Path:
Volume

Full text: Geschäftsbericht ... (Rights reserved) Issue2019 (Rights reserved)

2 0 19 Geschäftsb e r i c h t Partnerhochschulen und Studierende 2019 HOCHSCHULE FÜR SCHAUSPIELKUNST “ERNST BUSCH“ BERLIN 36.933 Studierende 241 Studierende 34.929 Studierende 1.551 Studierende 36.205 Studierende 1.329 Studierende 7.869 Studierende 356 Studierende 4.047 Studierende (entfällt ab WiSe) 12.399 Studierende 195 Studierende 666 Studierende 13.937 Studierende 393 Studierende 11.383 Studierende 4.146 Studierende 873 Studierende 580 Studierende 625 Studierende 0 Studierende INHALT Leitbild des studierendenWERKs BERLIN Seite 4 Jahreshighlights Seite 7 Geschäftsjahr 2019 Seite 12 Verwaltungsrat Seite 17 Vertretungsgremien Seite 20 Speisebetriebe Seite 21 Studentisches Wohnen Seite 27 BAföG Seite 33 Studentisches Leben Seite 37 Qualität Seite 51 Personal & Finanzen Seite 54 Bilanz, GuV Seite 59 Organigramm Seite 60 Kennzahlen Seite 61 IMPRESSUM Herausgeber studierendenWERK BERLIN Unternehmenskommunikation Hardenbergstraße 34 10623 Berlin V.i.S.d.P. Jana Judisch Redaktion & Layout Daniela Kummle Fotos Felix Noak, Sandra Neumann, Jan Eric Euler/DSW, Jana Judisch, Daniela Kummle, berufundfamilie 1. Auflage (Juni 2020): 120 Stück Druck Horst-Ernst Schmidt GmbH, Laatzen 2019 4 Leitbild Leitbild des studierendenWERKs BERLIN Präambel Das vorliegende Leitbild ist das Ergebnis eines einjährigen Beteiligungsprozesses. Beschäftigte aus allen Abteilungen haben daran mitgearbeitet, eine gemeinsame Vision für das gesamte studierendenWERK BERLIN zu entwickeln. Im Zentrum unseres Leitbildes stehen alle Menschen, die im studierendenWERK beschäftigt sind, für die das studierendenWERK tätig ist ​ und die mit dem studierendenWERK zusammenarbeiten. Wir sind überzeugt, dass unser Leitbild zur positiven Betriebskultur im studierendenWERK BERLIN beiträgt. Wesentliche Voraussetzung hierfür ist die individuelle Auseinandersetzung mit dem Leitbild seitens der Beschäftigten. „Wir“, das heißt für uns: Jede*r in ihrem*seinem Bereich, mit ihren*seinen Aufgaben und mit ihren*seinen Verantwortlichkeiten. Als einzelne Beschäftigte sind wir mitverantwortlich für den Umgang untereinander und in der Rolle einer Führungskraft tragen wir Verantwortung für alle Mitarbeiter*innen in unserem Bereich. Wir alle agieren als Vorbild, motivieren und unterstützen bei der Aneignung der verschiedenen Ziele des Leitbildes. Das Leitbild ist die verbindliche Grundlage für das Handeln aller Mitarbeiter*innen. Es bietet uns Orientierung und zeigt auf, wofür wir gemeinsam stehen, wie wir miteinander umgehen und wie wir zusammen den wachsenden Herausforderungen begegnen. Gemeinsam prüfen wir kontinuierlich, ob die im Leitbild formulierten Ziele gelebte Praxis sind. Wo es nötig ist, unternehmen wir die erforderlichen Schritte. Zielgruppenorientierung Wir begegnen den Studierenden auf Augenhöhe. Wir nehmen die Vielfalt und Eigenständigkeit von Studierenden wahr und bieten ihnen partnerschaftliche Zus a m m e n a rbeit an. Wir kennen die Bedürfnisse der Studierenden und richten unsere Angebote danach aus. Wir erfragen die Bedürfnisse der Studierenden regelmäßig. Wir tauschen uns über die Bedürfnisse unserer Zielgruppe kontinuierlich aus. Wir holen uns fortwährend Feedback über unser Angebot ein. Wir entwickeln unser Angebot entsprechend weiter. Wir stellen sicher, dass die Studierenden unser Angebot kennen. Wir nutzen verschiedene Kommunikationskanäle, um die Studierenden über unser Angebot zu informieren. 2019 Geschäftsbericht 5 studierendenWERK BERLIN Wir bieten den Studierenden kompetente Ansprechpartner*innen für ihre Fragen. Studierende erhalten in allen unseren Einrichtungen und an ihren Hochschulen Informationen über unser gesamtes Angebot. Verantwortung Wir übernehmen Verantwortung für die Verbesserung von Chancengleichheit im Studium. Wir begleiten Studierende in einer wichtigen Lebensphase und bauen nach unseren Möglichkeiten bestehende Barrieren ab. Wir übernehmen Verantwortung für die Wirtschaftlichkeit des studierendenWERKs. Alle Abteilungen handeln kostenbewusst. Alle Abteilungen und Bereiche kooperieren eng miteinander. Wir setzen unser Personal anforderungsgerecht ein und sorgen für eine bedarfsgenaue Personalentwicklung. Wir übernehmen Verantwortung für unsere Gesundheit und Zufriedenheit. Die Beschäftigten des studierendenWERKs sollen gesund in den Ruhestand gehen können. Wir gestalten die Arbeit im studierendenWERK so, dass sie der Zufriedenheit aller Beschäftigten zuträglich ist und dazu beiträgt, deren soziales, körperliches und seelisches Wohlbefinden zu erhalten. Wir übernehmen soziale Verantwortung für alle Beschäftigten. Wir sorgen für tarifgerechte Bezahlung. Wir bieten sichere Arbeitsplätze und reagieren flexibel auf veränderte Lebenssituationen. Wir bilden aus und fördern die berufliche Weiterentwicklung der Beschäftigten. Wir bieten Fortbildungen und Qualifizierungen an. Wir unterstützen die Beschäftigten bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wir übernehmen Verantwortung für einen nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Wir wirtschaften ressourcenschonend und nachhaltig. Wir verbessern unsere Umweltbilanz kontinuierlich. Wertschätzung Wir pflegen einen respektvollen Umgang miteinander. Die Vielfalt unserer Beschäftigten bereichert das studierendenWERK. Wir begegnen einander auf Augenhöhe. Wir respektieren die unterschiedlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten jedes*r Einzelnen. Wir nehmen Rücksicht auf unterschiedliche und sich verändernde Lebenssituationen. Wir anerkennen den Anteil aller Mitarbeiter*innen am Gesamterfolg. Wir gehen konstruktiv mit Misserfolgen oder Fehlern um. Wir binden die Beschäftigten in die Weiterentwicklung des studierendenWERKs ein. Wir informieren Mitarbeiter*innen frühzeitig und umfassend über Veränderungen. Wir nutzen ihre Erfahrungen und ihr Wissen und bieten ihnen Gelegenheit, ihre Ideen einzubringen. Wir geben Feedback über getroffene Entscheidungen. 2019 6 Leitbild Ein gutes Miteinander ist uns wichtig. Wir arbeiten aktiv an der Gestaltung einer positiven Betriebskultur. Wir schaffen Raum und Zeit für Begegnungen und regelmäßigen Austausch. Wir leben einen offenen Meinungsaustausch und gehen Konflikte lösungsorientiert an. Es besteht Klarheit über die internen Abläufe und Strukturen innerhalb der Organisation. Alle Beschäftigten kennen ihre Rollen und Aufgaben. Wir erläutern unsere Regelungen und geben Mitarbeiter*innen die Möglichkeit, die internen Strukturen und Entscheidungen nachzuvollziehen. Transparenz Qualität der Prozesse Es ist uns wichtig, dass alle Mitarbeiter*innen Zugang zu aktuellen Informationen haben. Wir geben allen Mitarbeiter*innen Zeit und Möglichkeit, sich zu informieren. Wir pflegen eine Besprechungskultur, in der aktuelle Informationen regelmäßig weitergegeben werden. Wir ermöglichen den Austausch über Bereichs- und Abteilungsgrenzen hinweg. Wir gestalten die Arbeitsabläufe so, dass sie den Anforderungen unseres Leitbildes kontinuierlich gerecht werden. Wir planen unsere Arbeitsabläufe bedarfsgerecht. Wir dokumentieren unsere Arbeitsabläufe nachvollziehbar. Wir überprüfen die Qualität unserer Ergebnisse und Abläufe regelmäßig. Wir passen Prozesse an, wenn es nötig ist. 20 1 9 studierendenWERK BERLIN Jahreshig h l i g h t s 2019 Geschäftsbericht 7 2019 8 Jahreshighlights Der erste Azubi im BAföG-Amt beendet seine Ausbildung. Er wird übernommen. MÄRZ Die neue Stadtschreiberin Josephine Bätz tritt ihr Amt an. FEBRUAR JANUAR Zum Jahreswechsel wird der Verkauf von Pappbechern komplett eingestellt. Die Unternehmenskommunikation startet drei neue Social-Media-Kanäle: Einen Instagram-Account für die Mensen, eine englische Facebookseite sowie eine Facebookseite rund ums Thema Jobben Der Namenswettbewerb für die vegane Mensa startet. Insgesamt gibt es 667 Einreichungen. Mit dabei: Da haben wir den Salat, Bad Hunter, Soy Division und Kill Dill Das Werkblatt geht als Onlinemagazin an den Start. Motto: Studierende schreiben für Studierende 2019 Geschäftsbericht 9 studierendenWERK BERLIN Spatenstich für den Neubau der Kita an der Beuth Hochschule MAI JUNI APRIL Die vegane Mensa am Campus der TU eröffnet. In Anlehnung an die grüne Mensa Veggie No 1 entscheidet sich die Jury für den Namen „Veggie 2.0 – die tiefgrüne Mensa“. Studierende und stW-Mitarbeiter*innen feiern ein gemeinsames Fastenbrechen in der Mensa Hardenbergstraße. Im KUNSTRAUM Potsdamer Straße, einem ehemaligen Parkhaus, zeigen Studierende aus Paris, Breslau, Riga und Berlin im Rahmen von „Emerging Lines“ ihre Arbeiten. Der Führungskräftefachtag 2019 steht ganz im Zeichen des digitalen Wandels. Das stW wird im Rahmen des „audits berufundfamilie“ erneut zertifiziert. 2019 Jahreshighlights Die BAföG-Novelle tritt in Kraft. Das stW beteiligt sich an der Kampagne des DSW. Beim Tag der Studienfinanzierung gibt es erstmals einen FacebookLive­stream. SEPTEMBER Eine Delegation des CROUS de Paris, mit dem eine langjährige Partnerschaft besteht, besucht das stW. AUGUST JULI 10 Renate Künast besucht die vegane Mensa. Der Neubau in der Wohnheimanlage Mollwitzstraße wird feierlich eröffnet. Das Wohnheim am Hafenplatz in Kreuzberg muss schließen. Der privatwirtschaftliche Eigentümer plant eine anderweitige Entwicklung des Objekts. Aufgrund des sanierungsbedürftigen Zustands hat der Betrieb des Wohnheims für das stW hohe Kosten verursacht. 2019 Geschäftsbericht 11 studierendenWERK BERLIN Im Rahmen des TUKI-Programms, das Kitas und Kultureinrichtungen zusammenbringt, kooperiert die Kita UdK mit einem Theater. Das Wohnatelier in der Gelfertstraße öffnet nach Abschluss der Umbauarbeiten für Kreativstudierende. Das stW erreicht einen soliden Platz 8 beim Hallenfußballturnier der Studentenwerke. DEZEMBER O K TO B E R NOVEMBER Der Neubau im Dauerwaldweg wird eröffnet. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesprogramm „Variowohnen“. Die„Dark Night – Gala der Novemberdepression“ findet im Freiraum statt. Die Psycholog*innen und das Büro Kultur & Internationales haben hierfür ein gemeinsames Konzept entworfen. 2019 12 Jahreshighlights Geschäftsjahr 2019 Erfüllung des Rahmenfinanzierungsvertrags mit dem Land Berlin 2019 Geschäftsbericht 13 studierendenWERK BERLIN Studienerfolge. Die Beratung erfolgte an zwei Standorten. Im Jahr 2019 wurden insgesamt 2.009 Studierende beraten (2018: 1.947). Die Zahl der auf Englisch durchgeführten Beratungen ist gegenüber dem Vorjahr erneut deutlich angestiegen: Insgesamt wurden 1.025 Beratungsstunden auf Englisch durchgeführt (2018: 821). Soziale Beratung bei finanziellen, sozialen oder sozialrechtlichen Problemen Petra Mai-Hartung An drei Standorten boten die SozialberaGeschäftsführerin ter*innen des studierendenWERKs BERLIN studierendenWERK BERLIN Informationen und Unterstützung für Stu- Sicherung der sozialen Infrastruktur für die Berliner Studierenden) Hauptauftrag des studierendenWERKs ist es, mit verschiedenen sozialen Dienstleistungen die Rahmenbedingungen eines Studiums in Berlin so zu gestalten, dass Studierende erfolgreich studieren können. Hierfür unabdinglich ist die kontinuierliche qualitative Anpassung der Angebote an veränderte Bedürfnisse der Studierenden. Zum Wintersemester 2019/20 versorgte das studierendenWERK 171.129 Studierende an 19 Hochschulen und der Charité und liegt damit knapp über dem Vorjahresniveau (2018: 170.937). Die SRH Hochschule der populären Künste hat aufgrund ihrer Fusion mit zwei anderen privaten Hochschulen zum 1. Oktober 2019 ihre Kooperation mit dem studierendenWERK BERLIN eingestellt. Psychologisch-Psychotherapeutische Beratung Mit einem umfangreichen Beratungsangebot unterstützen die Psycholog*innen des studierendenWERKs die persönliche Entwicklung von Studierenden und ihre dierende in schwierigen sozialen Situationen an. Schwerpunkte lagen dabei auf der Studienfinanzierungsberatung sowie der Beratung von Schwangeren, Studierenden mit Kindern und internationalen Studierenden. Insgesamt wurden 5.457 Beratungen inklusive Schreibberatung durchgeführt (2018: 5.848), davon waren rund 62 Prozent weibliche Studierende und 38 Prozent männliche Studierende. Seit 2019 wird in der Statistik auch die Geschlechtsbezeichnung divers erfasst, der Anteil lag bei unter 1 Prozent (9 Studierende). Auch 2019 war ein Drittel (32 Prozent) der Ratsuchenden nicht deutscher Herkunft. Beratung von Studierenden mit Behinderung und chronischer Erkrankung An drei Standorten wurden Beratungen zum Thema Studium und Behinderung und/oder chronischer Erkrankung angeboten. Zudem vergab das studierendenWERK Integrationshilfen nach § 9 Abs. 2 BerlHG. Ziel ist es, Studierenden trotz ihrer Beeinträchtigungen ein chancengleiches Hochschulstudium zu ermöglichen und Diskriminierungen entgegenzuwirken. Im Jahr 2019 führten die Beratungsstellen 3.902 Beratungen durch (2018: 3.943). 74 Prozent der Beratungen 2019 14 Geschäftsjahr 2019 erfolgten schriftlich (2018: 71,5 Prozent). Weitere Themen waren Studienfinanzierung, Informationen zum Nachteilsausgleich und barrierefreies Wohnen. Im Jahr 2019 wurden 774.624 Euro für Integrationshilfen ausgezahlt (2018: 764.933 Euro). Es erhielten 176 Studierende Integrationshilfen (2018: 177), davon waren 100 Frauen und 76 Männer (2018: 97 und 80). Hochschulnahe Kinderbetreuung Auch 2019 erfolgte eine Vergabe von Zuschüssen zum Start ins Studium und zum erfolgreichen Studienabschluss. 2019 wurden 100 Zuschüsse zu je 1.000 Euro bewilligt (2018: 145), davon 69 an Männer sowie 31 an Frauen (2018: 89 Männer, 56 Frauen). Der Anteil an Studierenden nicht deutscher Herkunft ist leicht gesunken (2019: 70 Prozent, 2018: 71 Prozent). Deutlich gesunken ist die Anzahl an berücksichtigten Studierenden mit Fluchterfahrung (2019: 47, 2018: 57). Sieben Kindertagesstätten betreibt das stW. 2018 wurden 587 landesfinanzierte Plätze und 18 Gastplätze vorgehalten. Im Durchschnitt waren 99,1 Prozent der Plätze belegt (100 Prozent ohne Gastkinder). Die Herkunft der betreuten Kinder spiegelt den hohen Anteil internationaler Studierender an den Berliner Hochschulen wider, obwohl der Anteil an Kindern mit nicht deutscher Herkunftssprache 2019 erneut leicht gesunken ist (2019: 23,9 Prozent; 2018: 24,7 Prozent). Mehrsprachige Angebote Förderung der Chancengleichheit durch Tutor*innenprogramme Das stW hat zahlreiche Publikationen seiner Angebote ins Englische übersetzen lassen und betreibt auch seine Website zwei­ sprachig. 21 Wohnheimtutor*innen haben das studierendenWERK BERLIN 2019 als studentische Aushilfen unterstützt. Drei Ländertutor*innen kümmerten sich zudem gezielt um die Belange internationaler Studierender. Soziale Unterstützung in Notlagen Eine Vielzahl von finanziellen Hilfen konnte bei der Sozialberatung beantragt werden: Neben dem Notfonds und dem DSKV-Fonds stand der Darlehensfonds für soziale Überbrückungsdarlehen zur Verfügung. Darüber hinaus wurden Gelder externer Stiftungen vergeben. 2019 gingen 92 entsprechende Anträge (2018: 102) ein, 57 davon wurden bewilligt (2018: 67). Die besondere Attraktivität der Berliner Hochschullandschaft bei ausländischen Studierenden ist ungebrochen. Weiterhin ist jede*r fünfte Studierende der Berliner Hochschulen internationaler Herkunft. Der Anteil der Bildungsausländer*innen unter den Berliner Studierenden lag 2019 bei 21,3 Prozent (2018: 20,5 Prozent). 