkommen heißen. Auch das trägt dazu bei, dass wir als Team lebendig und innovativ bleiben. 2020 Geschäftsbericht 41 studierendenWERK BERLIN FONDS FÜR STUDIERENDE Frank Thinnes Leiter Abteilung Studentisches Leben Herr Thinnes, das Coronajahr war auch das Jahr der Nothilfen. Im März hat das stW seinen bestehenden Notfonds an die Bedingungen der Krise angepasst, um Studierende in aktuellen Notlagen zu unterstützen. Wie ging das vonstatten? Wir haben sehr schnell erkannt, dass unsere Studierenden durch die Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen im ersten Lockdown in finanzielle Schieflagen geraten. Der Lockdown begann ja ausgerechnet in den Semesterferien – eine Zeit, in der viele Studierende Geld für das folgende Semester verdienen, insbesondere auf Messen und in der Gastronomie. Wir haben daher den Verwaltungsrat gebeten, einer Zuführung von Mitteln aus der Rücklage des Notfonds in einen neu aufgelegten „Corona-Notfonds“ zuzustimmen. So konnten 450.000 Euro mobilisiert werden. Das Notfonds-Verfahren wurde vereinfacht und wir haben pauschal 500 Euro als Nothilfe ausgegeben. Die Notlage musste anhand von Kontoständen nachgewiesen werden und die Antragstellung erfolgte über ein schnell eingerichtetes Formular auf der Webseite. Die Bearbeitung war sehr aufwendig, denn der Prozess war nicht durchdigitalisiert. Tatkräftige Unterstützung haben wir hier auch durch die Unternehmenskommunikation erhalten. Ansonsten haben die Mitarbeiter*innen der Sozialberatung den Antragsberg bis in den Juni abgearbeitet, als dann die Bundeshilfen eingerichtet wurden. Wir haben uns übrigens bewusst gegen eine Darlehnslösung entschieden. Das erschien uns zu diesem Zeitpunkt als nicht zielführend, da ja die KfW zinslose Darlehen ausgegeben hat und wir den Studierenden durch die Pandemie nicht noch zusätzlich Schulden aufbürden wollten. Der Verwaltungsrat hat unseren Standpunkt dankenswerterweise geteilt und der Zuführung der Mittel und dem Verfahren zugestimmt, sodass wir schon im April mit dem Corona-Notfonds an den Start gehen konnten. Parallel zu unserem Notfonds hat auch die FU Berlin einen Solidaritätsfonds aus Spendenmitteln aufgelegt, den „SoliFUnd“. Wir haben die Betreuung des SoliFUnd in unseren Workflow integriert und konnten im letzten Jahr 92.000 Euro ausgeben, das meiste davon bis Juli. An dieser Stelle auch meinen ausdrücklichen Dank an die Spender*innen, häufig Lehrende an der FU, die einen Teil ihres Einkommens dem Fonds zugeführt haben. Aber es gab noch weitere Fonds. Auf eine Initiative der Senatskanzlei Wissenschaft und Forschung wurden vom Land Berlin 250.000 Euro bereitgestellt, damit die Studierenden im Digitalsemester technisch aufrüsten konnten. Ja, für den sogenannten Technikfonds sind 2.729 Anträge eingegangen und bearbeitet worden. Davon wurden 680 Anträge bewilligt. Man konnte je nach Bedarf 500 bzw. 200 Euro für die Beschaffung von Laptops, Software und technischer Ausstattung zum Online-Studium erhalten. Das ergibt eine Summe von 340.000 Euro. Die Differenz zu den 250.000 Euro, die wir vom Lande er- 2020 42 Studentisches Leben: Fonds für Studierende halten haben, ergibt sich aus Spenden, die bei uns eingegangen sind. Auch an dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich bei den Spender*innen und den Personen, die für den Technikfonds geworben haben, ganz herzlich bedanken. Für den Technikfonds gespendet haben: Berliner Sparkasse, Stiftung Charité, Pfizer, Amazon, Berlin Chemie, Knaur, Privatspender *innen Leider konnten wir nicht allen Antragstellenden helfen und mussten zahlreiche Anträge ablehnen. Der häufigste Ablehnungsgrund war ein zu hoher Kontostand. Die Ausschüttung der Fonds richtet sich an wirklich bedürftige Studierende, die keine eigenen Mittel zur Verfügung haben. Wir haben uns lange damit beschäftigt, welche Bemessungsgrenze, und vor allem wie wir diese ansetzen sollen. Nach dem SGB II beträgt der Regelbedarf für die grundlegende Deckung des Lebensunterhaltes aktuell 436 Euro. Wir liegen sogar noch ein bisschen darüber und für Studierende mit Kind gilt eine noch höhere Bemessungsgrenze. Die Logik dahinter ist, dass Studierende nicht den Teil des Geldes anrühren sollen, der zur Deckung ihres Lebensunterhaltes verfügbar bleiben muss. Mietausgaben sind zu individuell, um sie berücksichtigen zu können. Und auch auf Bundesebene wurde die Initiative ergriffen. Mit der sogenannten Überbrückungshilfe unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung Studierende in akuten finanziellen Notlagen. Welche Rolle spielte hier das studierendenWERK? Ja, die Überbrückungshilfe wurde ab dem 16. Juni 2020 den Studierenden zur Verfügung gestellt. Das Projekt wurde vom DSW koordiniert und setzte auf eine dezentrale Vergabe der zum damaligen Zeitpunkt zur Verfügung gestellten 100 Mio. Euro. Die Laufzeit war zunächst von Juni bis September begrenzt. Nach dem Wiederaufflammen der Pandemie im Herbst wurden die Überbrückungshilfen im November wieder geöffnet und laufen weiterhin. Die bereitgestellten Mittel wurden ebenfalls aufgestockt und Berlin hat zum Jahresende 2020 rund 8,3 Mio. Euro zur Verfügung gestellt bekommen. Wir haben bis Jahresende 22.654 Anträge erhalten und 12.078 Anträge bewilligt. Die Fördersumme beträgt 5.356.500 Euro. Die Bearbeitung war eine echte Herausforderung, da die Plattform zur Antragstellung zwar schon Mitte Juni online war, die Bearbeitung der Anträge jedoch erst ab Juli möglich war. Aber allein im Juni waren schon 6.014 Anträge eingegangen, im Juli dann wieder 5.113. Unser Ziel war, bis zum August den Antragsstau abzuarbeiten, damit Studierende möglichst schnell ihre Hilfen erhalten. Nach der Pause im Oktober, als die Überbrückungshilfen kurz vom BMBF eingestellt wurden, hat sich die Situation im November jedoch nicht im gleichen Ausmaß wiederholt, da wir eingearbeitet waren und die Teams vorbereitet. Das klingt nach sehr viel Arbeit … All diese Anträge müssen ja geprüft und beschieden werden. Was bedeutete das personaltechnisch? Ja, in der Tat! Wir haben dazu das gesamte Team der Sozialberatung mit der Bearbeitung beauftragt und von Juli bis Anfang August alle anderen Dienstleistungen des Bereichs einstellen müssen. Zusätzlich wurde das Team durch Mitarbeiter*innen aus den Speisebetrieben aufgestockt. Die Beschäftigten wurden hierzu aus der Kurzarbeit geholt und ich bin den Kolleg*innen aus dem Personalservice sehr dankbar, dass sie das 2020 Geschäftsbericht 43 studierendenWERK BERLIN so schnell umsetzen konnten. Und natürlich bin ich den Kolleg*innen aus den Speisebetrieben zu großem Dank verpflichtet, denn ohne ihre Hilfe und ihr Engagement hätten wir das Projekt nicht stemmen können. Die Koordination aller Aufgaben lag bei der Sozialberatung. Es fanden zentrale Schulungen statt und regelmäßige Teammeetings dienten dazu, Fragen zu beantworten und eine einheitliche Linie in der Bearbeitung der Anträge zu halten. Natürlich haben sich Kolleg*innen auch untereinander ad hoc ausgetauscht und schwierige Fälle besprochen. So sind wir zu einem echten Team zusammengewachsen. Zeitweise haben dann 30 bis 40 Personen die Überbrückungshilfen bearbeitet und wir konnten im Juli und Anfang August bis zu 140.000 Euro pro Tag an die Studierenden auszahlen! Im Laufe des Sommers konnte das Team der Sozialberatung wieder zu seinen Aufgaben zurückkehren und im Schnitt „nur“ 50 Prozent der Zeit mit den Überbrückungshilfen verbringen. Die Kolleg*innen aus den Mensen sind weiterhin im Team und leisten unglaublich wertvolle Arbeit. Die Wiederaufnahme der Hilfen im November war daher auch fast schon wieder „Routine“ und wir können gewährleisten, dass die Hilfen innerhalb vertretbarer Fristen ausgezahlt werden. dierende, die im Juli einen Job wegen der Pandemie verloren haben, können sich im Dezember nicht mehr ohne Weiteres darauf berufen. Es muss nachgewiesen werden, dass man sich zwischenzeitlich um einen neuen Job bemüht hat. Leider fallen, gerade wegen des Kontostands, auch Studierende durch das Raster, die sich in einer schwierigen Situation befinden. Es ist immer noch schwierig, die Studienfinanzierung zu planen, da unter Umständen durch Verschärfungen von Regeln Jobs wieder wegfallen können oder Firmen ganz einfach kündigen. Das trifft insbesondere sozial schwache und internationale Studierende, denen Netzwerke und Unterstützungen durch Familien fehlen. Daher haben wir im Auftrag des Landes Berlin zwei neue Fonds aufgesetzt: den Fonds zur Teilhabe am Online-Campus (eine Neuauflage des Technikfonds) mit 3 Mio. Euro und die Aufstockung des Zuschusses zum Studienstart und Studienabschluss um 2 Mio. Euro. Bei Letzteren werden wir auch ganz stark die soziale Bedürftigkeit und weniger den Kontostand in den Vordergrund rücken, um eine Förderung von Studierenden in Höhe von 1.000 Euro in den kritischen Phasen des Studiums zu ermöglichen. dig i t a l Und wie war die Resonanz bei den Studierenden? Die Regeln sind ja teilweise sehr streng, man darf z. B. nur einen bestimmten Betrag auf dem Konto haben. Viele Studierende sind enttäuscht oder auch wütend, wenn sie eine erhoffte Förderung nicht erhalten. In den Richtlinien des BMBF ist genau vorgegeben, wann wir die Hilfen vergeben können. Und dort sind die Grenzen oft sehr eng, z. B. beim Kontostand, der 500 Euro nicht übersteigen darf, oder beim Nachweis der pandemiebedingten Notlage, der plausibel und zeitnah sein muss. Stu- Die Fonds werden im Januar 2021 bereitgestellt und können komfortabel über eine Plattform ähnlich der Überbrückungshilfen beantragt werden. Corona hat uns auch an dieser Stelle einen ordentlichen Digitalisierungsschub gegeben. Es wird in den kommenden Jahren unsere Art und Weise zu arbeiten und zu beraten sehr stark verändern, hin zu mehr Agilität und Transparenz. 