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Full text: Stadt behutsam weiterbauen im Blankenburger Süden (Rights reserved)

STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN Öffentlichkeitsbeteiligung zum Struktur- und Nutzungskonzept vom 19. April 2021 – 09. Mai 2021 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT Inhalt 1. Einleitung ............................................................................................................................................ 2 2. Methodik............................................................................................................................................. 4 2.1. Beteiligungsmethodik ................................................................................................................ 4 2.2. Auswertungsmethodik ............................................................................................................... 6 3. Feedback in Zahlen .......................................................................................................................... 8 4. Inhaltliche Auswertung ..................................................................................................................... 9 4.1. Hauptaussagen der Beteiligung .............................................................................................. 9 4.2. Hinweise zum Struktur-und Nutzungskonzept ...................................................................... 11 4.2.1. Wohnen ............................................................................................................................. 11 4.2.2. Gewerbe ........................................................................................................................... 12 4.2.3. Gemeinbedarf .................................................................................................................. 13 4.2.4. Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) .................................................................... 14 4.2.5. Radverkehr ....................................................................................................................... 16 4.2.6. Motorisierter Individualverkehr (MIV) ............................................................................ 17 4.2.7. Eingriffe in Eigentums- Miet- und Pachtverhältnisse ................................................... 20 4.2.8. Grünraum und Ökologie ................................................................................................. 22 4.2.9. Klima und Umweltschutz ................................................................................................. 24 4.2.10. Mehrwert für die Nachbarschaft .................................................................................. 25 4.3. Hinweise über das Struktur- und Nutzungskonzept hinaus ................................................ 27 5. Fazit .................................................................................................................................................. 30 6. Anlagen ............................................................................................................................................ 32 1 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT 1. Einleitung Zwischen den Pankower Ortsteilen Blankenburg und Heinersdorf soll auf dem ehemaligen Rieselfeld ein neues Stadtquartier mit 5.000 bis 6.000 Wohnungen, Gewerbeflächen, Schulen, Kindergärten, Grünflächen, Freizeit- und Erholungsangeboten, sowie weiteren sozialen und kulturellen Einrichtungen entstehen: das neue Stadtquartier Blankenburger Süden. Dafür wurden 2016 vorbereitende Untersuchungen begonnen, welche sich grob in drei Stufen gliedern lassen, wobei sich die ersten beiden Stufen zeitlich überschneiden. Die erste Stufe ist abgeschlossen und die zweite Stufe befindet sich auf der „Zielgeraden“. 1. Stufe: Ermittlung, Analyse und Bewertung relevanter Grundlagen, Erarbeitung von Handlungserfordernissen und Leitzielen 2.Stufe: Erarbeitung eines Struktur- und Nutzungskonzeptes auf Grundlage eines städtebaulichen Rahmenplans, der aus dem Werkstattverfahren heraus entwickelt wurde 3.Stufe: Durchführung der Betroffenengespräche, Erarbeitung der Umsetzungskonzeption für das Struktur- und Nutzungskonzept wie auch einer Kosten- und Finanzierungsübersicht In der 2. Stufe der vorbereitenden Untersuchung hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen (SenStadtWohn) zwischen November 2019 und September 2020 ein kooperatives städtebauliches Werkstattverfahren für das neue Stadtquartier Blankenburger Süden durchgeführt. Vier interdisziplinäre Teams, die mit vier unterschiedlichen Entwurfsansätzen an die Planungsaufgabe herangegangen sind, haben in diesem Werkstattverfahren Ideen und Visionen für den Blankenburger Süden entworfen. Im Ergebnis sind vier unterschiedliche städtebauliche Testplanungen erarbeitet worden. Das Empfehlungsgremium im Werkstattverfahren hat der SenStadtWohn empfohlen, mit den beiden städtebaulichen Entwürfen der Teams yellow z / bgmr und Cityförster / Felixx weiterzuarbeiten und aus beiden Testplanungen in einer Qualifizierungsphase einen gemeinsamen städtebaulichen Rahmenplan zu entwickeln. Dieser städtebauliche Rahmenplan diente als Grundlage für das Struktur- und Nutzungskonzept.1 Seit Ende März 2021 liegen sowohl der städtebauliche Testentwurf der beiden Teams als auch das daraus abgeleitete Struktur- und Nutzungskonzept für den Blankenburger Süden vor und wurden der Öffentlichkeit vorgestellt. Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie konnte dies leider nur digital sowie via Planungszeitung geschehen. Ziel der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Struktur- und Nutzungskonzept war es, ein Feedback der Büger:innen zum Struktur- und Nutzungskonzept zu erhalten und dieses anschließend zusammengefasst dem Senat von Berlin als begleitendes Dokument zum angestrebten Senatsbeschluss im Sommer 2021 zur Fortführung der vorbereitenden Untersuchungen auf Grundlage des Struktur- und Nutzungskonzeptes beizulegen. Anschließend wird im Herbst 2021 die 3. Stufe der vorbereitenden Untersuchungen beginnen. Diese beinhaltet u.a. die Erarbeitung eines Umsetzungskonzepts, welches rechtliche, organisatorische, finanzielle, zeitliche Maßgaben usw. darstellt, wie das neue Stadtquartier gemäß dem Struktur- und Nutzungskonzept umzusetzen wäre. Dafür werden u.a. Gespräche mit den betroffenen Eigentümer:innen, Mieter:innen, Pächter:innen und sonstigen Betroffenen geführt. In der Umsetzungskonzeption wird auch aufgezeigt, welche Auswirkungen sich aus der Entwicklung ergeben würden – z.B. bezüglich Umwelt, Verkehr, Schulplatzbedarf usw. – und welche Konsequenzen damit verbunden sind. Diese Dokumentation stellt die Ergebnisse der dreiwöchigen Öffentlichkeitsbeteiligung im April und Mai 2021 in den nachfolgenden Kapiteln dar. Die Fragen der Bürger:innen im Rahmen der 1 Nähere Informationen zum Verfahren finden Sie unter www.berlin.de/blankenburger-sueden 2 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT Beteiligung sind dokumentiert und seitens der SenStadtWohn sowie der SenUVK beantwortet und der Dokumentation als Anlage beigefügt. 3 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT 2. Methodik 2.1. Beteiligungsmethodik Um Hinweise der Bürgerschaft aufzunehmen, wurde auf der landeseigenen Beteiligungsplattform mein.berlin.de ein Dialograum eingerichtet. Vom 19. April 2021 bis einschließlich 09. Mai 2021 konnten die Bürgerinnen und Bürger sich zum Struktur- und Nutzungskonzept äußern. Zusätzlich bestand die Möglichkeit eine E-Mail an SenStadtWohn zu senden, sich postalisch zu äußern oder telefonisch über die Telefonnummer für die Terminvereinbarung der Vor-OrtSprechstunden Kontakt aufzunehmen. Ebenfalls standen die sozialen Abbildung 1: Aufruf zur Beteiligung | DSK, 2021 Medienplattformen Facebook, Twitter und Instagram zur Kommentierung zur Verfügung. Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Struktur- und Nutzungskonzept wurde in den Ortsteilen Blankenburg und Heinersdorf die dritte Ausgabe der Planungszeitung mit dem aktuellen Stand der Planungen sowie einer ausführlichen Erläuterung des Struktur- und Nutzungskonzepts und des städtebaulichen Rahmenplans per Postwurfsendung zugestellt. Gleichzeitig wurde die Projektwebsite (www.berlin.de/blankenburger-sueden) umfassend aktualisiert. Im Zuge der dreiwöchigen Online-Beteiligung konnte die Öffentlichkeit das Struktur- und Nutzungskonzept, nach Themen strukturiert, kommentieren. Das Struktur- und Nutzungskonzept wurde bezüglich der Themen Allgemeine Zielstellung, Wohnungsbau, Gewerbe, Quartierszentrum und Gemeinbedarf, Mobilität sowie Grün- und Freiraum erläutert und kommentiert werden. 