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Full text: In den Spuren des Verbrechertums / Engelbrecht, Ernst (Public Domain)

Steine, und langsam oder schneller, je nach der Er- 
giebigkeit des Tieres, quillt die weiße Milch in die 
von den Hausbewohnern herbeigeschleppten Gefäße. 
Der Bauer muß sich bei seinem Geschäft aber etwas be- 
geilen, denn laut lärmend naht auch schon die Konkur- 
renz, eine  i-mrnherde, um die ärmeren Leute, denen 
Kuhmilch ee‘; :nerschwinglicher Luxus scheint, mit 
„latte“ zu versorgen. Und jede der dreißig bis vierzig 
Ziegen wird herangeholt, um mit kunstgerechten Grif- 
fen bearbeitet zu werden. Der Gemüsehändler, der den 
Hausfrauen Palermos die frischesten und leckersten Ge- 
müse direkt vors Haus bringt, preist mit melodischer, 
häufig aber auch niederträchtig brüllender Stimme der 
Nachbarschaft seine Waren an. Von den Balkons sämt- 
licher, selbst der höchsten Stockwerke oder, wo ein Bal- 
kon fehlt, weit aus dem Fenster hängend, spähen die 
Hausfrauen auf die Straße hinunter, um sich von der 
Güte der Gemüseware überzeugen zu können. Händler 
und Hausfrau überbieten sich in der Stärke und dem 
„Wohlklang‘“ ihrer Stimme. Dann wird von oben an 
einem langen Seile eir Körbchen hinuntergelassen, aus 
dem der Händler das darin liegend. Cield nimmt und 
gegen das‘ ‚ewünschte Gemüse, kürbis. Artischocken, 
Zwiebeln. “rargel oder Salat, eintauscht. Hastig zieht 
die Hausfrau ihr Körbchen hoch, um seinen Inhalt in 
Augenschein zu nehmen, und unter einer Flut von Ge- 
schrei und Geschimpfe wird der Korb schnell wieder 
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