2020 44 Studentisches Leben: Fonds für Studierende es ed Fördersummen n cku rü erb b Ü BF BM ilf gsh 5 Mio. ds fon des ot -N ona r o C stW 1 Mio. nds fo nik h Tec Anträge, davon bewilligt ds fon des t -No ona Cor stW nds kfo hni Tec er Üb F B BM 5.000 keine pandemiebedingte Notlage 37 % automatische Ablehnung (Fristablauf für Nachbesserungen) 10.000 Ablehnungsgründe Überbrückungshilfe (Mehrfachnennung möglich) 68 % 14 % des ung ck brü nic h nic t volls ht l esb tändig ar , lfe shi 6% Kontostand zu hoch 15.000 20.000 Widersprüche gegen Ablehungen Überbrückungshilfe eingegangen 345 stattgegeben 104 abgelehnt 159 zurückgezogen 3 in Bearbeitung 79 2020 Geschäftsbericht 45 studierendenWERK BERLIN BERATUNG BARRIEREFREI STUDIEREN Frau Gomm, ist das Digitalsemester eigentlich barriereärmer? Nach unserem Eindruck hat das digitale Semester sehr vielfältige Auswirkungen. Der Mehrheit der Rückmeldungen unserer Studierenden nach schafft die Digitalisierung weitere Herausforderungen und Barrieren. So wird die vermehrte Bildschirmzeit als anstrengend empfunden, z. B. von Studierenden mit einer Sehbeeinträchtigung, weil die Augen stark belastet werden. Für taube Studierende ist zwar das Dolmetschen in Deutscher Gebärdensprache online möglich, doch unterschiedliche Unterrichtsformate, wie etwa Live-Veranstaltungen im Unterschied zu Videos, stellen unsere Gebärdensprachdolmetschkoordination und die Dolmetschenden vor neue, auch technische Herausforderungen. Studierenden mit Hörbeeinträchtigung können Informationen entgehen, wenn keine Kamera eingeschaltet ist, um das Mundbild mit zu verfolgen. Und für Studierende mit Legasthenie ist es schwierig, wenn die digitale Lehre überwiegend aus Lesen und Schreiben besteht. Natürlich erreichen uns auch dringende Finanzierungsfragen, da die Studienfinanzierung für sehr viele Studierende pandemiebedingt erschwert ist. Insgesamt beschreiben viele Studierende ein Gefühl der Isolation als Folge fehlender Interaktion oder berichten von zusätzlichen psychischen Belastungen durch das Wegbrechen der gewohnten Struktur. Beatrix Gomm Leiterin Sozialberatung und Beratung Barrierefrei Studieren Dies bestätigt auch die bundesweit durchgeführte Studie der Universität Hildesheim zum Thema „Studieren digital in Zeiten von Corona“. Die Studie zeigt, dass Studierende mit Beeinträchtigung von den negativen Folgen des digitalen Semesters durchweg stärker betroffen sind als Studierende ohne Beeinträchtigung. Ein Beispiel: Besonders bei den finanziellen Auswirkungen 2020 46 Studentisches Leben: Sozialberatung und Beratung Barrierefrei Studieren des digitalen Semesters haben Studierende mit Beeinträchtigung mehr Sorgen. Auch psychische und andere Beschwerden aufgrund der Corona-Pandemie treten bei Studierenden mit Beeinträchtigung stärker auf. dive r s Welche Methoden haben sie im Laufe 2020 entwickelt bzw. sind in der Entwicklung, um die Studierenden weiterhin unterstützen zu können? In der oben genannten Studie wird auch deutlich, dass die Studierenden einen intensiveren Beratungsbedarf haben. Dabei sind vor allem niedrigschwellige Kontaktund Beratungsmöglichkeiten wichtig. Unser Kontaktformular auf der Homepage, welches seit der Pandemie eingestellt ist, bietet eine zusätzliche Möglichkeit, an uns heranzutreten. Dieses wird viel genutzt. In Planung ist die Umsetzung der Videoberatung. Wir stellen fest, dass wir durch die pandemiebedingte starke Reduzierung der persönlichen Gespräche weit weniger im Kontakt mit den Studierenden sind. Unser Eindruck ist auch, dass die Studierenden sich erst melden, wenn es sehr wichtige Anliegen gibt. Wir erhoffen uns, durch die Videoberatung ein ähnliches Setting wie im persönlichen Beratungsgespräch zu schaffen und damit wieder mehr Nähe herzustellen. Für Studierende mit Hörbeeinträchtigung oder taube Studierende wäre dies ein großer Vorteil, da das Mundbild im Video sichtbar ist und Gebärdensprachdolmetschende hinzugezogen werden können. Auch nach der Pandemie wäre Videoberatung u. a. für Studierende mit Mobilitätsbeeinträchtigungen ein sinnvolles und barrierefreies Angebot. SOZIALBERATUNG Auch die Sozialberatung konnte 2020 größtenteils nicht persönlich vor Ort stattfinden. Teilweise musste sie sogar ganz ausgesetzt werden, um die Flut an Anträgen für Überbrückungshilfen, Notfonds und Technikfonds zu bearbeiten. Wie schätzen Sie die finanziellen Auswirkungen, die Corona auf die Studierenden hatte, ein? Viele Studierende haben in der Pandemie ihren Job verloren oder die Unterhaltszahlungen der Eltern sind weggebrochen. Auch durch die Verzögerung des Studienabschlusses sind bei einigen finanzielle Engpässe entstanden. Zahlreichen Studierenden konnten wir bereits mit unseren verschiedenen Fonds helfen, aber der Beratungsbedarf zum Thema Studienfinanzierung wird sicherlich auch nach der Pandemie und in den kommenden Jahren weiterhin hoch bleiben. Andere Angebote, wie die Schreibberatung oder die Trainings rund um den studentischen Nebenjob ließen sich aber durchaus digitalisieren. Welche Erfahrungen haben Sie da gemacht? Die Online-Formate des Schreibzentrums wurden sehr gut wahrgenommen. Wir erreichen somit auch Studierende, die sich vorher vielleicht nicht auf den Weg zu uns gemacht hätten. Auch Studierende mit Kindern, mit eingeschränkter Mobilität oder Studierende, die durchs Jobben zeitlich weniger flexibel sind, können unkomplizierter an unseren Online-Angeboten teilnehmen. Wir konnten unsere Beratungskontakte in der Schreibberatung um 63 Prozent auf 1.164 erhöhen. 2020 Geschäftsbericht 47 studierendenWERK BERLIN Die Anzahl der Gruppenveranstaltungen haben wir mehr als verdoppelt, ebenso ist die Zahl der Teilnehmenden von 546 auf 1.174 gestiegen. Somit hat uns der Umstieg auf Online-Formate dort einen enormen Zuwachs beschert. 1200 be reib Sch gen n ratu 1000 800 600 ote 400 pen p Gru 200 0 eb ang 2019 2020 Auch unser digitales Trainings- und Workshop-Angebot wird intensiv genutzt. Die durchschnittliche Teilnehmendenzahl pro Termin hat sich im Vergleich zu den analogen Formaten verdoppelt. Im Januar und Februar 2021 haben insgesamt 75 Prozent mehr Studierende an unseren Trainings teilgenommen als in den beiden entsprechenden Monaten des Vorjahres. Wir erhalten beispielsweise Rückmeldungen, dass Studierende mit eingeschränkter Mobilität sowie die, die sich gerade im Ausland befinden, unser Trainingsangebot vermehrt in Anspruch nehmen. Online-Trainings lassen sich auch flexibler planen, da Raumbuchungen und Wegezeiten für die externen Referent*innen entfallen. Probleme bereitet leider nach wie vor unsere technische Ausstattung, so läuft die Cisco-Webex-Anwendung noch häufig instabil. Workshops, die in besonderer Weise von der direkten Interaktion zwischen den Studierenden leben, werden wieder vor Ort in den Räumen des studierendenWERKs stattfinden. Inputvorträge und ähnliche Formate werden dagegen weiterhin online angeboten, um einer größeren Anzahl von Studierenden die Teilnahme zu ermöglichen. Wenn Sie an die Zeit nach der Pandemie denken, die hoffentlich bald eintreten wird, welche Zukunftspläne haben Sie für die Sozialberatung? Welche Projekte, die ggf. ruhen mussten, möchten Sie als Nächstes angehen? Aufgrund der Arbeitsbelastung durch die Bearbeitung der zahlreichen finanziellen Hilfen konnten wir nicht in gewohntem Maße Infoveranstaltungen oder Workshops rund um das Thema Studienfinanzierung und Studieren mit Kind anbieten. Das möchten wir in Zusammenarbeit mit den Hochschulen wieder intensivieren. Zudem wird auch das Angebot von Videoberatung sicherlich neue Herausforderungen bringen. In jedem Fall werden wir auch weiterhin daran arbeiten, unsere Prozesse zu digitalisieren und damit auch die Studierenden schneller und einfacher zu beraten und zu unterstützen. dig i t a l Hier noch ein Ausblick auf unsere Trainings für die Zeit nach der Pandemie: Nach der Rückkehr zum Präsenzbetrieb planen wir, ein hybrides Trainingsangebot aufzustellen. Viele 2020 48 Studentisches Leben: Kindertagesstätten eine Liste der systemrelevanten Berufe für Menschen, die eine Notbetreuung in der Kita brauchen. Diese Liste war am Anfang recht kurz, wurde dann aber kontinuierlich erweitert. Zunächst gab es auch die Regel, dass beide Elternteile in einem systemrelevanten Beruf arbeiten mussten, dann wurde das gelockert und galt nur noch für einen Elternteil. Anja Kunstmann Leiterin Kindertagesstätten Frau Kunstmann, gerade im ersten Lockdown wurden die Regeln für die Kinderbetreuung ja häufig recht kurzfristig geändert; wie lief das ab und welche Herausforderungen hat das mit sich gebracht? Nun ja, für uns gab es ja keinen echten Lockdown, der Betrieb in den Kitas ging ja eigentlich kontinuierlich weiter. Ab dem 18. März gab es Die Informationen der