4 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT Im Dialograum standen darüber hinaus ein FAQ mit den wichtigsten Fragen und Antworten zum Struktur- und Nutzungskonzept und der durchgeführten Beteiligung sowie ein Zeitstrahl mit der Darstellung aller bisherigen Beteiligungsformate sowie deren Dokumentationen zur Verfügung. Abbildung 2: Auszug aus der Onlinebeteiligung auf mein.berlin.de | SenStadtWohn, 2021 5 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT 2.2. Auswertungsmethodik Da die angelegte Unterteilung in die Themen Wohnungsbau, Gewerbe, Gemeinbedarf und Quartierszentrum, Mobilität sowie Grün- und Freiraum auf mein.berlin.de wenig genutzt wurde, war im Zuge der inhaltlichen Auswertung, unter Einbeziehung der eingegangenen Beiträge aller Kanäle2, eine detailliertere Herangehensweise notwendig. Um das breite Spektrum der Kommentare abzubilden, wurden die einzelnen Beiträge verschiedenen Themenbereichen wie beispielsweise Wohnen, Radverkehr, Gemeinbedarf u. ä. zugeordnet. In einem nächsten Schritt erfolgte dann eine Aufteilung der eingegangenen Beiträge in weitere Unterpunkte. Nachfolgend sind die Themenbereiche sowie die Unterpunkte tabellarisch dargestellt. Themen der Beteiligung Wohnen Gewerbe Eingriffe in Eigentums-, Miet-und Pachtverhältnisse Motorisierter Individualverkehr (MIV) Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) Radverkehr Gemeinbedarf 2 Unterpunkte Allgemein Anzahl Wohneinheiten / Typologie Gebäudehöhe Mietpreise / sozialer Wohnungsbau Lärm- und Schallschutz Bevölkerungsentwicklung Berlin Allgemein Straßenbahnbetriebshof Gewerbegebiet Heinersdorf FHTW-Gelände Gewerbegebiet am Blankenburger Pflasterweg Entstehung von Arbeitsplätzen verkehrliche Erschließung Lärm- und Schallschutz sog. Erholungsanlage Blankenburg Gewerbegebiet Heinersdorf Such- und Potenzialräume durch Straßenbahn durch Straßen übergeordnetes Konzept Verkehrserschließung Blankenburg Doppelknotenlösung Autoarmes Quartier / Modal Split / zukunftsfähige Mobilität Bahnhofstraße Park- und Stellplätze / Mobility Hub Tangentialverbindung Nord (TVN) Blankenburger Pflasterweg übergeordnetes Konzept Straßenbahn M2 Straßenbahntangente S-Bahnhof Blankenburg Turmbahnhof Karower Kreuz U-Bahn Nahverkehrstangente Busse S-Bahn übergeordnete Radwege Fahrradparkhaus Schulen und Kitas Schwimmhalle mein.berlin.de, Briefe, E-Mail, Telefonate, soziale Medien 6 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT Themen der Beteiligung Grünraum und Ökologie Klima und Umweltschutz Mehrwert für die Nachbarschaft Hinweise über das Struktur- und Nutzungskonzept hinaus Unterpunkte Nahversorgung Quartierszentrum weiterer Gemeinbedarf Freiraumkonzept Flora und Fauna Bodenqualität Grundwasser / Schichtenwasser Regenwasserbewirtschaftung Versiegelung Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen Kaltluftschneise / Luftzirkulation Klimaschutz und Nachhaltigkeit Energieerzeugung für ansässige Bewohner:innen für zukünftige Bewohner:innen Vorbereitende Untersuchungen (VU) (Online)-Beteiligung rechtlicher Status sog. Erholungsanlage Blankenburg weitere planerische Schritte nach VU 7 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT 3. Feedback in Zahlen Insgesamt wurden 401 Beiträge auf mein.berlin.de verfasst, 14 Kommentare über die sozialen Medien (Facebook, Twitter) abgegeben, vier postalische Beiträge an SenStadtWohn, Projektteam Blankenburger Süden, versandt, drei Anrufe getätigt und acht E-Mails an blankenburgersueden@sensw.berlin.de geschrieben. Die insgesamt 430 Beiträge wurden von 107 Verfasser:innen mitgeteilt, wobei 35 % der Beiträge von drei Nutzer:innen auf mein.berlin.de geschrieben wurden. Kennzahlen zur Beteiligung Beiträge gesamt: 35% der Beiträge verfasst von Nutzer:innen mein.berlin.de Kommentare von drei Nutzer:innen Zustimmungen zu Beiträgen auf mein.berlin.de Ablehnungen zu Beiträgen auf mein.berlin.de soziale Medien E-Mail Brief Telefonat Verfasser:innen gesamt Anzahl 430 3 401 152 1542 678 14 8 43 3 107 Die größte Mitwirkung verzeichnete die Bürgerbeteiligung am ersten Tag (Montag, 19.04.2021) mit 43 Beiträgen, gefolgt vom ersten Wochenende (Samstag, 24.04.2021) mit 42 Beiträgen und dem letzten Tag der Beteiligung (Sonntag, 09.05.2021) mit 38 Kommentaren. 50 45 40 35 30 25 20 15 10 5 0 Abbildung 3: Zeitlicher Verlauf der eingegangenen Kommentare | DSK, 2021 3 Einer der Briefe wurde auf mein.berlin.de veröffentlicht, sodass dieser nicht in die Gesamtzahl der eingegangenen Beiträge mit einfließt. 8 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT 4. Inhaltliche Auswertung 4.1. Hauptaussagen der Beteiligung Aufgrund der inhaltlichen Komplexität vieler Beiträge erfolgt bei vielen der Kommentare eine inhaltliche Zuordnung zu mehreren Themenbereichen. Bei dieser Zuordnung der einzelnen Beiträge wird deutlich, dass rein quantitativ dem Themenbereich ÖPNV mit insgesamt 158 Beträgen, gefolgt von den Themen Wohnen und den Eingriffen in Eigentums-, Miet- und Pachtverhältnisse die größte Beachtung zuteil kam. Radverkehr 3% 3% 19% Gemeinbedarf 3% 5% Mehrwert für die Nachbarschaft 5% Gewerbe 5% 17% 8% Klima- und Umweltschutz Ohne inhaltliche Aussage / Moderation Grünraum und Ökologie Hinweise über das SNK hinaus MIV 10% 12% 10% Eingriffe in Eigentums- Miet- und Pachtverhältnisse Wohnen ÖPNV Abbildung 4: Hauptthemen | DSK, 2021 Bei genauerer Betrachtung der einzelnen Themenbereiche sowie deren Unterthemen wiederum wird deutlich, dass die meisten Beiträge zum Konzept der Straßenbahn M2, zur sog. Erholungsanlage Blankenburg und zum übergeordneten ÖPNV-Konzept eingingen. 14% Vorbereitende Untersuchungen (VU) 32% 15% Anzahl Wohneinheiten / Typologie übergeordnetes ÖPNV-Konzept Erholungsanlage Blankenburg 17% Straßenbahn M2 22% Abbildung 5: Hauptunterthemen | DSK, 2021 9 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT Die Mehrzahl der teilnehmenden Bürger:innen sehen das geplante neue Stadtquartier jedoch nicht grundsätzlich kritisch, sondern kritisieren bestimmte Teilaspekte: So wird beispielsweise das Verkehrskonzept, insbesondere der Trassenverlauf der Straßenbahnverlängerung der M2, welcher zum einen Betroffenheiten in der sog. Erholungsanlage Blankenburg auslöst und zum anderen in den Augen der Nutzer:innen keine gute Anbindung an die umliegenden Siedlungsbereiche aufweist, als sehr problematisch gesehen. Einige Teilnehmenden schlagen eine alternative Trassenführung der Straßenbahn zum Karower Kreuz oder zur Sellheimbrücke vor. Darüber hinaus würden Nutzer:innen den Bau einer UBahn durch Weißensee bis zum Karower Kreuz als sehr hilfreich für die weitere Entwicklung des Gesamtraumes sehen. Die Auflösung des Doppelknotens, als zusätzliche Trasse durch die sog. Erholungsanlage Blankenburg und die damit verbundenen Eingriffe in bestehende Eigentums-, Miet- und Pachtverhältnisse, werden ebenfalls sehr problematisch gesehen. Es gibt jedoch auch Teilnehmende, die die Auflösung des Doppelknotens sehr positiv betrachten, da so die bestehenden Verkehre aus der Bahnhofstraße umgeleitet und die Straße aufgewertet werden kann. Viele Teilnehmende wünschen sich außerdem ein integriertes Gesamtkonzept für den Nordostraum, welches die geplanten Wohnungsbauquartiere und Infrastrukturmaßnahmen in den Blick nimmt und Lösungen vor allem für die verkehrlichen Probleme aufzeigt. Des Weiteren wird von einer Vielzahl der Nutzer:innen die Anzahl der Wohnungen sowie die Gebäudehöhen abgelehnt, da diese nicht dem umliegenden Ortsbild entsprechen. Einige Nutzer:innen sehen jedoch eine dichtere und höhere Bebauung auch als Chance möglichst viel Grünflächen zu erhalten und auch dem bestehenden Wohnraummangel in Berlin entgegenzuwirken. 10 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT 4.2. Hinweise zum Struktur-und Nutzungskonzept 4.2.1. Wohnen Das am zweit häufigsten diskutierte Thema der Bürgerbeteiligung betraf das Thema Wohnen. Verschiedene Inhalte wie die Anzahl der Wohneinheiten, die Gebäudehöhe oder Lärm- und Schallschutzmaßnahmen wurden dabei diskutiert. 6% Mietpreise / sozialer Wohnungsbau 7% Lärmschutz / Schallschutz 32% 13% Bevökerungsentwicklung Berlin Allgemein Gebäudehöhe 19% 23% Anzahl Wohneinheiten / Typologie Abbildung 6: Beiträge zum Thema Wohnen | DSK, 2021 Von einer Vielzahl der Nutzer:innen wird die geplante Anzahl der Wohnungen abgelehnt. Sie plädieren für eine geringe Anzahl von max. 3.000 Wohneinheiten, teilweise werden auch 1.000 bis 1.500 Wohneinheiten bspw. auf dem ehem. FHTW-Gelände genannt. Ziel sollte es laut den Beteiligten sein, dass sich die Bebauung in den dörflichen Charakter des Stadtteils Blankenburg einfügt. Sie betrachten die bisherigen Planungen eines zu dichten Quartieres als einen Rückschritt und warnen vor Wiederholung von Fehlern der Vergangenheit. Ihrer Ansicht nach wird eine neue Kleinstadt entstehen, die der Attraktivität des Nordostens nicht zuträglich ist. Eine zu starke Verdichtung würde nach Meinung der Bürger:innen, die für Blankenburg und Heinersdorf typische Heterogenität von Bau- und Grünflächen auflösen. Andere Teilnehmende weisen darauf hin, dass im Zentrum einer Stadt normalerweise sehr hoch und dicht gebaut wird und befürchten daher das Entstehen einer Satellitenstadt im Bezirk Pankow auf Kosten der derzeitigen Anwohner:innen als Ergebnis einer verfehlten Wohnungspolitik. Ebenso wird darauf hingewiesen, dass sich die Gebäudehöhen in die Umgebung einfügen sollten. Als Beispiel wird eine Orientierung der maximalen Höhe an der Kirche in Blankenburg genannt. Andere Teilnehmende unterstützen die geplante Anzahl der Wohnungen sowie die Gebäudehöhen und stehen einer höheren Bebauung positiv gegenüber, da weniger Fläche in Anspruch genommen wird und somit möglichst viel Grünfläche erhalten bleibt. Ein weiterer Grund für eine höhere Dichte des Quartieres sei der bestehende Wohnraummangel. Einzelne Teilnehmende weisen darauf hin, dass der Neubau mit 30% sozialem Wohnungsbau einhergeht und die Bebauung, da es sich um landeseigene Flächen handelt, durch städtische Wohnungsbaugesellschaften vorgesehen ist. Sie führen aus, dass die große zusammenhängende Fläche sich gut für dichten Wohnungsbau durch städtische Unternehmen eigne. Andere Teilnehmende gehen trotzdem davon aus, dass dennoch nicht mit moderaten Mieten zu rechnen sei. Im Zusammenhang mit den nächtlichen ein- und ausfahrenden Straßenbahnen am Straßenbahnbetriebshof wird gefragt, welche Lärmschutzmaßnahmen diesbezüglich vorgesehen sind 11 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT und darauf hingewiesen, dass eine räumliche Trennung zwischen dem geplanten Betriebshof und den in bestehenden und neuen Wohngebieten lebenden Menschen erfolgen sollte. Laut den Teilnehmenden sollen die Auswirkungen hinsichtlich potenzieller Lärm- und Schadstoffbelastung auf die Anwohnenden reduziert werden. Es wird bemängelt, dass kein gesonderter Schallschutz neben der Wohnbebauung geplant sei und der entstehende Lärm für die Anwohner:innen mit Emissionen einhergeht. Andere Nutzer:innen weisen darauf hin, dass bei modernem Straßenbahngleisbau kaum Körperschall entsteht und die neuen Bahnen leiser fahren. Vor dem Hintergrund, dass die Einwohnerzahl Berlins stagniert, bezweifeln einzelne Bürger:innen, ob ein neues Stadtquartier dieser Größenordnung noch notwendig sei und weisen darauf hin, dass im letzten Jahr weniger Firmen in die Hauptstadt gezogen sind. Darüber hinaus fragen einzelne Nutzer:innen, warum keine Wohnbebauung auf dem ehemaligen FHTW-Gelände vorgesehen ist. Es wird mehrfach von Teilnehmenden darauf hingewiesen, leerstehende Bürogebäude und Brachflächen innerhalb des S-Bahn-Ringes für neuen Wohnungsbau zu nutzen. 