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Briefe aus den Jahren 1833-1847 An Professor Schirmer in Düsseldorf (gest. 1863 als Director der Akademie in Carlsruhe). Berlin, den 21. November 1838

Full text: Briefe aus den Jahren 1830 bis 1847 von Felix Mendelssohn Bartholdy / Mendelssohn Bartholdy, Felix (Public Domain)

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es mit dem, was die Leute so gewöhnlich Ruhm und Ehre 
nennen, ein mißliches Ding sei, während eine andere, höhere, 
geistige Ehre ebenso unentbehrlich als selten ist. Man sieht 
es eben am besten bei denen, die alle mögliche Ehre besitzen 
und nicht einen Augenblick Freude dadurch haben, sondern 
nur immer hungriger danach werden, und das ist mir eben 
auch in Paris erst recht deutlich geworden. Doch ist mir's 
lieb, daß Du von den französischen Malern nicht so verächt— 
lich reden magst, denn ich habe von jeher eine große Freude 
an den guten jetzigen gehabt, und kann mir gar nicht denken, 
daß diejenigen es aufrichtig meinen, die nur bei einem von 
Euern Bildern in die Poesie gerathen und bei einem von 
Horace Vernet vom Thronc erunter urtheilen; ich meine, 
wem das eine Schöne geft dem müsse das andere auch 
nicht fremd bleiben können, — wenigstens geht's mir so. 
An den Prediger Julius Schubring in Dessau. 
Leipeig, den 6 December 1838. 
Lieber Schubring! 
Du empfängst hierbei die Orgelstücke und Deinen Boni— 
facius, den ich hineingelegt. Habe vielen Dank für den 
Letzteren und für die Manuscripte, die Du mir nach und 
nach zum Elias geschickt hast; sie sind mir gewiß vom größten 
Nutzen, und wenn ich mir auch hier und da noch etwas 
ändere, so steht doch die ganze Sache durch Deine Hülfe nun 
auf viel festeren Füßen. Mit dem dramatischen Element 
scheint mir noch irgend ein Differenzpunkt zwischen uns zu 
sein; bei einem solchen Gegenstande wie Elias, eigentlich 
wie jeder aus dem alten Teftamente, außer etwa dem Moses, 
muß das Dramatische vorwalten, wie mir scheint, — die 
Leute lebendig redend und handelnd eingeführt werden, nicht 
aber, um Goͤtteswillen, ein Tongemälde daraus entstehen,
	        
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