Senatsverwaltung zu neuen Regelungen kommen meist sehr kurzfristig und müssen in der Regel noch ausgelegt bzw. interpretiert werden, da sie häufig nicht eindeutig formuliert sind. Das erforderte von uns im letzten Jahr und nach wie vor noch sehr viel Flexibilität bei der Einsatzplanung. Wie sind die Eltern der Kitakinder mit der Situation umgegangen? Mit zunehmender Dauer der Einschränkungen des täglichen Lebens durch die Corona-Pandemie werden auch die Eltern zunehmend fordernder, was eine Regelbetreuung der Kinder in der Kita anbelangt. Dies wird auch dadurch unterstützt, dass das Land Berlin nicht, wie im ersten Lockdown, die Kitagutscheine in ihrer Rechtsgültigkeit vorübergehend ausgesetzt hat, sondern der Rechtsanspruch auf den beschiedenen Betreuungsumfang bestehen geblieben ist. Aufgrund des Krankenstandes bzw. der unterschiedlichen Quarantänefristen der einzelnen Wohnbezirke war es häufig unumgänglich, die Betreuungszeiten für die Kinder einzuschränken. Das hat zum Teil zu hitzigen Diskussionen zwischen 2020 Geschäftsbericht 49 studierendenWERK BERLIN Rohbau Kita an der Beuth Hochschule men sind alle wieder im Dienst. Neben dem persönlichen Engagement der Kolleg*innen in den Kitas hat auch das studierendenWERK in zusätzliche Arbeitsschutzmaßnahmen investiert. In der Kita an der FU, wo nicht gut gelüftet werden kann, wurden Luftfilter gemietet. Für alle Kitas wurden FFP2-Masken und Desinfektionsmittel in großen Mengen beschafft. Eltern und Kitaleitungen geführt. Man muss aber auch sagen, dass es auch immer noch viele Eltern gibt, die Verständnis für die aktuelle Lage haben und im Dialog mit der Kita versuchen, die bestmögliche Strategie für alle 22 % zu finden. So führen z. B. Elternvertreter Doodle-Listen, über die die Betreuung der Kinder tageweise koordiniert und gerecht verteilt wird, wenn Personalmangel in der Kita auftritt. Aber sicherlich war Corona nicht nur organisatorisch eine besondere Anstrengung. Bei der Kinderbetreuung kann man ja nicht einfach wie im Büro die Abstandsregeln einhalten und einige Erzieher*innen sind ja auch schon älter und gehören zur Risikogruppe für Covid-19. Wie erging es den Mitarbeiter*innen? Natürlich haben sich die Kolleg*innen in den Kitas anfangs große Sorgen gemacht, was das Infektionsgeschehen angeht. Erst recht vor dem Hintergrund, dass die Betreuung der Kinder ohne Schutzkleidung erfolgt. Die Kolleg*innen gehen das trotz allem sehr engagiert an. Wir haben eine sehr hohe Anzahl an Erzieher*innen, die eigentlich zu den sogenannten Risikogruppen gehören. Aber bis auf ganz wenige Ausnah- Was hat Sie 2020 außer Corona noch beschäftigt? Wie steht es z. B. um den Neubau an der Beuth Hochschule für Technik? Neben den Herausforderungen aus der Corona-Pandemie hat uns im letzten Jahr in der Tat unser Neubau der Kita an der Beuth Hochschule Kinder nicht deutscher besonders beschäftigt. Trotz der Muttersprache Einschränkungen durch die Pandemie liefen die Baumaßnahmen weiter. 2020 mussten dann auch das Raumausstattungskonzept geschrieben, Angebote eingeholt und Ausstattungsentscheidungen getroffen werden. Mindestens zwei weitere Bauprojekte sind für die Zukunft vorgesehen, für die die Planungen ebenfalls 2020 begonnen haben. dive r s Zudem wurde 2020 in der Kita an der TU die externe Evaluation des Landes Berlin durchgeführt, die die pädagogische Arbeit der Kita bewertet. Dies war unter Pandemiebedingungen zwar eine besondere Herausforderung, die Prüfung ist aber sehr gut verlaufen und die Einschätzung der Prüferin zur Arbeit der Kita war sehr gut. 2020 50 Studentisches Leben: Kultur & Internationales Frau Solé Aixàs, der Bereich Kultur & Internationales hat ja ziemlich schnell nach Inkrafttreten der Kontaktbeschränkungen digitale Formate aus dem Boden gestampft. Wie war das für Sie und Ihre Mitarbeiter*innen? Die Hochschulen und Universitäten kündigten im März 2020 ein Online-Semester an. Daraufhin haben auch wir mit der Digitalisierung unseres Angebotes begonnen, um den Studierenden weiterhin ein Programm bieten zu können, bei dem sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen oder trotz der Kontaktbeschränkungen digital Kontakte knüpfen können. Gerade zu Anfang der Pandemie war eine Ablenkung und Beschäftigung mit schönen und neuen Dingen sehr wichtig. Also haben wir als Team im Homeoffice zusammengearbeitet, um ein diverses Online-Angebot auf die Beine zu stellen. uns hauptsächlich digital zu sehen, wir würden aber lieber wieder im Büro arbeiten. Weitere Höhen und Tiefen kommen auch mit der Entwicklung der Anzahl der Studierenden, die unser digitales Angebot wahrnehmen. Das Wintersemester ist z. B. besser gelaufen als das Sommersemester. Und generell sind Studierende am Anfang des Semesters enthusiastisch und hochmotiviert, aber nach ein paar Monaten gehen in der Regel die Teilnehmer*innenzahlen etwas zurück oder es melden sich Studierende an, die dann doch nicht teilnehmen und nicht absagen. Und es frustriert natürlich, wenn die Zielgruppe nicht erreicht wird, weil es an Lust auf Online-Angebote fehlt. dig i t a l Als Team mussten wir uns schnell in die digitale Welt einarbeiten, was viel Zeit und Geduld in Anspruch genommen hat. Denn keiner von uns hatte vor März 2020 eine Lesung, ein Quiz oder einen Talentwettbewerb online organisiert. Dafür mussten wir erstmal lernen, was wir für die Digitalisierung unseres Angebots brauchen, darunter: neue Kanäle (Youtube, Soundcloud) und neues Equipment für die Durchführung von Live-Streamings und die Erstellung von Videos und Podcasts. Und natürlich mussten wir lernen, wie wir damit umgehen. Das Jahr hatte für uns als Team viele Höhen und Tiefen. Erstmal war es gewöhnungsbedürftig, im Homeoffice zu arbeiten und das Team nicht jeden Tag zu sehen. Projektbedingt arbeiten wir sehr eng zusammen und dazu kommt, dass wir Großraumbüros haben und wegen der Veranstaltungen sonst viele Abende zusammen verbracht haben. Mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt, Ich habe dem Team aber von Anfang an gesagt: Wenn bei einer Online-Aktion nur zehn Studierende dabei sind, dann sind diese die zehn Richtigen, denn das Wichtigste ist, dass die Künstler*innen eine Bühne oder Ausstellungsmöglichkeit bekommen und dass Studierende sich weiterhin vernetzen können. Mein Motto für das Corona-Jahr: Lieber Qualität als Quantität! Und wie kamen die Online-Veranstaltungen bei den Studierenden an? Wir haben im Jahr 2020 über 271 Online-Aktionen durchgeführt und die Rückmeldungen waren in der Regel sehr positiv: „Bitte weitere Veranstaltungen wie diese.“ Sprachcafé, Dezember 2020 „War echt spannend und voll gut gemacht von euch.“ Zuschauer*in Mix it! „Endlich steh ich mal wieder auf der Bühne, danke!“ Künstlerin Mix it! Finale im Livestream, Januar 2021 2020 Geschäftsbericht 51 studierendenWERK BERLIN „Ich fand es sehr schön, andere Leute kennenzulernen und mich mit euch zu unterhalten.“ Workshop Gemeinsames Basteln im Rahmen der Dark Weeks, November 2020 live abgestimmt und mittlerweile hat das Video über 2.000 Klicks auf Youtube. „Ich hatte endlich einen Grund zum Üben in meinem Proberaum.“ Künstlerin Mix it! Finale, Januar 2021 Dass die Aktionen bei den Studierenden gut ankommen, wird auch durch die Zahlen bestätigt, z. B. beim Talentwettbewerb Mix it! bekommen wir so viele Acts-Anmeldungen für das Online-Format wie vor der Pandemie für das Präsenzformat (zwischen fünf und 15 Acts pro Runde) – das Gleiche bei unserem Filmwettbewerb Film it!. Dort wurden 2020 über 20 Filme von Studierenden eingereicht, das sind sogar mehr als im Jahr davor. Darüber hinaus konnten wir über die Sparten Bühne & Musik und Film online mehr Zuschauer*innen erreichen als sonst. Nehmen wir als Beispiel das Mix it!-Finale: In der Regel hatten wir ca. 300 Zuschauer*innen im Raum, bei der Live-Übertragung im Januar haben aber fast 600 Zuschauer*innen Weitere Events sind online etwa genauso erfolgreich wie in Präsenzform, z. B. die Lesungen und die „Get Together“-Events für internationale Studierende. Bei diesen Aktionen sind die Teilnehmer*innenzahlen stabil geblieben. Der Bereich Internationales hat im Wintersemester mehr Aktionen – darunter sehr viele neue Formate – als jemals zuvor angeboten, weil uns bewusst war, dass wir es den internationalen Studierenden irgendwie ermöglichen und erleichtern müssen, neue Leute kennenzulernen, wenn auch nur virtuell. Aber natürlich auch, weil die Nachfrage nach solchen Events sich durch die Pandemie erhöht hat. Diese Kennenlern-Events und die „Get Together“-Onlineformate funktionieren sehr gut und es werden jedes Mal Instant-Messaging-Gruppen von den Studierenden gegründet, damit sie in Kontakt bleiben können. Wir haben dazu unter anderem Online Friendship Speed Dating, verschiedene Spieleabende, Sprachcafés, interkulturelle Trainings und Quizze angeboten. dive r s Es läuft aber natürlich nicht jedes Angebot so gut wie oder besser als vor der Pandemie. Bei den Semesterkursen nehmen z. B. am Ende des Semesters nur noch wenige Teilnehmer*innen regelmäßig teil. Und es gibt natürlich einige Aktionen, die sich nicht so gut digitalisieren lassen, wie die Ausstellungen oder die Culture Trips. Mariona Solé Aixàs Leiterin Büro Kultur & Internationales Wir führen nach jeder Aktion eine Umfrage durch und die meisten Studierenden (60 Prozent) wünschen sich tatsächlich nach der Pandemie ein gemischtes Programm aus Online- und Offline-Angeboten. Das zeigt uns einerseits, dass die Studierenden mit unserem digitalen Programm zufrieden sind und auch nach der Pandemie mehr da- 2020 52 Studentisches Leben: Kultur & Internationales Wie wünschen sich die Studierenden das Programm nach der Pandemie? 