4.2.2. Gewerbe Das Oberthema Gewerbe wurde nur bedingt kommentiert und diskutiert, wobei sich zur geplanten Verortung des neuen Straßenbahnbetriebshofes am häufigsten ausgetauscht wurde. 2%2%2% 3% verkehrliche Erschließung 5% Gewerbegebiet am Blankenburger Pflasterweg FHTW-Gelände 13% Entstehung von Arbeitsplätzen Allgemein 53% Gewerbegebiet Heinersdorf 20% Lärmschutz / Schallschutz Straßenbahnbetriebshof Abbildung 7: Beiträge zum Thema Gewerbe | DSK, 2021 Die Standortwahl des neuen Straßenbahnbetriebshofes im Gewerbegebiet Heinersdorf wird kontrovers diskutiert. Einige Teilnehmende finden ihn zu nahe am Wohngebiet verortet und sehen die entstehenden Emissionen problematisch. Die Nutzer:innen teilen mit, dass zum Schutz der Anwohner:innen eine größere räumliche Trennung zur Wohnbebauung erforderlich sei. Ebenso wird darauf hingewiesen, dass der Standort in jedem Fall auf landeseigene Flächen gelegen sein sollte. Es wird auch gefragt, warum von der Vorzugsvariante der BVG – zwischen der Trasse der A 114 und der S-Bahn - abgewichen wurde. Einzelne Nutzer:innen befürchten durch nächtliche ein- und ausfahrende Züge Einschränkungen der Lebensqualität und empfinden die Verortung als zu nahe am Wohngebiet. Andere Teilnehmende weisen darauf hin, dass keine Wohnbebauung in direkter Nähe zum Straßenbahnbetriebshof geplant sei, Wartungsarbeiten in Hallen durchgeführt werden und Betriebsbahnhöfe weniger Lärm erzeugen als bspw. Hauptverkehrsstraßen. Andere Nutzer:innen führen an, dass bei modernem Straßenbahngleisbau kaum Körperschall entsteht und die neuen Bahnen leiser 12 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT fahren und finden die Verortung im Gewerbegebiet plausibel. Es wird eine nach Norden gewandte Zugangsmöglichkeit für den Betriebsbahnhof angeregt. Einige Nutzer:innen sehen die geplante Qualifizierung der Standortwahl des Gewerbegebietes Heinersdorf kritisch, da dieses von Wohnbebauung umgeben ist und würden eine Verlagerung des Gewerbegebietes zum Schutz des Wohngebietes als sinnvoll erachten. Es wird ebenso darauf hingewiesen, dass diese Gewerbeflächen wichtig sind und angeregt, auch Voraussetzungen für Betriebe mit größeren zusammenhängenden Flächen zu schaffen, so dass neue Arbeitsplätze für die zukünftigen Bewohnenden entstehen. Das Gewerbegebiet sollte darüber hinaus infrastrukturell, bezugnehmend auf alle Verkehrsmittel, sehr gut erschlossen sein. 4.2.3. Gemeinbedarf Keine große Bedeutung in der Diskussion kam dem Thema Gemeinbedarf zuteil. 14% 28% Schwimmhalle 16% Nahversorgung Quartierszentrum weiterer Gemeinbedarf Schulen und Kitas 26% 16% Abbildung 8: Beiträge zum Thema Gemeinbedarf | DSK, 2021 Einige Teilnehmende weisen darauf hin, ausreichend Schulen und Kitas in die Planung des neuen Quartiers aufzunehmen, da gerade letztere nach Ansicht einiger Bürger:innnen unterrepräsentiert bzw. nicht berücksichtigt scheinen. Einzelne Nutzer:innen sehen keine ausreichende Infrastruktur für den Gemeinbedarf eingeplant und führen Nutzungen wie Ärztehäuser, Feuerwehr- und Polizeistationen oder Bürgeramt auf. Es wird darauf hingewiesen, dass in der Planung eines neuen Stadtquartiers von der Größe einer Kleinstadt, die entsprechende soziale, wirtschaftliche und kulturelle Infrastruktur mit geplant sein sollte und auch Raum für spontane Entwicklung einkalkuliert werden sollte und sehen diesbezüglich konzeptionelle Nachbesserungsbedarfe. Es wird darauf hingewiesen, dass das neue Quartier zuzüglich der Bestandsgebiete eine gewisse Wohnqualität aufweisen und deshalb viele Angebote für Freizeit und täglichen Bedarf liefern sollte, damit die Bewohner:innen nicht in andere Stadtteile ausweichen müssen. Andere Beteiligte sehen in der Entstehung des neuen Quartiers für den Ortsteil Blankenburg eine große Chance für die als unzureichend empfundene Infrastruktur und denken, dass sich die Lage hinsichtlich soziokultureller Angebote und Bildungseinrichtungen verbessern wird. Bezugnehmend auf die neu entstehenden Quartierszentren schlagen einzelne Bürger:innen vor, diese architektonisch historisch zu gestalten, bspw. Gebäude mit roten und gelben Klinkersteinen zu schaffen oder schief zu bauen, kleine Nischen einzuarbeiten um einer exakten und geraden Ausrichtung von Fluchten und Linien entgegen zu wirken, damit der Eindruck eines alten Dorfkernes entsteht und die neuen Quartiersplätze eine eigene Identität bekommen. 13 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT Ebenso werden historisch gestaltete Gebäude für das Gaststätten- bzw. Restaurantgewerbe angeregt. Hinsichtlich der Nahversorgung scheint es für einzelne Teilnehmende, dass die derzeitigen Bewohner:innen der sog. Erholungsanlage Blankenburg nicht in die Bedarfsplanung eingerechnet wurden bzw. befürchten, dass sich die Situation für die Bewohner:innen sogar verschlechtern wird, da bspw. durch den Umbau des S-Bahnhofs Blankenburg ein Discounter schließen muss. Einzelne Nutzer:innen weisen auf den Bedarf einer Schwimmhalle für die heranwachsenden Kinder der Ortsteile Blankenburg, Heinersdorf und Karow hin. 4.2.4. Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) Zum Thema öffentlicher Nahverkehr tauschten sich der Bürger:innen in der Beteiligung am häufigsten aus. Hauptschwerpunkte der Diskussionen waren hierbei vor allem die Verlängerung der Straßenbahnstrecke M2 zum S-Bahnhof Blankenburg sowie auch ein Gesamtkonzept für den öffentlichen Nahverkehr. 2% 3% Turmbahnhof Karower Kreuz 6% Nahverkehrstangente 7% 35% Busse 7% S-Bahnhof Blankenburg Straßenbahntangente 9% S-Bahn U-Bahn 19% 12% übergeordnetes ÖPNV-Konzept Straßenbahn M2 Abbildung 9: Beiträge zum Thema ÖPNV | DSK, 2021 Straßenbahnverlängerung M2 Einige Teilnehmende unterstützen das Konzept der Straßenbahnverlängerung der M2 zum SBahnhof Blankenburg, da die Anbindung zum schnellen Verkehrsmittel plausibel erscheint. Die Straßenbahn wird als attraktives Verkehrsmittel betrachtet und dargelegt, dass eine Straßenbahn im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln schneller und günstiger gebaut werden kann und sehen deshalb deren Verlängerung als effektivste Lösung für dieses Projekt. Auch findet eine gemeinsame Trasse mit dem motorisierten Verkehr Befürworter:innen. Einzelne Nutzer:innen merken an, dass mit modernem Gleisbau kaum Emissionen entstehen, ein eigenes Auto überflüssig werden kann und mit einem Gewinn an Lebensqualität einhergeht. Andere der teilnehmenden Bürger:innen sehen den Trassenverlauf der Straßenbahnverlängerung der M2 jedoch sehr kritisch, da dieser Betroffenheiten in der sog. Erholungsanlage Blankenburg auslöst. Vor allem wird die Verlängerung bis zum S-Bahnhof Blankenburg nicht als übergeordnete Verkehrslösung für den Nordostraum gewertet. Es besteht Unklarheit darüber, warum die Trasse der Straßenbahnverlängerung am S-Bahnhof Blankenburg endet und nicht bis nach Französisch Buchholz weitergeführt wird. Alternativ wird eine Trassenführung bis zur Sellheimbrücke und bis zum Karower Kreuz vorgeschlagen. 