50,5 Prozent von ihnen waren Frauen (2018: 50,2 Prozent). Darüber hinaus gibt es die Broschüre „International Students“, die eine komprimierte Einführung über alle Angebote des studierendenWERKs bietet. Hausmitteilungen in den Wohnheimen erfolgten i. d. R. zweisprachig. Bei der Einstellung der studentischen Aushilfen an den InfoPoints wird besonders auf Internationalität geachtet: Alle Studierenden, die hier eingesetzt sind, sprechen mindestens zwei, häufig mehr Sprachen. Verpflegungsangebote Das studierendenWERK BERLIN betreibt 55 Mensen in Berlin. Der Umsatz der Speisebetriebe ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken 2019 Geschäftsbericht 15 studierendenWERK BERLIN (2019: 20,2 Mio. Euro, 2018: 22,6 Mio. Euro). Der Rückgang (täglich 28.461 Besucher*innen gegenüber 33.077 im Jahr 2018) hat vielfältige Gründe: Zum einen wurden die Preise für Hochschulgäste und Hochschulmitarbeiter*innen erhöht, zum anderen stellen wir fest, dass die Anwesenheit auf dem Campus zurückgeht. Mit ihren 653 Mitarbeiter*innen sind die Speisebetriebe die größte Abteilung des studierendenWERKs. Derzeit verfügen die Speisebetriebe über 10.653 Innen- und 2.430 Außensitzplätze. 14,2 Mio. Euro wurden Rechnungen der Berliner Bauwirtschaft bezahlt. Wirtschaftlichkeit Der Anteil des konsumtiven Landeszuschusses an der Finanzierung des studierendenWERKs belief sich wie 2018 auf 11,5 Mio. Euro. Auch 2019 erfolgte die Wirtschaftsführung im Rahmen der zur Verfügung gestellten Zuschüsse und Einnahmen. Rechtsgeschäfte mit unmittelbaren Folgen für den Landeshaushalt wurden nicht eingegangen. Wohnheimbestand Kommunikation des Angebotes Trotz zwei Wohnheimeröffnungen hatte das studierendenWERK BERLIN Ende 2019 lediglich 9.175 Wohnplätze in seinem Bestand (2018: 9.443). Dies ist Folge der Beendigung des Mietvertrags für das Wohnheim Hafenplatz, welches von der Eigentümerin, einer Investmentgruppe, anderweitig entwickelt werden wird. Die Versorgungsquote war damit weiterhin rückläufig. 2014 fiel sie erstmals unter die 6-Prozent-Marke und ist auch 2019 darunter geblieben (5,4 Prozent). Die Studierenden der im Berliner Südwesten gelegenen Hochschulen, dabei besonders der Freien Universität Berlin, waren mit 2,3 Prozent weiterhin stark unterversorgt. Das umfangreiche Sanierungsprogramm zum Erhalt des Wohnheimbestands wurde 2019 fortgesetzt. Im Umfang von rund Das sW hat 2019 seinen Service rund ums Studium an 24 Informationstagen und Veranstaltungen Studienanfänger*innen und -interessierten vorgestellt. Die Website des studierendenWERKs zählte 2019 5,8 Mio Besucher*innen. 29.000 Studierende haben sich an die InfoPoints gewandt. Mit seinem Facebook-Auftritt hat das stW 546.000 Nutzer*innen erreicht, weitere 39.000 mit dem Facebook-Kanal für internationale Studierende. Der Instagram-Auftritt erreichte 105.000 Menschen und der Twitterkanal 170.000. Die Printausgabe des studierendenWERKs-Magazins „Werkblatt“ wurde eingestellt und 2019 durch ein Onlinemagazin ersetzt, für das ausschließlich studentische Redakteur*innen schreiben. 77 Artikel wurden geschrieben, rund 18.000 Leser*innen erreicht. 170.937 168.035 164.781 160.640 157.149 154.330 149.770 142.227 9.694 9.456 9.447 9.410 9.390 9.378 9.399 9.428 9.443 9.175 138.189 171.129 Entwicklung Studierende im Zuständigkeitsbereich des studierendenWERKs Wohnheimplätze 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 Geschäftsjahr 2019 Entwicklung des internen und externen Qualitätsmanagements Zur Verbesserung der Prozessqualität werden kontinuierlich die wesentlichen Prozesse des studierendenWERKs erfasst und IT-unterstützt dokumentiert. Studierende beschwerten sich sowohl schriftlich, mündlich, telefonisch und per E-Mail sowie online beim stW. Je nach Dienstleistungsangebot machen die Studierenden sehr unterschiedlich vom Beschwerderecht Gebrauch. Alle Beschwerden wurden erfasst, zeitnah beantwortet und ausgewertet. Die Beschwerdequote hielt sich auch 2019 auf niedrigem Niveau. Die Bearbeitungszeit der BAföG-Anträge betrug 2019 7,2 Wochen und hat sich gegenüber 2018 leicht verlängert. Die Anzahl der Widersprüche gegen BAföG-Bescheide liegt mit 1.158 unter der des Vorjahres (2018: 1.329). Förderung der studentischen Mitwirkung und Selbstorganisation 2019 setzten sich 23 studentische Selbstverwaltungen für die Interessen der Studierenden ein und bereicherten das Leben in den Wohnheimen. Die finanzielle Förderung der laufenden Arbeit wurde fortgesetzt, ein Großteil der Selbstverwaltungen erhielt sachbezogene Zuschüsse. Auch die Wohnheimtutor*innen gestalteten das kulturelle Leben mit. Die Ausrichtung aller Angebote orientiert sich streng an den Wünschen der Studierenden. Die Angebote werden unter Beteiligung der Studierenden umgesetzt, so zum Beispiel im Kulturbereich oder am InfoPoint. Im Rahmen des Study&Work-Programms wurden Studierende als studentische Aushilfen im studierendenWERK eingesetzt und auf die jeweiligen Tätigkeiten vorbereitet. 96 Studierende waren zum 31.12.2019 beim studierendenWERK BERLIN beschäftigt. Förderung der Gesundheit und Motivation der Beschäftigten Der Krankenstand ist 2019 konstant zum Vorjahreswert geblieben (9,5 Prozent). Im Zentrum des betrieblichen Gesundheitsmanagements stand weiterhin die Umsetzung verschiedener Maßnahmen zur Gesundheitsförderung, wie z. B. Yoga-Kurse und ergonomische Trainings. Auch 2019 wurde die tariflich vereinbarte leistungsorientierte Vergütung auf Basis einer Dienstvereinbarung ausgezahlt. Um dem gestiegenen Bedarf an der internationalen Ausrichtung der Angebote gerecht zu werden, bot das studierendenWERK Fortbildungen für seine Mitarbeiter*innen an. Die Fort- und Weiterbildungsquote lag 2019 bei 63,8 Prozent. Gesamthaushalt 2019: 29.355.507.000 € Das studierendenWERK in Relation zum Berliner Haushalt 2019 16 Wissenschaftshaushalt: 1.928.409.300 € Konsumtive Zuschüsse Wissenschaftsbetrieb Konsumtive Zuschüsse an öffentliche Hochschulen Konsumtiver Zuschuss studierendenWERK BERLIN: 11.500.000 € 2019 Geschäftsbericht 17 studierendenWERK BERLIN Verwaltungsrat 2019 Der Verwaltungsrat des studierendenWERKs BERLIN setzt sich aus 14 hauptamtlichen Mitgliedern zusammen, die jeweils eine*n Vertreter*in haben: Sieben studentische Mitglieder, drei Mitglieder aus den Hochschulen, zwei „geschlechtsparitätisch auszuwählende Mitglieder mit einschlägigen Fachkenntnissen und Berufserfahrung auf wirtschaftlichem, rechtlichem oder sozialem Gebiet …“, ein*e Vertreter*in der Beschäftigten des studierendenWERKs sowie das für Hochschulen zuständige Mitglied der Senatskanzlei – Wissenschaft und Forschung, welches auch den Vorsitz führt. Mit der Senatsneubildung am 8. Dezember 2016 ist die Ressortzuständigkeit für Wissenschaft und Forschung auf den Regierenden Bürgermeister von Berlin übergegangen, der damit auch künftig den Vorsitz des Verwaltungsrats innehat. Die Geschäftsführerin, ein Mitglied des Personalrats sowie die Frauenvertreterin nehmen mit Rede- und Antragsrecht an den Sitzungen des Verwaltungsrats teil. Gemäß Studierendenwerksgesetz beträgt die Amtszeit der Verwaltungsratsmitglieder zwei Jahre. Laut Gesetz nehmen alle Verwaltungsratsmitglieder auch nach Ablauf ihrer Amtsperiode die Geschäfte weiter wahr, bis die Nachfolge bestimmt bzw. gewählt ist. Eine Wiederwahl der Mitglieder ist möglich. Der Verwaltungsrat war 2019 uneingeschränkt handlungsfähig, er tagte insgesamt vier Mal. Turnusgemäß erfolgt eine Neuwahl des Verwaltungsrats alle zwei Jahre. Bei den Hochschulmitgliedern gab es in der laufenden Amtsperiode 2019/20 zu Beginn 2019 aufgrund des Eintritts eines langjährigen Verwaltungsratsmitglieds in den Ruhestand eine Nachbesetzung im Bereich der Kunsthochschulen. Der größte Wechsel besteht generell im Bereich der studentischen Verwaltungsratsmitglieder. Sechs studentische Verwaltungsratsmitglieder wurden für eine weitere Amtszeit wiedergewählt, für die drei per März 2019 ausgeschiedenen studentischen Verwaltungsratsmitglieder nahmen drei neue studentische Verwaltungsratsmitglieder ihre Arbeit im Gremium auf. Fünf studentische Stellvertreter*innenstellen blieben im ersten Halbjahr 2019 weiterhin unbesetzt. Im Sommer konnten bei einer weiteren Wahl zwei weitere Stellvertretungspositionen besetzt werden, sodass insgesamt elf Studierende Positionen im Verwaltungsrat besetzen. Bei der Besetzung der Expert*innen gab es keinen Wechsel, die Vertretung der Beschäftigten des studierendenWERKs BERLIN blieb ebenfalls unverändert. Jährlich stehen die Genehmigung des Jahresabschlusses des Vorjahres, die Benennung des*der Wirtschaftsprüfer*in für die Prüfung des laufenden Jahres sowie die Feststellung des Wirtschaftsplans für das Folgejahr auf der Agenda. Im Berichtsjahr hatte der Verwaltungsrat ein großes Arbeitspensum zu bewältigen. In den vier ordentlichen Sitzungen wurde das Gremium zu vielen Themen informiert, Sachverhalte wurden diskutiert und deren Umsetzung wurde beschlossen. Unter anderem wurde der Verwaltungsrat über das Preissystem der Mensen unterrichtet, die Weiterentwicklung des Neubauvorhabens auf dem Gelände der Wohnheimanlage Aristotelessteig präsentiert, die finanzielle Situation des studierendenWERKs sowie die Neukonzeption der Sozialberatung dargestellt und die Fortführung des Frauencafés Ottilie beschlossen. 2019 18 Gremien Außerdem hat der Verwaltungsrat über die für 2019 anstehenden Rahmenvertragsverhandlungen mit der Senatskanzlei Abt. Wissenschaft zur Finanzierung des studierendenWERKs BERLIN für die Jahre 2020 bis 2024 diskutiert. Wie in den Vorjahren war das studentisches Wohnen auch 2019 ein arbeitsintensiver Themenkomplex für das studierendenWERK und damit auch für den Verwaltungsrat. Die Problematik der Schaffung zusätzlicher Wohnheimplätze wurde wiederholt intensiv diskutiert und wird den Verwaltungsrat auch weiterhin nachhaltig beschäftigen. Über die geplanten Neubauvorhaben wurde ebenso wie über alle anderen anstehenden und laufenden Sanierungs- und Bauprojekte regelmäßig und ausführlich informiert. Mit der Investitionsbank Berlin (IBB) wurden Gespräche bezüglich der Aufnahme von Krediten für die Realisierung geplanter Nachverdichtungsbauprojekte geführt. Zusammensetzung des Verwaltungsrats 2019 § 4 Abs. 1 Satz 5 StudWG: Michael Müller Regierender Bürgermeister von Berlin Stellvertreter: Steffen Krach Staatssekretär für Wissenschaft Senatskanzlei – Wissenschaft und Forschung § 4 Abs. 1 Satz 1 StudWG – Hochschulvertreter*innen: Dr. Andra Bör Freie Universität Berlin Stellvertreter: Dr. Mathias Neukirchen Technische Universität Berlin Claas Cordes Hochschule für Technik und Wirtschaft Stellvertreterin: Dr. Sandra Westerburg Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin 01.01. – 31.12.2019 01.01. – 31.12.2019 01.01. – 31.12.2019 01.01. – 31.12.2019 01.01. – 31.12.2019 01.01. – 31.12.2019 Hans-Joachim Völz Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Stellvertreterin: NN Dr. Ulrike Prechtl-Fröhlich Universität der Künste Berlin § 4 Abs. 1 Satz 3 StudWG – Mitglieder mit Fachkenntnissen: Susanne Jahn Architektin, Jahn, Mack u. Partner Stellvertreterin: Anne Fellner Baudezernentin der Stadt Eberswalde Dr. Peter Schink Stellvertreter: Dieter Schäferbarthold Rechtsanwalt 01.01. – 31.12.2019 28.03. – 31.12.2019 01.01. – 31.12.2019 01.01. – 31.12.2019 01.01. – 31.12.2019 01.01. – 31.12.2019 2019 Geschäftsbericht 19 studierendenWERK BERLIN jeweils 01.01. § 4 Abs. 1 Satz 2 StudWG – – 06.03.2019 Studierende: Jannis Drossart Technische Universität Berlin Lina Haak Humboldt-Universität zu Berlin Theresa Bischof Freie Universität Berlin Andrej Wetzlaugk Humboldt-Universität zu Berlin Moritz Ratke Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin Aeneas Heller Humboldt-Universität zu Berlin Thaeba Ayubi Universität der Künste zu Berlin jeweils 01.01. Stellvertreter*innen: – 06.03.2019 NN Paulin Bucher Technische Universität Berlin NN Fritz Kempas Freie Universität Berlin NN NN NN Theresa Bischof Freie Universität Berlin Lina Haak Humboldt-Universität zu Berlin Jannis Drossart Technische Universität Berlin Alba Luna Lawrenz Alice Salomon Hochschule Fritz Kempas Freie Universität Berlin Andrej Wetzlaugk Humboldt-Universität zu Berlin Tilmann Malte Ziemes Alice Salomon Hochschule Stellvertreter*innen: NN Aeneas Heller Humboldt-Universität zu Berlin NN Julian Eric Christian Universität der Künste Berlin NN NN NN jeweils 07.03. – 07.08.2019 jeweils 07.03. – 07.08.2019 Ann Kristin Kemna Freie Universität Berlin Tilmann Malte Ziemes Alice Salomon Hochschule Alba Luna Lawrenz Alice Salomon Hochschule Andrej Wetzlaugk Humboldt-Universität zu Berlin Christine Reiß Universität der Künste Berlin Wolfgang Antoniazzi Beuth Hochschule Berlin Julian Eric Christian Universität der Künste Berlin Stellvertreter*innen: Jannis Drossart Technische Universität Berlin Aeneas Heller Humboldt-Universität zu Berlin Lina Haak Humboldt-Universität zu Berlin Moritz Ratke Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin NN Tillmann Schneider Freie Universität Berlin NN § 4 Abs. 1 Satz 4 StudWG – Beschäftigtenvertreter*in: Sarah Räsch studierendenWERK BERLIN Stellvertreter: Rainer Böger studierendenWERK BERLIN jeweils 08.08. – 31.12.2019 jeweils 08.08. – 31.12.2019 01.01. – 31.12.2019 01.01. – 31.12.2019 2019 20 Gremien Vertretungsgremien SCHWERBEHINDERTENVERTRETUNG Mareen Schäfer Stellvertretung (Stand 31.12.2019): 1. Stv.: Andreas Thiel 2. Stv.: Bianca Zimmermann FRAUENVERTRETERIN Silvia Cornelius Stellvertretung: Dominique Illing PERSONALRAT (Mitglieder Stand 31.12.2019) Bernward Friedrich Klaus-Peter Drechsel Regina Hillebrecht Sabine Alexander Monika Günther Birgit Rominger Katharina Steinbach Mario Kelterborn Karsten Freund Anrita Hintenberg Eva Schneider Manuela Ebel Jasmin Mohr Nachrücker*innen: Petra Stüwert Claudia Haller Frank Schlak Marco Münch studierendenWERK BERLIN Speisebetriebe „Veggie 2.0 – die tiefgrüne Mensa“ eröffnet Verkauf von Pappbechern eingestellt Gemeinsames Fastenbrechen 2019 Geschäftsbericht 21 2019 22 Speisebetriebe Herr Föll, 2019 haben Sie die erste vegane Mensa Berlins eröffnet. Wie kam es zu dieser Entwicklung und welche Herausforderungen waren zu meistern? Ende 2018 haben wir die Umwandlung aller Cafeterien in Mensen vorgenommen. Das Speisenangebot in den damaligen Cafeterien konnte im Laufe der Jahre durch anspruchsvollere Technik immer weiter ausgebaut werden und enthielt mehr und mehr warme Mittagsgerichte. Das entspricht unserem gesetzlichen Auftrag und darum war es notwendig, das Preisgefüge in diesen Einrichtungen den Mensen anzupassen. In der Folge gab es in der Hardenberg­straße zwei Mensen. Die Überlegung, hier eine Spezialisierung vorzunehmen, lag also nahe. Bereits 2010 haben wir unsere erste vegetarische Mensa auf dem FU-Campus eröffnet – mit durchschlagendem Erfolg. Die Studierenden wünschten sich darüber hinaus seit Jahren eine Ausweitung des veganen Angebotes. Da wir mit der vegetarischen Mensa viele gute Erfahrungen sammeln konnten, schien der nächste Schritt zur Etablierung einer rein veganen Mensa im studierendenWERK nicht mehr so groß. Thomas Föll, Leiter Abteilung Speisebetriebe im Interview Und die ehemalige Cafeteria im Erdgeschoss der Hardenberg­ straße war von Größe und Kapazität bestens geeignet. Es wurden zunächst kleinere bauliche Verbesserungen vorgenommen. Insbesondere der Schallschutz ist im hektischen Mensabetrieb wichtig, denn unsere Besucher*innen sollen sich so wohl wie möglich fühlen. Digitale Ausgabeanzeigen wurden in der gesamten Mensa installiert und die Sitzmöglichkeiten modernisiert. Wir haben gezielt eine*n vegane*n Köch*in gesucht – und auch gefunden, denn für solch eine exponierte Mensa ist es besonders wichtig, sich mit seiner Arbeit zu identifizieren. Es sollte schließlich täglich auch ein bis zwei frisch im Ausgabebereich produzierte Gerichte geben – Spaß und Überzeugung bei dem was man tut kommen auch bei den Besucher*innen an. Der bereits existierende separate Speiseplan für die Mensa Veggie No 1 enthielt schon viele vegane Rezepturen. Darauf konnte sehr gut aufgebaut werden, sodass es bis zu einem rein veganen Speiseplan für die Mensa Veggie 2.0 nur noch ein kleiner Schritt war. Der Name der Mensa „Veggie 2.0 – die tiefgrüne Mensa“ ging übrigens aus einem öffentlichen Namenswettbewerb hervor. Auch die Einrichtung der ehemaligen Cafeteria erstrahlt nun in neuem Glanz. 