7% Insgesamt sind wir sehr zufrieden, dass unser Online-Angebot – vor allem im Wintersemester – sehr gut angekommen ist und dass wir Studierenden ein bisschen Abwechslung zum Digitalsemester anbieten konnten! Nur online 33 % 60 % Nur vor Ort Online und vor Ort Kann man Kultur einfach so digitalisieren? Und was geht dabei verloren? Nein, natürlich nicht. Letztendlich ging es das ganze Jahr darum, zu überlegen, ob bei der Digitalisierung der Aktionen Qualität verloren geht. Wenn das der Fall war, haben wir es sein lassen. Denn es werden bestimmt wieder Zeiten kommen, in denen wir die Aktionen in Präsenzform anbieten dürfen. inno v a t i v von haben wollen, aber auch dass ein rein digitales Programm für die meisten nicht vorstellbar ist. Ob nach der Pandemie unser Online-Programm tatsächlich genutzt wird, ist aber fraglich. Vor allem in den warmen Monaten wollen die Studierenden nicht unbedingt noch abends an einer Online-Veranstaltung teilnehmen, nachdem sie den ganzen Tag Online-Vorlesungen besucht haben. Wichtig bei der Digitalisierung ist, dass man nicht versucht, die Formate eins zu eins von offline auf online zu übertragen, z. B. indem man ein Theaterstück frontal abfilmt. Man sollte sich bereits im kreativen Prozess Gedanken machen, wie das Erlebnis von den Zuschauer*innen vor dem Computer rezipiert wird, und mit dem neuen Medium spielen. Das versuchen wir den Studierenden auch zu vermitteln. Dann funktioniert die Digitalisierung der Kultur besser. Wir als Menschen brauchen aber Kultur auch als gemeinschaftliches Erlebnis und das geht im digitalen Raum natürlich etwas verloren, ein Chat kann dieses Erlebnis nicht ersetzen. Die Bühne im Veranstaltungssaal Freiraum 2020 Geschäftsbericht 53 studierendenWERK BERLIN Studierende möchten sich auch im realen Leben begegnen, sich austauschen und sozial miteinander interagieren, vor allem wenn es um ihre Freizeit geht. Jede*r kann dies nachvollziehen. Die Frage „Warum können wir uns nicht wieder im Freiraum oder im Kunstraum treffen?“ mussten wir hunderte Male beantworten, mittlerweile wird die Frage gar nicht mehr gestellt. Das rein virtuelle Kulturangebot hat also seine Grenzen. Daher freuen wir uns schon darauf, wenn die Situation es zulässt, unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen vermehrt Events im Freiraum und in den Wohnheimen bzw. Ausstellungen in den Kunsträumen zu organisieren. Denn einerseits zeigt das Feedback der Studierenden, dass das Online-Angebot das gewohnte Programm nicht komplett ersetzen kann, andererseits vermissen auch wir die direkte und tolle Zusammenarbeit und den Kontakt mit den Studierenden, der immer wieder zu besonderen und wundervollen Veranstaltungen und Aktionen führt. Auf welche Projekte freuen Sie sich besonders, wenn die Pandemie vorbei ist? Und gibt es auch Errungenschaften, die Sie beibehalten möchten? Allgemein träumen wir alle von einem Normalbetrieb wie vor der Pandemie. Gleichzeitig sind diese Gedanken momentan unvorstellbar. Ich glaube, der Weg ist noch lang, bevor wir wieder ein Chorkonzert mit 200 Sänger*innen und 500 Zuschauer*innen im Freiraum veranstalten können. Ich freue mich darauf, wenn Schauspieler*innen wieder Stücke auf der Bühne vor 200 Gästen aufführen dürfen oder auf Vernissagen mit hunderten gut gelaunten Besucher*innen. Und ich freue mich besonders auf internationale Projekte und Kooperationen! Beibehalten möchten wir trotzdem einiges. Für die Künstler*innen ist die Digitalisierung der Veranstaltungen gut, um nachhaltige Ergebnisse zu produzieren. Sie haben am Ende einer Aktion mit uns eine hochwertige Dokumentation ihrer Arbeit, z. B. professionelle Videos oder Podcasts, die sie in der Zukunft nutzen können. Diese Leistung möchten wir weiterhin anbieten. Wir möchten außerdem zukünftig weiterhin Veranstaltungen live streamen, damit wir auch ein Publikum außerhalb Berlins erreichen können. Dies ist für internationale Studierende besonders relevant, so können Familie und Bekannte in der Heimat die Veranstaltungen und Performances miterleben. Und ich denke, auch einige Workshops und Kurse werden Online-Angebote bleiben. Berlin ist so groß, Studierende sind auch manchmal froh, wenn sie nicht 45 Minuten Bahn fahren müssen, um z. B. an einem zweistündigen Training von uns teilzunehmen. Unternehmenskommunikation 2020 Geschäftsbericht 55 studierendenWERK BERLIN Frau Judisch, im digitalen Semester ist gute Kommunikation wichtiger denn je. Würden Sie dem zustimmen? Was haben Sie für die künftige Ausrichtung der Kommunikation gelernt? Voll und ganz. Während es zu Beginn der Pandemie, im ersten Lockdown, vor allem darum ging, den Studierenden zu erläutern, wie der Betrieb des studierendenWERKs trotz Corona weitergehen würde, und die zahlreichen, sich rasch verändernden Neuigkeiten aus allen Abteilungen zu bündeln und kontinuierlich zu aktualisieren, wurde über den Sommer schnell deutlich, dass es zudem galt, neue Wege zu finden, wie wir die Studierenden erreichen können, ohne dass sie sich täglich auf dem Campus aufhalten. „Too long didn’t read.“ – Wir nehmen zunehmend wahr, dass Informationen via Text nicht ankommen. Gerade in der Pandemie gilt das umso mehr. Die Studierenden stehen unter enormen Stress. Sie wollen schnelle, kompakte Informationen, haben kein Verständnis für unnötige Komplexität, für endlose FAQs. Text verliert zunehmend an Bedeutung für den Informationstransport. Wir haben das Team der Unternehmenskommunikation durch studentische Filmredakteur*innen verstärkt und setzen deutlich mehr auf Bewegtbild in der Kommunikation, machen Erklärvideos und reduzieren, wo es möglich ist. dig i t a l Die digitale Kommunikation des studierendenWERKs war bereits vor der Pandemie ausgebaut worden – aber die Wichtigkeit dieses „Digital first“-Ansatzes ist erst in der Coronazeit so richtig deutlich zutage getreten. Flyer und Broschüren nutzen nichts, wenn man keine Orte hat, an denen sie verteilt werden können, und wenn die enthaltenen Informationen sich täglich verändern. Dies gilt nicht nur in der externen Kommunikation: Auch die digitale interne Kommunikation hat in der Pandemie einen starken Schub erhalten. Mitarbeiter*innen, die monatelang in der Kurzarbeit sind, auf dem Laufenden zu halten, war eine Herausforderung. Das studierendenWERK hat eine Mitarbeiter*innen-Website angelegt und einen Mitarbeiter*innen-Youtube-Kanal ins Leben gerufen. Hier werden die wichtigsten Informationen und auch Hintergrundwissen bereitgestellt und aktualisiert. Ein digitales Mitarbeiter*innenportal wurde gemeinsam mit der Abteilung Personal & Finanzen konzipiert und soll im kommenden Jahr umgesetzt werden. Wie hat die Unternehmenskommunikation die anderen Abteilungen unterstützt? Die Unternehmenskommunikation hat die Abteilung Studentisches Leben bei der Umsetzung der Technikfonds-Vergabe der ersten Runde im Mai unterstützt. Nicht nur inno v a t i v Jana Judisch Leiterin Unternehmenskommunikation Pressesprecherin 2020 56 Unternehmenskommunikation haben wir das entsprechende Onlineformular auf der Website umgesetzt, die Mitarbeiter*innen der Unternehmenskommunikation haben die Erstsichtung der Anträge in der ersten Runde übernommen. 2.700 Anträge konnten auf diese Weise prozessiert werden. Das neue System, das ab Juni die Abwicklung der Überbrückungshilfen ermöglicht hat, ist natürlich weitaus eleganter – es ermöglicht auch die Aktenbearbeitung komplett über das Tool, aber trotzdem: Ich bin stolz darauf, dass die Website diese Mengen an Daten so gut verarbeitet hat. Hier und da gab es kleinere technische Störungen, aber insgesamt ist der Durchlauf der Fondsanträge des Frühlings 2020 technisch erfolgreich verlaufen. Zudem fangen InfoPoint, Telefonzentrale und die Social-Media-Redaktion seit Juni 2020 sämtliche Anfragen, Beschwerden und Auskunftsersuche der Studierenden zu den Überbrückungshilfen ab, um den Sozialberaterinnen den Rücken freizuhalten. Dies ist nicht immer einfach und ich bin sehr stolz auf meine Mitarbeiter*innen, dass sie gut durchhalten. Wie geht es mit dem InfoPoint und der Telefonzentrale weiter? Die Ursprungsideen für diese Projekte, die bislang ausschließlich studentisch besetzt waren, lautete „Studierende informieren Studierende“. Sie ging davon aus, dass das studentische Team der InfoPoints die Erstorientierung übernehmen kann und dann an die jeweiligen Sachbearbeiter*innen vermitteln kann. Das Konzept ging von ewig gleichen Orientierungsfragen aus. Überlegt wurde sogar, ob die Aufgabe nicht einfach einem Callbot überlassen werden kann. Jetzt, nach fast einem Jahr Pandemie, wissen wir es besser. Gerade während der Lockdowns, als zahlreiche Studierende anriefen und Auskunft haben wollten zu ihrem BAföG-Antrag oder wissen wollten, warum ihr Überbrückungshilfe- oder Notfonds-Antrag abgelehnt wurde, und die Studierenden am InfoPoint und in der Telefonzentrale keinerlei