14 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT Einzelne Bürger:innen finden die Straßenbahn gegenüber S-und U-Bahnen kapazitiv unterlegen und somit als Verkehrsmittel weniger attraktiv. Es wird bezweifelt, dass die Straßenbahnverlängerung für ansässige sowie auch zukünftige Bürger:innen den erhofften Nutzen mit sich bringt. Nutzer:innen kritisieren auch, dass kein Mehrwert für den Ortsteil Blankenburg entsteht, da die Trasse weit ab vom Ortskern verläuft. Für die umliegenden Siedlungsbereiche und Bestandgebiete ergibt sich demnach kaum eine Verbesserung und es wird der Eindruck gewonnen, die verkehrliche Planung ziele nur auf die Anbindung des Blankenburger Südens ab. Darüber hinaus gibt es Befürchtungen, dass die Straßenbahn zusammen mit den Autos im Stau stehen wird, zusätzliche Kreuzungen entstehen werden und somit insgesamt sogar mit mehr Einschränkungen im Straßenverkehr zu rechnen sei. Einige Nutzer:innen empfinden die geplanten Abstände zwischen den Straßenbahnhaltestellen als zu weit bzw. deren Anzahl zu gering und bitten um eine entsprechende Prüfung der geplanten Haltestellen. Unter den Bürger:innen bestehen Zweifel, wie die Verlängerung der M2 zum S-Bahnhof Blankenburg die Menschen des gesamten Nordostraumes mit Neubaugebieten in Karow, Buch-Süd und Am Sandhaus von ihren Wohngebieten bspw. in die Innenstadt bringen soll. Übergeordnetes ÖPNV-Konzept Es wird der Wunsch geäußert, den Nordostraum verkehrlich als Ganzes zu betrachten und alle Verkehrsmittel in das Konzept miteinzubeziehen. Auch wird angemerkt, dass in bereits stattgefundenen Bürgerwerkstätten und Beteiligungsverfahren viele Anregungen zum Gesamtkonzept seitens der Bürger:innen dargelegt wurden, die sich im vorgelegten Struktur- und Nutzungskonzept nicht wiederfinden. Auch weisen Teilnehmende auf alternativ vorgeschlagene Straßenbahntrasse hin und vermissen deren vertiefte Prüfung. Beteiligte verweisen darauf, dass die verkehrliche Infrastruktur vor Baubeginn eines neuen Quartiers fertiggestellt sein sollte. Einzelne Nutzer:innen weisen darauf hin, den öffentlichen Nahverkehr für die Bevölkerung so zu gestalten, dass dieser eine echte Alternative zum motorisierten Verkehr darstellt. Darüber hinaus wird auf erforderliche Querverbindungen innerhalb der Außenbezirke aufmerksam gemacht, so dass diese untereinander besser vernetzt werden. Auch wurde diskutiert, ob neue Schnellverbindungen in und durch den Innenstadtbereich in Planung seien und ob zukünftig ein Straßenbahngleis nach Französisch Buchholz gelegt wird. Hinweise zu weiteren Themen Einzelne Bürger:innen schlagen eine konsequente Nutzung von E-Bussen, die die Versorgungslücken in der sog. Erholungsanlage Blankenburg füllen sowie eine Anbindung des Blankenburger Südens an den S-Bahnhof Blankenburg gewährleisten könnten, vor. Auch ein Bus zum geplanten S-Bahnhof Sellheimbrücke wird diskutiert. Mehrfach wird auf den konsequenten (Aus)-Bau der U-Bahn hingewiesen, um die Zunahme des Passagieraufkommens, mit Blick auf den gesamten Nordostraum, zu bewältigen. Ebenso sollte das Potenzial von S-Bahnen und Regionalzügen mit Erweiterungen und Verdichtungen ausgeschöpft werden. In der stärkeren Anbindung bzw. Erweiterung der S-Bahn mit dichteren Taktzeiten über die Nord-Süd-Trasse wird ein realistischer Ansatz des ÖPNV-Konzeptes gesehen. Ebenso wird die Schließung des S-Bahn-Ringes diskutiert sowie die Aufnahme des durchgängigen S-Bahnverkehrs über den Berliner Außenring und der zweigleisige Ausbau der S-Bahnstrecke nach Bernau. Auch alternative Verkehrstechnologien wie Schwebebahnen oder Seilbahnen werden angesprochen. 15 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT 4.2.5. Radverkehr Das Thema Radverkehr nahm eine untergeordnete Rolle in der Öffentlichkeitsbeteiligung ein. 12% Fahrradstellplätze / Fahrradparkhaus übergeordnetes Radwegenetz 88% Abbildung 10: Beiträge zum Thema Radverkehr | DSK, 2021 Einzelne Teilnehmende bemängeln, dass übergeordnete Radrouten im Konzept fehlen und führen aus, dass Radfahrende laut Planung über Fußwege geführt werden. Eine eigenständige Verkehrsführung für Radfahrende sollte mitgedacht werden. Es wird befürchtet, dass zukünftig die Konflikte im Straßenverkehr statt zwischen Fahrrad und Kraftfahrzeugen zwischen zu Fuß Gehenden und Radfahrenden ausgefochten werden. Es wird gefordert, dass es für den Radverkehr konfliktfreie, vom MIV getrennte Strecken geben sollte und eine Radführung bspw. über die Bahnhofstraße derzeit nicht möglich ist, da dort die Radwege nicht den Minimalanforderungen entsprechen. Einzelne Nutzer:innen weisen darauf hin, die Fahrradwege breit und gerade anzulegen. Andere schlagen vor, einen Radweg durch den Grünstreifen östlich und südlich vom Straßenbahnbetriebshof anzulegen. Auch würde eine direkte Radanbindung des neuen Quartiers zum S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf, von der auch die Anwohner:innen der Bestandsgebiete profitieren würden, befürwortet. Weiterhin werden Verbindungen von Heinersdorf entlang der Straßenbahnstrecke bis Alt-Blankenburg und vom S-Bahnhof Blankenburg durch das neue Quartier an der bestehenden Baumallee bis nach Malchow vorgeschlagen. Es wird gefragt, wie die Gernroder Straße den Radverkehr aufnehmen soll, der laut Planung durch diese Straße geführt wird, da diese Straße derzeit schon schlecht zu befahren ist und keine ordentlichen Bürgersteige aufweist. Weiterhin wird nach Definition von übergeordneten Radwegen gefragt und ob diese Betroffenheiten in der sog. Erholungsanlage Blankenburg hervorrufen würden, da sie laut Konzept alleenartig ausgestaltet scheinen. Die Anbindung des S-Bahnhofs Blankenburg und des Panketrails im Radnetz wird positiv gesehen. Es wird vorgeschlagen, die übergeordnete Hauptverkehrsstraße (Netzelement 2 der Verkehrslösung Heinersdorf) zwischen der Romain-Rolland-Straße und der Blankenburger Straße als Grünzug und Fahrradschnellweg mit Anbindung an die Innenstadt auszubauen. 16 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT Bezugnehmend auf die dargestellten neuen Fahrrad- und Fußwegeverbindungen Richtung Norden wird mitgeteilt, dass diese einen negativen Einfluss auf die Verkehrs- und Lebenssituation im südlichen Teil von Alt-Blankenburg haben, bspw. auf der Straße Am Fließ, welche vor allem am Wochenende sehr hoch frequentiert ist. Ein Ausbau dieser Straße zu einer zentralen NordSüd-Verbindung für zu Fuß Gehende und Radfahrende würde diesen Zustand verschlechtern. Es wird darum gebeten, eine Weiterführung des Radweges auf der anderen Seite des Fließgrabens zu prüfen. Einige Beteiligte regen an, Fahrradstellplätze an Wohngebäuden und den Haltestellen des ÖPNV zu planen, vor allem Fahrradparkhäuser an die S-Bahnhöfe Blankenburg und Heinersdorf zu legen. 4.2.6. Motorisierter Individualverkehr (MIV) Kontrovers wurde auch das Thema des motorisierten Individualverkehrs diskutiert, wobei dem übergeordneten Konzept das größte Interesse entgegengebracht wurde. Auch wurden viele Fragen zum MIV gestellt, welche im Anhang dieser Dokumentation beantwortet zu finden sind. 4% 4% Park- und Stellplätze / Mobility Hub Tangentialverbindung Nord (TVN) 5% 5% 36% Blankenburger Pflasterweg 10% Verkehrserschließung Blankenburg autoarmes Quartier / Modal Split / zukunftsfähige Mobilität Bahnhofstraße 13% 23% Doppelknotenlösung Übergeordnetes MIV-Konzept Abbildung 11: Beiträge zum Thema MIV | DSK, 2021 Übergeordnetes Konzept Viele Teilnehmende sehen in den geplanten Infrastrukturmaßnahmen keine ganzheitliche Verkehrslösung und eine unzureichende Anbindung der einzelnen Stadtteile. Es wird mehrfach der Wunsch geäußert, erst die bestehenden Probleme des Raumes im Straßenverkehr zu lösen, bevor ein Bauprozess in Gang gesetzt wird. Auch wird zuerst ein übergeordnetes Verkehrskonzept erwartetet, welches bessere Möglichkeiten aller im Straßenverkehr Beteiligten aufzeigt. Einige Teilnehmende rechnen mit einer starken Zunahme des Verkehrs, der mit dem vorliegenden Konzept nicht aufgefangen werden kann bzw. nur mit einer Verlagerung von Staus einhergeht und empfehlen das Konzept nachzubessern. Auch wird erwähnt, dass in bisherigen Bürgerwerkstätten und Beteiligungsverfahren, wie auch zum ÖPNV, ein alternatives Verkehrskonzept vorgeschlagen wurde, welches nicht mit Nachteilen für die ansässige Bürgerschaft einhergehen würde. Das dargelegte Konzept im Struktur- und Nutzungskonzept wird für die Region als Insellösung erachtet und nicht als ganzheitliche Lösung angesehen, da anscheinend die Wohnungsbauprojekte in Karow und Buch vernachlässigt wurden. 17 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT Andere sehen eine Diskrepanz in der Planung eines autoarmen Stadtquartiers und der Entstehung neuer übergeordneter Straßen und fordern mehr in den Ausbau des ÖPNV zu investieren anstelle in den Bau neuer Straßen für den motorisierten Verkehr und geben zu bedenken, dass durch den Bau neuer Straßen bzw. Ausbau bestehender Straßen mehr Verkehr erzeugt wird. Eine Reduzierung des motorisierten Verkehrs darf nicht nur ein Anliegen des Berliner Innenstadtbereichs sein. So sprechen sich einige Bürger:innen dafür aus, Maßnahmen für den motorisierten Verkehr weniger attraktiv zu gestalten, anstatt ihm mehr Kapazität einzuräumen, so dass es auch in den hier betroffenen Stadtteilen über längere Sicht zur Verkehrsberuhigung kommt. Andere befürworten das vorgelegte Verkehrskonzept und sind neugierig, ob sich die zentrale Verortung von Parkplätzen bewährt. Doppelknotenlösung Einzelne Teilnehmende vermuten, dass die vorgeschlagene Lösung des Doppelknotens die bestehende Verkehrsproblematik nicht löst, sondern lediglich verlagert und höchstens eine Ampel eingespart wird. Es wird darauf hingewiesen, dass Alternativen vorlagen. Auch scheinen laut den Nutzer:innen die zusätzlichen neuen Anwohner:innen durch das neue Stadtquartier nicht in das Verkehrskonzept eingerechnet. Zudem wird darauf hingewiesen, dass es zu Eingriffen in Eigentumsverhältnisse kommen wird, denn die vorgeschlagene Variante für die Auflösung des Doppelknotens verbraucht sehr viel Parzellenfläche, was dem eigentlichen Ziel der möglichst geringen Inanspruchnahme von Flächen der sog. Erholungsanlage Blankenburg widerspricht. Es gab den Vorschlag die Verkehrsprobleme in Blankenburg zu korrigieren, indem man den Doppelknoten mithilfe der Südverlagerung der Einmündung des Blankenburger Pflasterwegs auf die Heinersdorfer Straße entzerrt, wo um eine Ampel einzusparen, ein Kreisverkehr mit drei Ausfahrten gebaut werden könnte. Die geplante Trasse durch die sog. Erholungsanlage Blankenburg und Biotope entlang des Fließgraben würde entfallen. Andere sprechen sich für einen sechsspurigen Doppelknoten aus. Einzelne Nutzer:innen schlagen vor, die Überleitung des Blankenburger Pflasterweges ohne Verschwenkung durch eine Wohnsiedlung zu gestalten, in dem die Bahnhofstraße verbreitert würde. Es wird darauf hingewiesen, dass durch die im Bereich der sog. Erholungsanlage Blankenburg neu geplante Straße inkl. Fahrrad- und Fußwegen wichtige Rückzugs- und Brutgebiete der ansässigen Fauna zerstört und Böden versiegelt werden, die teilweise der höchsten Kategorie angehören. Andere Nutzer:innen sprechen sich für die Verlegung des Blankenburger Pflasterweges und der Auflösung der Doppelknotenkreuzung aus und empfinden das vorgelegte Konzept als eine positive Entwicklung. Bahnhofstraße Kontrovers diskutiert wurde ebenfalls die im Zusammenhang mit der Auflösung des Doppelknotens geplante Umgestaltung der Bahnhofstraße zu einem verkehrsberuhigten Bereich. Einzelne Nutzer:innen erfragen die Sinnhaftigkeit, warum die als Hauptverkehrsstraße fungierende und ausgebaute Bahnhofstraße laut des Struktur- und Nutzungskonzeptes zum verkehrsberuhigten Bereich zwischen dem S-Bahnhof Blankenburg und der Heinersdorfer Straße umgestaltet werden soll, während durch ein Siedlungsgebiet eine neue Straße gelegt wird. Sie fragen, wie das Zusammenspiel mit Linienbussen funktionieren wird, oder ob es sich dann gar nicht, um eine verkehrsberuhigte Straße im eigentlichen Sinn handelt, wenn dem Busverkehr Vorrang gewährt wird. Andere Teilnehmende empfinden die Bahnhofstraße schon derzeit als völlig überlastet und würden einen Ausbau befürworten. 