2019 Geschäftsbericht 23 studierendenWERK BERLIN „Richtige“ Herausforderungen zeigten sich erst nach der Eröffnung. Die Besucher*innenzahlen waren weit höher als erwartet. Unsere Hauptküche befindet sich in der ersten Etage, viele unserer veganen Komponenten müssen dort vorbereitet werden. Die Logistik ist in Anbetracht des Ansturms nicht immer problemlos zu meistern. Auch ist der Arbeitsbereich sehr klein, was die Organisation der Abläufe insbesondere in Stoßzeiten erschwert. Wir haben allerdings ein tolles Team vor Ort, sodass alles bislang gut gemeistert werden konnte. Die Resonanz bei der Zielgruppe und auch in der Presse war riesig. Hätten Sie damit gerechnet? Wir haben natürlich gehofft, dass die Idee einer rein veganen Mensa positiven Anklang findet. Die Erfahrungen aus der Eröffnung der vegetarischen Mensa 2010 haben uns gezeigt, dass unsere studentischen Gäste unseren Innovationen gern folgen, denn in dieser Mensa gehen seither täglich ca. dreimal mehr Menschen ein und aus als ursprünglich gedacht. Dass die positive Resonanz allerdings so überwältigend sein wird – nein, damit haben wir nicht gerechnet. Auch in der veganen Mensa besuchen uns täglich doppelt so viele Besucher*innen wie erwartet. Wie haben Sie das Angebot in der Veggie 2.0 entwickelt? Unser Rezepturenstamm umfasste bereits vor der Eröffnung der Veggie 2.0 weit mehr als 1.000 vegane Rezepturen. Seit 2012 bieten wir in all unseren großen Mensen verbindlich ein veganes Klimaessen an. Außerdem haben wir eine gläserne Nudelmanufaktur neben der Mensa aufgebaut. Pasta ist bei den Studierenden sehr beliebt. Sie wird im Sinne der Nachhaltigkeit vor Ort produziert und kann direkt weiterverwendet wer­den. Es entfallen lange Transportwege. Auch der Vorgang des Trocknens fällt weg. Ein kurzes Aufkochen genügt, womit wir den Wasser- und Stromverbrauch senken. Zudem werden die Nudeln auch in der Hauptmensa im 1. Stock verwendet, denn die Kapazität der Maschine kann diese Mengen abdecken. nachh a l t i g Auch das Interesse der Presse – über die Landesgrenzen hinaus – war erstaunlich. Interessierte konnten sich bei Führungen und mittels Hospitationen ein Bild vom Arbeitsalltag in dieser Mensa machen. 41 % des Speiseangebots der Mensen sind vegan. 15 % vegetarisch Unsere veganen Rezepturen wurden kontinuierlich erweitert. Input gab es hierfür natürlich besonders von unserer neuen veganen Köchin, aber auch unser gesamtes Team, das für die Speiseplanerstellung zuständig ist, und unsere Mensaleitung haben sich hier besonders engagiert. Wir verzichten in der Veggie 2.0 auf Fleischersatzprodukte und arbeiten viel mit verschiedenen Getreidesorten. Tatsächlich ist das Speiseangebot in allen Mensen des 2019 24 Speisebetriebe studierendenWERKs bereits zu 41 Prozent vegan, weitere 15 Prozent sind vegetarisch. Auch in der großen Mensa in der ersten Etage der Hardenbergstraße gibt es weiterhin bis zu drei vegane Gerichte täglich. Doch nicht nur in Sachen Ernährung setzen die Speisebetriebe auf Nachhaltigkeit. Seit Januar 2019 sind die Pappbecher komplett abgeschafft. Dem ging aber auch eine mehrjährige Entwicklung voraus. 2015 haben wir einen Aufschlag auf Einwegbecher für Heißgetränke eingeführt. Im Gegenzug gab es Rabatt auf mitgebrachte Mehrwegbecher. Zu dieser Zeit wurden, trotz diverser vorangegangener Kampagnen, knapp 70 Prozent aller Heißgetränke im Pappbecher verkauft. Der Aufschlag wurde in den folgenden Jahren noch zweimal erhöht, zuletzt auf 40 Cent. Knapp drei Jahre hat dieser Prozess also gedauert. Die Kund*innen konnten sich langsam daran gewöhnen. Im 4. Quartal 2018 hat der Pappbechergebrauch einen Tiefststand von 9 Prozent erreicht. Es war nun nur noch einer kleiner Schritt, ganz auf die Einwegbecher zu verzichten. Unsere Zielgruppe hat die Abschaffung sehr gut aufgenommen, von den Studierenden gab es durchweg positives Feedback. Sechs Mensen des studierendenWERKs sind nach EMAS auditiert. Was stand im Jahr 2019 im Bereich Umweltmanagement an und was sind Ihre Visionen für die Zukunft? Zunächst halten wir es für wichtig, das integrierte Management auf all unsere Mensen auszuweiten. Konkret bedeutet das, dass die EMAS-Standards überall in den Speisebetrieben Anwendung finden. Wir sind hier bereits auf einem sehr guten Weg. Von den Vorteilen eines integrierten Managementsystems zu profitieren bedeutet jedoch zunächst viel Arbeit und Engagement aller Mitarbeiter*innen. Optimierungspotential in Prozessen muss erkannt und etabliert, und in Schulungen muss anwendbares Wissen vermittelt werden. Allen Mitarbeiter*innen muss umweltbewusstes Handeln ein Selbstverständnis werden, eine sehr gute interne Kommunikation ist hierfür eine der wichtigsten Voraussetzungen. Derzeit arbeiten wir gezielt am Aufbau und der Durchführung von Qualitätssicherungsmaßnahmen, um die Arbeitsprozesse in der Speisenproduktion zu optimieren. Da wir berlinweit 35 Mensen betreiben und ca. 8 Mio. Besucher*innen jährlich versorgen, kommt dieser Aufgabe eine enorme Wichtigkeit zu. Wir wollen, dass unsere Studierenden von Hellersdorf bis Zehlendorf einheitlich eine sehr gute Qualität des Speiseplans und der zubereiteten Gerichte erwarten können. In diesem Zusammenhang möchten wir unsere Abfallmengen im Produktionsverlauf weiter reduzieren aber auch weniger Strom verbrauchen. Dazu müssen wir es schaffen, einheitliche Garprozesse in der Küchentechnik in allen Einrichtungen zu implementieren. Wir werden die Bereitstellung von Trinkwasserspendern in den Mensen weiter voranbringen. Es ist der Ausbau der Photovoltaikfläche auf dem Dach der Mensa Hardenbergstraße geplant. Perspektivisch möchten wir eine nachhaltige Fleischqualität im Frischfleischsegment einführen. Wir werden den Wünschen der Studierenden folgen und den An- 2019 Geschäftsbericht 25 studierendenWERK BERLIN teil an veganen und vegetarischen Gerichten in allen Einrichtungen weiter erhöhen. Unsere Vision ist es, dass von unserer Zielgruppe nachhaltiges Handeln immer in Verbindung mit dem studierendenWERK BERLIN und den Speisebetrieben gesehen wird. Bis auf wenige Ausnahmen wurden alle Mensen mit Aufwert-Automaten ausgestattet. Auch das erleichtert die Arbeit an den Kassen. Viele Kund*innen nehmen am Autoloadverfahren teil – die Zahlen sind seit Jahren kontinuierlich steigend. Ebenfalls zum 1. Januar wurde der Bargeldverkehr ganz abgeschafft. Wie wirkt sich dies auf die Arbeit an der Kasse aus? Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus betrachtet bedeutet der Verzicht auf Bargeldzahlung natürlich Kosteneinsparungen. Dennoch halten wir es für sinnvoll, über die Bezahlmöglichkeit mit der MensaCard hinaus eine alternative Bezahlmethode zur Verfügung zu stellen. Wir haben bereits verschiedene Möglichkeiten eruiert und zeitnah Testläufe für diese Alternativen eingeplant. Insbesondere für Gäste von Hochschulen, die uns im Rahmen von Veranstaltungen oder Konferenzen besuchen möchten, wird dies eine Erleichterung darstellen. Seit mehr als 10 Jahren haben wir die Nutzung der MensaCard forciert. Mit dieser abschließenden Umstellung können wir nun in allen Einrichtungen bis zu 20 Kassiervorgänge pro Minute und Kasse abwickeln – fünf mal mehr als bei der Barzahlung. Das ist im Interesse der Studierenden, deren Zeit zwischen den Vorlesungen oft knapp ist. dig i t a l Insbesondere in den ehemaligen Cafeterien verlief die Umstellung allerdings nicht ganz so problemlos – hier lag der Fokus in der Vergangenheit überwiegend auf der Barzahlung. Besonders Hochschulangehörige und externe Gäste von Hochschulen, die uns in diesen Mensen besuchten, sahen sich eingeschränkt. Zwischenzeitlich haben sich aber alle an die Gegebenheiten gewöhnt. Die Arbeit an den Kassen verläuft nun viel effizienter, das Zählen des Bargeldes zum Feierabend hat sich auf ein Minimum reduziert, denn es werden nur noch Käufe und Auszahlungen von MensaCards in bar abgewickelt. Ein ganz besonderer Event war das Fastenbrechen in der Mensa Hardenberg­straße im Mai. Wie kam es zu dieser Idee? In den Speisebetrieben arbeiten Mitarbeiter*innen aus 30 Nationen. Für viele unserer Mitarbeiter*innen gehört die Fastenzeit ganz selbstverständlich in ihren Alltag. Das Fastenbrechen wird jährlich immer sehr herzlich unter Einbeziehung aller Kolleg*innen begangen, was der Grundstein für die Idee eines gemeinsamen Fastenbrechens mit den Studierenden war. div e r s Fasten bedeutet allgemeinhin Verzicht und Innehalten. Es steht für einen spirituellen Akt, der über alle Religionen hinweg weltweit und aus den unterschiedlichsten Gründen vorgenommen wird. Verzicht insbesondere mit Blick auf 2019 26 Speisebetriebe nachhaltiges Handeln erschien uns als das aktuelle Thema von übergreifendem Interesse. Die Veranstaltung, für die unsere Mitarbeiter*innen freiwillig und mit viel Engagement gekocht, gebacken und vorbereitet haben, war ein großer Erfolg. Wir gehen davon aus, dass der Event eine Initialzündung für viele unserer Besucher*innen war, sich mit den Themen Verzicht und verantwortungsvollem Umgang mit allen Ressourcen näher zu beschäftigen. Ein weiteres großes Projekt im Jahr 2019 war der Umbau der Mensa an der Kunsthochschule Weißensee. Die Mensa an der Kunsthochschule war eine von zwei Einrichtungen, die zum Großteil von einer anderen Mensa mit Speisen beliefert werden musste. Unsere studentischen Gäste vor Ort sind sehr kritisch mit unseren Angeboten umgegangen und wünschten sich Innovationen, eine bessere Speisenqualität und mehr vegetarische und vegane Gerichte. Seitens der Hochschule wurden diese Wünsche unterstützt. genehmigung erteilt, sodass der Küchenbereich dahingehend verändert und ausgebaut werden konnte, dass eine Belieferung nicht mehr notwendig war. Der Gedanke, die Mensa rein vegetarisch und vegan zu betreiben, fand bei den Studierenden besonders großen Anklang. Seit November 2019 können wir nun auch an diesem Standort den Bedürfnissen der Studierenden nach frisch zubereiteten, „just in time“ produzierten, Mahlzeiten nachkommen. Die Zielgruppe der Studierenden befindet sich stets im Wandel und ist sehr anspruchsvoll. Gleichzeitig bietet Berlin eine Vielzahl von gastronomischen Angeboten. Wie stellen Sie sicher, dass die Mensen attraktiv bleiben? Für die Studierenden sind die Mensen nach wie vor der attraktivste Anbieter für die Mittagsversorgung. Mehr als 90 Prozent der Studierenden kennen und nutzen uns. Damit das so bleibt, nehmen wir alle eingehenden Feedbacks sehr ernst. Wünsche, die gezielt und mehrfach zur Anpassung des Angebotes an uns herangetragen werden, leiten wir in die entsprechenden Kanäle weiter. So entwickeln wir den Speiseplan ständig weiter. inno v a t i v Uns wurde eine Umbau- Für unsere Zielgruppe ist das Thema Nachhaltigkeit essentiell. Jede Weiterentwicklung wird darum zunächst unter diesem Aspekt betrachtet und bewertet. In erster Linie muss aber natürlich unser Essen schmecken. Das Team rund um die Erstellung des Speiseplans und unser internes Qualitätsmanagement arbeiten täglich daran. Um das auch zeigen zu können, werden wir 2020 zu einem „Tag der offenen Mensa“ einladen. studierendenWERK BERLIN Studentisches Wohnen Neubauten Mollwitzstraße und Dauerwaldweg eröffnet Deutschlands erstes Wohnatelier Theoretische Versorgungsquote 5,4 % 2019 Geschäftsbericht 27 2019 28 Studentisches Wohnen Frau Heubach, 2019 war sicherlich ein ganz besonderes Jahr für Sie, denn das studierendenWERK hat zwei neue Wohnheime fertiggestellt und eröffnet. Berichten Sie uns von den Projekten. Wir haben uns sehr gefreut, als wir am 20. Juni den Neubau in der Charlottenburger Wohnanlage MollwitzDas Neustraße nach nur knapp bau-Ensembeinem Jahr Baupha- le in der Mollse feierlich eröffnen witzstraße besteht konnten. Das Ensem- aus 7 Reihenhäusern. ble aus sieben Reihenhäusern bietet nun 86 neue Wohnplätze für Studierende auf einer Fläche von rund 2.500 Quadratmetern. Das Gebäude besteht aus Elementen in Holzrahmenbauweise. Auf den Flachdächern haben wir Begrünung angelegt. Die Außenanlage wurde mit umfangreicher Bepflanzung zur Verbesserung nachh a l t i g des Wohnumfeldklimas konzipiert. Im gesamten Objekt kamen nur energiesparende LED-Leuchten zur Ausführung. Es erfolgte die Anbindung an das bestehende Fernwärmesystem, um von der zentralen Energieerzeugung zu profitieren. Unsere studentischen Mieter*innen teilen sich jeweils im Erdgeschoss eine moderne Gemeinschaftsküche, jedes der Reihenhäuser hat einen separaten Zugang. Am 10. Oktober konnten wir dann schon das nächste Wohnheim eröffnen. Die bestehende Anlage aus den 1960er Jahren befindet sich im Dauerwaldweg nahe dem Grunewald und steht unter Denkmalschutz. Der im Laufe von rund eineinhalb Jahren errichtete Neubau in konventioneller Massivbauweise (drei Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss) fügt sich mit seiner gestalterisch klaren Form ästhetisch in das bestehende Ensemble ein. 50 neue Wohnplätze sind hier entstanden, davon drei rollstuhlgerechte Wohnungen und zwei für Betreuer*innen. Das Besondere an diesem Projekt ist, dass uns hier rund 700.000 Euro vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat als Förderung zur Verfügung gestellt wurden. Mit dem Programm „Variowohnen“ fördert das Ministerium preiswerten Wohnraum für Studierende und Auszubildende. Diese Wohnungen zeichnen sich durch die Möglichkeit des flexiblen Umbaus aus. Wenn die Gesellschaft 2019 Geschäftsbericht 29 studierendenWERK BERLIN Neubau Dauerwaldweg Außerdem wurden neue Bäume und Hecken gepflanzt und Dachflächen begrünt. immer älter wird, können hier beispielsweise Apartments zusammengelegt werden und altersgerecht für Senior*innen genutzt werden. Unter dem Aspekt des Fördertatbestandes zur Senkung von Betriebskosten erfolgt die Warmwasserbereitung zusätzlich über eine thermische Solaranlage mit Paneelen auf dem Dach als Unterstützung der Gas-Brennwert-Heizungsanlage. Die erzielten Energiegewinne aus der Solarthermie sind für die Bewohner*innen auf einer digitalen Anzeige im Eingangsbereich des Neubaus ablesbar. Um die Anlage optimiert zu betreiben, wurden außerdem Klimadatenlogger eingebaut, welche die inneren Energiebilanzen des Gebäudes abgleichen und so auf die spezifische Erwärmung des Gebäudes Einfluss nehmen. Dennoch ist die Zahl der Wohnplätze insgesamt von 9.443 auf 9.175 gesunken. Denn Sie mussten das Wohnheim Hafenplatz schließen. Wie kam es dazu? Das Objekt war das einzige, dass dem studierendenWERK nicht direkt übertragen, sondern lediglich angemietet war. Bei der Eigentümerin handelt es sich um eine Investorengruppe, die seit längerem eine andere Entwicklung für diese Wohnanlage plant. Da es in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand war, hat die Unterhaltung als Wohnheim für uns hohe Kosten verursacht, die auf Dauer nicht wirtschaftlich tragbar waren. dig i t a l Im Sinne einer ökologischen Freiraumgestaltung wurde darauf geachtet, die Außenfläche möglichst wenig zu versiegeln. Zum 30. September haben wir das Wohnheim dann aufgelöst. Glücklicherweise ist es uns gelungen, alle Mieter*innen, die selbst keine andere Bleibe gefunden hatten, in unseren anderen Wohnheimen unterzubringen. 