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1823-1827

Full text: Der Geschichtsschreiber Friedrich Wilken / Stoll, Adolf (Public Domain)

in keiner Weise wenn er auch zu Zeiten entschlossen gewesen 
war, die nack Görgencç Ansicht ihm am wenigsten zuträg— 
lichen Bibliotheksgeschäfte, übrigens erst noch Vollendung 
gewisser Arbeiten, abzugeben. 
Unter diesen Umständen und auf die Berichte Görgens 
über die erfreulichen Fortschritte in Wilkens Befinden gab 
der Minister denn auch allmählich den Plan einer Änderung 
in dessen amtlicher Stellung auf. 
Ende Januar 1827 erhielt Wilken nämlich von Görgen 
die Erlaubnis, täglich etwa vier Stunden lang seinen 
wissenschaftlichen Arbeiten in der kaiserlichen Bibliothek und 
im Archiv, zu welchem auf Fürst Hatzfelds Verwendung 
Fürst Metternich ihm auf das artigste den Zutritt gestattet 
hatte, wieder obzuliegen. Diese Arbeiten setzte er so lange 
fort, bis er die Hülfsmittel beider Anstalten für seine Zwecke 
vollständig ausgenutzt hatte. Er fand in beiden manche wert— 
volle Ausbeute und zog besonders die zahlreichen auf das 
Verhältnis der Republik Venedig zum o'trömischen Reiche 
und zu den Fürsten der Kreuzfahrer 7yrien sich be— 
ziehenden Handschriften, Briefe, z. B Lie Les Patriarchen 
Gregorius, und Urkunden aus; auch 78* er sich seine in 
Dresden liegenden Papiere zur Geschict der Kreuzzüge von 
Elise von der Recke zusenden. Eine gute Gelegenheit be— 
nutzend, hatte er zudem im Laufe des Winters 1826,27 die 
ungarische und die neugriechische Sprache erlernt. 
Am meisten Mühe kostete es auch diesmal den Arzt, 
ihm den Glauben zu benehmen, daß er gar nicht wirklich 
krank gewesen sei und daß seine Gattin ihn ohne Grund 
einer Anstalt übergeben habe, ein Wahn, von dem er vor 
seiner dritten Erkrankung überhaupt nicht abließ und mit 
dem er der ung!ücklichen Frau menche tere Stunde be— 
reitet hatte. Diesmal aber ihn von dessen 
Irrigkeit gründlich und sür . ce äüberzeugen. Dieser 
war übrigens von Anfang an und blieb auch immer der 
Meinung, daß Pienitz in Pirna den Kranken beidemale nur
	        
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