18 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT Einzelne Nutzer:innen stehen der Planung positiv gegenüber, da zu Fuß Gehende und Radfahrende den Bahnhof erreichen können, ohne sich gegenseitig zu behindern und gefährden. Einige Nutzer:innen fordern, eine vom MIV getrennte, konfliktfreie Lösung für den Radverkehr. Denn eine Radführung über die Bahnhofstraße ist derzeit nicht möglich, da die Radwege nicht den Minimalanforderungen entsprechen. Autoarmes Quartier Einzelne Beteiligte weisen auf die bestehenden Probleme im MIV hin. Sie fragen sich inwieweit ein autoarmes Quartier geschaffen werden soll, in dem 80 Prozent aller Wege zu Fuß, mit dem Rad oder ÖPNV zurückgelegt werden sollen und nur 20 Prozent der Wege mit dem Auto. Vorschläge um ein autofreies Quartier zu schaffen, unterbreiten einzelne Teilnehmende bspw. darin, Bewohner vertraglich dazu zu verpflichten, kein eigenes Auto zu besitzen oder ein Angebot an Car Sharing einzurichten, sowie Leihangebote für Lastenräder, nachbarschaftlich organisiert und mit der Involvierung lokaler Anbieter anzubieten. Einzelne Teilnehmende denken, dass sich die Notwendigkeit eines eigenen Autos in einem autoarmen Quartier gar nicht erst stellen sollte, ausgenommen der Bewohner:innen, die aus gesundheitlichen Gründen darauf angewiesen sind. Sie teilen mit, dass für die weiträumige Anbindung des Blankenburger Südens die barrierefreie Straßenbahn bereitstehen wird, die einerseits den Vorteil einer Direktverbindung bis zum Alexanderplatz anbietet aber auch für den nördlichen Bereich die Anbindung an die S-Bahn sicherstellt. Es wird ausgeführt, dass der Anteil der tatsächlichen Autonutzer:innen zukünftig sehr gering sein könnte. Hinsichtlich der wenigen neu geplanten Parkplätze wird gefragt, wie verhindert werden soll, dass die zukünftigen Anwohner:innen nicht die umliegenden Siedlungsgebiete zum Parken nutzen bzw. ohne eigenes Kraftahrzeug ins neue Stadtquartier ziehen werden. Des Weiteren wird gefragt, ob Tiefgaragen geplant sind oder zukünftig Stellplätze mitgemietet werden müssen. Einzelne Nutzer:innen unterstützen das vorgestellte Konzept hinsichtlich zentraler Parkmöglichkeiten und plädieren für ein Parkverbot im gesamten Stadtquartier sowie für das Nichtvorhandensein von Tiefgaragen. Weitere Vorschläge aus der Bürgerschaft sind die Reduzierung des MIV durch Vermeidung von Parkmöglichkeiten für private Haushalte sowie das Nichtvorhandensein von Tiefgaragen, die Enggestaltung von Straßen, um hohen Geschwindigkeiten entgegen zu wirken sowie breit und gerade gestaltete Fuß- und Fahrradwege. Bezüglich der Nord-Süd-Straßenachse könnte die Straßenführung durch das Wohngebiet so angelegt werden, dass es für den Durchgangsverkehr unattraktiv wird. Andere Teilnehmende sehen keine Verkehrswende im Sinne einer autoarmen Zukunft, mit vielen neuen Blankenburger:innen ohne Verknüpfungen in die vorhandenen Ortsstrukturen, wie bspw. einer Straßenbahnverbindung nach Französisch Buchholz. Einige Nutzer:innen denken, dass die Anwohner:innen weiterhin das eigene Auto nutzen werden, sollten neue Straßenanbindungen, wie geplant, umgesetzt werden. Andere Beteiligte finden, dass eine Straßenbahntrasse zum S-Bahnhof Blankenburg nicht ausreichen wird, um ein autoarmes und zukunftsfähiges Quartier zu schaffen. Dafür sind schnelle ÖPNV-Verbindungen notwendig und auch E-Autos sollten zum Einsatz kommen. Weitere Themenschwerpunkte Weiterhin wurde die Verkehrserschließung Blankenburg angesprochen und erfragt, wann finale Ergebnisse für die Trasse zu erwarten sind. Einzelne Nutzer:innen sind der Meinung, dass in den bisherigen Verfahren herausgearbeitet wurde, dass die Tangentialverbindung Nord (TVN) keinerlei Abhilfe für die bestehenden Verkehrsprobleme schaffen wird. Es wird aber von anderen Nutzer:innen auch darauf hingewiesen, 19 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT dass die TVN zwischen B2 und Pasewalker Straße sowie Anschlussstelle Blankenburg einen erheblichen Einfluss auf die Ableitung des Individualverkehrs hat, jedoch leider keinen Eingang ins Struktur- und Nutzungskonzept fand. Es wird angemahnt, dass durch die geplante Ortsumfahrung Malchow viel Grünfläche wegfallen würde. Darüber hinaus wird vorgeschlagen, die Retentionsbodenfilteranlage an der Heinersdorfer Straße für eine Verkehrslösung zu nutzen oder auch die Romain-Rolland-Straße weiter auszubauen. Um den Individualverkehr zu reduzieren, wird empfohlen, die Geschwindigkeit schnellfahrender Fahrzeuge durch Einschränkungen zu mindern, Straßen eng zu gestalten sowie auf Parkmöglichkeiten und Tiefgaragen zu verzichten. 4.2.7. Eingriffe in Eigentums- Miet- und Pachtverhältnisse Das Thema Eingriffe in Eigentums- Miet- und Pachtverhältnisse wurde kontrovers unter den Teilnehmenden diskutiert, und nach den Themen ÖPNV und Wohnen am häufigsten kommentiert. Eine zentrale Stellung nahm dabei der Punkt zu Betroffenheiten in der sog. Erholungsanlage Blankenburg ein. 3% 11% Such- und Potenzialräume 15% … durch Straßen … durch Straßenbahn Gewerbegebiet Heinersdorf 56% Erholungsanlage Blankenburg 15% Abbildung 12: Beiträge zum Thema Eingriffe in Eigentums- Miet- und Pachtverhältnisse | DSK, 2021 sog. Erholungsanlage Blankenburg Es wird deutlich, dass hierzu die Teilnehmenden sich nicht ausreichend informiert und involviert fühlen. Sie legen dar, dass nunmehr seit fast fünf Jahren nur ungenaue Informationen mitgeteilt werden, die kaum Klarheit bringen. Viele fürchten, dass für die neuen verkehrlichen Anbindungen hunderte Gartenpächter vertrieben werden und dutzende Wohngrundstücke weichen müssen. Einzelne Bürger:innen erfragen die Sinnhaftigkeit, warum langjährige Anwohner:innen weichen müssen, um neue Bewohner:innen anzusiedeln bspw. mit der vorgeschlagenen Lösung des Doppelknotens. Mehrfach wird von einer Betonschneise durch die sog. Erholungsanlage gesprochen, die Einfamilienhäuser und Eigentumsgrundstücke in Mitleidenschaft zieht, die zum Wohle der Allgemeinheit enteignet werden sollen. Man stört sich an der Leitidee "Vielfalt und Gemeinschaft", wenn die bereits dort lebenden Berliner:innen sich nicht berücksichtigt fühlen. Mehrfach wird auf den Verlust des vorhandenen Lebensraumes hingewiesen und dass mit den vorhandenen örtlichen Strukturen nicht sensibel genug umgegangen wird. Einige Nutzer:innen beschreiben den Zustand als psychisch belastend und außerordentlich zermürbend und sprechen von einer einschneidenden Erfahrung. 20 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT Einhergehende Entschädigungen bzw. Wertverluste der Grundstücke werden von einzelnen Bürger:innen angesprochen. Es wird angenommen, dass die Entschädigungen nicht ausreichen werden, um sich vor Ort eine neue Existenz aufbauen zu können. Es wird seitens einzelner Teilnehmenden vorgeschlagen, dass Ersatzgrundstücke auf der Bahnhofstraße für die an der Doppelknotentrasse enteigneten Grundstücke gestellt werden könnten. Für viele Teilnehmende macht es den Anschein, dass der Suchkorridor für Verkehrstrassen durch die sog. Erholungsanlage Blankenburg stetig breiter wird. Einige Beteiligte weisen auch darauf hin, dass durch die Verlängerung der Straßenbahn M2 das Gebiet immer weiter zerschnitten bzw. verkleinert und somit in ihrem Weiterbestand bedroht ist. Man gibt zu bedenken, dass bei anderer Planung die Straße parallel zur Straßenbahntrasse überflüssig sein könnte und weist darauf hin, dass anfangs nur die Straßenbahntrasse, die möglichst wenig Grundstücke in Anspruch nehmen würde, geplant war. Insbesondere stoßen auch die geplanten übergeordneten Radwege durch die sog. Erholungsanlage Blankenburg sowie die geplante Breite der Trasse von Straßenbahn und Straße für den MIV auf Kritik. Einzelne Teilnehmende fordern Klarstellung, ob ebenso für übergeordnete Radwege Gärten weichen müssen. Diesbezüglich wird auf Zufahrtsrechte der Anwohnenden und eingetragene Wegerechte verwiesen. Andere Nutzer:innen weisen darauf hin, dass auch der Bau einer U-Bahn Betroffenheiten auslösen würde und deutlich länger dauern würde, als der Bau einer Straßenbahnstrecke. Darüber hinaus würde deutlich mehr Platz benötigt, v.a. in der Bauphase und das würde ebenfalls Grundstücke in Mitleidenschaft ziehen. Weitere Themenschwerpunkte Die als zu grob erachtete Darstellung der Such- und Potenzialräume im Struktur- und Nutzungskonzept stößt vereinzelt auf Kritik. Man befürchtet, dass auf diese Weise