77 % der Bewohner*innen sind internationale Studierende. Ricarda Heubach Leiterin Abteilung Studentisches Wohnen 2019 30 Studentisches Wohnen Immer mehr junge Menschen, insbesondere auch aus dem Ausland, ziehen nach Berlin, um zu studieren. Gleichzeitig wird bezahlbarer Wohnraum immer knapper. Rund 4.200 Studierende standen zum Beginn des Wintersemesters 2019/20 auf der Warteliste für einen Wohnheimplatz. Welche Pläne hat das studierendenWERK für die Zukunft, um diese Situation zu verbessern? Wir planen, ab 2020 auch in der Wohnanlage Aristotelessteig, die im Bezirk Lichtenberg gelegen ist, eine Bestandsverdichtung vorzunehmen, sprich die Anlage um einen Neubau zu erweitern. Insgesamt 176 Wohnplätze sollen auf sechs Etagen entstehen. Hierfür sollen uns u. a. 2,1 Mio Euro aus SIWANA*-Mitteln der Stadt Berlin zur Verfügung gestellt werden. Wenn alles läuft wie geplant, soll der Spatenstich im Jahr 2021 erfolgen. Weiterhin ist in Planung, auf dem Grundstück der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) in der Badenschen Straße in Schöneberg einen Neubau zu errichten. Dieser soll 200 Studierenden Wohnraum bieten. Derzeit beschäftigen wir uns damit, die notwendigen Mittel zur Finanzierung zu sichern. Ein Baubeginn wäre 2022 möglich. Eine Maßnahme, um den Anfragen der Studierenden besser gerecht zu werden, war 2018 die Einrichtung eines InfoCenters in der Hardenbergstraße. Das IC studi@home hilft nicht nur beim Wohnheimantrag, sondern berät Studierende auch bei der Wohnungssuche auf dem freien Markt. Wie wird das Angebot angenommen? 830 persönliche Anfragen vor Ort. Neben der Vermietung und Beratung zu unserem eigenen, begrenzten Angebot an Wohnheimplätzen unterstützen die Mitarbeiter*innen des InfoCenters aber auch Studierende, denen wir aktuell keinen Platz anbieten können. Dazu haben wir uns beispielsweise mit dem BBU (Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen) vernetzt; die städtischen Wohnungsbaugesellschaften melden uns dann regelmäßig freie Wohnungen. Auch andere Wohnungsunternehmen sowie Privatpersonen bieten uns Apartments, Wohnungen und Zimmer zur Weitervermittlung an. Am IC studi@home läuft alles zentral zusammen. In den Beratungsgesprächen mit den Studierenden ist uns zudem aufgefallen, dass das Wissen um den WBS (Wohnberechtigungsschein) noch wenig verbreitet ist. Hier klären wir gezielt auf – auch in Zusammenarbeit mit der Sozialberatung des studierendenWERKs, damit die Studierenden umfassend über ihre Möglichkeiten informiert sind. Ist die Lage sehr dringlich, gibt es auch die Option, bei uns bis zu sechs Monate zu zweit in einem Zimmer zu Wohnen. Im Rahmen der Kampagne „Fairteilen“ haben wir auf der Website und im InfoCenter auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht. 2019 haben 222 Studierende das Angebot genutzt. inno v a t i v Sehr gut! Insbesondere zu Semesterbeginn ist das Anfrageaufkommen sehr hoch. So hatten wir im Oktober beispielsweise rund Das studierendenWERK hat aber nicht nur neu gebaut, sondern auch vorhandenen Raum für die Umnutzung saniert. In der Gelfertstraße gibt es jetzt das erste Wohn­atelier für Studierende in Deutschland. Was ist das Besondere? Bei dem Objekt handelt es sich um ein ehemaliges Gemeindehaus in Form eines win*Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt und Nachhaltigkeitsfonds 2019 Geschäftsbericht 31 studierendenWERK BERLIN kelförmigen Flachbaus, das in den frühen 1960er Jahren entstanden ist. Es steht – wie die gesamte Wohnanlage – unter Denkmalschutz. Mit seinem bereits vorhandenen Gemeindesaal eignet sich das Gebäude perfekt für eine integrierte Ateliernutzung. Wohnen und kreatives Arbeiten unter einem Dach zu vereinen war dann auch die Vision, welche wir in Zusammenarbeit mit der Abteilung Studentisches Leben im stW erarbeitet haben. Damit möchten wir dem Wohn- und Ateliermangel in Berlin gleichzeitig begegnen. Im Juli 2018 konnten dann die Baumaßnahmen beginnen. Im Gemeindesaal entstanden Maisonettwohnungen als Holzeinbauten mit innenliegendem Bad und Pantry-Küche. So wurde Wohnen, Arbeiten und Schlafen auf drei Ebenen verwirklicht. Direkt angrenzend an die Maisonetten fungiert nun die restliche Saalfläche von 130 Quadratmetern als gemeinschaftlich genutzte Atelierfläche. Sowohl die Erhaltung der ursprünglichen Details der Innenarchitektur nach Maßgaben des Denkmalschutzes als auch die Nachhaltigkeit hatten für uns höchste Priorität. So haben wir das Flachdach vollständig saniert und die Fensterkonstruktionen instand gesetzt bzw. erneuert, um den ökologischen Fußabdruck des Gebäudes zu verringern. Insgesamt sind bei dem Umbau 14 Atelierplätze und 18 neue Wohnplätze entstanden. Das Angebot richtet sich aber nicht nur an Studierende der Bildenden Kunst, sondern an alle Studierenden, die Bedarf für einen Kreativarbeitsplatz vorweisen können. Die ersten Studierenden konnten dann am 1. Dezember ihr neues Zuhause beziehen. Wohnheim Gelfertstraße (Querschnittsgrafik: PEB+ Harm Reccius Architekten) 2019 32 Studentisches Wohnen ÜBERSICHT DER WOHNHEIME UND VERSORGUNGSQUOTEN Berlin gesamt 5,4 % Wohnplätze 171.129 Studierende Theoretische Versorgungsquote 9.175 Campus Mitte und Nord Campus CharlottenburgWilmersdorf 5,5 % TU UdK HWR 3,8 % 1.784 2.558 46.596 HU Charité Beuth HS Hertie School IPU HDPK HfM „Hanns Eisler“ KH Weißensee Code IUBH 47.322 11,4 % 2,3 % Campus Dahlem FU EHB Charité 1.032 33.243 43.968 3.801 Campus Ost HTW Alice Salomon HS KHSB HfS „Ernst Busch“ HWR HU HSAP studierendenWERK BERLIN BAföG Einführung von BAFSYS2 26. BAföG-Novelle tritt in Kraft Erster Azubi beendet Ausbildung 2019 Geschäftsbericht 33 2019 34 BAföG Herr Gröger-Hafermann, die Zahlen der BAföG-Anträge sind seit Jahren bundesweit rückläufig. Wie sieht es in Berlin aus? Nach dem absoluten Antragshoch zum Wintersemester 2012/13 gingen die Antragszahlen bundesweit stetig und spürbar zurück – und dies trotz der zwischenzeitlichen Gesetzesnovellen. Dies zeigt sich auch in Berlin: Nur 17 % der Berliner Studierenden beantragen noch BAföG. Wurden im Jahr 2012 noch insgesamt 40.060 Erst- und Verlängerungsanträge für Ausbildungen an den Berliner Hochschulen beim Amt für Ausbildungsförderung gestellt, so waren es im Jahr 2018 nur noch 33.605 Anträge. Für das Berichtsjahr 2019 können wir leider keine belastbaren Zahlen vorlegen, da zu Februar 2019 die neue Bearbeitungssoftware BAFSYS2 im Land Berlin eingeführt wurde, welche noch nicht die statistischen Auswertungen zulässt, die wir bislang gewohnt waren – ein Nachteil, welcher jedoch für die Zukunft abgestellt werden soll. Die Erklärung hierfür steht allerdings nicht im Widerspruch mit weiterhin sinkenden Antragszahlen – unsere Kernklientel bekommt, bedingt durch das 26. Änderungsgesetz, mehr Geld. Ich hätte mir an dieser Stelle ganz sicherlich Zweierlei gewünscht: ein Mehr an interessierten Antragsteller*innen und ein Mehr an bewilligten Fördermitteln. Haben Sie eine Erklärung dafür? Zum Wintersemester 2018/2019 waren im Land Berlin mehr als 188.000 Studierende eingeschrieben, und trotzdem stellte davon lediglich ein Sechstel einen Förderantrag. Sicherlich trägt die gute Konjunkturlage dazu bei, dass viele Eltern ihre Kinder ausreichend während des Studiums unterhalten können; ebenso gibt der Arbeitsmarkt auch den Studierenden genügend Möglichkeiten, ihr Studium selbst zu finanzieren. Auch gibt es sicherlich bei manchen die Befürchtung, nach dem Studium auf einem Schuldenberg zu sitzen; und diese Studierenden gehen dann lieber arbeiten. Geschätzt sind die Antragszahlen allerdings auch im Jahr 2019 entgegen der mit dem 26. Änderungsgesetz BAföG verbundenen Erwartungen nicht gestiegen, und das, obwohl u. a. die Bedarfssätze nicht unerheblich angehoben wurden. Allerdings kann festgestellt werden, dass 2019, beginnend ab August, ein Mehr an Fördermitteln bewilligt und zahlbar gemacht wurde. Christian Gröger-Haferman Leiter Amt für Ausbildungsförderung 2019 Geschäftsbericht 35 studierendenWERK BERLIN Unabhängig davon bin ich aber davon überzeugt, dass die Grauzone derer, die einen Anspruch der Höhe nach haben, diesen jedoch, aus welchen Gründen auch immer, nicht geltend machen, erheblich ist. Und an diese Studierenden müssen wir uns noch mehr wenden – ob medial oder persönlich. Hier gibt es einen erheblichen Nachholbedarf. Daher unterstütze ich auch ausdrücklich die Bemühungen des BMBF, hier noch mehr in die Offensive zu gehen. Wie kann das BAföG wieder attraktiver werden? Das 26. Änderungsgesetz war sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. Aber allein mit einer Anhebung der Bedarfssätze ist es nicht getan. Die Einkommensfreibeträge – insbesondere die für die leiblichen Eltern/ Elternteile – müssen konsequent und stetig angepasst werden; nur alle 3 bis 4 Jahre kosmetische Eingriffe hieran vorzunehmen, reicht nicht aus. dann aus, unterschreibt sie urschriftlich und versendet diese hiernach postalisch oder eingescannt via E-Mail o. ä. Das Upload-Portal hingegen ist bislang ein großer Erfolg. Mehr als 33.000 Datensätze mit mehr als 110.000 Anlagen wurden 2019 hierüber an das Amt übermittelt. Diese müssen hiernach vor Ort zwar noch ausgedruckt und den körperlichen Akten hinzugefügt werden, jedoch können die Antragsteller*innen schnell und zuverlässig Unterlagen übermitteln. Änderung verspricht hier zukünftig jedoch die E-Akte. Wann kommt denn die E-Akte? Soweit ich informiert bin, wird unser Softwareanbieter noch im Jahr 2020 ein entsprechendes Produkt, die digitale Akten-/ Antragsbearbeitung, marktfertig anbieten. Sofern sich dieses Produkt dann bewährt, muss man abwarten, ob und wann das studierendenWERK BERLIN dies für sich anwenden kann. dig i t a l Auch die fortschreitende Digitalisierung kann ganz sicherlich dazu beitragen, dass das BAföG wieder attraktiver wird, weg vom Vorurteil „Bürokratiemonster“. Mit der Möglichkeit, die übrigens im Land Berlin seit 2016 erfolgreich im Einsatz ist, Anträge online zu stellen und Unterlagen via Upload-Portal zu übermitteln, wurde schon viel erreicht. Allerdings bleibt der Malus, dass eine vollständige Online-Beantragung aktuell nur dann möglich ist, wenn sich die Antragsteller*innen über den elektronischen Personalausweis authentifizieren – und dies wird nur in Ausnahmefällen derzeit gemacht. Das Gros der Antragsteller*innen nutzt die Online-Beantragung zum Ausfüllen der notwendigen Antragsformulare, druckt diese Grundvoraussetzung ist jedoch in jedem Fall, dass das Land Berlin eine solche Software politisch wünscht und unterstützt und, dies darf nicht unerwähnt bleiben, auch die entsprechende Finanzierung sicherstellt. Die Einführung der aktuellen Bearbeitungssoftware zu Februar 2019 ist noch nicht abgeschlossen. Zwar gelang es, die Software in Betrieb zu nehmen, doch das im Hintergrund ebenso notwendige Beteiligungsverfahren der verschiedenen Interessenvertretungen im Land Berlin konnte bis heute noch nicht abgeschlossen werden, sodass das Verfahren bislang nur im Probeechtzeitbetrieb angewendet werden kann. 2019 36 BAföG Im Hinblick auf einen modernen Arbeitsplatz, auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und auch im Hinblick auf ökologische und ökonomische Überlegungen und Verantwortungen führt meines Erachtens kein Weg an der E-Akte vorbei – dieser gehört die Zukunft. Was sind die größten Herausforderungen für die Zukunft? 30 % der Mitarbeiter*innen gehen bis 2024 in Rente Neben der Herausforderung, das „Produkt“ BAföG attraktiv und nachhaltig zu gestalten und zu voll- ziehen sowie die Digitalisierung im Bereich BAföG zu gestalten, ist sicherlich das Finden neuer Mitarbeiter*innen eine der wesentlichen Kernaufgaben der nächsten Jahre. Bis einschließlich 2024 werden knapp 30 Prozent der Mitarbeiter*innen altersbedingt in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Der Arbeitsmarkt ist, was die klassischen Verwaltungsberufsabschlüsse (Verwaltungsfachangestellte*r etc.) betrifft, bereits schon seit geraumer Zeit leergefegt. Diese Entwicklung kam jedoch nicht unerwartet. Daher haben wir als Unternehmen schon vor mehr als drei Jahren auch damit angefangen, selbst in die Ausbildung zum*zur Verwaltungsfachangestellten (VfA) zu investieren und diese Ausbildung im studierendenWERK BERLIN anzubieten – und das mit Erfolg. Im Jahr 2019 konnten wir bereits den ersten hier vor Ort ausgebildeten VfA als neuen und unbefristet eingestellten Mitarbeiter begrüßen. Ab 2020 werden wir unsere Ausbildungsbemühungen noch verstärken und dann zwei Ausbildungsplätze im Jahr anbieten. Darüber hinaus investieren wir auch viel Zeit und Geld in die Qualifikation von Mitarbeiter*innen, damit diese hiernach als Sachbearbeiter*innen oder Hauptsachbearbeiter*innen arbeiten können. Studentisches Leben Psychologisch-Psychotherapeutische Beratung Sozialberatung Beratung Barrierefrei Studieren Kindertagesstätten Kultur & Internationales 2019 38 Studentisches Leben: Psychologisch-Psychotherapeutische Beratungsstelle Frau Theisen, laut dem Ärztereport der Barmer-Krankenkasse nehmen psychische Erkrankungen bei jungen Erwachsenen, und speziell bei Studierenden, in den letzten Jahren zu. Die Wartelisten bei Therapeut*innen, aber auch bei den Beratungsstellen der Universitäten sind lang. Wie begegnen Sie dieser Problematik? Irina Theisen Leiterin PsychologischNach einigen Überlegungen haben Psychotherapeutische Beratungsstelle wir uns für einen „radikalen“ Schritt entschieden und vergeben Termine für Erstgespräche seit Mitte August des Jahres 2019 nun anders: Jede Woche wird ein neues Termin-Kontingent freigegeben. Wenn das erschöpft ist, verweisen wir unter anderem auf unser niedrigschwelliges Workshop-Angebot. Wir halten aber weiterhin zwei Krisentermine pro Woche für Studierende in suizidalen Krisen vor. Studierende im Schwangerschaftskonflikt und mit anderen sehr dringenden Anliegen bekommen, wenn irgendwie möglich, sowieso einen zeitnahen Termin. Bisher ist die Bilanz positiv. Die Studierenden sind stärker in der Verantwortung, finden es aber sehr gut, dass sie nun einen Termin in der nächsten oder übernächsten Woche bekommen und nicht erst in vier oder sechs Wochen. Die Geschäftsführerin hat zudem entschieden, die Stellenanteile der Beratungsstelle aufzustocken, um der ungebrochen hohen und steigenden Nachfrage zu begegnen, worüber ich mich sehr freue! gebot wahrnehmen können. In diesem Jahr haben wir vor allem das niedrigschwellige Workshop-Angebot weiter ausgebaut, mit einem kurzen Info-Workshop, der Studierende bei der Suche nach einem Psychotherapieplatz unterstützt. Die Reihe „Stressfrei durchs Studium“ für internationale Studierende startete dieses Jahr und wir haben – aufgrund der hohen Nachfrage – eine Anti-Depressionsgruppe ins Leben gerufen. 