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Zweiter Band II. Ferdinand Freiligrath

Full text: Erinnerungen aus der Jugendzeit / Rodenberg, Julius (Public Domain)

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und fragte mich, was er dazu gesagt haben würde? 
Freiligrath's Urtheil war das des Freundes, der 
zu tadeln sich schwer entschließt; doch es ist, in 
all' seiner Milde, charakteristisch für ihn selber, den 
unübertroffenen, ja kaum wieder erreichten Ueber— 
setzer. Er hätte das nie werden können, ohne 
der große Dichter zu sein, mit der ihn besonders 
auszeichnenden Gewalt über die Sprache, die sich 
auch in seinen Uebersetzungen so schöpferisch er— 
weist, daß man oft im Zweifel ist, ob man ihre 
Schönheiten seiner Kunst, ob man sie den Origi— 
nalen zuschreiben soll. Es sind eben neue Gedichte, 
die den Stempel und das Gepräge von Freilig— 
rath's machtvoll dichterischer Persönlichkeit tragen. 
Aber Eines hat er immer treu wiedergegeben, was 
des fremden Dichters wahres Eigen ist und woran 
man ihn vor allen Anderen “1 seine Melodie. 
Dies, und nichts Ander» emeint, wenn 
er mir vorwirft dafß em Verse zu 
leicht gewmmen 31 nischen Be— 
wegung, die si⸗ iginals an⸗ 
paßt. Wie wun Neu. Freiligrath's 
Uebersetzungen ⁊ von Robert Burns, 
ihren Ton 4.23 Arbe wieder! Ist es 
nicht, als wäre man a in Schottland's Moor— 
und Nebelwelt, wenn man das wunderschöne Lied
	        
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