Auskunft erteilen konnten, außer auf die FAQ zu verweisen, hat sich gezeigt, dass ein solches Konzept nicht länger zeitgemäß ist und den Bedürfnissen unserer Kund*innen nicht gerecht wird. dive r s Die Studierenden wollen mit jemandem sprechen, der Akteneinsicht hat und das individuelle Anliegen sofort bearbeitet. Sie wollen individuell zu ihrem Einzelfall beraten werden. Der pure Verweis auf die Website, wo zwar alle nötigen Informationen stehen, der*die Kund*in aber gezwungen ist, sich durch lange Texte und viele Hinweise durchzuarbeiten, hat zu hohem Unmut geführt. Wir haben erkannt, dass die Kund*innenkommunikation individualisiert werden muss. Telefonzentrale und InfoPoint werden daher ab dem kommenden Jahr zu einem Kundencenter ausgebaut, wo die Telefonist*innen geschult sind im Beschwerdemanagement und wo sie nach und nach Akteneinsicht in die verschiedenen Systeme erhalten. Zudem muss die Digitalisierung unserer Anwendung so vorangetrieben werden, dass alle Daten über unsere Kund*innen an einem Punkt zusammenfließen und wir nicht in mehreren verschiedenen Anwendungen jeweils einzeln suchen müssen, ob der*die einzelne Studierende dort geführt wird und mit welchen Daten. Hier werden alle Abteilungen und die Unternehmemskommunikation eng zusammenarbeiten müssen, um eine gemeinsame Datenbasis zu schaffen. studierendenWERK BERLIN Qualität 2020 Geschäftsbericht 57 2020 58 Qualität ten. Beratungs- und andere Termine, Gruppenangebote und Veranstaltungen werden online angeboten. Für unterschiedliche finanzielle Unterstützungsangebote für Studierende zur Bewältigung von pandemiebedingten Notlagen wurden Online-Portale aufgesetzt. Dominik Kißler Leiter Abteilung Betriebsorganisation Herr Kißler, vielfach liest man, dass die Pandemie die Digitalisierung vorangetrieben hat. War das im studierendenWERK auch so? Die Pandemie hat definitiv das Tempo und den Druck für die digitale Transformation im studierendenWERK erhöht. Es gab im Kontext der Digitalisierung 2020 sehr viele neue Anforderungen an unsere Dienstleistungen, die unvorhersehbar auf uns zukamen und die wir sehr kurzfristig und trotzdem nicht übereilt einführen mussten. Man kann Mensaessen z. B. jetzt digital zur Abholung vorbestellen, perspektivisch auch einen Tisch in einer Mensa buchen und der Foodtruck kommt – auch zum Aufladen der MensaCard – mobil beim Wohnheim vorbei, einschließlich kontaktloser Bezahlmöglichkei- Es hat sich aber auch die Arbeitsweise massiv verändert. Dem studierendenWERK war es bis zum Beginn der Pandemie sehr wichtig, an den vielen verschiedenen Standorten durch die Mitarbeiter*innen präsent zu sein. Homeoffice gab es, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. In den letzten Monaten hat sich das stark verändert. Wir haben gelernt, dass wir auch über Fernkontakte verbindlich zusammenarbeiten können und welche Vorteile das bringt, z. B. weil man für ein Treffen nicht sehr viel Zeit in öffentlichen Verkehrsmitteln verbringen muss. Und es ist mittlerweile auch klar, dass gute Arbeit nicht unbedingt etwas damit zu tun hat, dass man anwesend ist, sondern wie man im Team zusammenarbeitet. dig i t a l Ist das studierendenWERK jetzt digital voll gerüstet? Bzw. wo gibt es denn noch Baustellen? Wir haben uns schon vor einigen Jahren auf den Weg in die digitale Transformation gemacht. Die vier Handlungsfelder, die wir damals identifiziert haben, sind jetzt noch einmal deutlich geworden. Das Wichtigste ist, wie wir den Studierenden künftig unsere Dienstleistungen anbieten wollen. Aktuell passiert das, bezogen auf die verschiedenen Bereiche, sehr unterschiedlich und auch noch nicht durchgängig digital. Es soll künftig für alle Dienstleistungen möglichst ähnlich und einfach sein, diese, sofern sie nicht an einen Standort gebunden sind, digital in Anspruch zu nehmen. 2020 Geschäftsbericht 59 studierendenWERK BERLIN Dabei beschäftigt uns, dass in den Bereichen sehr unterschiedliche und viele ältere Fachanwendungen genutzt werden. Ältere Programme stellen häufig z. B. noch keine standardisierte Programmschnittstelle (API) bereit, um die Funktionen auch über eine einheitliche Webanwendung oder über eine App zur Verfügung zu stellen. Auch fehlen wichtige Funktionen, z. B. eine einheitliche Online-Terminvergabe oder die Möglichkeit, Dateien elektronisch zu speichern und bereitzustellen. Es geht aber auch um die (Zusammen-) Arbeit im studierendenWERK, die heute und zukünftig unabhängig vom Standort oder von zu Hause aus digital oder hybrid ohne Einschränkungen in Bild und Ton funktionieren soll. Die technische Anbindung stellt dabei aktuell für viele Standorte einen limitierenden Faktor dar. Und wir benötigen für viele Kolleg*innen neue Endgeräte, die über die Leistung verfügen, die wir künftig brauchen, um z. B. per Webcam und mit Headset mit den Studierenden und untereinander zu kommunizieren. Deren Beschaffung ist aber nach wie vor eine Herausforderung. Corona betrifft natürlich auch ganz besonders den Arbeitsschutz. Können Sie uns mehr zum Pandemieplan des studierendenWERKs erzählen? Der Pandemieplan hat letztendlich die betriebliche Handlungsfähigkeit wiederhergestellt. Denn die hohe Dynamik hat von Anfang an so viele Fragen aufgeworfen, dass wir ein Krisenteam organisieren und ad hoc Regelungen für den Krisenfall treffen mussten. Gut war, dass wir diese Vorgehensweise schon im Rahmen des Notfallmanagements geübt hatten, auch wenn uns das vor der Pandemie wie Trockenschwimmen vorgekommen war. Im Pandemieplan haben wir dann zunächst geregelt, wie wir uns im Krisenfall verhalten wollen, z. B. dass Sprechzeiten ausgesetzt, Veranstaltungen abgesagt und Dienstreisen verschoben werden. inno v a t i v Da die Abhängigkeiten in den einzelnen Projekten mittlerweile zu groß sind und Schwierigkeiten in klassischen Projekten schnell zu vollständigem Stillstand führen, setzen wir zunehmend agile Methoden und Arbeitsweisen ein, z. B. Kanban-Boards. Das macht es uns möglich, komplexe Aufgaben in transparente, „mundgerechte“ Stücke zu zerlegen, die wir dann inkrementell – Schritt für Schritt – erledigen. Nur so können wir viele Dinge gleichzeitig bewegen, ohne dabei den Überblick zu verlieren. Es war aber auch weiterhin essenziell, im Pandemieplan Informationsketten einschließlich einer anonymen Corona-Statistik festzulegen und zu organisieren, damit das 2020 60 Qualität Krisenteam und seine Entscheidungsträger*innen mit den relevanten Informationen zum Status der innerbetrieblichen Auswirkungen der Pandemie versorgt werden und bei aller Dynamik handlungsfähig bleiben. Ziel dabei war und ist, unter Berücksichtigung der sich laufend ändernden Rahmenbedingungen einen sich anpassenden Notbetrieb zu ermöglichen, mit dem wir den Studierenden weiterhin Kernangebote bereitstellen und gleichermaßen angemessen auf die zusätzlichen Herausforderungen reagieren können. Als Justiziar des studierendenWERKs waren Sie 2020 auch bei den Überbrückungshilfen des BMBF und beim Technikfonds involviert. Können Sie uns da mehr berichten? In Zeiten von Kurzarbeit haben viele Unternehmen, die von der Pandemie betroffen sind, Jobs für Studierende gestrichen. Der Bund und das Land Berlin haben kurzfristig und un- bürokratisch finanzielle Mittel bereitgestellt und diese Förderangebote in den Medien beworben. Deren Bewilligung und Auszahlung wurden von den Fördermittelgeber*innen an bestimmte, enge Kriterien geknüpft, die vom studierendenWERK geprüft und im Rahmen des Zuwendungsnachweises gegenüber Bund und Land nachgewiesen werden müssen. Es war schnell klar, dass viele Studierende einen Antrag stellen werden und dass die Kolleg*innen, die bislang nur in wesentlich geringerem Umfang vergleichbare Förderanträge bearbeitet haben, mit einer manuellen Bearbeitung dem Ansturm nicht gewachsen wären. Deshalb musste schnell ein Online-Verfahren entwickelt werden, möglichst zeitnah und gleichermaßen in Übereinstimmung mit den Anforderungen von Datenschutz und Informationsfreiheit. Das war nur durch eine sehr intensive Zusammenarbeit aller Beteiligten unter den erschwerten Bedingungen der Pandemie möglich. Eine Vervielfachung von Anträgen bringt auch eine Vervielfachung von Widersprüchen mit sich, weil in der Regel nicht in allen Fällen eine pandemiebedingte Notlage im Sinne der Förderbedingungen gegeben ist. Im Rahmen der Widerspruchsbearbeitung schauen wir uns jeden Fall noch einmal genau an und legen den Antragstellenden die Ablehnungsgründe konkret dar. 2020 Geschäftsbericht 61 studierendenWERK BERLIN Mal abgesehen von Corona, welche Projekte waren für Ihre Abteilung 2020 besonders wichtig? Und was steht für 2021 an? zuvor beschaffte VideoKonferenz-Lösung erstmalig für mehrere ganztägige Veranstaltungen zum Einsatz. Nach Abschluss des Validierungszyklus mit Überarbeitung der Umwelterklärung wurde der externe Umweltmanagement-Beauftragte durch den neuen internen Bereichsleiter für Integriertes Management abgelöst, der das Umweltmanagement seither betreut. nachh a l t i g Neben Corona haben wir 2020 Exchange aktualisiert, BAföG-digital und bargeldlose Bezahlmöglichkeiten an den Start und die Modernisierung der Kassen vorangebracht. Wir haben das Arbeiten im Homeoffice auch jenseits von Corona standardisiert, die Telefonie-Funktionen sind aktuell noch in der Umsetzung. Die elektronische Rechnungsbearbeitung läuft durchgängig stabil, sodass wir die elektronischen Workflows schrittweise weiter ausbauen und um weitere Themen, u. a. Verträge und Lieferscheine, ergänzen können. Ein zentrales Verwaltungswerkzeug für (mobile) Endgeräte, ein Gateway für den sicheren E-Mail- und Datei-Austausch und eine Online-Terminvergabe haben wir auf den Weg gebracht. Diese Projekte wollen wir 2021 abschließen. 