einer Überbauung die Tore geöffnet werden und eine stückweise Ausdehnung der Bebauung möglich sein wird. Einzelne Teilnehmende fragen, was unter Such- und Potenzialräumen zu verstehen ist und welche erforderlichen Anpassungsmaßnahmen damit einhergehen. Es wird gefragt, ob die Bereiche weitestgehend geklärt sind oder noch die Möglichkeit besteht, dass betroffene Anwohner:innen nicht zwangsläufig weichen müssen. Ebenfalls wird nach der benötigten Fläche im Bereich der nördlichen sog. Erholungsanlage Blankenburg gefragt und ob die Erschließungsmaßnahmen zur Baurechtschaffung (für Ersatzgrundstücke) ebenfalls in diesem Suchbereich durchgeführt werden. Einzelne Teilnehmer:innen schlagen vor, den Verlauf der Verkehrstrassen so zu planen, dass möglichst wenige Grundstücke in Anspruch genommen werden. So sollte ein Straßenbahndreieck im Bereich Asgardstraße zwischen der geplanten Straßenbahntangente und einem Abzweig über die geplante Straße am Schmöckpfuhlgraben zum Blankenburger Süden geprüft werden. Die geplante Straße sollte so um eine Straßenbahn ergänzt werden, dass keine weiteren Parzellen entlang der Trasse wegfallen. Auf diese Weise könnte die Bebauung im Ortskern Heinersdorf sowie Parzellen in der sog. Erholungsanlage Blankenburg und der KGA Feuchter Winkel erhalten bleiben und außerdem entstünde eine viel direktere ÖPNV-Anbindung aus dem Ortszentrum Pankow. Einzelne Teilnehmende weisen darauf hin, dass das Land Berlin nicht das Gewerbegebiet Heinersdorf mit Nutzungen wie Grünflächen und dem Straßenbahnbetriebshof überplanen sollte. Zudem wird von Einzelnen eine Planung favorisierte, auf den Flurstücken im Norden und im Süden des Gewerbegebietes Heinersdorf eine Mischung aus Gewerbebetrieben und Wohnungen zu entwickeln. 21 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT 4.2.8. Grünraum und Ökologie In der Teilnahme lag das Thema Grünraum und Ökologie quantitativ im Mittelfeld, wobei die meisten Beiträge zu den Punkten Freiraumkonzept und Versiegelung eingingen. 3% 3% Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen 6% Regenwasserbewirtschaftung 8% 37% Grundwasser / Schichtenwasser Bodenqualität 18% Flora und Fauna Versiegelung 25% Freiraumkonzept Abbildung 13: Beiträge zum Thema Grünraum und Ökologie | DSK, 2021 Freiraumkonzept Einige Teilnehmende empfinden, dass ihnen mit dem vorliegenden Konzept die Natur genommen wird. Es wird diskutiert wie zukünftig städtische Lebensqualität definiert werden sollte. Die Teilnehmenden finden, dass mehr Grünfläche benötigt wird. Es sollten laut den Nutzer:innen mehr Freiräume für die Naherholung und Freizeitbetätigung werden und vorhandene Grün- und Freiflächen als kostbarstes Gut der Stadt geschützt werden. Es würde befürwortet, dass möglichst viel der vorhandenen Grünfläche im Gewerbegebiet Heinersdorf erhalten bleibt und zusammen mit den nördlichen Flächen verbessert wird, da die verbleibende Grünfläche ansonsten als zu klein für ansässige und zukünftige Bewohner:innen erachtet wird. Es wird vorgeschlagen, die ehemaligen Rieselfelder als öffentliches Grün zwischen den Siedlungskernen Blankenburg, Heinersdorf und Malchow zu gestalten und keine Bebauung vorzusehen. Einzelne Nutzerr:innen bitten um Wertschätzung der sog. Erholungsanlage Blankenburg als verkehrsberuhigte, grüne und kaum versiegelte Gartensiedlung. Einige Teilnehmende gewinnen den Eindruck, dass ein Konzept favorisiert wird, in dem es zu starken Verdichtungen ohne Grünflächen und abgelegenen größeren Freiflächen kommt. Um die für Heinersdorf typische Durchmischung von Bau- und Grünflächen zu erhalten, wird für die Entwicklung des Blankenburger Südens vorgeschlagen, die Grün- und Erholungsflächen in die Siedlungsbereiche einzuflechten. Eine Gartenstadt sollte einer Großsiedlung vorgezogen werden. Andere Nutzer:innen finden, dass für die Erhaltung zusammenhängender Grünflächen eine möglichste dichte Bebauung besser ist. Flora und Fauna Einige Bürger:innen fordern die Untersuchungen hinsichtlich der bestehenden Flora und Fauna weiter zu vertiefen. Durch die geplanten Baumaßnahmen sieht man die Flora und Fauna in der sog. Erholungsanlage Blankenburg stark gefährdet. Mit Bezug auf die vorbereitenden Untersuchungen und die damit einhergehende landschaftsökologische Grundlagenermittlung wird mitgeteilt, dass das vom Senat beauftragte 22 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT Büro Gruppe F eine ganze Reihe von Amphibienarten (u. a. Knoblauchkröten, Moorfrösche und Teichmolche) sowie verschiedene Arten von Brutvögeln (u. a. Bachstelzen, Neuntöter und Sumpfrohrsänger) katalogisiert hat. Darüber hinaus wurden auch verschiedene Reptilien-, Greifvogel- und Fledermausarten festgestellt. Weiterhin berichten einige Anwohner:innen von dort lebenden Fischreiher-, Igel-, Reh-, Feldhasen- und Fuchspopulationen. Auch leben im Gebiet viele Insekten und Weichtiere. Es wird darauf hingewiesen, dass das Gebiet für das zukünftige Stadtquartier ein naturnaher Lebensraum von erstaunlicher Artenvielfalt und mit schützenswertem Boden ist. Allein für die vorhandene Population der Feldlerche ist eine Ausgleichsmaßnahme von etlichen Hektaren erforderlich, was die Malchower Aue nicht auffangen kann. Einige Teilnehmende sehen die Auswirkungen auf diverse Insekten, welche dringend benötigt werden, als stark einschneidend und denken, dass ein wichtiger Rückzugsraum für viele Arten vernichtet wird. Die Natur scheint ihrer Ansicht nach zurückgedrängt, in der Arten umgesiedelt und eine wertvolle Natur, Tier- und Pflanzenwelt zerstört wird. Man weist darauf hin, dass mit Hilfe einer grünen Infrastruktur Wege für Tierarten in und durch die Stadt geschaffen werden können und der Austausch verschiedener Populationen wichtig für den Erhalt der Biodiversität ist. Ein Eingriff in die sog. Erholungsanlage Blankenburg vernichtet Rückzugsgebiete für verschiedene Tierarten und stellt eine Gefahr für Brut- und Siedlungsgebiete diverser Spezies dar. Eine Anwohnerin weist speziell auf das Wäldchen am Schmöckpfuhlgraben hin, welches aus sehr altem Baumbestand mit viel Unterholz besteht. Sie führt aus, dass dort ein Rudel Rehe wohnt, welches im Falle von Wohnbebauung umgesetzt werden müsste. Bodenqualität Es wird darauf hingewiesen, dass die einstigen Rieselfelder, größtenteils schadstoffbelastet (Cadmium, Chrom, Kupfer, Quecksilber, Nickel, Blei und Zink) sind und Erde ausgetauscht und entsorgt werden muss. Ein Großteil der oberen Schicht muss abgetragen und fachgerecht entsorgt werden. Es wird befürchtet, dass einhergehende Kosten auf die Baukosten für sozialverträglichen Wohnungsbau aufgeschlagen werden. Einzelne Teilnehmer:innen finden den belasteten Rieselfeldboden für Kinderspielplätze sehr fraglich. Es wird darauf hingewiesen, dass ebenso am Fließgraben Böden der höchsten Qualität vernichtet werden. Versiegelung Vielfach wird mitgeteilt, dass mit dem Bau des neuen Stadtquartiers der Grad der Versiegelung stark zunehmen würde. Viele Teilnehmende sehen zu viel Fläche versiegelt und damit einhergehende Konsequenzen für das Wohlbefinden für Mensch und Tier. Für das Stadtklima ist darüber hinaus jede unversiegelte Fläche von großer Wichtigkeit. Einige Teilnehmende sehen eine der letzten größeren stadtnahen Freiflächen im Nordosten unwiederbringlich versiegelt, denn auch die infrastrukturelle Maßnahme der Straßenbahnverlängerung versiegelt sehr viel Fläche. Es wird ein Versiegelungsstopp gefordert, vor allem für freie, grüne Flächen und ganz besonders für wichtige Kaltluftschneisen wie die ehemaligen Rieselfelder in Blankenburg. Andere Nutzer:innen argumentieren, dass eine höhere Bebauung mit geringerem Flächenverbrauch einhergeht und mehr Grün unangetastet würde und befürworten deshalb eine hohe Bauweise. Um der Versiegelung entgegen zu wirken, wird vorgeschlagen, Zweckentfremdung zu bekämpfen, leerstehende Bürokomplexe in Wohnungen umzuwandeln und eine Bebauung bzw. Aufstockung der vielen innerstädtischen, verkehrstechnisch erschlossenen und bereits versiegelten Orte, bspw. Parkplätze oder Supermärkte anzudenken und sich auf die abgerissenen Gebäude am Blankenburger Pflasterweg zu konzentrieren. 23 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT Weitere Themenschwerpunkte Einzelne Teilnehmende machen auf Probleme von Schichtenwasser und Grundwasser in Blankenburg aufmerksam und sehen deren Auswirkungen im vorliegenden Konzept nicht berücksichtigt. Es wird mitgeteilt, dass nach starkem Regen des Öfteren viele Teile des ehemaligen Rieselfeldes unter Wasser stehen und eine Verdichtung des Bodens den Zustand mit Auswirkungen auf die bereits bestehende Bebauung verschlimmern kann. Mit der Bebauung des ehemaligen Rieselfeldes würde eine große Versickerungsfläche für Regenwasser verloren gehen. Es muss sichergestellt werden, dass das neue Stadtquartier Ökosystemleistungen übernimmt oder sogar verbessert. Dies kann durch eine vollständige Versickerung des Regenwassers nicht erfüllt werden. Stattdessen ist es absolut nötig, Wasserspeicherungs- und Verdunstungsmöglichkeiten zu schaffen, die bei Bedarf eingesetzt werden können. 4.2.9. Klima und Umweltschutz Zum Thema Klima und Umweltschutz gingen vorrangig Beiträge ein, die in der Bebauung der ehemaligen Rieselfelder eine wichtige Kaltluftschneise für den Nordostraum, mit Wirkung bis in die Innenstadt gefährdet sehen. 