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XVI. Das Friedrichs-Forum und die Tragödie Knobelsdorff's

Full text: Das steinerne Berlin / Hegemann, Werner (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

vom Bürgersteige Unter den Linden aus gesehen, genau vor dem Denkmal 
der Kaiserin stand, steht noch immer da, obgleich er selbstverständlich 
verschwinden und durch Lichtmaste links und rechts der Platzfläche (un- 
ter Freilassung der Mittelachse) ersetzt werden müßte (Tafel 38). 
Für die bauliche Würde des wichtigsten Berliner Platzes ist es unwei- 
gerlich nötig, daß das teure neue Pflaster wieder herausgerissen und tiefer 
gelegt, ferner daß die unverzeihliche Aufstockung der Dresdner Bank und 
die überreiche Säulen-Verbrämung ihrer Fassade wieder abgerissen, und 
schließlich, daß der Schnürboden-Aufbau und der westliche Vorbau des 
Opernhauses wieder beseitigt wird. Wenn Berlin durchaus ein Opernhaus 
für ganz große Opern nahe der historischen Heimat der Berliner Oper 
brauchte, müßte es in den Hintergrund, südöstlich des alten Opernhauses, 
gestellt werden, wie dies 1926 vorgeschlagen wurde (Tafel 196). 
Verantwortlich für-die unverzeihliche Aufstockung der Dresdner 
Bank (sowie für die ebenso bedauerliche Aufstockung der Disconto-Ge- 
sellschaft Unter den Linden) ist der frühere Stadtbaurat Ludwig Hoff- 
mann. Er hat Berlin mit vielen ausgezeichneten Bauten, Schulen, Feuer- 
wachen, Badeanstalten und dem neuen Stadthaus beschenkt, aber in der 
{nflationszeit den Kopf verloren. Er hat sich später selbst so sehr darüber 
geschämt, daß er den witzigen Vorschlag einer diagonalen Bepflanzung 
des Opernplatzes machte, die von der Südwestecke bis vor den neuen 
westlichen Vorbau des Opernhauses reichen und mit hohen Bäumen alle 
dahinter liegenden neuen Scheußlichkeiten einschließlich der erschlage- 
nen Hedwigskirche und der von Hoffmann selbst entworfenen Fassade 
der aufgestockten Dresdner Bank verbergen sollte. 
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