2021 wollen wir auch unsere Netzwerkkapazitäten erweitern, wo es technisch möglich ist. Wir planen, technische Standards für mobiles Arbeiten zu entwickeln und unsere gesamte IT-Infrastruktur vor dem Hintergrund der gestiegenen Anforderungen an die Verfügbarkeit zu überprüfen. Das jährliche EMAS-Audit und die damit verbundene ISO-Zertifizierung konnten wir im April 2020 unter den und trotz der verschärften Pandemiebedingungen erfolgreich durchführen. Dabei kam die kurz Mindestens ebenso wichtig ist aber die Gewinnung neuer Mitarbeiter*innen, die wir dringend benötigen, wenn ältere Kolleg*innen demnächst in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Und um die gestiegenen Anforderungen im IT-Projektmanagement durch die Digitalisierung stemmen zu können, werden wir uns weiter mit der Digitalisierung unserer Angebote beschäftigen. Personal & Finanzen 2020 Geschäftsbericht 63 studierendenWERK BERLIN Agnes Böhler Leiterin Abteilung Personal & Finanzen 1–10 unter Berücksichtigung des gesetzlichen Kurzarbeitergeldes eine Aufstockung auf 95 Prozent des letzten Nettoentgeltes vor. Damit unsere Beschäftigten bis zur korrekten Umsetzung in der Entgeltabrechnung keine noch größeren Nettoeinbußen verkraften mussten, hatten wir uns entschieden, jeweils Abschlagspauschalen zu zahlen. Frau Böhler, wegen der Coronakrise, die insbesondere die Speisebetriebe wirtschaftlich stark getroffen hat, gab es im studierendenWERK erstmals Kurzarbeit. Wie lief das ab? Durch die Corona-Pandemie waren wir gezwungen, unsere Mensen zum 17.3.2020 zu schließen und bis auf wenige Ausnahmen die Beschäftigten dort bei Weiterzahlung ihres Entgeltes von der Arbeit freizustellen. Im Tarifrecht des öffentlichen Dienstes war Kurzarbeit ja früher nicht vorgesehen. Da sich die Situation im Frühjahr von Tag zu Tag dynamischer entwickelte, wandten wir uns an unseren Arbeitgeberverband KAV Berlin und machten die Dringlichkeit eines Tarifvertrages zur Kurzarbeit deutlich. Mitte April trat rückwirkend ab 1.4.2020 der TV COVID in Kraft und auf dieser Basis konnten wir ab 27.4.2020 für 589 Beschäftigte der Speisebetreibe bei der Arbeitsagentur Kurzarbeit anmelden. Dies wurde auch genehmigt. Die größte Hürde bestand bei unserer Entgeltabrechnung. Denn der TV COVID konnte seitens unserer Abrechnungsfirma nicht so schnell umgesetzt werden. Im Mai wurde zunächst nur die gesetzliche Kurzarbeitergeldregelung berücksichtigt. Der TV COVID sieht für Beschäftigte in den Entgeltgruppen Nachdem unsere Abrechnungsfirma mit der Umsetzung des TV COVID dann endlich begonnen hatte, kam es in den Folgemonaten natürlich zu vielen Rückrechnungen, was bei unseren Beschäftigten wiederum zu viel Unmut führte. Auch für die Mitarbeiter*innen im Personalservice war die Situation sehr anstrengend und unübersichtlich. Trotz aller Schwierigkeiten konnten wir das Ziel, für alle Beschäftigtengruppen einen monatlichen Gehaltseingang sicherzustellen, erreichen. Viele Mitarbeiter*innen haben 2020 ja auch (zumindest zeitweilig) im Homeoffice gearbeitet. Das ist ja auch eine ziemlich neue Entwicklung im studierendenWERK. Was musste da aus Personaler*innensicht beachtet werden? Wo liegen die Herausforderungen? Bereits im März/April 2020 hatten wir unseren Abteilungen die Möglichkeit eingeräumt, nach eigenem Ermessen pandemiebedingtes Homeoffice zu nutzen. Vordergründig ging es darum, das Infektionsrisiko am Arbeitsplatz oder auf dem Weg zur Arbeit zu minimieren, Mitarbeiter*innen in Risikogruppen zu schützen und ggf. die eigene Kinderbetreuung zu ermöglichen, gleichzeitig aber die Erledigung der wichtigsten Aufgaben sicherzustellen. Ich denke, das haben wir im studierendenWERK super hinbekommen. Darauf können wir wirklich stolz sein und können unseren Beschäftigten gar nicht genug danken. 2020 64 Personal & Finanzen Alle dafür erforderlichen Regelungen erfolgten hier auf eher informeller Basis zwischen Mitarbeiter*innen und Führungskräften. In der Regel bestand die Voraussetzung in geeigneten Aufgaben und einer guten digitalen Ausstattung. Letztere konnte im Laufe des Jahres 2020 sukzessive verbessert werden. Einige Bereiche fanden auch ohne ein vom Betrieb zur Verfügung gestelltes Endgerät kreativ Möglichkeiten für das Arbeiten im Homeoffice. der Pandemie auch die Belastung der Bereiche und Mitarbeiter*innen sehr unterschiedlich dar. Damit es Homeoffice in größerem Umfang auch nach dem Pandemieende geben kann, muss sich die Arbeitsorganisation wohl erneut ändern. Neben der in der Pandemie gezeigten Veränderungsbereitschaft unserer Mitarbeiter*innen sehe ich hier viel Potential in einer weiteren Digitalisierung unserer Prozesse. inno v a t i v Im Sommer begannen wir dann, uns auch mit dem formalen Regelungsbedarf zu beschäftigen. Es wurde eine Arbeitsgruppe „Homeoffice“ gegründet. Diese evaluierte die bisherigen Erfahrungen und formulierte Erwartungen an das Regelwerk einer künftigen Dienstvereinbarung. Zunächst nahmen wir jedoch von einer Dienstvereinbarung für alle Abstand und entschieden uns stattdessen für einen geregelten Pilotbetrieb mittels Einzelvereinbarungen im BAföG-Amt. Hier war – mangels digitaler Akten – bisher kaum Homeoffice möglich gewesen. Inzwischen arbeiten fast alle Mitarbeiter*innen im studierendenWERK, bei denen es ausgehend von den Arbeitsaufgaben möglich ist, zumindest zeitweilig im Homeoffice. Erforderlich ist aber auch, dass sich unsere Unternehmens- und Teamkultur noch stärker von einer eher präsenz- zu einer ergebnisorientierten Kultur entwickelt und sich alle Teammitglieder für die Aufgabenerledigung gemeinsam verantwortlich fühlen. In der Zukunft wird es daher darum gehen, arbeitsorganisatorische Lösungen in den Teams mittels weiterer Pilotkonzepte geregelter zu erproben. Und uns ist natürlich auch bewusst, dass Homeoffice für die Gewinnung und Bindung unserer Mitarbeiter*innen wettbewerbsrelevant ist. Und als Arbeitgeber hoffen wir, unsere begrenzten Raumkapazitäten besser nutzen können. Soll es denn die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, auch nach Ende der Pandemie noch geben? Wo sehen Sie Vorteile, aber auch Herausforderungen? Nicht deutscher Herkunft Ja, ich bin sicher, Homeoffice wird es im studierendenWERK auch nach Ende der Pandemie geben. Aktuell befinden wir uns aber in einer Ausnahmesituation. Es gilt die Devise: so viel Homeoffice wie möglich. Komplette Aufgaben sind weggefallen oder weniger geworden. Auf der anderen Seite kommen ständig auch neue Aufgaben hinzu. Deshalb stellt sich während dive r s Neueinstellungen 24 % 8% Schwerbehindert 2020 Geschäftsbericht 65 studierendenWERK BERLIN Und wie sieht es im Bereich Finanzen aus? Welche Herausforderungen mussten in der Coronakrise gemeistert werden? Im Bereich Finanzen mussten die Arbeiten am Jahresabschluss im März wegen der Notbetriebsplanung zunächst 14 Tage auf Eis gelegt werden. Danach bestand dann die Herausforderung, dass die gesamte Prüfung digital stattfinden sollte. Hier kam uns zu Gute, dass wir im Bereich schon in den letzten beiden Jahren sehr viel digitalisiert hatten. Am Ende konnten wir dank des großen Engagements der Kolleg*innen Jahresabschluss und Prüfung fristgerecht fertigstellen. Neben der Umstellung auf eine fast komplett digitale Bearbeitung von Rechnungen und Zahlläufen stand der Bereich Finanzen auch vor der Herausforderung, kurzfristig die neu eingerichteten Hilfszahlungen, wie z. B. den Technikfonds und den aufgestockten Notfonds an die Studierenden auszuzahlen. Später kamen dann noch die Überbrückungshilfen des Bundes dazu. Wie funktioniert eigentlich das betriebliche Gesundheitsmanagement während Corona? Viele Mitarbeiter*innen sind ja älter und gehören zur Risikogruppe, gleichzeitig haben die Kontaktbeschränkungen auch psychosoziale Auswirkungen auf die Mitarbeiter*innen … Und die Gesundheitskurse, wie Yoga oder Qi Gong, fielen ja auch erstmal weg … Den Arbeits- und Gesundheitsschutz nehmen wir im studierendenWERK schon immer sehr ernst. Unter Pandemiebedingungen haben unsere Teams stets versucht, den besonderen Bedürfnissen von Risikopersonen, aber auch denen von Beschäftigten mit Betreuungsaufgaben, Rechnung zu tragen. Das ist bei einem Altersdurchschnitt von fast 47 Jahren und unserem hohen Frauenanteil von 72 Prozent eine besondere Herausforderung. Unser Angebot des betrieblichen Gesundheitsmanagements war während des vergangenen Jahres dagegen nur sehr eingeschränkt verfügbar. Zwar haben wir z. B. Grippeschutzimpfungen angeboten, etablierte Präsenzangebote wie z. B. Yoga und arbeitsplatznahe Massage fielen jedoch zunächst komplett weg. Die betriebliche Gesundheits- und Sozialberatung sowie das betriebliche Eingliederungsmanagement mussten zumeist, und das auch sehr eingeschränkt, ohne persönlichen Präsenzkontakt stattfinden. Alternative eigene Online-Angebote