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Die Damen

Full text: Berlin und die Berlinerin / Ostwald, Hans (Rights reserved)

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Yineralbrunnen-Zrinfanftalt um 1830 
zu den Kaffeegefellichaften, die Marie von Olfers mit ihren Freundinnen 
abbhielt. Die Damen waren überhaupt noch fehr literarifch. Elije von 
Mblefeldt, die alg Gattin Lüßoms die Muffe der Befreiungsiriege gewefen, 
die dann Yınmermann begeiftert hatte und in Berlin Zie, Rauch und alle 
andern literari{hen Größen zu ihren Bekannten zählte, die mehr durch 
ibr vornehmes Gemüt alg durch Seift auf die Jüngere Cchriftftellergene- 
ration, auf SGott{chall, Fedor Wehl und Putlig wirkte, zundete zu Goethes 
hundert{tem Geburtstag alle Kampen und Kerzen in ihrem ftillen Zimmer 
an, [(hmüdcdte es feftlich mit Blumen und lag Iphigenie. 
Diefe Urt von Damen, die ftetg im Mittelpunkt von allerlei Genies 
lebten und doch nie laut und aufdringlich war, ftarb im Beginn der 
zweiten Halfte des 19. Jahrhunderts aus. Zu ihnen gehörte auch Kuife 
NRückert, die beim damals üblichen fchlichten Wbendimbif Zuhörerin der 
Männer mar. Ihr Urteil mar ftetg befcheiden. Alle Sorgen nahm fie 
ibrem Mann ab und licß ihn in der ftillen Welt des Cchaffens und 
Dichtens. Mit feinem Takt behauptete fie ihre Stellung in der meib- 
lien Sefellfichaft, mar eine zärtliche Mutter, Notleidenden ein hilfe 
bereiter Schhußengel und verfchaffte Freunden und Bekannten mit finniger
	        
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