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Full text: Mehringplatz - Auf geht’s! (Rights reserved)

Mehringplatz – Auf geht’s! Das Buch zum Projekt „Aufbruch Mehringplatz“ Dieses Projekt wurde durch die Bundesrepublik Deutschland und das Land Berlin im Rahmen des Städtebauförderprogramms Soziale Stadt gefördert. AUFTRAGGEBER Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin OE Bezirkliche Planung und Koordinierung Abteilung für Arbeit, Bürgerdienste, Gesundheit und Soziales Yorckstraße 4-11 10965 Berlin Ansprechpartner*innen: Julia Thöns julia.thoens@ba-fk.berlin.de 030 90298 3541 Jesko Meißel jesko.meissel@ba-fk.berlin.de 030 90298 3546 BEARBEITUNG slapa & die raumplaner gmbh Geschäftsführerin Sabine Slapa Kaiser-Friedrich-Straße 90 10585 Berlin Tel.: 030 666 29 71 0 Fax: 030 666 29 71 1 www.die-raumplaner.de Bearbeiter*innen: Sabine Slapa (Strategische Leitung) Julian Hopfenmüller (Projektleitung) Lisa Selmar (Projektmitarbeit) Thora Haubold (Projektmitarbeit) Liebe Leser*innen, Sie halten die Dokumentation zum Beteiligungsprojekt „Aufbruch Mehringplatz“ in den Händen, das Mitte des Jahres 2019 begann und mit Abschluss des Jahres 2020 endete. Wie jede*r Beteiligte*r einen eigenen Blick auf den Mehringplatz hat, so vielfältig werden Sie als Leser*in auch die vorliegende Dokumentation betrachten. Ebenso vielfältig waren auch die im Projekt besprochenen Themen. Einige von Ihnen waren bei der Nachbarschaftsversammlung im Juni 2019 dabei, die das Projekt unter Einbindung der Nachbarschaft, Verwaltung und Politik einläutete und den Rahmen für den weiteren Prozess absteckte. Anderen ist es zu verdanken, dass beim verwaltungsinternen Fachtag im Jahr 2019 die von der Nachbarschaft übermittelten Bedarfe diskutiert und Verabredungen zu deren Verbesserung getroffen wurden. Wieder andere bereicherten mit ihren Vorschlägen die Arbeitsgruppensitzungen zu den Themen Nachbarschaft, Wohnen, Jugend, Öffentlicher Raum und Gewerbe oder haben das Projekt in anderer Weise interessiert verfolgt und sich für Veränderungen eingesetzt. Für Ihre Unterstützung – egal in welcher Form – möchte ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken. Sie fragen sich nun vielleicht: Was ist eigentlich in der Dokumentation festgehalten und was fange ich damit an? Dazu möchte ich Ihnen zweierlei Hinweise mitgeben. Einerseits liest sich das Heft als Bestandsaufnahme der letzten Jahre. Zu den Themen Wohnumfeld, Miteinander und Gewerbe finden Sie in den einzelnen Kapiteln Beschreibungen der bisherigen Situation sowie bestehende Maßnahmen zu deren Verbesserung bei Projektbeginn. Andererseits lässt sich das Heft natürlich auch als Zusammenfassung des im Projekt Erreichten sowie als Ideensammlung für die Zukunft lesen. Einige Vorhaben konnten bereits im Projektzeitraum umgesetzt werden. Insbesondere freue ich mich über den für die Nachbarschaft und das Quartier so wichtigen Ankauf von Immobilien durch die HOWOGE im November 2020. Auch dazu möchte ich meinen Dank aussprechen und gratulieren. Die Corona-Pandemie im Jahr 2020 beeinflusste auch den Projektverlauf. Gerade in dieser Zeit wurde deutlich, dass gute Beteiligung nicht immer mehr Beteiligung bedeutet. Vielmehr sollte gute Beteiligung einen transparenten Informationsfluss ermöglichen. Nur so können sich alle Beteiligten dazu verständigen, was notwendig und machbar ist, um Herausforderungen angemessen zu begegnen und bestehende Stärken zu fördern. In vielen Fällen konnte das Projekt dazu wertvolle Impulse leisten und neue Wege abstecken, die nun weiterverfolgt werden sollen. Egal aus welcher Perspektive Sie also die Dokumentation lesen, sie soll es Ihnen einerseits erleichtern, sich in dem komplexen Dickicht aus Akteur*innen, Themen, Maßnahmen und Ideen einen Überblick zu verschaffen. Zudem soll sie dabei unterstützen, das Erreichte zu sichern, das Entstehende weiterzuverfolgen und das noch Mögliche nicht aus den Augen zu verlieren. Mit freundlichen Grüßen Knut Mildner-Spindler Stv. Bezirksbürgermeister und Bezirksstadtrat für Arbeit, Bürgerdienste, Gesundheit und Soziales INHALTSVERZEICHNIS Wo finden Sie was im Buch? ........................................................................ 1 1 Worum geht es? ....................................................................................... 