für alle Mitarbeiter*innen konnten wir in 2020 mangels der erforderlichen digitalen Voraussetzungen leider noch nicht realisieren. Im zweiten Halbjahr 2020 haben wir jedoch eine Mitarbeiter*innen-Website mit sehr vielen externen Onlineangeboten aus den Bereichen Fortbildung und Gesundheit gestartet. Der Informationsfluss zu und Kontakthalten mit unseren Mitarbeiter*innen in Kurzarbeit gestaltete sich schwierig. Für 2021 hoffen wir, mit einem neuen Kommunikationstool und eigenen Online-Formaten neue Wege beschreiten und so auch die Wiedereröffnung unserer Mensen unterstützen zu können. Hat Corona eigentlich einen signifikanten Einfluss auf den Krankenstand im studierendenWERK? Insgesamt hat sich der Krankenstand im Studierendenwerk 2020 wesentlich verbessert. Im Jahresdurchschnitt lag er per Dezember 2019 bei 9,5 Prozent und verringerte sich bis Dezember 2020 auf 7,8 Prozent. Eine wesentliche Ursache dafür ist die Kurzarbeit in der Abteilung Speisebetriebe. Aber auch in anderen Abteilungen konnten wir zum Teil signifikante Verbesserungen der Krankenstandsentwicklung verzeichnen. Die andauernde pandemische Situation bedeutet für viele Beschäftigte zwar eine 2020 66 Personal & Finanzen erhöhte Arbeits- und/oder psychische Belastung, doch haben das Homeoffice, aber auch die Kontaktminimierungen und Hygienemaßnahmen sicherlich zu dieser positiven Entwicklung beigetragen. flows und einen sogenannten Employee Selfservice, ermöglicht. Dabei werden wir inkrementell vorgehen und uns 2021 zunächst auf die Einführung des Kommunikationstools konzentrieren. Immer wieder liest man in den Medien, dass Corona die Digitalisierung vorantreibt. Im studierendenWERK ist ja in dieser Hinsicht auch einiges geschehen. Welche digitalen Projekte sind in Ihrer Abteilung gerade in der Entwicklung bzw. Planung? Ausgehend von der schlechten Erreichbarkeit unserer Mitarbeiter*innen in Kurzarbeit während der Pandemie und dem vielen Schriftverkehr in Zusammenhang mit der Kurzarbeit ist auch uns die Dringlichkeit bewusst geworden, die digitale Mitarbeiter*innenkommunikation vorantreiben zu müssen. Außerdem hat das studierendenWERK ja schon lange das Ziel, ein Mitarbeiter*innenportal einzuführen. Vor diesem Hintergrund haben wir 2020 einen Lösungsvorschlag entwickelt, der beides miteinander verbindet und perspektivisch auch weitere Schritte, z. B. die Einführung der digitalen Personalakte, digitale Work- dig i t a l 2020 Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung 67 Anlage 1 Bilanz zum 31. Dezember 2020 studierendenWERK BERLIN - Anstalt des öffentlichen Rechts, Berlin AKTIVA PASSIVA 31.12.2020 ¼ 31.12.2019 T¼ 31.12.2020 ¼ A. Anlagevermögen I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2. Geleistete Anzahlungen A. Eigenkapital 282.689,00 0,00 162 169 282.689,00 II. Sachanlagen 1. Wohnbauten auf fremden Grundstücken 2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 331 30.379.547,00 27.388 11.211.416,55 11.692 5.729.793,11 4.712 47.320.756,66 47.603.445,66 II. Vorräte Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2. Sonstige Vermögensgegenstände 251.496,50 2.914.206,54 III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten C. Rechnungsabgrenzungsposten Eigenmittel 71.000,23 71 II. Rücklagen 70.995.945,03 56.286 III. Bilanzgewinn 0,00 71.066.945,26 0 56.357 B. Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen 212 D. Verbindlichkeiten 1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2. Sonstige Verbindlichkeiten E. Rechnungsabgrenzungsposten 3.323 4.142 8.573 17.994.854,20 12.715 1.557.862,36 2.470 97.661.168,75 77.507 107 1.046 3.165.703,04 1.153 46.598.895,21 49.976.596,36 31.933 33.298 81.126,73 86 97.661.168,75 77.507 Anlage 2 studierendenWERK BERLIN - Anstalt des öffentlichen Rechts, Berlin 2020 ¼ 1. Umsatzerlöse a) Umsatzerlöse aus Speisebetrieben b) Umsatzerlöse aus dem Bereich studentisches Wohnen c) Sonstige Umsatzerlöse 2. Erträge aus Zuschüssen und Zuwendungen a) Erträge aus Zuschüssen Land Berlin b) Erträge aus Zuschüssen Bund c) Erträge aus Kostenerstattungen Hochschulen 3. 4. Erträge aus Sozialbeiträgen Sonstige betriebliche Erträge a) Personalbezogene Erträge b) Erträge aus der Auflösung von Sonderposten c) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen d) Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen e) Sonstige betriebliche Erträge 5. Materialaufwand a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 2019 T¼ 4.192.798,70 29.501.351,69 8.167.300,07 20.193 29.204 7.850 41.861.450,46 29.726.615,14 5.937.000,00 211.435,66 57.247 21.697 482 173 35.875.050,80 17.354.037,11 2.481.990,77 269.120,51 148.513,05 40.476,66 691.404,90 22.352 17.344 312 241 251 80 635 3.631.505,89 -2.340.264,36 -19.196.898,27 1.519 -9.239 -19.108 -21.537.162,63 7. 8. 2.642 15 3.308 3.665.528,95 14.329.325,25 Gewinn- und Verlustrechnung 2020 6. 3.913.847,77 7.500,00 3.120.159,16 3.127.659,16 43.792 44.123 211.998,11 I. C. Rückstellungen 1. Steuerrückstellungen 2. Sonstige Rückstellungen B. Umlaufvermögen I. 31.12.2019 T¼ Personalaufwand a) Löhne und Gehälter b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung davon für Altersversorgung: ¼ 1.601.334,77 (Vorjahr: T¼ 1.992) Abschreibungen Sonstige betriebliche Aufwendungen a) Zuführung zum Sonderposten b) Soziale Aufwendungen für Studenten c) Aufwendungen für Gebäudewirtschaft d) Energieaufwendungen e) Einrichtungsaufwendungen f) Sonstige betriebliche Aufwendungen 9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen: ¼ 150,20 (Vorjahr: T¼ 4) 11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 12. Ergebnis nach Steuern 13. Sonstige Steuern 14. Jahresüberschuss 15. Entnahmen aus Rücklagen 16. Einstellung in Rücklagen 17. Bilanzgewinn -28.347 -30.898.977,59 -36.842 -9.791.988,24 -9.450 -40.690.965,83 -3.745.107,96 -1.541.323,40 -7.109.641,61 -2.420.583,44 -1.766.045,25 -1.450.433,48 -3.354.197,85 -46.292 -3.426 -1.696 -908 -3.699 -1.869 -2.328 -4.328 -17.642.225,03 7.344,59 -169,94 -14.828 86 -4 -9.473,13 15.104.284,33 -394.381,84 14.709.902,49 8.688.400,76 -23.398.303,25 0,00 -11 5.640 -324 5.316 12.629 -17.945 0 Personalservice 1 1 Organigramm Kennzahlen 2020 70 Kennzahlen Personal & Finanzen Personal 2018 2019 2020 Gesamt, Männer/Frauen Gesamt, Männer/Frauen Gesamt, Männer/Frauen 1.157 311/846 1.139 316/823 1.108 308/800 504 506 60/446 482 51/431 583 241/342 587 245/342 18 7/11 20 7/13 14 4/10 11 3/8 17 3/14 18 4/14 1/0 1 1/0 1 1/0 967 287/680 952 292/660 933 289/644 Zahl der studentischen Hilfskräfte per 31.12. 99 38/61 96 39/57 90 41/49 Zahl der Praktikant*innen insgesamt 52 15/37 53 13/40 40 14/26 9,5 9,5 7,8 Langzeitkrankenquote in % 3 3 2,5 Zahl der Neueinstellungen 148 104 98 22 11 24 6 5,8 8,3 Anteil MA im Ausland geboren in % 22,6 22,8 22,2 Schwerbehindertenquote in % 13,1 12,4 11,4 57 69 35 Zahl der Beschäftigten per 31.12. davon Teilzeit 61/443 davon Vollzeit 601 238/363 davon Auszubildende 18 7/11 davon Erzieher*innen in Ausbildung (Teilzeit) davon FSJler*innen 14 1/13 19 3/16 davon Beamte Vollbeschäftigteneinheiten Durchschnittl. Krankenstand in % % davon nicht deutscher Herkunft % davon schwerbehindert Erhaltene Lohnkostenzuschüsse (Integrationsamt) in Tsd. Euro 1 2020 Geschäftsbericht 71 studierendenWERK BERLIN Personal 2018 2019 2020 Gesamt, Männer/Frauen Gesamt, Männer/Frauen Gesamt, Männer/Frauen Anzahl Mitarbeiter*innen in Mutterschutz oder Elternzeit 42 2/40 55 11/44 51 9/42 589 Mitarbeiter*innen in Kurzarbeit Durchschnittsalter aller Beschäftigten 45,3 46,1 46,6 Anteil MA 56 oder älter in % 23,6 24,1 25,9 Finanzen 2018 2020 2019 Bilanzsumme per 31.12. (in Tsd. Euro) 71.259 77.506 97.661 Personalaufwendungen (in Tsd. Euro) 45.090 46.292 40.691 Materialaufwendungen und bezogene Leistungen (in Tsd. Euro) 26.734 28.346 21.537 4.528 3.699 2.421 Sonstige betriebliche Aufwendungen (in Tsd. Euro) 11.827 11.956 10.316 Sozialer Aufwand für Studierende (in Tsd. Euro) 944 908 7.110 Umsatzerlöse (in Tsd. Euro) 57.390 57.247 41.861 Sozialbeiträge (in Tsd. Euro) 17.247 17.344 17.354 Landeszuschüsse (in Tsd. Euro) 19.576 19.851 28.539 2.125 1.516 3.632 Gebäudebewirtschaftung und Instandhaltung (in Tsd. Euro) Sonstige betriebliche Erträge (in Tsd. Euro) … und das haben wir geschafft: 45 Stellenausschreibungen 538 Personalmaßnahmen 72 BEM-Verfahren 29.002 Eingangsrechnungen geprüft 2020 72 Kennzahlen Betriebsorganisation 2018 2020 2019 Ausschreibungsverfahren 79 94 … und das haben wir geschafft: 99,99 % Verfügbarkeit Netzwerkgeräte 14 Begehungen Arbeitssicherheit 11.219 bearbeitete Tickets im DV-Service 294 neu eingerichtete Homeofficeplätze Speisebetriebe 2018 2020 2019 55 55 55 Tischplätze gesamt 13.083 13.083 13.115 Nettoumsatz (in Tsd. Euro) 22.609 20.184 4.193 Wareneinsatz (in Tsd. Euro) 9.356 8.414 1.858 Deckungsfehlbetrag (in Tsd. Euro) 7.636 9.287 9.285 8.255.631 7.267.352 1.532.445 6.141.075 5.551.868 1.171.090 Einrichtungen Anzahl Besucher*innen davon Studierende 2020 Geschäftsbericht 73 studierendenWERK BERLIN 2018 33.077 28.461 18.499 1,45–3,80 1,45–3,80 1,45–3,80 2,74 2,78 2,74 Besucher*innen pro Tag Preisspanne Mensaessen für Studierende in Euro 2020 2019 Durchschnittsbon in Euro … und das haben wir geschafft: 27 Videos auf Mensa Online veröffentlicht BAföG 2018 2020 2019 Bearbeitete Anträge 33.605 31.002 32.543 davon Erstanträge 10.937 10.273 9.814 Bewilligte Anträge 27.735 24.477 25.660 Geförderte Studierende 25.632 24.145 23.160 20,4 18,4 17,3 Ausgezahlte Fördermittel (ohne KfW) in Tsd. Euro 162.167 154.373 171.978 Gesamtzahlfälle (ohne KfW) 267.745 250.561 245.154 1.329 1.158 959 Förderquote in % Eingehende Widersprüche 2020 74 Kennzahlen 2018 2020 2019 Klagen gegen das BAföG-Amt 64 58 52 Klagen des BAföG-Amts 29 19 24 Ordnungswidrigkeitsverfahren 53 49 58 … und das haben wir geschafft: 13.067 Akten archiviert 1.192 Rückforderungsfälle im Forderungsmanagement erfasst Studentisches Wohnen 2018 2020 2019 33 32 32 Wohnheimplätze gesamt (mit ISB) 9.443 9.175 9.200 Versorgungsquote in % (ohne ISB) 5,5 5,3 5,3 Auslastungsquote (in %) 97,6 98,1 97,7 Anteil internationaler Studierender in % 74,4 76,7 78,1 Durchschnittliche Miete in Euro 241 251 251 Anzahl Wohnheimtutor*innen (ohne ISB) 20 20 21 Anzahl Wohnheime per 31.12. 