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Von Bürgern und Kindern

Full text: Berlin und die Berlinerin / Ostwald, Hans (Rights reserved)

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Aunitlerwirtichaft 1842. 
zogen. Manche jüdifjche Mutter Jah meinend ihrem ausmarfchierenden Sohne 
nach und die jüdijchen Frauen Berling maren, wie Geiger feftftellt, in den 
Werken der Barmherzigkeit, wie fie der Krieg fordert, nicht Ihmächer als 
ihre chriftlichen Mitbürgerinnen. Nach den Kriegen wurden den Juden viele 
von den erreichten Vorteilen und Rechten wieder genommen. Das führte 
erft zu einem Niedergang, brachte aber zuleßt doch einen Reichtum des inneren 
Lebens hervor und mar mohl geeignet, die Juden zu eifrigen Mitfämpfern 
für eine neuere Zeit zu {tempeln. 
Diefe neue Zeit meldete fich auch im Bürgertum an. Solche Geftalten 
mie Hermeghs Braut maren feine Seltenheiten. AWuch an Marie Dähnhardt 
muß gedacht merden, die fichh mit dem Ichphilofophen, dem Boh&me-Denfker 
Marx Stirner verheiratete. Alg der Pfarrer in die Wohnung der Brautleute 
fam, maren feine Trauringe vorhanden. Ein Freund mußte die Ringe von 
einer Börfe hergeben, damit die Trauung vollzogen merden konnte. Nicht 
nur die Dähnhardt war fo gar nicht weiblich konventionell ängftlich. Die 
(chone Demofkratin Lucie Lenz nahm in den Märztagen in männlicher Ver- 
Meidung am Sturm auf dag Zeughaus teil. Sie murde verhaftet, aber fofort 
auf Befehl des Polizeipräfidenten entlaffen. Cypäter murde von ihr erzählt, 
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