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Erster Theil. Briefe aus den Jahren 1830-1832 An den Professor Zelter in Berlin. Rom, den 1. December 1830

Full text: Briefe aus den Jahren 1830 bis 1847 von Felix Mendelssohn Bartholdy / Mendelssohn Bartholdy, Felix (Public Domain)

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der bloße Klang des ersten Accordes eine schöne Wirkung. Ja 
in den Responsorien selbst bringen sie zuwetlen ⁊Xbaer sehr selten, 
vollkommene Schlußfälle an, und ⸗ decsich dann 
Auch 
ganz prächtig und ist eben nick“ 
blos im unisono singen sie Responsorier folgendes, das 
sie sehr oft wiederholen, und dac ih Caf dem Quirinal nach— 
geschrih— 
* 
80n 
(Die Worte sind wohl nicht so, doch sprechen sie so undeutlich 
aus, daß man nicht unterscheiden kanr was für Worte, oder 
ob sie überhaupt welche singen? Nun lösen sich auch die vor— 
singenden Priester ab und jeder folgende setzt in einem ganz 
verschiedenen Tyn ei; ie hört den Chor in Ddur 
schließen, dann eine Arinc drtte nun fing der folgende 
Geistliche i 
— 
Es macht eine ganz seltsame We ang, Ran verliert ganz und 
gar das Gefühl einer Tonart und folgt nun ohne Faden den 
Tönen, die herauf und herunter steigen, bis denn der erste 
Klang eines Musikstücks sich wieder ausbreitet, Einem das 
Gefühl der Musik wiedergiebt und die Ungewißheit vollkommen 
auflöft. — Dazu wird der Gottesdienst in der Sirtina ge— 
halten, wo die „Propheten“ und „Sibyllen“ und das „jüngste 
Gericht“ von Michel Angelo sind; der Papst sitzt auf dem 
Throne, umgeben von allen Cardinälen, deren jedem wieder 
sein Abt in dem violetten Mantel zu Füßen sitzt. Schaaren 
von Mönchen, jungen Geistlichen knieen außerhalb; das Ganze 
macht eine wunderbar ernste, reiche Wirkung. Sie sangen 
das erstemal ein Dies iras von Baini, dann eines von Pittoni; 
in S. Carlo eine Messe von Palestrina; in der Sixtina ein
	        
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