12 % der Beratungsstunden wurden auf Englisch durchgeführt. Sie erwähnen die Reihe für internationale Studierende: Sind diese denn besonders gefährdet, psychisch zu erkranken oder in eine Krise zu geraten? dive r s Welche Gruppenangebote sind 2019 hinzugekommen? Unserer Erfahrung nach ist es wichtig, ein diverses Gruppenangebot zu machen, damit Studierende das für sie passende An- Ja, die sind tatsächlich besonders gefährdet. Die Gründe hierfür sind sicher vielfältig: Sie müssen mit kulturellen Unterschieden umgehen, auch hinsichtlich der Betreuungsintensität an der Universität, müssen erst neue Freund*innen finden, die eine sehr große Rolle im Umgang mit Le- 2019 Geschäftsbericht 39 studierendenWERK BERLIN benskrisen spielen. Nicht selten erschwert auch Diskriminierung das Ankommen und Wohlfühlen. Manche Studierende haben eine Fluchtgeschichte und bangen um zurückgebliebene Angehörige. Bei psychischen Erkrankungen kommt hinzu, dass viele internationale Studierende private Krankenversicherungen abschließen, die nicht selten psychotherapeutische und psychiatrische Behandlung ausschließen und dann eine angemessene Behandlung erschweren. Die meisten internationalen Studierenden kommen in Einzelgesprächen zu uns. Wir haben aber auch die erwähnte Workshop-Reihe für internationale Studierende (mit und ohne Fluchthintergrund) entwickelt, die vor allem aufklärt und ganz konkrete Tipps unter anderem im Umgang mit Stress, Schlaf- und Arbeitsstörungen gibt. ten wir offen sprechen und aufzeigen, dass es Dinge gibt, die man dagegen tun kann. Wir haben das Phänomen erklärt und es gab ein Bühnenprogramm zum Thema. Vor allem hatten die Besucher*innen aber die Möglichkeit, Vieles direkt in Workshops auszuprobieren. Die über hundert Gäste haben sich sehr gut darauf eingelassen und wir haben so viele positive Rückmeldungen erhalten, dass das bestimmt nicht die letzte Dark Night war. Sie übernehmen ab 2020 die Bereichsleitung für beide Standorte. Was sind Ihre Pläne, wo sehen Sie in den kommenden Jahren die größten Herausforderungen? Die Psychologisch-Psychotherapeutische Beratungsstelle des studierendenWERKs BERLIN ist die größte ihrer Art in Deutschland und wird 2020 50 Jahre alt. Da gilt es, das sehr vielseitige und zielgruppenspezifische Angebot für Einzelpersonen, Paare und Gruppen auf dem hohen Niveau zu halten und gleichzeitig möglichst viele Studierende zu erreichen. Das ist eine große Herausforderung. Sicher wird es weiterhin vermehrt um Prävention gehen. Mit der Dark Night haben wir das Ziel verfolgt, möglichst viele Studierende präventiv zu erreichen, und auf die Synergieeffekte gesetzt, die durch die enge Zusammenarbeit mit dem Büro Kultur & Internationales entstanden sind. inno v a t i v Eine ganz besondere Veranstaltung war 2019 die „Dark Night – Gala der Novemberdepression“, die in Zusammenarbeit mit dem Büro Kultur & Internationales konzipiert wurde. Wie kam es dazu und welche Ansätze haben Sie dabei verfolgt? Depressive Verstimmungen sind der häufigste Grund, warum Studierende zu uns in die Beratungsstelle kommen. Das ist das ganze Jahr so; und dennoch erleben wir oft in den Monaten November, Dezember und Januar nochmal einen besonders hohen Beratungsbedarf. Gleichzeitig ist das Thema irgendwie immer noch tabu. In unserer Selbstoptimierungsgesellschaft sind wir stets angehalten, dass wir immer gut drauf und stets hochleistungsfähig sind. Diese Erwartung ist natürlich nicht realistisch. Gerade in den Wintermonaten sind viele von Stimmungstiefs betroffen. Darüber woll- Des Weiteren befinden wir uns mitten in einem Digitalisierungsprozess, der uns auch intensiv beschäftigen wird, unter anderem im Bereich der Terminvergabe. 2019 40 Studentisches Leben: Sozialberatung und Beratung Barrierefrei Studieren SOZIALBERATUNG Frau Gomm, was sind die häufigsten Gründe, warum die Studierenden zu Ihren Mitarbeiter*innen in die Sozialberatung kommen? Die Mehrzahl der Ratsuchenden kommt mit Fragen zur Studienfinanzierung. Wir beraten zu den Themen Unterhalt, BAföG, Stipendien, Jobben und Studienkredite. Ein großer Anteil sind auch Schwangere oder Studierende mit Kind(ern), die wir zu finanziellen Aspekten in der Schwangerschaft und nach der Geburt beraten. Schwangere oder Familien in Notlagen können über uns zudem Anträge bei der „Stiftung Hilfe für die Familie“ stellen. Studierende kommen auch mit sozialrechtlichen Fragen, Fragen zur Krankenversicherung oder mit Schulden zu uns. Engpässe zu überbrücken. Selbstverständlich beraten wir persönlich, telefonisch und per E-Mail auch in englischer Sprache. Auch Änderungen in den gesetzlichen Rahmenbedingungen wie das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz haben Einfluss auf internationale Studierende in Deutschland. Im Austausch mit den Hochschulen und Behörden bieten wir Studierenden aktuelle Informationen zur Studienfinanzierung in Berlin. Darüber hinaus gibt es drei internationale Ländertutor*innen, die ein niedrigschwelliges Peer-Angebot für internationale Studierende bieten und mit eigenen wertvollen Erfahrungen helfen können. dive r s Die Zahl der internationalen Studierenden in Berlin steigt stetig. Merken Sie das auch in der Beratung? Ein Drittel der Ratsuchenden sind internationale Studierende. Gerade Studierende aus Nicht-EU-Staaten haben in der Regel keine Ansprüche auf Sozialleistungen in Deutschland. Diese Studierenden geraten schnell in Problemlagen, wenn die geplante Studienfinanzierung ins Wanken kommt. Mit unseren kurzfristigen Finanziellen Hilfen aus dem Notfonds des studierendenWERKs oder als zinsloses Darlehen bieten wir ihnen die Möglichkeit, finanzielle Immer weniger Studierende stellen einen BAföG-Antrag, dennoch scheint bei vielen die finanzielle Situation prekär. Ein Paradoxon? Allen grundsätzlich anspruchsberechtigten Studierenden raten wir natürlich zunächst zu einem BAföG-Antrag. Einige Studierende, wie z. B. aus EU-Ländern, gehen fälschlicherweise davon aus, dass sie keinen BAföG-Anspruch haben. Es gibt aber auch ältere Studierende oder Studierende, die bereits ein Studium abgebrochen haben und somit keinen Zugang mehr zu BAföG haben. In einigen Fällen kommen auch Eltern ihren gesetzlichen Unterhaltspflichten nicht nach. Gemeinsam mit diesen Studierenden suchen wir nach Lösungen und prüfen andere Optionen zur Finanzierung des Studiums z. B. in Form von Stipendien, Jobben, Wohngeld oder eines Studienkredites in der Abschlussphase des Studiums. 2019 Geschäftsbericht 41 studierendenWERK BERLIN Beatrix Gomm Leiterin Sozialberatung und Beratung Barrierefrei Studieren BERATUNG BARRIEREFREI STUDIEREN Sie leiten auch die Beratung Barrierefrei Studieren. Welches sind die häufigsten Gründe, warum sich Studierende an diese Stelle wenden? Seit 2016 vergeben Sie die Hilfen zum Start und zum Abschluss des Studiums. Hat sich das Angebot etabliert? Die Antragszahlen liegen zwischen 550 und 650 pro Jahr, wobei wir zum Wintersemester vermehrt Anträge zum Studienstart erhalten, während zum Sommersemester eher Anträge zum Studienabschluss gestellt werden. Die Problemlagen der Studierenden sind auch hier vielfältig. Bei der Vergabe der Zuschüsse wird vor allem die wirtschaftliche und soziale Lage der Antragsteller*innen berücksichtigt. Auch im Schreibzentrum steigt der Bedarf der Studierenden an Unterstützung. Woher kommt das und wie begegnen Sie dem? Wissenschaftliches Schreiben ist ein elementarer Bestandteil des Studiums. Vor allem der Bedarf an Gruppenveranstaltungen zum Schreiben steigt. Die Schreibgruppe für Abschlussarbeiten hat sich dabei etabliert und der Schreibtag wird seit 2020 vierzehntägig angeboten. Die Workshops zum wissenschaftlichen Schreiben sollen weiter ausgebaut werden. Die persönlichen Schreibberatungen werden weiterhin vorrangig durch ausgebildete Schreib-Peer-Tutor*innen angeboten. Nach der aktuellen Studie zur Situation von Studierenden mit Behinderung und chronischer Krankheit geben rund 11 Prozent an, eine studienerschwerende Beeinträchtigung zu haben. Die Beratungsthemen sind vielseitig und individuell entsprechend der Situation der Studierenden. Dabei ist Studienfinanzierung ein wiederkehrendes Thema, insbesondere bei längerer Studiendauer oder beeinträchtigungsbedingten Zusatzkosten. Auch der Bedarf an Unterstützung bei der Wohnungssuche hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Die meisten Studierenden wenden sich an uns, um Integrationshilfen zu beantragen. Dazu zählen Studienassistenzen, technische Hilfen, Gebärdensprach- und Schriftdolmetschende sowie Büchergeld. Was sind die Herausforderungen für Studierende mit Beeinträchtigungen? Den Studierenden begegnen im Hochschulalltag vielen Barrieren. Für die einen kann es die Art sein, wie Prüfungsleistungen erbracht werden oder wie das Studium organisiert wird. Für andere ist die soziale Interaktion mit Kommiliton*innen und Dozierenden eine Herausforderung. Wieder andere benötigen Unterstützung im Alltag und für die Mobilität. Bei der großen Mehrheit der Studierenden ist die Beeinträchtigung für andere nicht erkennbar. Sich gegenüber der Hochschule oder den Mitstudierenden zu outen, erleben viele als große Belastung. 2019 42 Studentisches Leben: Sozialberatung und Beratung Barrierefrei Studieren Welche Hilfsangebote werden besonders häufig genutzt? Die Möglichkeit zur persönlichen Beratung, ob im direkten Gespräch, am Telefon oder per Mail, steht hier an erster Stelle. Bei den Integra­ tionshilfen ist die Studienassistenz die vielseitigste und am häufigsten beantragte Unterstützungsform. Doch auch unsere Veranstaltungen, wie z. B. das Seminar zum Berufseinstieg für Absolvent*innen mit Beeinträchtigung, werden regelmäßig gut besucht. Immer mehr Studierende mit nicht sichtbaren Beeinträchtigungen kommen zu Ihnen. Wie schätzen Sie diese Entwicklung ein und gibt es bestimmte chronische Erkrankungen, die bei Studierenden besonders häufig sind? Nur bei 4 % der Studierenden mit Beeinträchtigung ist diese sichtbar. Die Zahl der Studierenden mit nicht sichtbaren Beeinträchtigungen ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Von den zuvor gennannten 11 Prozent der Studierenden mit Beeinträchtigungen nennen z. B. 53 Prozent eine psychische Erkrankung und 20 Prozent eine chronisch-somatische Erkrankung. Wir stellen auch fest, dass sich immer mehr Studierende aus dem Autismus-Spektrum an uns wenden. Hier denken wir aktuell über neue Angebote nach, um dem Bedarf dieser Zielgruppe besser gerecht zu werden. Was haben Sie für 2020 geplant? Gibt es weitere Themenschwerpunkte? Für die Beratung Barrierefrei Studieren werden wir 2020 unsere Online-Informationen zum barrierefreien Studium in Berlin ausbauen. Im Rahmen der Sozialberatung wird das Frauenprojekt erweitert und findet ab 2020 14-tägig statt. Unter dem Namen „Ottilies Dessert“ sind Kurzworkshops zu verschiedenen Themen in den Mensen des studierendenWERKs geplant. Wir gehen zudem verstärkt auf die Studierenden zu und beraten an mobilen Infoständen an verschiedenen Mensen und Hochschulen. Außerdem ist die Neuauflage unserer umfangreichen Broschüre „Studieren mit Kind in Berlin“ geplant. inno v a t i v Um unser Beratungsangebot zu erweitern und an die veränderten Ansprüche der Zielgruppe anzupassen, sind Zielgruppenworkshops für beide Bereiche in Planung. 2019 Geschäftsbericht 43 studierendenWERK BERLIN Frau Kunstmann, im Jahr 2019 fand der Spatenstich für den Neubau der Kita an der Beuth Hochschule statt. Erzählen Sie uns von dem Projekt! Anja Kunstmann Leiterin Kindertagesstätten Reuter Stiftung in der Triftstraße die Kündigung erhalten haben, weil die Stiftung hier selbst eine eigene große Kita errichtet. Da die Nachfrage nach Kitaplätzen am Standort Wedding sehr hoch ist, werden wir in der Lütticher Straße in Kooperation mit der Beuth Hochschule eine neue Kita mit 130 Plätzen gründen. Der Spatenstich für den Neubau erfolgte am 29.05.2019. Zwischenzeitlich wächst der Bau sichtbar in die Höhe. Mit einer Eröffnung wird im 4. Quartal 2020 gerechnet. Ein wichtiges übergreifendes Projekt im Jahr 2019 war die Erstellung einer Kitaverfassung. Was hat es damit auf sich? Das studierendenWERK BERLIN betreut derzeit bis zu 641 Kinder im Alter von acht Wochen bis zum Schuleintritt in sieben hochschulnahen Kindertagesstätten. Der in den letzten Jahren deutlich gestiegenen Nachfrage hat das studierendenWERK bereits mit vielen konkreten Maßnahmen Rechnung getragen. So wurden u. a. im Jahr 2014 in Kooperation mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft (70 Plätze) und 2015 in Kooperation mit der Humboldt-Universität zu Berlin (88 Plätze) zwei neue Kindertagesstätten gegründet. Die zur Verfügung stehenden Plätze konnten von 483 auf 641 erhöht werden. Dies war u. a. dank Fördermitteln aus den Kitaausbauprogrammen des Landes Berlin und des Bundes möglich. Nun standen wir vor der Situation, dass wir für unsere seit 2006 bestehende Kita an der Beuth Hochschule für Technik (48 Plätze) in den Räumlichkeiten der Bürgermeister Die Kitas des studierendenWERKs haben sich schon seit geraumer Zeit auf einen pädagogischen Standard zur demokratischen Teilhabe verständigt und setzen diesen in der täglichen Arbeit um. Wenn Kindern ermöglicht wird, mitzubestimmen, lernen sie nicht nur, ihre Interessen und Bedürfnisse auszudrücken und in Aushandlung mit anderen zu treten – partizipative Strukturen haben noch viele weitere Effekte, die sowohl die Resilienz als auch die Entwicklung sozialer Kompetenzen positiv beeinflusst, wie beispielsweise: Entwicklung einer positiven Selbstwirksamkeit, Entwicklung einer konstruktiven Konfliktbewältigung, Befriedigung sozialer Grundbedürfnisse des Menschen und somit Herstellung von günstigen Motivationslagen, Zufriedenheit und Wohlbefinden, Maximierung des Lerngewinns und Übung demokratischer Strukturen. Um den Grad der Beteiligung von Kindern weiter zu erhöhen, haben wir uns 2018 dazu entschieden, in Zusammenarbeit mit dem Institut für angewandte Familien-, Kindheitsund Jugendforschung e.V. an der Universität Potsdam (IFK) für jede Kita eine individuelle 2019 44 Studentisches Leben: Kindertagesstätten Verfassung zu erarbeiten. Ziel war es, konkrete Vereinbarungen zu treffen und zu dokumentieren, die den Kindern, Eltern und Beschäftigten in der Kita verdeutlicht, was Kinder allein, nur in Absprache mit einem Erwachsenen oder nicht selbstständig entscheiden können. Die Entwicklung und Implementierung der Beteiligungsrechte der Kinder hat in jeder Kita rund ein Jahr in Anspruch genommen. In Zusammenarbeit mit dem IFK gab es einen intensiven Austausch- und Aushandlungsprozess in den Teams bis die Beteiligungsrechte der Kinder festgeschrieben werden konnten. Damit auch die Kinder ihre Beteiligungsrechte einfach nachvollziehen können, wurde im Anschluss eine bebilderte Kurzfassung erstellt. Diese ist auch Bestandteil der Betreuungsverträge und kann auf unserer Website eingesehen werden. Außerdem haben Sie 2019 auf Vollverpflegung in den Kitas umgestellt. Erzählen Sie uns davon. Bis 2018 gab es in unseren Einrichtungen bezüglich des Frühstücks- und Vesperangebots unterschiedliche Vorgehensweisen. Zum Teil gab es noch Brotboxen oder ein von den Eltern finanziertes gemeinschaftliches Angebot. Vom studierendenWERK wurde ein kindgerechtes, reichhaltiges Angebot an Obst und Gemüse sowie Tee und Milch und eine Mittagsmahlzeit bereitgestellt. Die Kosten dafür wurden durch die Erstattungen des Landes Berlin und den Essensgeldbeitrag der Eltern nicht gedeckt. Das studierendenWERK leistete bisher einen jährlichen Verpflegungsaufwand von ca. 238.000 Euro (2017 monatlich rund 33 Euro pro Kind), um seinen Standards gerecht zu werden. Eltern wurden aber nur mit 23 Euro für die Bereitstellung des Mittagessens über die Kitagutscheine beteiligt. Dies war rechtlich nicht weiter möglich, sodass wir zum 01.01.2019 das Angebot in unseren Kitas vereinheitlicht und eine qualitativ gute Vollverpflegung für alle Kitakinder eingeführt haben. Dabei war uns wichtig: nachh a l t i g • • • • • dass alle Kinder täglich ein frisches und abwechslungsreiches Obst und Gemüseangebot erhalten, dass wir das Versorgungsangebot für alle Kinder gesund, ökologisch und nachhaltig gestalten, dass wir Kinder an der Vorbereitung von Mahlzeiten beteiligen und sie in ihrem Ernährungsbewusstsein bestärken, dass durch die Bereitsstellung eines Frühstücks- und Vesperangebots für alle Kinder das Essen in der Gemeinschaft unterstützt wird, dass die hygienischen Richtlinien in der Versorgungskette eingehalten werden. Die Eltern hatten die Wahl, diese Vollverpflegung als Zusatzleistung zu buchen oder weiterhin nur das gesetzlich festgeschriebene Mittagessen in Anspruch zu nehmen und ihre Kinder mit Frühstück und Vesper selbst zu versorgen. Für die Vollverpflegung ist ein monatlicher Kostenbeitrag in Höhe von insgesamt 53,00 Euro festgelegt. 