5% Energieerzeugung 48% Klimaschutz und Nachhaltigkeit 47% Kaltluftschneise / Luftzirkulation Abbildung 14: Beiträge zum Thema Klima und Umweltschutz | DSK, 2021 Vielfach wird von den Teilnehmenden der Umstand angesprochen, dass ein mögliches Kaltluftentstehungsgebiet bebaut wird, was nach Ansicht einiger in Diskrepanz dazu steht ein klimaund umweltschonendes Quartier zu schaffen. Es wird ausgeführt, dass wertvoller Boden, wo sich in den Morgenstunden kalte Luft bildet, versiegelt wird und auf den Klimaatlas Berlin verwiesen. Es wird darauf hingewiesen, dass der Temperaturanstieg in der Stadt zu spüren sein wird und die Innenstadtbezirke wärmer werden würden. So sollte die Frischluftzufuhr für die Innenstadt durch Stärkung der Kaltluftschneise intensiviert werden, anstatt sie zu beschneiden. Mit Hinweis auf die Bürgerinitiative „Wir sind Blankenburg“ werden Veränderungen des Lokalklimas dargelegt und ausgeführt, dass die großen Agrarflächen, auf denen das neue Stadtquartier entstehen soll, ein großes Kaltluftentstehungsgebiet darstellt. Besonders an heißen Sommertagen- und -nächten entsteht dort ein Effekt, der weit über das eigentliche Planungsgebiet hinaus wirksam ist. Es wird gefordert, dass unbedingt sichergestellt werden muss, dass das neue Stadtquartier diese Ökosystemleistungen übernimmt oder sogar verbessert. Des Weiteren wird darauf hingewiesen, dass der Bezirk Pankow offiziell den Klimanotstand mit ausgearbeiteten Zielen ausgerufen hat und hohe Gebäude eine schlechte CO2-Bilanz aufweisen. Aus dem Grund stößt das Konzept für den Bau eines neuen Stadtquartieres mit Annahme 24 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT der Störung einer für Berlin wichtigen Kaltluftschneise auf Kritik und dass der Kaltluftabfluss durch die niedrige umliegende Bebauung nicht behindert werden soll. Im Sinne des Klimaschutzes sowie dem erklärten Ziel der Klimaneutralität näher zu kommen, fordern einige Teilnehmende, die ehemaligen Rieselfelder stärker zu begrünen anstatt zu bebauen und zu einem Park oder Stadtwald zu qualifizieren. Zum Schutz des Stadtklimas sollte in einer großflächigen Stadt wie Berlin der Patchworkteppich an Grünflächen erhalten bleiben, statt eine Stadt zu skizzieren, die stark verdichtet ist und nur an den Rändern begrünt wird. Einige Bürger:innen fordern, das Stadtklima inkl. Kaltluftentstehungsgebiet zu schützen und erkennen keinen Klimaschutz in der Versiegelung von Freiflächen und Bebauung von Kaltluftschneisen. Man schlägt vor, bereits versiegelte Flächen in der Stadt wie Parkplätze, Supermärkte oder Flachbauten zu bebauen bzw. aufzustocken sowie leerstehende Bürogebäude in Wohnraum umzuwandeln. Mehrfach wird erwähnt, dass es für den Klimaschutz wichtiger ist, vorhandene Grünflächen zu erhalten. Sie sehen den Klimawandel als größte Herausforderung unserer Zeit und denken, dass es Städte wie Berlin zu schützen gilt. Sie nehmen Bezug auf das 2011 vom Senat beschlossene Klimapaket. Teilnehmende regen Solardächer oder begrünte Dächer an. Einzelne Beteiligte denken, dass die vorgestellten Pläne nicht die Klimaziele des Bezirks, wie Klimaneutralität bis 2050 sicherstellen und teilen mit, dass hohe Gebäude mit bis zu 12 Geschossen eine schlechte CO2-Bilanz aufweisen. Andere Nutzer:innen entgegnen, dass der Klimaschutz nicht über das Bevölkerungswachstum gestellt werden darf bzw. andere Maßnahmen greifen müssen, wie bspw. möglichst viele Parzellen und Einfamilienhäuser stückweit in dichten Wohnraum umzuwandeln und in für alle zugängliche freie Grünflächen umzubauen. Bezugnehmend auf eine erste Grundlagenuntersuchung zur Energieversorgung und dem favorisierten Holzkraftheizwerk wird gefragt, wo dieses verortet werden soll. Einzelne Teilnehmende sprechen sich aus Gründen des Umweltschutzes gegen das Heizkraftwerk aus und weisen auf die Pellets hin, die täglich mit LKWs angeliefert werden müssen. Zielführend würde man sehen, den Energiebedarf selbst zu decken, bspw. mit dem Bau einer Solaranlage zwischen Märchenland und Blankenburger Pflasterweg oder der Begrünung von Dächern. 4.2.10. Mehrwert für die Nachbarschaft Zum Thema Mehrwert für die Nachbarschaft tauschten sich die Teilnehmenden nur bedingt aus, wobei potenzielle Veränderungen für die ansässige Bewohnerschaft sehr viel stärker kommentiert wurden als Lebensbedingungen zukünftiger Bewohner:innen oder das Miteinander beider. 25% für zukünftige Bewohnende für ansässige Bewohnende 75% Abbildung 15: Beiträge zum Thema Mehrwert für die Nachbarschaft | DSK, 2021 25 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT Einzelne Nutzer:innen sehen in dem neuen Quartier keine nachbarschaftliche Anbindung in die vorhandenen Ortstrukturen und somit keinen Mehrwert für die ansässige Nachbarschaft im Ortsteil Blankenburg. Einige sehen durch das Konzept mehr Nachteile als einhergehenden Mehrwert. Nutzer:innen führen an, dass die Zielsetzung sein müsste, mit möglichst wenigen Eingriffen in den Bestand ein Konzept auf dem ehemaligen Rieselfeld zu entwickeln. Auch wird ein Verlust von bestehender Naherholung durch die Zerstörung von Grünflächen gesehen und Teilnehmende fordern, dass die Entstehung eines neuen Stadtquartiers auch Vorteile für die bereits ansässigen Bewohner:innen bringen muss. Des Weiteren wird angeführt, dass die Straßenbahnverlängerung über das neue Wohngebiet hinaus bis zum S-Bahnhof Blankenburg keine Attraktivität darstellt, sondern den Verlust von Wohn- und Lebensraum bedeutet, einhergehend mit Lärm- und Schadstoffemission durch die Straßenbahn selbst, als auch durch die begleitenden Straßen und Radwege und somit zu einer Verschlechterung der Lebensqualität führt. Auch wird die geplante Straßenbahntrasse der M2 von einigen Nutzer:innen als sehr weit entfernt vom Ortskern Blankenburg empfunden. Es wird der Wunsch geäußert, eine stärkere Nähe zum alten Ortskern Blankenburg herzustellen, damit das Wohngebiet auch für die ansässigen Bewohner:innen interessant ist. Einzelne Bewohner:innen finden, es gibt einen Widerspruch im Konzept und der Planung eines zu großen Quartiers, welches eigentlich im Einklang mit der derzeitigen Bewohnerschaft stehen sollte und sprechen sich für ein ihrer Ansicht nach ortsverträglicheres und den Bestandsgebieten verbundenes Stadtquartier aus. Einzelne Teilnehmende äußern sich skeptisch, dass in dem Viertel Menschen wohnen möchten und führen aus, dass diese gewöhnlich aufgrund von mehr Grünflächen und Platz in die Außenstadtbezirke ziehen. Ebenso wird der Entwurf als nicht nachbarschaftlich integriert erachtet. 26 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT 4.3. Hinweise über das Struktur- und Nutzungskonzept hinaus Eine Vielzahl der eingegangenen Beiträge beschäftigte sich nicht nur mit dem vorgestellten Struktur- und Nutzungskonzept, sondern nahm auch Bezug auf die vorbereitenden Untersuchungen, hinterfragte die bisherige Bürgerbeteiligung oder erläuterte rechtliche Grundlagen der sog. Erholungsanlage Blankenburg. Dies führte dazu, dass im Rahmen der Auswertung ein Kapitel diesen Inhalten gewidmet wurde und die Beiträge in vier Unterpunkten aufgeschlüsselt wurden. 11% 36% 19% weitere planerische Schritte nach VU (SEM) rechtlicher Status Erholungsanlage Blankenburg (Online) - Beteiligung Vorbereitende Untersuchungen (VU) 34% Abbildung 16: Beiträge zum Thema Hinweise über das Struktur- und Nutzungskonzept hinaus | DSK, 2021 Vorbereitende Untersuchungen (VU) Einzelne Teilnehmende vermuten, dass sich die vorbereitenden Untersuchungen zeitlich ausdehnen werden und dass die ihrer Ansicht nach Nichteinbindung der Eigentümer:innen von Grundstücken u.a. zu Kooperationsverweigerungen führen wird und mutmaßen, dass das gesamte Verfahren nicht zu einem tragbaren Ende gelangen wird. Sie weisen darauf hin, dass betroffene Grundstückseigentümer:innen und Anlieger:innen mitwirkungsbereit wären, empfinden aber die Planung als über die Köpfe der Bewohnerschaft hinweg angelegt. Einzelne Beteiligte mahnen mit Bezug auf den Trassenkorridor der Straßenbahn an, dass mit Klagen zu rechnen sei, die die Umsetzung dieser Pläne blockieren könnten und stören sich an der Aussage, dass die Beschlüsse für die Straßenbahnerweiterung laut Pressemitteilung des Senats bereits feststehen. Auch wird kritisch angemerkt, dass für die aktuelle Planung noch keine Kosten- und Finanzierungsübersicht erarbeitet wurde. Darüber hinaus wird vorgeschlagen, sich mit anderen Standorten Berlins zu beschäftigen, die weitaus zentraler gelegen und infrastrukturell bereits sehr gut erschlossen sind und nicht in den Randbereichen der Stadt zu planen. Einzelne Teilnehmende finden ihre Belange in dem vorgelegten Struktur- und Nutzungskonzept nicht ausreichend berücksichtigt und fragen, warum ein Konzept für ein Teilgebiet einer Entwicklungsmaßnahme vorgestellt wird, ohne die Auswirkungen auf das Gesamtgebiet, VU- und Vorkaufsrechtgebiet, darzustellen. (Online)-Beteiligung Einige Teilnehmende haben den Eindruck, dass ihre Stimme kein Gehör findet und die Planung des Quartieres über ihre Köpfe hinweg geschieht. So wird bemängelt, dass in den vorherigen Beteiligungsverfahren und Werkstattveranstaltungen viele Vorschläge von Bürger:innen, Initiativen und Vereinen erarbeitet wurden und im vorliegenden Struktur- und Nutzungskonzept kaum eingeflossen scheinen, so dass die Glaubwürdigkeit des Beteiligungsverfahrens leidet. 