2020 Geschäftsbericht 75 studierendenWERK BERLIN 2018 2020 2019 50 50 7 5 7 0 7.057 7.252 6.923 4.735 4.812 4.354 Fluktuationsrate in % 48,4 52,7 47,1 Durchschnittliche Wohndauer in Monaten 23,2 23,2 22,9 55,3/44,7 55,2/44,8 56,2/43,8 14.322 14.155 7.667 384 660 300 153/15 153/15 153/3 8.333 11.517 4.175 Notfallschlafplätze zum WiSe davon genutzt Anzahl abgeschlossene Mietverträge davon Neuverträge % Bewohner*innen m/w Baukosten gesamt in Tsd. Euro Betriebliche Aufwendungen ISB in Tsd. Euro davon Zuschüsse des Landes/DAAD in Tsd. Euro Zuschüsse an studentische Selbstverwaltungen in Euro … und das haben wir geschafft: 17.509 Beratungen am InfoCenter ICstudi@home 1.045 davon persönlich 3.904 davon telefonisch 12.560 davon schriftlich 2020 76 Kennzahlen Übersicht der Wohnheime Wohnheim Wohnplätze Miete je Wohnplatz in Euro Allee der Kosmonauten 323 205–270 Aristotelessteig 916 155–295 Augustenburger Platz 153 285–370 42 290–430 Danckelmannstraße 157 210–283 Dauerwaldweg 180 183–339 74 200–320 Eichkamp 488 225–468 „Ferdinand Thomas“ (Storkower Straße) 508 225–315 Franz-Mehring-Platz 713 185–370 Fraunhoferstraße 140 218–410 87 190–530 Goerzallee 436 235–310 Halbauer Weg 317 235–255 „Hans und Hilde Coppi“ (Coppistraße) 703 205–345 46 360–400 143 210–390 Hoppestraße 30 270–280 Internationales Studienzentrum Berlin (ISB) 66 320–410 Juliusstraße 28 180–270 419 280–350 Neue Hochstraße 41 215–380 Nollendorfstraße 183 255–405 Pfalzburger Straße 28 335–365 Potsdamer Straße/Bissingzeile 485 213–410 „Salvador Allende“ 150 315–330 Sewanstraße 698 175–375 Siegmunds Hof 591 200–430 Spandauer Damm 302 228–350 67 198–370 635 185–315 51 210–350 Brentanostraße Düsseldorfer Straße Gelfertstraße Hardenbergstraße „Haus Unger“ (Derfflingerstraße) Mollwitzstraße Hubertusallee „Victor Jara“ (Biesdorf) Wassertorplatz 9.200 2020 Geschäftsbericht 77 studierendenWERK BERLIN Studentisches Leben PBS 2018 2020 2019 1.947 2.009 1.443 689/1.258 753/1.256/0 939/504/0 28/224 27/218 13/126 331 259 766 1. Selbstwertprobleme, 1. Depressive Verstim- 1. Depressive Ver- 2. Depressive Verstim- mung, 2. Selbstwert- stimmung, 2. Selbst- mung, probleme, wertprobleme, 3. Lernstörungen 3. Lernstörungen 3. Lernstörungen Durchgeführte Schwangerschaftskonfliktberatungen 15 21 13 Anzahl Paare in Paarberatung 71 61 27 Anzahl beratener Personen davon m/w/d Anzahl Gruppen/Teilnehmer*innen Anzahl Teilnehmer*innen bei Präventions-/Informationsveranstaltungen Top 3 Gründe für das Aufsuchen der PBS (Mehrfachnennung möglich) Sozialberatung 2018 Top 3 Gründe für Inanspruchnahme der Beratung 1. Studienfinanzierung, 1. Studienfinanzie- 1. Studienfinanzie- 2. Studieren mit Kind, 3. rung, 2. Studieren mit rung, 2. Schreibbera- Sozialberatung allg. Kind, 3. Sozialbera- tung, 3. Studieren mit tung allg. Kind 78/4.265 93/4.025 140/1.997 5.848 5.457 5.260 2.696/3.152 2.061/3.387/9 2.175/3.033/52 32 32 40 618 536 376 145 100 39 40 41 20 60 63 35 22.167 25.552 12.241 Anzahl Gruppenangebote/Teilnehmer*innen Anzahl Beratungen davon m/w/d davon internationale Studierende in % Anträge auf finanzielle Unterstützung davon bewilligt Mit regulärem Notfonds und DSKV unterstützte Studierende davon internationale Studierende in % Vergebene Notfonds in Euro Vergebene Mittel DSKV in Euro 2020 2019 4.685 2020 78 Kennzahlen Sozialberatung 2018 2020 2019 9.722 12.257 7.732 142.000 100.000 39.000 145 100 39 89/56 69/31/0 27/12/0 42/46/57 30/23/47 18/10/11 102 92 25 67 57 15 Durchgeführte Schreibberatungen 785 711 1.164 Beratene Personen im Schreibzentrum nicht deutscher Muttersprache in % 17 24 29 Anzahl Trainings 33 67 27 2 14 5 420 680 336 Gesamtdarlehenssumme stW Vergebene Zuschüsse zum Start/Abschluss des Studiums in Euro Personen, die einen Zuschuss zum Start oder Abschluss des Studiums erhalten haben davon m/w/d davon deutsch/international ohne Fluchthintergrund/mit Fluchthintergrund Anzahl Anträge externer Stiftungen davon bewilligt davon auf Englisch Gesamtzahl Teilnehmer*innen an Trainings Beratung Barrierefrei Studieren 2018 2020 2019 Ausgezahlte Integrationshilfen in Tsd. Euro 765 775 822 Anzahl Studierender, die Integrationshilfen erhielten 177 176 171 80/97 76/100/0 68/102/1 409 429 543 davon m/w/d Ausgaben für Gebärdensprach- und Schriftdolmetschen in Tsd. Euro 2020 Geschäftsbericht 79 studierendenWERK BERLIN Corona-Hilfen 2020 Corona-Notfonds des stW Anträge 2.052 davon bewilligt 849 Fördersumme in Euro 423.500 Technikfonds Anträge 2.729 680 davon bewilligt Fördersumme in Euro 360.600 Überbrückungshilfe des BMBF Anträge 22.654 davon bewilligt 12.078 Fördersumme in Euro Kindertagesstätten 5.356.500 2018 2020 2019 605 605,7 607 Kinder nicht deutscher Muttersprache in % 25 24 22 Eigenanteil Finanzierung stW und Hochschulen in % 6,5 6 5 930 998 1.120 Anzahl Kitaplätze (inkl. Gastkinder) Erstattung (Kostenerstattung Land + Beteiligung Eltern) je Platz und Monat in Euro 2020 80 Kennzahlen Kultur & Internationales 2018 2020 2019 Anzahl Veranstaltungen gesamt 374 496 457 271 davon online 27.355 30.843 33.726 Veranstaltungskosten gesamt in Tsd. Euro 102 124 81 Auslastung Freiraum (Anzahl Veranstaltungen) 398 437 293 davon Büro Kultur & Internationales 284 330 263 Anzahl Teilnehmer*innen/Gäste gesamt … und das haben wir geschafft: 6.810 Beratungsstunden in der PBS, davon 882 auf Englisch 310 Gruppenberatungsstunden in der PBS 6.424 Sozial- und Schreibberatungen, davon 833 persönlich, 2.044 telefonisch, 3.547 schriftlich 126 Schreib-Workshops und -Vorträge 3.229 Beratungen BBS, davon 90 persönlich, 479 telefonisch, 2.660 schriftlich 12 Online-Trainings zum Jobben durchgeführt 18.604 Teilnehmer*innen bei Online-Aktionen im Bereich Kultur & Internationales 27.435 Anträge im Zusammenhang mit den verschiedenen Corona-Hilfen bearbeitet 2020 Geschäftsbericht 81 studierendenWERK BERLIN Unternehmenskommunikation 2018 2020 2019 6,6 5,8 5,1 10.797 11.415 12.074 345.189 546.016 475.259 Abonnent*innen Facebook engl. Kanal n. a. 906 1.204 Kummulierte Jahresreichweiten n. a. 39.287 42.117 Follower Instagram 900 1.534 3.265 22.559 104.780 190.686 n. a. 971 1.278 116.900 170.100 385.500 34.115 29.070 9.927 Bearbeitete E-Mails am InfoPoint n. a. 4.313 10.517 Kontakte Telefonzentrale n. a. n. a. 25.422 Webseitenaufrufe gesamt in Mio. Abonnent*innen Facebook allg. Kanal Kummulierte Jahresreichweiten Kummulierte Jahresreichweiten Follower Twitter Kummulierte Jahresreichweiten Kontakte am InfoPoint … und das haben wir geschafft: 67 Videos für Social Media produziert 62 veröffentlichte Artikel im Onlinemagazin Werkblatt 2020 82 Kennzahlen Hochschulen und Studierende 2018 Vom studierendenWERK BERLIN betreute Studierende (Wintersemester) 2020 2019 170.937 171.129 172.932 davon Freie Universität Berlin 38.582 36.933 37.610 davon Humboldt-Universität zu Berlin 35.169 34.929 35.835 davon Technische Universität Berlin 36.528 36.205 35.851 davon Charité Universitätsmedizin 7.616 7.869 8.633 davon Alice-Salomon-Hochschule 3.869 4.047 4.214 12.647 12.399 12.728 davon Hochschule für Technik und Wirtschaft 14.115 13.937 14.702 davon Hochschule für Wirtschaft und Recht 11.040 11.383 11.561 4.058 4.146 4.200 davon Kunsthochschule Weißensee 896 873 912 davon HfM „Hanns Eisler“ 586 580 612 davon HfS „Ernst Busch“ 254 241 270 davon Evangelische Hochschule Berlin 1.548 1.551 1.717 davon Katholische Hochschule für Sozialwesen 1.395 1.329 1.342 davon Code University of Applied Sciences 230 356 170 davon Hochschule für angewandte Pädagogik 172 195 246 551 666 674 davon International Psychoanalytic University 470 393 543 davon IU Internationale Hochschule 607 625 1.112 0 0 0 davon Beuth Hochschule davon Universität der Künste davon Hertie School davon Private Hochschule Göttingen studierendenWERK BERLIN 2020 Geschäftsbericht 83 Die Hochschulen kümmern sich um Lehre und Forschung – das studierendenWERK kümmert sich um den Rest. Den Studierenden Berlins bieten wir folgende Services: Essen & Trinken in unseren Mensen Wohnheime & Wohnungssuche Finanzielle Hilfe durch BAföG Beratung zu Studienfinanzierung, Sozialleistungen, wissenschaftlichem Schreiben, barrierefreiem Studieren & bei psychischen Problemen, Trainings rund ums Jobben Kitaplätze in Campusnähe Ausstellungen, Events und Kreativkurse www.stw.berlin
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