23 € gesetzliche Elternbeteiligung 30 € Frühstück und Vesper (Wareneinsatz + Personalaufwand) 2019 Geschäftsbericht 45 studierendenWERK BERLIN Die Akzeptanz und Zustimmung der Eltern zu diesem Modell ist sehr hoch. Mittlerweile beteiligen sich über 90 Prozent der Eltern an der Vollverpflegung. Welche Herausforderungen stehen für Ihren Bereich in Zukunft an und wie reagieren Sie darauf? Unsere vordringlichste Herausforderung ist die Personalgewinnung und die Bindung von gut qualifizierten Erzieher*innen. Seit längerer Zeit überwiegt hier die Nachfrage bei allen Trägern in Berlin deutlich die Anzahl von verfügbarem Fachpersonal. Da wir hier die Erfahrung gemacht haben, dass für die Bewerber*innen nicht nur die Entlohnung ein wichtiger Faktor ist, sondern auch ein guter Arbeitgeber, haben wir in den letzten Jahren verstärkt auf die Präsentation als Arbeitgeber Wert gelegt. Wir beteiligen uns regelmäßig am BerlinTag, an dem sich Kitaträger den potentiellen Bewerber*innen vorstellen können. Ebenso sind wir auf Arbeitgebermessen präsent. Wir verstärken unsere Kooperationen mit den Hochschulen, um uns deutlicher als hochschulnahe Kitas zu positionieren. Grundsätzlich bilden wir in jeder unserer Einrichtungen Erzieher*innen im Rahmen der berufsbegleitenden Ausbildung aus. Bei Eignung werden diese in unbefristete Arbeitsverhältnisse nach der Ausbildung übernommen. Wir haben ein Personalentwicklungskonzept, welches es unter anderem ermöglicht, eine Facherzieher*innenausbildung zu absolvieren. Dadurch entstehen multiprofessionelle Teams. Gleichermaßen haben wir ein größeres Fortbildungsbudget. Regelmäßig veranstalten wir interne Fachtage und nehmen an Entwicklungskonferenzen und Teamfortbildungen teil. Wir achten auf die Einhaltung des Personalschlüssels und haben Unterstützungs­ systeme aus Leiharbeit, studentischen Hilfskräften und FSJ geschaffen. Der Gesundheitsschutz unserer Kolleg*innen hat einen hohen Stellenwert. In den letzten Jahren haben wir viele ergonomische Möbel angeschafft. Es werden arbeitsplatznahe Massagen angeboten und die Inanspruchnahme von Gesundheits- und Präventionskursen wird unterstützt. Es gibt interne Arbeitsgruppen (Expert*innengruppen, päd. Fachgruppe, Fachgruppe Integration), die die kitaübergreifende Beteiligung an pädagogischen Entwicklungsprozessen ermöglichen. Ab August 2020 wird es eine trägereigene pädagogische Fachberatung geben, die die Erzieher*innen fachlich begleitet. 2019 46 Studentisches Leben: Kultur & Internationales Frau Solé Aixàs, im Büro Kultur & Internationales (BKI) werden die Studierenden direkt bei der Entwicklung und Durchführung der Angebote beteiligt. Nun haben Sie dieses Konzept auch auf die Kommunikation des Bereiches Kultur übertragen und gleich zwei studentisch konzipierte und gepflegte Social-Media-Kanäle ins Leben gerufen. Wie funktioniert das genau? Ziel unseres Konzeptes ist, die Social Media und die Kommunikation des Bereiches im Allgemeinen von Studierenden für Studierende zu betreiben. Priorität in der Kommunikation ist eine zielgruppengerechte Ansprache. Die Zielgruppe wird wertschätzend und auf Augenhöhe angesprochen. Das Redaktionsteam besteht aus einer Redaktionsleitung (eine feste Mitarbeiterin) und studentischen Redakteur*innen. Die Leitung trägt die Verantwortung für die Redaktion, koordiniert und motiviert das studentische Redaktionsteam und sorgt für die Qualität und rechtliche Sicherheit der Inhalte. Die Leitung verfolgt darüber hinaus mittel- und langfristige kommunikative Ziele, z. B. den Ausbau und die Pflege der Kontakte, insbesondere mit Multiplikatoren an Hochschulen und studentischen Einrichtungen, die Aktualisierung von Verteilern, die Erhebung und Bewertung von Statistiken, die Einführung neuer Kanäle usw. sind. Das bilden wir zum Beispiel auch so ab, indem wir die Sprache von Communitys respektieren und aufgreifen, etwa beim Voguing. Grundlage dafür sind das Vertrauen in die Arbeit der studentischen Redaktion und die in der Redaktionslinie festgehaltenen Grundsätze. In der Redaktionslinie sind unsere strategischen Ziele beschrieben, die Ende 2018 von zwei studentischen Hilfskräften und der Bereichsleitung entwickelt wurden. Das Redaktionsteam koordiniert seine Aufgaben über einen Redaktionsplan. Dieser regelt die operative Umsetzung der Kommunikation des Bereiches. Im stets aktuellen, digital betriebenen Redaktionsplan wird semesterweise festgehalten, was wann über welche Kanäle kommuniziert werden soll. dig i t a l Die studentische Redaktion führt das Tagesgeschäft und bespielt die Kanäle im Rahmen der Redaktionslinie weitgehend selbstständig – in Abstimmung mit der Redaktionsleitung und den Projektmanager*innen. Es ist wichtig, dass wir die Diversität unserer Studierenden berücksichtigen und dass wir authentisch, informativ, aber auch witzig Die Angebote des BKI sind sehr vielfältig, ob Stadtführung, Theater, ein Ausflug in die Kletterhalle oder sogar Voguing-Kurse – hier kann jede*r seine*ihre Nische finden. Besonders erfolgreich waren im Jahr 2019 die Angebote aus der Sparte bildende Kunst. Wie entwickelt sich der seit 2018 bestehende KUNSTRAUM Potsdamer Straße? Das alte Parkhaus im Hinterhof des Wohnheims Potsdamer Straße ist der größte aller unserer Kunsträume. Er liegt mitten in der Galerienszene entlang der Potsdamer Straße. Deshalb spielt dieser Ort eine besondere Rolle als Ausstellungsraum für künstlerische Arbeiten von Studierenden aus Berlin und anderen europäischen Städten, die institu­ tionell mit dem stW vernetzt sind. Die Arbeiten entstehen oft direkt vor Ort. Der fließende Übergang vom Arbeits- zum Ausstellungsort ermöglicht so einen besonderen Fokus auf raumspezifische Aspekte in der künstlerischen Auseinandersetzung. 2019 Geschäftsbericht 47 studierendenWERK BERLIN 2018 und 2019 hatten wir unsere Experimentierphase und vieles ausprobiert: z. B. Einzelausstellungen, Gruppenausstellungen mit bestehenden Gruppen und mit Gruppen, die durch uns entstanden sind, Workshops, Vernissagen mit Performances und/oder DJs und vieles mehr. Damit haben wir unsere eigenen Grenzen getestet aber auch die Grenzen des Raums selbst. Nach zwei Jahren wissen wir nun besser, was gut in diesem Raum funktioniert und was nicht. Da der Standort vom Raum her optimal ist, ist es sehr wichtig, dass wir uns strategisch an die Galerieszene anbinden und bei allen wichtigen lokalen Kunstterminen, wie z. B. dem Gallery Weekend oder der Art Week mitmachen, damit sich die Sichtbarkeit studentischer Kreativität erhöht. In den letzten zwei Jahren sind Galerist*innen, Besucher*innen und Anwohner*innen aus der Nachbarschaft auf den Ort aufmerksam geworden. Der KUNSTRAUM Potsdamer Straße hat sich in dieser Zeit als einer der wenigen Orte positioniert, an denen Arbeiten von Studierenden der beiden großen Kunsthochschulen sowie der anderen Universitäten der Stadt gemeinsam zu sehen sind. Wir verstehen daher diesen Ort auch als besondere Möglichkeit, junge Talente unter den Studierenden Berlins zu entdecken und einen Beitrag zur jungen Kunstszene Berlins zu leisten. Wir kriegen jede Woche mehrere Anfragen von Studierenden, die Ausstellungen, Aktionen und Projekte dort durchführen möchten. Im Oktober 2019 konnten wir bereits alle Termine für 2020 festlegen. Die Besucher*innenzahlen sind sehr hoch (2019 über 4.000 Besucher*innen in 6 Ausstellungen) und das Feedback ist sehr positiv; oft hören wir Sätze wie „die beste Ausstellung der Art Week“. inno v a t i v Mariona Solé Aixàs Leiterin Büro Kultur & Internationales Aber auch in den anderen Sparten gibt es neue Formate … Ja, genau. Unsere Zielgruppe entwickelt und ändert sich ständig weiter, unser Angebot muss das folglich auch. Die Tatsache, dass die Hälfte unseres Teams aus Studierenden besteht und dementsprechend sehr oft wechselt, hilft uns enorm, da die Studierenden ein belebendes Element für unsere Entwicklungsprozesse sind. Dank des Inputs unseres studentischen Teams haben wir im letzten Jahr angefangen, die Culture Trips vielseitiger zu gestalten. Wir haben die Anzahl der Termine verdoppelt, um der Nachfrage nachzukommen und ein großer Teil ist auf Englisch, weil viele internationale Studierende an den Ausflügen teilnehmen. Wir haben außerdem zum ersten Mal einen Kleidertausch mit Karaoke veranstaltet und einen einwöchigen Filmworkshop durchgeführt, bei dem die Teilnehmer*innen 2019 48 Studentisches Leben: Kultur & Internationales Kurzfilme produziert haben. Und nicht zu vergessen: die Dark Night, ganz neu und etwas ganz anderes. Die Veranstaltung wurde der Novemberdepression gewidmet. Wer weiß, wie unser Programm in ein paar Jahren aussieht. Diese Wechsel sind aber auch wichtig für das Kernteam. Keiner von uns möchte jahrelang die gleichen Projekten betreuen. Auf Dauer wäre das langweilig! Ja, die Dark Night war definitiv ein Highlight und etwas ganz Besonderes! Wie kam es zu dieser Idee? Irina Theisen, Bereichsleiterin der Psychologisch-Psychotherapeutischen Beratungsstelle, kam mit der Idee auf uns zu. Sie hatte den Wunsch, durch eine Veranstaltung Aufmerksamkeit und Verständnis für die Novemberdepression bzw. Winterdepression zu wecken, da erfahrungsgemäß ab Oktober die Anfragen für Beratungstermine steigen und nach dem Winter wieder zurückgehen. Die Zusammenarbeit hätte nicht besser sein können: Die Psycholog*innen haben das Wissen zum Thema Winterdepression, das Team des Büros Kultur & Internationales hat das Know-how zu Projekt- und Veranstaltungsmanagement. Von Anfang an war uns allen klar, dass bei dieser Veranstaltung die Gäste keine passiven Zuschauer*innen sein konnten. Das Programm musste also interaktiv sein: Kennenlernspiele, Basteln, Yoga, Tanzen, Singen, kreatives Schreiben und ein Dankbarkeitsworkshop waren Teil davon. Und natürlich gutes Essen und Süßigkeiten! Die erwartete Besucher*innenzahl wurde deutlich übertroffen und die Dark Night 2020 ist bereits in Planung. Eine weitere Premiere war die Gestaltung der Fassade des Wohnheims Storkower Straße. Hier wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, berichten Sie uns doch davon. Bei diesem Projekt kam die Abteilung Studentisches Wohnen auf uns zu. Natürlich waren wir von der Idee sehr schnell begeistert. Wir haben einen Call veröffentlicht und Studierende dazu aufgerufen, uns Entwürfe für die Fassade zu schicken. Wir haben den Call im Laufe der Zeit verändert, weil wir gemerkt haben, dass die Vorgaben zu streng waren und die Kreativität und künstlerische Freiheit der Studierenden damit zu eingeschränkt. Nach der Überarbeitung und Verlängerung des Calls haben wir dann doch um die 80 Entwürfe bekommen. In der Jury kamen Studierende, Bewohner*innen des Das Wohnheim Storkower Straße im Bezirk Lichtenberg 2019 Geschäftsbericht 49 studierendenWERK BERLIN Wohnheims und Mitarbeiter*innen der Abteilung Wohnen und des Bereichs Kultur & Internationales zusammen und nach einigen Stunden der Diskussion hat sich die Jury für die Top 3 entschieden. Die Umsetzung war sehr schnell und Anna Rupprecht, Studentin der Visuellen Kommunikation an der HTW, konnte als Gewinnerin eine 500 Quadratmeter große Hauswand gestalten. Die figurative Darstellung interpretiert mit ganz eigener künstlerischer Handschrift die Diversität und Internationalität des studentischen Lebens in Berlin. Und auf welche neuen Formate können wir uns 2020 freuen? Welche Themen bewegen die Zielgruppe aktuell und wie kann das stW mit seinen Kulturangeboten darauf eingehen? Wir gestalten meistens inhaltlich nicht vom Büro aus das Angebot selbst bzw. wir geben selten Vorgaben oder Themen vor. Wir bieten eher eine Struktur an, die Teilnehmer*innen machen den Rest: Die Theatergruppe schreibt ihre Texte selbst, die Künstler*innen konzipieren ihre eigenen Werke und der Chor sucht sich die Lieder aus. Das heißt, die inhaltlichen Themen unserer Veranstaltungen sind per se Themen, die unsere Zielgruppe bewegen. Angeboten wie Voguing und „Lies los!“; dies ist aber auch für die Kunsträume sehr wichtig. Es sind Orte, wo Studierende sie selbst sein können. Orte, wo sie vom gesellschaftlichen Leistungsdruck geschützt sind und wo sie keine Leistungspunkte erhalten. Ein wichtiges Thema, vor allem unter den internationalen Studierenden, ist Einsamkeit in der Großstadt. Deswegen soll 2020 ein Schwerpunkt auf Internationales gesetzt werden. Die Webseite Internationales wird neu konzipiert und das Angebot für internationale Studierende soll weiter entwickelt werden. Wir realisieren unsere große Begrüßungsveranstaltung für den Sommer, „Celebrate Berlin“, Ende Juni zum ersten Mal draußen und möchten damit den Spirit des Berliner Sommers einfangen. In den Wohnheimen führen wir mehr Sportevents mit weiteren Sportarten ein, z. B. Basketballspiele. An diesen Turnieren nehmen immer sehr viele internationale Studierende teil. Internationalität ist aber auch in den anderen Sparten von Bedeutung. So ist in der Sparte Literatur eine interkulturelle Schreibgruppe unter Leitung einer*s Autor*in geplant, die Mehrsprachigkeit und Schreiben auf anderen Sprachen in der Gruppe selbst umsetzt. Dazu wird es auch ein mehrsprachiges Literaturfestival im öffentlichen Raum geben. Diese Projekte spiegeln nicht zuletzt auch die Internationalität der Kunstund Kulturmetropole Berlin und die Internationalität der Studierenden hier wider, die sich in den letzten Jahren so rasant entwickelt hat. dive r s Es gibt Themen, die uns natürlich übergreifend alle beschäftigen, wie etwa Nachhaltigkeit oder Wohnen in Berlin. 