2 2 Wie ist das Projekt verlaufen? ................................................................... 5 2.1 Erste Nachbarschaftsversammlung am 14.06.2019 ..................... 6 2.2 Arbeitsgruppentreffen von Oktober 2019 bis Januar 2020 .......... 9 2.3 Erster und zweiter Fachtag am 26.11.2019/5.11.2020 im BVVSaal/als Videokonferenz .......................................................................... 10 3 Was sind die Ergebnisse aus dem Prozess? .............................................. 12 3.1 Wohnumfeld ............................................................................... 14 3.1.1 Situation der Mieter*innen in privaten Wohnungsbeständen verbessern .......................................................................................... 14 3.1.2 Situation der Mieter*innen in öffentlichen Wohnungsbeständen verbessern....................................................... 15 3.1.3 Sicherheit erhöhen ................................................................... 17 3.1.4 Beleuchtung verbessern ........................................................... 21 3.1.5 Sauberkeit verbessern .............................................................. 23 3.1.6 Grünflächen und Plätze gestalten ............................................ 26 3.1.7 Verkehrs- und Parksituation verbessern .................................. 28 3.2 Miteinander ................................................................................. 30 3.2.1 Sport- und Freizeitangebote/Treffpunkte für Kinder und Jugendliche ausbauen ........................................................................ 30 3.2.2 Bildungs- und Förderangebote für Jugendliche ausbauen....... 32 3.2.3 Kinder und Jugendliche im Rahmen von „Aufbruch Mehringplatz“ beteiligen .................................................................... 34 3.2.4 Bauarbeiten an der Kurt-Schumacher-Grundschule voranbringen ...................................................................................... 35 3.2.5 Berufliche Perspektiven stärken, Teilhabe am Erwerbsleben ermöglichen und Eigenständigkeit fördern ........................................ 36 3.2.6 Jugendkriminalität und Radikalisierung von Kindern und Jugendlichen minimieren ................................................................... 36 3.2.7 Personal für die Kinder- und Jugendeinrichtungen aufstocken37 3.2.8 Gesundheitsversorgung ausbauen ........................................... 38 3.2.9 Situation von Senior*innen verbessern ................................... 38 3.2.10 Austausch untereinander fördern/Konflikte innerhalb der Bewohner*innenschaft mindern ........................................................ 39 3.3 Gewerbe ...................................................................................... 42 3.3.1 Gewerbeangebot verbessern ................................................... 42 3.3.2 Leerstand verringern ................................................................ 43 3.3.3 Vernetzung stärken .................................................................. 44 4 Wie geht es weiter? – Projektfazit ........................................................... 45 4.1 Begleitung und Umsetzung auf Verwaltungsseite ...................... 45 4.2 Akteur*innen im Quartier ........................................................... 46 4.3 Bürger*innenbeteiligung............................................................. 47 WO FINDEN SIE WAS IM BUCH? WO FINDEN SIE WAS IM BUCH? Liebe Leser*innen, dieses Buch gibt einen Einblick in das Projekt „Aufbruch Mehringplatz“. Das Projekt möchte die Situation im Gebiet um den Mehringplatz verbessern und Bewohner*innen, Politiker*innen und Akteur*innen aus dem Kiez zu einem Dialog zusammenbringen. Im 1. Teil („Worum geht es?“) wird erklärt, wie das Projekt entstanden ist. Im 2. Kapitel („Wie ist das Projekt verlaufen?“) gehen wir auf den Ablauf und die verschiedenen Veranstaltungen ein, die stattgefunden haben (Nachbarschaftsversammlung, Arbeitsgruppentreffen, Fachtag). Kapitel 3 („Was sind die Ergebnisse aus dem Prozess?