27 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT Einzelne Teilnehmende ermahnen jedoch, dass niemand in der eigenen Nachbarschaft einen Bevölkerungszuwachs wünscht, jedoch bezahlbarer Wohnraum gebraucht wird und Bürger:innenbeteiligungen demzufolge gut und notwendig sind, um die Stimmung der Bevölkerung einzufangen. So wird das Beteiligungsverfahren mit Hinblick auf den vorherrschenden Wohnbedarf durchaus unterstützt, mit der Einschränkung die maximal geplante Anzahl an Wohneinheiten eventuell nicht von Beginn an zu realisieren. Einzelne Teilnehmende fragen, wie die eingegangenen Beiträge, die auch konkrete Vorschläge beinhalten, aufbereitet werden und in eine potenzielle Gesamtuntersuchung einfließen werden und ob diese Entscheidungsträger:innen und Ausführende erreichen werden. Oder ob es sich nur um eine quantitative Betrachtung handeln wird, die eine Gewichtung der Stimme der Bevölkerung wiederspiegelt. Viele Nutzer:innen äußern sich jedoch skeptisch, dass die eingebrachten Vorschläge und Einwände in der weiteren Planung berücksichtigt werden und fragen, ob die Meinungen in Entscheidungsprozesse einfließen werden. Man wünscht sich eine „echte Beteiligung“ und weist darauf hin, dass die Hinweise der Bürgerschaft seit Jahren nicht eingearbeitet wurden. Einige Nutzer:innen führen aus, dass es in den vergangenen Jahren diverse Informationsveranstaltungen, Werkstattverfahren und Akteursrunden gab und sogar ein Projektbeirat gebildet wurde, in dem auch Vereine und Initiativen vertreten sind. Es wird darauf hingewiesen, dass die Bearbeitenden der federführenden Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen sich in der Vergangenheit lobend und wertschätzend für die vielen positiven Impulse aus der Bürgerschaft bedankt haben. Die gelebte Beteiligungsstruktur wird als ein Instrument empfunden, um die Stimmung in der Bürgerschaft zu messen. Einige Teilnehmende finden die Beteiligungen als redundant mit sich wiederholenden Fragestellungen und erfragen die Sinnhaftigkeit dahinter. Rechtlicher Status sog. Erholungsanlage Blankenburg Auch wird der rechtliche Status der sog. Erholungsanlage Blankenburg zwischen den Teilnehmenden im Rahmen der Online-Beteiligung auf mein.berlin.de diskutiert, wobei aufgrund unterschiedlicher Perspektiven und Lebensumstände eine kontroverse Debatte ausgelöst wurde. So sprechen einzelne Bürger:innen von Parzellen und einer Kleingartenanlage, die sich entlang des Suchkorridors der geplanten Straßenbahntrasse befindet. Viele andere Teilnehmende entgegnen, dass es sich um Eigentumsgrundstücke handele, die rechtmäßig vom Land Berlin nach dem Sachenrechtsbereinigungsgesetz erworben wurden, und verweisen auf verschiedenste Gerichtsurteile zugunsten der Bewohner:innen und Eigentümer:innen. Weitere planerische Schritte nach den Vorbereitenden Untersuchungen Einzelne Nutzer:innen nehmen an, dass die Umsetzung der Pläne zur Straßenbahnverlängerung durch Klagen blockiert werden könnte und führen aus, dass für eine Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme ein erhöhter Bedarf an Wohn- und Arbeitsstätten vorhanden sein muss. Einzelne Teilnehmende fragen, warum nach mehr als drei Jahren keine konkrete Planungsabsicht für das Gesamtgebiet der angedachten städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme vorliegt, diese nicht mit den Nutzer:innen und Eigentümer:innen erörtert wird oder die Planungsabsicht durch eine Verkleinerung des Gebietes angepasst und konkretisiert wird. Darüber hinaus wird gefragt, warum man sich nicht auf Erfahrungen der 1990er Jahre stützt, wo mithilfe von städtebaulichen Verträgen umfangreiche Wohnungsneubauten realisiert wurden. Weiterhin wird eine Verschleppung des Verfahrens befürchtet, da schon die vorbereitenden Untersuchungen länger als geplant anhalten und weitere Verfahrensschritte, wie verkehrliche Aspekte, noch nicht eingeleitet sind. Es wird darauf hingewiesen, dass betroffene Grundstückseigentümer:innen und Anlieger:innen bei der Entwicklung des Gebietes mitwirkungsbereit sind und konkrete Pläne, um eine Gartenstadt entstehen zu lassen, vorliegen, und man davon ausgeht, dass diese bei der Anwohnerschaft, den Erholungssuchenden und den künftigen Bewohner:innen auf breite Zustimmung stoßen wird. 28 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT Einzelne Teilnehmende regen an, historische Bezüge im Hinblick auf neu zu vergebende Straßennamen zu berücksichtigen, so sollte bspw. bei einer geplanten Bebauung des ehemaligen Rieselfeldes dieses Wort auch zu Trage kommen. Da es sich bei den Flächen für das geplante Stadtquartier größtenteils um landeseigene Flächen handelt, ist eine Mitwirkung städtischer Wohnungsbauunternehmen möglich, so dass einige Nutzer:innen dem Projekt ebenso positiv gegenüber eingestellt sind. 29 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT 5. Fazit Da die Beteiligung auf mein.berlin.de eine anonyme Beteiligung ist - ohne Abfrage von statistischen Daten zum Alter, Wohnort o.ä. - kann keine Aussage darüber gegeben werden, ob eher die Bürger:innen aus der Perspektive bestehender Nachbarschaften oder aus der Perspektive bspw. Wohnungssuchender kommentierten. Es ist jedoch erkennbar dass viele Nutzer:innen eine sehr gute Ortskenntnis aufwiesen. Es ist festzustellen, dass die gewählte Struktur im Dialograum mein.berlin.de nicht dazu geführt hat, dass sich die Bürger:innen spezifisch zu den vorgeschlagenen Themen äußerten und die Beiträge diesen zuordneten. Vielmehr wurde der überwiegende Teil der Kommentare unter der Rubrik ‚Allgemeine Zielstellung‘ eingestellt, so dass in der Auswertung eine Katalogisierung und Neueinordnung der Beiträge vorgenommen wurden. Die vorliegende Bürgerbeteiligung zum Struktur- und Nutzungskonzept des Stadtquartiers Blankenburger Süden zeichnete sich dadurch aus, dass die Rückmeldungen sehr viel inhaltlicher waren als in früheren Beteiligungen und sich die Beteiligenden detailliert und konkret zu Planungsaspekten äußerten. Im Rahmen der Auswertung wurden die 430 Kommentare wiederum in eine Vielzahl von Einzelthemen aufgegliedert. Neben vielen kritischen Kommentaren zu Teilaspekten wie auch zum Gesamtkonzept gab es ebenso Stimmen, die das vorgelegte Struktur- und Nutzungskonzept unterstützen. Ebenso wurden viele Vorschläge zur Verbesserung unterbreitet, die zu einigen Themen eher allgemein gehalten und zu anderen Themen, bspw. verkehrlichen Themen sehr konkret ausgeführt wurden. So wird mehrfach der Wunsch geäußert, den Nordostraum verkehrlich als Gesamtes zu betrachten und alle Verkehrsmittel in das Konzept gleichermaßen miteinzubeziehen. Viele Nutzer:innen bemängeln, dass in den Bürgerwerkstätten und Beteiligungsverfahren Vorschläge und Lösungsansätze herausgearbeitet wurden und im vorliegenden Struktur- und Nutzungskonzept nicht befriedigend berücksichtigt seien. Darüber hinaus gibt es einzelne kritische Stimmen hinsichtlich unzureichender Involvierung der Bewohnerschaft bzw. der Interessen von Eigentümer:innen in der Gesamtplanung. Mit allen Hinweisen und Anregungen im Rahmen der Online-Beteiligung setzt sich das Projektteam kritisch auseinander. Alle im Rahmen der Online-Beteiligung gestellten Fragen werden beantwortet und finden sich im Anlagenteil dieses Berichts. Eine zusammenfassende Darstellung der Online-Beteiligung wird dem Senat von Berlin im Sommer 2021 im Rahmen der Senatsbeschlussvorlage zur Fortführung der Vorbereitenden Untersuchungen auf Grundlage des Struktur- und Nutzungskonzeptes zur Kenntnis gegeben. Für die kommenden Planungsschritte sind die genannten Hinweise hilfreich, um Planungsziele kritisch zu hinterfragen und ggf. in anstehenden Untersuchungen zu überprüfen. Die beteiligten Senatsverwaltungen werden diesen Auswertungsbericht ebenfalls zur Kenntnis erhalten. Die Planung eines neuen Stadtquartiers bleibt eine sehr komplexe Aufgabe. Jede Planung löst Betroffenheiten bei Einzelnen, Gruppen und der Allgemeinheit aus. Es ist Aufgabe der Planenden die sehr vielen verschiedenen und widersprüchlichen Interessen (Einzelinteressen, lokale Interessen, Gemeinwohl- bzw. Interesse der Gesamtstadt, etc.) zu kennen, zu hinterfragen, Alternativen zu suchen, die verschiedenen Belange gerecht untereinander abzuwägen und daraus ein umsetzungsfähiges Konzept zu entwickeln. Den politisch legitimierten Vertreter:innen obliegt es dann, auf Grundlage dessen Entscheidungen zu treffen. 30 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT Die Öffentlichkeitsbeteiligung zum Struktur- und Nutzungskonzept hatte zum Ziel die verschiedenen Interessenslagen der Öffentlichkeit zu erkunden und für den weiteren Planungsprozess die Kenntnislage der Planenden zu erhöhen. Im Rahmen der Vorbereitenden Untersuchungen werden ab Herbst 2021, im Rahmen der dritten Stufe der Vorbereitenden Untersuchungen mit allen durch die Planung betroffenen Eigentümer:innen, Mieter:innen, Pächter:innen und sonstigen Betroffenen Gespräche geführt, um dessen Mitwirkungsbereitschaft zu erkunden. 31 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT 6. Anlagen Im Rahmen der Online-Beteiligung wurden viele Fragen durch die Nutzer*innen gestellt. Diese wurden durch das Projektteam thematisch sortiert. Die Antworten der Verkehrsfragen werden in Kürze auf der Seite Verkehrs- und Stadtentwicklung im Pankower Osten - Berlin.de veröffentlicht. Alle anderen Fragen und Antworten zum Struktur- und Nutzungskonzept werden in Kürze auf der Projektseite Struktur- und Nutzungskonzept des Blankenburger Südens / Land Berlin veröffentlicht. 32 STADT BEHUTSAM WEITERBAUEN IM BLANKENBURGER SÜDEN ÖFFENTLICHKEITSBETEILIGUNG ZUM STRUKTUR- UND NUTZUNGSKONZEPT IMPRESSUM Herausgeberin: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Sonderreferat Wohnungsbau Fehrbelliner Platz 4 10707 Berlin Ulf Gerlach, Anja Menzel blankenburgersueden@sensw.berlin.de Bearbeitung: DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH Axel-Springer-Straße 54 B 10117 Berlin Julia Kowallick, Marlen Katerbaum blankenburgersueden@dsk-gmbh.de ©Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Stand 06/2021 33
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