2020 wird z. B. zum ersten Mal ein Hackathon zu den Themen Abfall- und Ressourcenmanagement und Schutz von Flora und Fauna stattfinden. Wir haben aber in den letzten Jahren festgestellt, dass die Zielgruppe in unserem Angebot einen „Safe Space“ und einen Ausgleich zum Studium sucht. Safe Spaces gibt es bei 2019 50 Studentisches Leben: Studentisches Arbeiten Frank Thinnes Leiter Abteilung Studentisches Leben Herr Thinnes, die Trainings rund um das studentische Arbeiten erfreuen sich bei den Studierenden ja großer Beliebtheit. Es sind viele neue Themen hinzugekommen. Die Trainings für Studierende werden sehr gut nachgefragt, weil wir darauf achten, zielgruppenspezifische Angebote zu erstellen. Dazu gehört neben der thematischen Auswahl – angeboten wurden z. B. Trainings zu Personal Branding, Netzwerken oder Projektmanagement im Studium – auch die sprachliche Diversifizierung durch rein englischsprachige Angebote. Um die Bedürfnisse der Studierenden zu ermitteln, hat der Bereich 2019 damit begonnen, Themen in Design Thinking Workshops mit Studierenden zu entwickeln. Dieser Ansatz wird 2020 weitergeführt. dive r s durch eine Kooperation mit dem externen Partner „Stellenwerk Berlin“, einem Angebot der Universität Hamburg Marketing GmbH, ersetzt. Studierende finden auf dem Portal Stellenangebote, Jobs und Praktika in Berlin. Sie können sich direkt über das Portal auf die Stellen bewerben. Wie werden die Angebote weiterentwickelt? Auf welche Neuerungen dürfen wir uns im nächsten Jahr freuen? Die Trainingsangebote werden im kommenden Jahr in die Angebote der Sozialberatung integriert werden. Sie runden dann das Portfolio der Sozialberatung ab, das ja ebenfalls auf eine Professionalisierung und studienbegleitende Unterstützung setzt, z. B. durch das Schreibzentrum. Der Bedarf wird auch weiterhin agil mit Studierenden definiert werden, da wir dadurch sehr gute Ergebnisse erzielt haben. inno v a t i v Im Rahmen der Digitalisierung wurden im Bereich der Jobvermittlung 2019 maßgebliche Veränderungen eingeleitet. Welchen Service bieten Sie künftig den Studierenden? Zum Jahresende hin wurde die Online-Plattform der Jobvermittlung eingestellt. Die bisherige Lösung war zwar zu ihrer Zeit noch eine Pionierleistung, ist aber im Laufe der Jahre von Entwicklungen auf dem freien Markt überholt worden. Da wir einen sinnvollen Mitteleinsatz stets im Blick haben, wurde der Betrieb der Jobbörse eingestellt und studierendenWERK BERLIN Qualität 2019 Geschäftsbericht 51 2019 52 Qualität Herr Kißler, eine Zielgruppe, die sich jedes Semester erneuert, verlangt von einer Organisation eine hohe Anpassungsfähigkeit und die Fähigkeit, am Puls der Zeit zu bleiben. Wie stellen Sie sicher, dass die Studierenden mit der Qualität der Services des studierendenWERKs dauerhaft zufrieden sind? Dominik Kißler Leiter Abteilung Betriebsorganisation Das stW erbringt sehr vielfältige Dienstl e i s t u n g e n (Verpflegung, Ausbildungsförderung, Wohnungen, Beratungsangebote, Kinderbetreuung, Kulturveranstaltungen) gegenüber den Studierenden und hat dadurch eine heterogene Organisation mit einer Vielzahl von Spezialist*innen in ihren jeweiligen Fachbereichen. Die Zufriedenheit mit unseren Diensten wurde von den Kolleg*innen aus den Abteilungen in der Vergangenheit stark bereichsbezogen, stellenweise sogar konkurrierend betrachtet. wir die gute bis sehr gute Zufriedenheit erhöhen können. Ein wichtiges Thema in diesem Kontext ist eine verbesserte Partizipation der Studierenden an der Angebotsentwicklung, die wir im Rahmen einer breiteren Zielgruppenbeteiligung ermöglichen wollen. Auch mit dem Gebiet der Nachhaltigkeit, einem Thema, das die Zielgruppe besonders bewegt, beschäftigt sich die AG QM. Nachhaltigkeit wird als Schlagwort oft sehr weit und unüberschaubar verwendet. Das studierendenWERK hat sich vor einigen Jahren bewusst entschieden, für mehrere Standorte ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 gemäß der europäischen EMAS-Verordnung einzuführen und seine Umweltleistung kontinuierlich zu verbessern. In jedem Jahr werden dazu Verbesserungsmaßnahmen und Projekte durchgeführt, z. B. Kaffee nicht mehr in Einwegbechern auszuschenken. Über die Entwicklungen berichten wir jährlich öffentlich in unserer Umwelterklärung. Jedes Jahr findet die Überprüfung durch eine*n externe*n Umweltgutachter*in statt. Wir haben uns also für einen konkreten nachh a l t i g Wir haben uns vor einigen Jahren auf den Weg gemacht, Qualitätsmanagement, z. B. im Rahmen einer gemeinsamen AG, bereichsund abteilungsübergreifend zu beschreiben. 2019 haben wir dann die Studierenden zu ihrer Zufriedenheit mit uns insgesamt befragt. Nun arbeiten wir alle gemeinsam daran, wie Weg entschieden, auf dem wir schrittweise immer besser werden wollen und den wir transparent und offen mit unseren Studierenden teilen. Da wir festgestellt haben, dass wir in puncto Nachhaltigkeit oft auch allgemeine organisatorische Themen, z. B. die Beschaffung von Reinigungsmitteln oder den Arbeitsschutz beim Umgang mit solchen Stoffen, angehen müssen, entwickeln wir unser Qualitätsmanagement in Richtung Integriertes Management weiter. Hierzu haben wir 2019 Geschäftsbericht 53 studierendenWERK BERLIN einen neuen Kollegen gefunden, der sich gut in den verschiedenen Managementsystemen auskennt. Wir haben die frühere EMAS-Steuerungsgruppe in unsere AG QM integriert. Wir wollen auf diesem Wege Veränderungen zunehmend ganzheitlich steuern und von Anfang an alle mit ins Boot nehmen. Das führt zu neuer Kreativität, weil sich nun Kolleg*innen einbringen, die bislang unmittelbar mit EMAS nichts zu tun hatten. Und die Bereiche, die gar nicht zertifiziert sind, übernehmen die entwickelten Standards und Verbesserungen, z. B. zu ökologischen Reinigungsmitteln für ihre Bereiche. Abteilungen und Bereiche in ihren Fragen zur Digitalisierung. Für 2020 haben wir viele grundlegende Dinge wie Upgrades von Office und Exchange, die Modernisierung von Kassen und die Weiterentwicklung verschiedener Anwendungen und unserer zentralen Verwaltungswerkzeuge in Richtung Homeoffice auf dem Plan. Ein wichtiges Thema wird die Weiterentwicklung digitaler Workflows, z. B. zur Rechnungsbearbeitung sein. Ziel ist es, unsere 60.000 Rechnungen im Jahr künftig im Regelfall ausschließlich digital zu empfangen und direkt zu verarbeiten. Wir sind dabei, kontaktlose Bezahlung als Ersatz für das Bargeld und Beratungsangebote digital, z. B. im Rahmen von E-Learning, anzubieten. Website und App wollen wir inhaltlich stärker verzahnen und zusätzliche Funktionen wie Chat und Terminvergabe sinnvoll erweitern. inno v a t i v Sie leiten auch die AG Digitalisierung. Welche Projekte sind für 2020 geplant und welche Herausforderungen bringt dies mit sich? dig i t a l Digitalisierung erfordert einen tiefgreifenden Wandel der Unternehmenskultur. Man nennt das mitunter „digitale Transformation“. Dabei sind alle gleichermaßen gefordert, alle müssen auf diesen Weg mitgenommen werden. Unternehmen haben in der Vergangenheit nicht selten den Fehler gemacht, Entwicklungen in Richtung Digitalisierung einigen wenigen vorzubehalten. Oft sind sie grandios bei der Einführung von neuer Software gescheitert, weil ein Produkt an den Bedürfnissen der Anwender*innen vorbei entwickelt wurde. Wir haben uns Ende 2017 durch eine übergreifende AG Digitalisierung auf den Weg gemacht, Digitalisierung gemeinsam zu gestalten. Die Organisation dieser AG hat die Betriebsorganisation in die Hand genommen und wir unterstützen alle Personal & Finanzen 2019 Geschäftsbericht 55 studierendenWERK BERLIN Agnes Böhler Leiterin Abteilung Personal & Finanzen Leider konnte unser Projekt zum elektronischen Rechnungsdurchlauf noch nicht vollumfänglich abgeschlossen werden. Hier gab es zu viele Stolpersteine. Wir bleiben jedoch optimistisch, die Vorzüge einer umfassenden elektronischen Rechnungsbearbeitung baldmöglichst für alle Rechnungsarten und in allen Abteilungen nutzen zu können. Frau Böhler, die Digitalisierung schreitet insbesondere in Ihrem Bereich stark voran. Welche Projekte gab es im Jahr 2019? In unserer Abteilung gehören Digitalisierungsprojekte seit vielen Jahren zum Alltag. 2019 konnten wir mit unserem Workflowtool das Beteiligungs- und Einstellungsverfahren sowie die Vertragserstellung für unsere durchschnittlich 100 studentischen Beschäftigten digitalisieren. Auch die Personalfragebögen für unsere studentischen Beschäftigten sind nun online ausfüllbar. Ende des Jahres schließlich konnten wir die Vorbereitungen für den Start des Recruitings unserer Study & Worker mithilfe unseres Bewerber*innenmanagementsystems abschließen. Mit Beendigung der Tätigkeit der Jobvermittlung zum Jahresende wechselte die Zuständigkeit für das Recruiting der Study & Worker dann in unsere Abteilung. Welche Herausforderungen bringen diese Neuerungen mit sich und wie begegnen Sie diesen? Die größte praktische Herausforderung aller Abteilungen besteht sicherlich darin, die Neuerungen parallel zum stetig wachsenden Alltagsgeschäft vorzubereiten, einzuführen und alle Beteiligten nicht zu überfordern. Beim dritten Führungskräftefachtag haben wir uns daher mit der digitalen Transformation, dem digitalen Reifegrad des studierendenWERKs und der oft wahrgenommenen Komplexität und Überforderung auseinandergesetzt. Es ist uns bewusst geworden, dass wir uns im studierendenWERK zukünftig noch stärker mit unserer Führungs-, Team- und Unternehmenskultur auseinandersetzen müssen. Für die dabei erforderlichen Veränderungen spielen neben dem erforderlichen „digitalen Mindset“ aller Beschäftigten die Rahmenbedingungen für alle Handlungsebenen eine entscheidende Rolle. Mit diesen Rahmenbedingungen, die die Grundlage für Motivation bilden, müssen wir uns zukünftig noch stärker auseinandersetzen. dig i t a l Endlich finalisieren konnten wir auch den bereits 2018 begonnenen Wechsel unserer Personalabrechnungssoftware auf eine neue Oberfläche. Neben der Umstellung der Entgeltabrechnung nebst umfangreicher Datenmigration wurden auch die Reisekostenabrechnung und die Personalverwaltung neu aufgesetzt. Wir bieten bereits eine bunte Vielfalt interner und externer Formate zur persönlichen Unterstützung, Entwicklung und Beteiligung an. Dazu gehören u. a. Weiterbildungen, Schulungen, Fachtage, IT-Einweisungen, 2019 56 Personal & Finanzen Workshops, ein Coaching- und Mediationsangebot und die Teilnahmemöglichkeit am Cross-Mentoring-Programm des KAV Berlin. Die digitale Arbeitswelt benötigt jedoch digitale Kompetenzen. Damit unsere Mitarbeiter*innen nicht digital abgehängt werden, müssen wir mehr IT-Kenntnisse und genügend Computererfahrung vermitteln. Die digitale Transformation erfordert eine Ausrichtung der betrieblichen Weiterbildung auf Fachwissen, IT-Skills sowie auf soziale und persönliche Kompetenzen für alle Mitarbeiter*innen. Damit verbunden ist auch das Ziel einer Neuen Lernkultur, die u. a. Veränderungsbereitschaft, eigenverantwortliches Lernen und das Lernen mit verschiedenen Methoden gezielter fördert. Um dem steigenden Schulungsbedarf bei begrenzten Kapazitäten besser gerecht werden zu können, wollen wir zukünftig mehr Onlineangebote zur Verfügung stellen. Im vergangenen Jahr haben wir unser bisheriges Führungskräftequalifizierungsprogramm evaluiert und uns auf der Ebene der Geschäftsführung und Abteilungsleitungen strategisch ein gemeinsames Führungsverständnis erarbeitet. In diesem Jahr haben wir das Ziel, darauf aufbauend, ein Schlüsselkompetenzmodell für das studierendenWERK zu entwickeln und auf diese Weise unserer Mitarbeiter*innen- und Führungskräfteauswahl und -entwicklung eine neue Ausrichtung zu geben. Bei der Frage nach den Herausforderungen der Digitalisierung darf natürlich nicht vergessen werden, dass die Gewinnung neuer Mitarbeiter*innen, insbesondere im Bereich der qualifizierten Fachkräfte, nach wie vor die Kernherausforderung ist. Ausgehend von unserer Fluktuationssituation und -perspektive müssen wir, insbesondere im Recrui­ting von Fachkräften, Schlüsselqualifikationen und -funktionen, unsere Aktivitäten im Recruiting und im Onboarding ausbauen. 60 % der Führungskräfte im stW sind weiblich. Das studierendenWERK hat sich 2019 zum dritten Mal erfolgreich im Rahmen des Audits berufundfamilie rezertifizieren lassen. Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu steigern? Was ist zukünftig geplant? Nach wie vor ist eines der wichtigsten Themen die Kommunikation der bestehenden Angebote. Damit das Wissen darüber für den Bedarfsfall nicht verloren geht, schicken wir in diesem Jahr monatliche Hinweise zu den Überreichung der Zertifikate berufundfamlie am 25. Juni durch Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey 2019 Geschäftsbericht 57 studierendenWERK BERLIN einzelnen familienbewussten Maßnahmen per Rundmail an die Beschäftigten. Für Beschäftigte ohne Computerarbeitsplatz werden die Mails an den Infotafeln ausgehängt. Die Führungskräfte thematisieren das dann nochmal in den regelmäßigen Teambesprechungen. So erfahren auch neue Beschäftigte von den familienbewussten Maßnahmen. Eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der familienbewussten Personalpolitik spielen natürlich die Führungskräfte. Deshalb gibt es auch für sie eine Reihe von Unterstützungsangeboten und Handlungshilfen, die ebenfalls erneut kommuniziert werden. Im persönlichen Kontakt werden weitere Unterstützungsbedarfe bei der Gestaltung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie erhoben. Zur kontinuierlichen Weiterführung des Vereinbarkeitsthemas wird ein Konzept zur Information neuer Führungskräfte zu den Angeboten und Maßnahmen und der damit verbundenen Führungsaufgaben entwickelt. Ergänzend wird die Vor-Ort-Information in den Einrichtungen ausgebaut. Die Entwicklung eines neuen Formats für Führungskräfte zum familienbewussten Führen mit den Schwerpunkten Wissenserhalt und Austausch steht ebenfalls auf der Agenda. Beschäftigte mit Vereinbarkeitsproblemen sind nicht nur auf das Verständnis und die Unterstützung Ihrer Vorgesetzten angewiesen, sondern auch auf ihre Kolleg*innen. Wir wollen uns deshalb zukünftig auch stärker mit den Möglichkeiten der Förderung gegenseitiger kollegialer Unterstützung in Teams auseinandersetzen. Auch das Thema Gesundheit hat im studierendenWERK einen hohen Stellenwert. Der durchschnittliche Krankenstand lag am Jahresende unverändert zum Vorjahr bei 9,5 Prozent, eine Tatsache, die auch der Altersstruktur der Belegschaft ge- schuldet ist. Welche Themen haben den Runden Tisch Gesundheit, der sich in der Regel viermal im Jahr berät, 2019 besonders beschäftigt? Wie jedes Jahr hat sich der Runde Tisch mit einer ausführlichen Krankenstandsanalyse auseinandergesetzt. Anhand der Faktoren Alter, Geschlecht, Teilzeit-/Vollzeit-Beschäftigung, Langzeiterkrankungen, Beschäftigte mit/ohne Schwerbehinderung, Abteilungszugehörigkeit haben wir Zusammenhänge mit der Höhe der Krankenquote untersuchen und bestätigen können. Neben der Auswertung des Statistikmaterials besprechen wir regelmäßig auch die gesundheitlichen Schwerpunktthemen und Maßnahmen des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) zum Zweck der Findung möglicher präventiver Ansätze. Außerdem haben wir uns schwerpunktmäßig mit den etablierten Angeboten des Betrieblichen Gesundheitsmanagements beschäftigt. Hintergrund waren Änderungen in der Steuergesetzgebung, sinkende Teilnehmer*innenzahlen sowie Überlegungen zu den Chancen einer Erhöhung der Nutzer*innenquoten. Aber auch die erforderliche Senkung des damit verbundenen Verwaltungsaufwands sowie ein vertretbares Preis-Leistungs-Verhältnis waren Kriterien. Der Entscheidungsprozess ist nach einem umfangreichen Ideenaustausch, auch mit verschiedenen Anbietern, noch nicht abgeschlossen. 