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1836-1840

Full text: Der Geschichtsschreiber Friedrich Wilken / Stoll, Adolf (Public Domain)

eine litterarische Fehde gehabt, obwohl er auch Freunden 
wie Hammer gegenüber in öffentlichen Besprechungen ihrer 
Werke seine kritischen Bedenken und Ausstellungen nicht 
unterdrückte; während er berechtigte Kritik selbst sehr wohl 
vertragen konnte, lehnte er sich gegen unverdienten Tadel 
oder ihm unangemessen erscheinende Behandlung mit Selbst— 
zefühl auch Vorgesetzten gegenüber aufy. Wo er anklagen 
mußte, wie in der übrigens ganz vereinzelt dastehenden 
oben erwähnten Wahlschen Angelegenheit, verfuhr er streng 
sachlich. — 
Daß Wilkens Fürsprache häufig den gewünschten Er— 
folg hatte, ist nicht unwahrscheinlich, wenn man weiß, wie 
er bei seiner eindringenden Sach- und ausgebreiteten Per— 
sonenkenntnis von einheimischen wie ausländischen Gelehrten 
und Staatsmännern bei der Besetzung von maucherlei 
Ämtern u. dergl. häufig um seinen Rat angegangen worden 
ist; er bewies in solchen Angelegenheiten stets einen wohl— 
meinenden, aber gerechten und unbestechlichen Sinn. 
In seiner Familie fühlte er sich nach des Tages Last 
und Mühe am wohlsten und behaglichsten; sein Familien— 
leben war im ganzen ein freudenvolles und beglücktes; 
manchmal wohl bedrückt von vorübergehenden, niemand er— 
sparten Sorgen um die Gesundheit seiner Lieben, sah er 
seine Kinder sämtlich zu brauchbaren und wackeren Menschen 
heranwachsen, um deren Fortkommen er nicht zu bangen 
brauchte. 
Der Vielbeschäftigte fand auch noch die Zeit, die 
Studien der Söhne zu fördern, Klassiker mit ihnen zu 
lesen und den künstlerischen Bestrebungen der ebenfalls 
hegabten Tächter eine verständnisvolle Aufmerksamkeit zu— 
13 Altenstein einst die Anschaffung eines Buches bewilligte, 
venn e „wirklich nicht“ auf der Bibliothek vorhanden sei, reichte 
Wilken sofort dem Minister eine entschiedene Verwahrung ein gegen 
die Unterstellung, als könne sich etwas anders verhalten. als er be— 
richtet habe.
	        
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