2019 58 Personal & Finanzen Die Belegschaft des studierendenWERKs ist sehr divers und vor allem international. Wie begegnen Sie dieser Vielfalt? 2019 arbeiteten Menschen aus 43 Herkunftsländern und mit 56 verschiedenen Nationalitäten bei uns. Wir stehen für eine offene Organisationskultur mit einem gegenseitigen Verständnis für Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Diese Vielfalt, insbesondere auch die Sprach- und Kulturkenntnisse, bereichern uns und helfen uns, einen professionellen Service und Umgang mit unserer ebenfalls internationalen Zielgruppe zu gewährleisten. Als unterstützende Maßnahmen bieten wir allen Mitarbeiter*innen Teamworkshops und Sprachkurse (Deutsch, Englisch, Französisch) an. Zukünftig sind weitere Maßnahmen, wie interkulturelle und Sensibilisierungstrainings, angedacht. dive r s Auch im Bereich Personalentwicklung gab es neue Angebote. Welche Fortbildungen waren besonders beliebt? Einige Seminare waren tatsächlich besonders stark nachgefragt und zum Teil sogar mit Wartelisten verbunden. Begeistert waren die Teilnehmer*innen z. B. vom Seminar „Texte einfach, klar und verständlich formulieren“. Die Zielgruppe des studierendenWERKs ist international, im studierendenWERK arbeiten aber auch viele Mitarbeiter*innen mit Migrationshintergrund. Ziel des Seminars ist es, bürokratische Sprache als Barriere abzubauen. Auch unsere Generationenworkshops sind beliebt. Damit verfolgen wir das Ziel, unseren Beschäftigen die Lebens- und Denkwelt der neuen Generationen und der sich ständig ändernden Zielgruppe zu vermitteln, sodass sie lernen, sich leichter auf neue Bedürfnisse und Verhaltensweisen einzustellen. Dies hilft auch in der Zusammenarbeit der Teams. Sehr nachgefragt sind auch Seminare zum Umgang mit schwierigen Kund*innen und bedrohlichen Situationen. Hier wollen wir zukünftig das Angebot ausbauen, um unsere Mitarbeiter*innen zu stärken und Sicherheit zu vermitteln. Außerdem fand auch wieder der Tag der Arbeitssicherheit statt, berichten Sie uns davon. Am Fachtag für Arbeitssicherheit, der in diesem Format zum ersten Mal stattfand, nahmen 60 ehrenamtliche Ersthelfer*innen, Brandschutzhelfer*innen und Sicherheitsbeauftragte des stW teil. Zu den Themen in diesem Jahr gehörten u. a. der Lärm- und Infektionsschutz sowie der Flucht- und Rettungswegeplan. Es gab viel Austausch zwischen den Teilnehmer*innen und spannend wurde es bei einer Simulation einer Fettbrand­ explosion und einer Gruppenübung zur Personenrettung. Dieser Fachtag war ein großer Erfolg und soll 2021 wiederholt werden. 2019 Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung 59 2019 60 Organigramm 2 1 Organigramm Kennzahlen 2019 62 Kennzahlen Personal & Finanzen Personal 2017 2018 2019 Gesamt, Männer/Frauen Gesamt, Männer/Frauen Gesamt, Männer/Frauen 1.127 302/825 1.157 311/846 1.139 316/823 davon Teilzeit 500 58/442 504 61/443 506 60/446 davon Vollzeit 585 233/352 601 238/363 583 241/342 8 1/7 18 7/11 18 7/11 16 6/10 14 1/13 14 4/10 13 1/12 19 3/16 17 3/14 1 1/0 1 1/0 1 1/0 938 279/659 967 287/680 952 292/660 Zahl der studentischen Hilfskräfte per 31.12. 108 45/63 99 38/61 96 39/57 Zahl der Praktikant*innen insgesamt 40 11/29 52 15/37 53 13/40 Zahl der Beschäftigten per 31.12. davon Auszubildende davon Erzieher*innen in Ausbildung (TZ) davon FSJler*innen davon Beamte Vollbeschäftigteneinheiten 2017 2019 2018 Durchschnittl. Krankenstand in % 9,4 9,5 9,5 Langzeitkrankenquote in % 2,8 3 3 Zahl der Neueinstellungen 150 148 104 24 22 11 4 6 5,8 Anteil MA im Ausland geboren in % 22,6 22,6 22,8 Schwerbehindertenquote in % 13,8 13,1 12,4 Erhaltene Lohnkostenzuschüsse (Integrationsamt) in Tsd. Euro 41 57 69 Anzahl MA in Mutterschutz oder Elternzeit 42 3/39 42 2/40 51 9/42 Durchschnittsalter aller Beschäftigten 45,5 45,3 46.,1 Anteil MA 56 oder älter in % 23,9 23,6 24,1 % davon nicht deutscher Herkunft % davon schwerbehindert 2019 Geschäftsbericht 63 studierendenWERK BERLIN Finanzen 2017 2019 2018 Bilanzsumme per 31.12. (in Tsd. Euro) 62.411 71.259 77.506 Personalaufwendungen (in Tsd. Euro) 42.143 45.090 46.292 Materialaufwendungen und bezogene Leistungen (in Tsd. Euro) 28.018 26.734 28.346 4.174 4.528 3.699 Sonstige betriebliche Aufwendungen (in Tsd. Euro) 11.171 11.827 11.956 Sozialer Aufwand für Studierende (in Tsd. Euro) 1.028 944 908 Umsatzerlöse (in Tsd. Euro) 56.770 57.390 57.247 Sozialbeiträge (in Tsd. Euro) 16.22 17.247 17.344 19.148 19.576 19.851 2.255 2.125 1.516 Gebäudebewirtschaftung und Instandhaltung (in Tsd. Euro) Landeszuschüsse (in Tsd. Euro) Sonstige betriebliche Erträge (in Tsd. Euro) … und das haben wir geschafft: 53 Stellenausschreibungen 661 Personalmaßnahmen 79 BEM-Verfahren 64 % der Mitarbeiter*innen haben an Fortbil dungen teilgenommen 57.994 Eingangsrechnungen bearbeitet 2019 64 Kennzahlen Betriebsorganisation 2017 2019 2018 94 Ausschreibungsverfahren … und das haben wir geschafft: 99,99 % Verfügbarkeit Netzwerkgeräte 52 Begehungen Arbeitssicherheit 12.780 bearbeitete Tickets im DV-Service Speisebetriebe 2017 2019 2018 57 55 55 Tischplätze gesamt 13.331 13.083 13.083 Nettoumsatz (in Tsd. Euro) 23.500 22.609 20.184 Wareneinsatz (in Tsd. Euro) 9.935 9.356 8.414 Deckungsfehlbetrag (in Tsd. Euro) 61.68 7.636 9.287 8.955.063 8.255.631 7.267.352 7.042.080 6.141.075 5.551.868 Einrichtungen Anzahl Besucher*innen davon Studierende 2019 Geschäftsbericht 65 studierendenWERK BERLIN 2017 Besucher*innen pro Tag Preisspanne Mensaessen für Studierende in Euro Durchschnittsbon in Euro 2019 2018 35.215 33.077 28.461 1,35 – 3,55 1,45 – 3,80 1,45 – 3,80 2,64 2,74 2,78 … und das haben wir geschafft: 3.048 Rezepturen zubereitet, davon 1.018 vegetarisch, 1.161 vegan BAföG 2017 2019 2018 Bearbeitete Anträge 36.508 33.605 31.002 davon Erstanträge 11.843 10.937 10.273 Bewilligte Anträge 28.610 27.735 24.477 Geförderte Studierende 27.364 25.632 24.145 20,4 20,4 18,4 Ausgezahlte Fördermittel (ohne KfW) in Tsd. Euro 162.991 162.167 154.373 Gesamtzahlfälle (ohne KfW) 286.108 267.745 250.561 1.585 1.329 1.158 Förderquote in % Eingehende Widersprüche 2019 66 Kennzahlen 2017 2019 2018 Klagen gegen das BAföG-Amt 93 64 58 Klagen des BAföG-Amts 26 29 19 Ordnungswidrigkeitsverfahren 47 53 49 … und das haben wir geschafft: 12.314 Akten archiviert 1.672 Rückforderungsfälle im Forderungsmanagement erfasst Studentisches Wohnen 2017 2019 2018 33 33 32 Wohnheimplätze gesamt (mit ISB) 9.427 9.443 9.175 Versorgungsquote in % (ohne ISB) 5,6 5,5 5,3 Auslastungsquote (in %) 97,2 97,6 98,1 Anteil internationaler Studierender in % 71,5 74,4 76,7 Durchschnittliche Miete in Euro 227 241 251 Anzahl Wohnheimtutor*innen (ohne ISB) 20 20 20 Anzahl Wohnheime per 31.12. 2019 Geschäftsbericht 67 studierendenWERK BERLIN 2017 2019 2018 50 50 5 7 7.606 7.057 7.252 5.486 4.735 4.812 Fluktuationsrate in % 60,0 48,4 52,7 Durchschnittliche Wohndauer in Monaten 23,2 23,2 23,2 54,4/45,6 55,3/44,7 55,2/44,8 12.954 14.322 14.155 443 384 660 davon Zuschüsse des Landes/DAAD in Tsd. Euro 153/15 153/15 153/15 Zuschüsse an studentische Selbstverwaltungen in Euro 15.226 8.333 11.517 Notfallschlafplätze zum WiSe 0 davon genutzt Anzahl abgeschlossene Mietverträge davon Neuverträge % Bewohner*innen m/w Baukosten gesamt in Tsd. Euro Betriebliche Aufwendungen ISB in Tsd. Euro … und das haben wir geschafft: 17.081 Beratungen am InfoCenter ICstudi@home 4.929 davon persönlich 3.598 davon telefonisch 8.554 davon schriftlich 2019 68 Kennzahlen Übersicht der Wohnheime Wohnheim Wohnplätze Miete je Wohnplatz in Euro Allee der Kosmonauten 322 195 – 255 Aristotelessteig 916 145 – 285 Augustenburger Platz 153 275 – 360 42 270 – 420 Danckelmannstraße 157 200 – 270 Dauerwaldweg 180 173 – 325 74 190 – 308 Eichkamp 488 223 – 458 „Ferdinand Thomas“ (Storkower Straße) 504 205 – 305 Franz-Mehring-Platz 713 175 – 360 Fraunhoferstraße 140 208 – 400 87 185 – 510 Goerzallee 436 225 – 250 Halbauer Weg 317 230 – 245 „Hans und Hilde Coppi“ (Coppistraße) 703 190 – 330 46 350 – 390 131 190 – 315 Hoppestraße 30 260 – 270 Internationales Studienzentrum Berlin (ISB) 66 310 – 400 Juliusstraße 28 168 – 260 419 270 – 340 Neue Hochstraße 41 205 – 370 Nollendorfstraße 183 235 – 385 Pfalzburger Straße 28 255 – 325 Potsdamer Straße/Bissingzeile 482 203 – 400 „Salvador Allende“ 150 310 – 325 Sewanstraße 693 165 – 365 Siegmunds Hof 591 190 – 420 Spandauer Damm 302 219 – 340 67 183 – 355 635 175 – 305 51 195 – 325 Brentanostraße Düsseldorfer Straße Gelfertstraße Hardenbergstraße „Haus Unger“ (Derfflingerstraße) Mollwitzstraße Hubertusallee „Victor Jara“ (Biesdorf) Wassertorplatz 9.175 2019 Geschäftsbericht 69 studierendenWERK BERLIN Studentisches Leben PBS 2017 1.910 1.947 2.009 707/1.203 689/1.258 753/1.256/0 20/192 28/224 27/218 452 331 259 1. Selbstwertprobleme, 2. Depressive Verstimmung, 3. Lernstörungen 1. Selbstwertprobleme, 2. Depressive Verstimmung, 3. Lernstörungen 1. Depressive Verstimmung, 2. Selbstwertprobleme, 3. Lernstörungen 6 15 21 Anzahl beratener Personen davon m/w/d Anzahl Gruppen/Teilnehmer*innen Anzahl Teilnehmer*innen bei Präventions-/Informationsveranstaltungen Top 3 Gründe für das Aufsuchen der PBS (Mehrfachnennung möglich) 2019 2018 Durchgeführte Schwangerschaftskonfliktberatungen Anzahl Paare in Paarberatung Sozialberatung Top 3 Gründe für Inanspruchnahme der Beratung 2017 2019 2018 1. Studienfinanzierung, 1. Studienfinanzierung, 2. Studieren mit Kind, 2. Studieren mit Kind, 3. 3. Sozialberatung allg. Sozialberatung allg. 1. Studienfinanzierung, 2. Studieren mit Kind, 3. Sozialberatung allg. 98/6.476 78/4.265 93/4.025 6.896 5.848 5.457 2.563/4.333 2.696/3.152 2.061/3.387/9 30 32 32 649 618 536 150 145 100 Mit Notfonds und DSKV unterstützte Studierende 29 40 41 davon internationale Studierende in % 62 60 63 20.798 22.167 25.552 Anzahl Gruppenangebote/Teilnehmer*innen Anzahl Beratungen davon m/w/d davon internationale Studierende in % Anträge auf finanzielle Unterstützung davon bewilligt Vergebene Notfonds in Euro Vergebene Mittel DSKV in Euro 2019 70 Kennzahlen Sozialberatung 2017 2019 2018 15.143 9.722 12.257 149.000 142.000 100.000 150 145 100 89/71 89/56 69/31/0 92/22/36 42/46/57 30/23/47 106 102 92 78 67 57 Durchgeführte Schreibberatungen 767 785 711 Beratene Personen im Schreibzentrum nicht deutscher Muttersprache in % 22 17 24 Gesamtdarlehenssumme stW Vergebene Zuschüsse zum Start/Abschluss des Studiums in Euro Personen, die einen Zuschuss zum Start oder Abschluss des Studiums erhalten haben davon m/w/d davon deutsch/international ohne Fluchthintegrund/mit Fluchthintergrund Anzahl Anträge externer Stiftungen davon bewilligt Beratung Barrierefrei Studieren 2017 2019 2018 Ausgezahlte Integrationshilfen in Tsd. Euro 849 765 775 Anzahl Studierender, die Integrationshilfen erhielten 165 177 176 86/97 80/97 76/100/0 506 409 429 davon m/w/d Ausgaben für Gebärdensprach- und Schriftdolmetschen in Tsd. Euro studierendenWERK BERLIN Studentisches Arbeiten 2017 2018 2019 Gemeldete Studierende bei der Jobvermittlung 3.145 3.059 2.866 44 45 47 296 256 222 davon bewilligt 280 243 208 Anzahl Trainings 10 33 67 0 2 14 Gesamtzahl Teilnehmer*innen an Trainings 128 420 680 Kindertagesstätten 2017 2018 2019 Anzahl Kitaplätze (inkl. Gastkinder) 592 605 605,7 Kinder nicht deutscher Muttersprache 27 in % 25 24 Eigenanteil Finanzierung sTW und Hochschulen in % 6,5 6 930 998 davon internationale Studierende in % Anzahl KfW-Anträge davon auf Englisch 7 889 Erstattung (Kostenerstattung Land + Beteiligung Eltern) je Platz und Monat in Euro 2019 Geschäftsbericht 71 2019 72 Kennzahlen Kultur & Internationales 2019 2018 Anzahl Veranstaltungen gesamt 374 496 Anzahl Teilnehmer*innen/Gäste gesamt 27.355 30.843 Veranstaltungskosten gesamt in Tsd. Euro 102 124 Auslastung Freiraum (Anzahl Veranstaltungen) 398 437 284 330 davon BKI … und das haben wir geschafft: 8.217 Beratungsstunden in der PBS, davon 1.025 auf Englisch 716 Gruppenberatungsstunden in der PBS 5.457 Sozial- und Schreibberatungen, davon 2.639 persönlich, 1.422 telefonisch, 1.396 schriftlich 50 Schreib-Workshops und -Vorträge 3.902 Beratungen BBS, davon 357 persönlich, 664 telefonisch, 2.881 schriftlich 4.501 Besucher*innen bei Kunstausstellungen 1.397 Besucher*innen Bühne & Musik 2019 Geschäftsbericht 73 studierendenWERK BERLIN Unternehmenskommunikation 2019 2018 6,6 5,8 10.797 11.415 345.189 546.016 Abonennten Facebook engl.. Kanal n. a. 906 Kummulierte Jahresreichweiten n. a. 39.287 Follower Instagram 900 1.534 22.559 104.780 n. a. 971 116.900 170.100 34.115 29.070 Websiteaufrufe gesamt in Mio. Abonnenten Facebook allg. Kanal Kummulierte Jahresreichweiten Kummulierte Jahresreichweiten Follower Twitter Kummulierte Jahresreichweiten Kontakte am Imfopoint … und das haben wir geschafft: 24 Messespräsenzen 77 veröffentlichte Artikel im Onlinemagazin Werkblatt Kundendialog stW 2017 2019 2018 Bearbeitete Emails am InfoPoint n. a n. a 4.313 Bearbeitete Emailanfragen Speisebetriebe 680 873 984 14.224 33.233 33.701 Kontakte Telefonzentrale 2019 74 Kennzahlen Hochschulen und Studierende 2017 Vom studierendenWERK BERLIN betreute Studierende (Wintersemester) 2019 2018 168.035 170.937 171.129 davon Freie Universität Berlin 37.994 38.582 36.933 davon Humboldt-Universität zu Berlin 35.307 35.169 34.929 davon Technische Universität Berlin 34.258 36.528 36.205 davon Charité Universitätsmedizin 7.268 7.616 7.869 davon Alice-Salomon-Hochschule 3.748 3.869 4.047 12.957 12.647 12.399 davon Hochschule für Technik und Wirtschaft 13.727 14.115 13.937 davon Hochschule für Wirtschaft und Recht 10.943 11.040 11.383 4.000 4.058 4.146 davon Kunsthochschule Weißensee 892 896 873 davon HfM „Hanns Eisler“ 593 586 580 davon HfS „Ernst Busch“ 239 254 241 davon Evangelische Hochschule Berlin 1.430 1.548 1.551 davon Katholische Hochschule für Sozialwesen 1.438 1.395 1.329 davon Code University of Applied Sciences 88 230 356 davon Hochschule für angewandte Pädagogik 131 172 195 566 551 666 davon International Psychoanalytic University 466 470 393 davon IUBH Internationale Hochschule 349 607 625 davon Private Hochschule Göttingen 0 0 0 davon Beuth Hochschule davon Universität der Künste davon Hertie School studierendenWERK BERLIN 2019 Geschäftsbericht 75 Die Hochschulen kümmern sich um Lehre und Forschung – das studierendenWERK kümmert sich um den Rest. Den Studierenden Berlins bieten wir folgende Services: Essen & Trinken in unseren Mensen Wohnheime & Wohnungssuche Finanzielle Hilfe durch BAföG Beratung zu Studienfinanzierung, Sozialleistungen, wissenschaftlichem Schreiben, barrierefreiem Studieren & bei psychischen Problemen, Trainings rund ums Jobben Kitaplätze in Campusnähe Ausstellungen, Events und Kreativkurse www.stw.berlin
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.