“) gibt die Ideen zur positiven Veränderung der Situation am Mehringplatz aus den verschiedenen Veranstaltungen wieder und zeigt, wie die Ideen im Projekt umgesetzt wurden. Die Seitenspalten führen Sie zu weiterführenden Informationen. Alle Informationen zum Projekt „Aufbruch Mehringplatz“ finden Sie unter www.berlin.de/aufbruch-mehringplatz. SEITE 1 KAPITEL 1: WORUM GEHT ES? 1 WORUM GEHT ES? Das Quartiersmanagementgebiet Mehringplatz ist Teil der südlichen Friedrichstadt und zeichnet sich durch eine gemischte Bebauung in einfachen und mittleren Wohnlagen aus. Prägend für das Quartier ist der Mehringplatz, der mit einer Fußgängerzone den Anfang der Friedrichstraße markiert. Hier befinden sich v.a. Kleingewerbe, Dienstleistungsangebote und soziale Träger*innen. Im Gebiet leben überdurchschnittlich viele junge und überdurchschnittlich viele ältere Einwohner*innen. Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund ist sehr hoch. Zahlreiche Bewohner*innen leben in unsicheren Lebensverhältnissen. Indikatoren des Monitorings Soziale Stadtentwicklung (Beobachtungssystem für die Quartiersentwicklung) deuten darauf hin, dass ein großer Teil der Anwohner*innen benachteiligt ist. Das zeigen auch die Ergebnisse der Untersuchungen zur gesundheitlichen Situation und sozialen Lage der Einschüler*innen. Das Ziel der städtischen und bezirklichen Aktivitäten ist es, „dass sich das Gebiet von einem sozialen Brennpunkt zu einem vollintegrierten, innerstädtischen Quartier mit attraktiver Wohnqualität und guten Lern- und Lebensbedingungen wandelt, ohne dass eine Gentrifizierung der bisherigen Bewohner*innenschaft stattfindet“ (IHEK Mehringplatz 2017-2019, S. 9). Hierfür werden u.a. Mittel aus den Programmen Soziale Stadt und dem Städtebaulichen Denkmalschutz eingesetzt. Trotz zahlreicher sozialer Programme im Gebiet, kommt eine positive Entwicklung der Gesamtsituation bisher nur langsam voran. Ausbaufähig verblieben insbesondere eine stärkere Vernetzung der Akteur*innen untereinander sowie der Austausch mit der Politik. Hier setzt das Projekt „Aufbruch Mehringplatz“ an. Ziel war es, den Austausch mit der Politik zu ermöglichen und politische Vertreter*innen mit Bewohner*innen sowie professionelle Akteur*innen im Gebiet zusammenzubringen. Nach der Diskussion über Probleme und Bedarfe wurden gemeinsam Lösungsansätze für Herausforderungen im Gebiet entwickelt und Maßnahmen mit der Bezirkspolitik vereinbart, die fachlich weiterentwickelt werden, um die Situation am Mehringplatz zu verbessern und die Außen- und Eigenwahrnehmung vom Kiez positiv zu verändern. Die Anwohner*innen und Akteur*innen im Kiez sind sehr engagiert und in vielen Initiativen und Gremien aus den Förderprogrammen aktiv. Sie identifizieren sich stark mit ihrem Quartier, was im Prozessverlauf deutlich geworden ist. Wir bedanken uns an dieser Stelle für die Hinweise und Ideen im Projekt „Aufbruch Mehringplatz“. SEITE 2 KAPITEL 1: WORUM GEHT ES? Hier finden Sie einen Überblick von Angeboten und Akteur*innen im Kiez: Angebot/Akteur Homepage Angebote für Familien Al Dar e.V. (Beratung und Betreuung Familien arabischer Herkunft) www.al-dar.de Kindervilla Waldemar (Kurse für Familien) http://www.kindervilla-waldemar.de/familienzentrum/ tam (Familienzentrum) https://www.diakonie-stadtmitte.de/kind-familie/interkulturelles-familienzentrum-tam/ueber-das-familienzentrum/ Vielfalt e.V. (Familienverein) https://vielfaltev.de/ Angebote für Kinder und Jugendliche JAM (Jugendtreff am Mehringplatz) https://www.work-out-berlin.de/jam/ Jobassistenz Berlin (Projekt der DQG mbH, Beratung zur Berufsorientierung) https://www.dqg-berlin.de/jobassistenz/ Jugendcoaching der GFBM https://gfbm.de/bildungsangebot/wege-in-ausbildung/jugendcoaching/ Jugendberufsagentur Berlin https://www.jba-berlin.de Kinder- und Jugendbibliothek (Hausaufga- https://www.zlb.de/kijubi/lernzentrum/ benhilfe bis 10. Klasse) service/workshops-lernberatungen/hausaufgabenhilfe.html KMAntenne (Kinder- und Jugendzentrum) https://www.kma-ev.de/kma-ev Naturerfahrungsraum „Robinienwäldchen“ https://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/politik-und-verwaltung/aemter/umwelt-und-naturschutzamt/naturschutz/artikel.196500.php Outreach (mobile Jugendarbeit, Coaching) https://outreach.berlin/fhain-kreuzberg/ Zuckerwattenkrawatten (Kreativstudio) https://zuckerwattenkrawatten.de/ Angebote für Senior*innen Übersicht zu vielen Angeboten (Sport, Spielen, Treffpunkte, Kochen) SEITE 3 http://www.qm-mehringplatz.de/index.php?id=62 KAPITEL 1: WORUM GEHT ES? Angebote für Menschen mit Behinderung Mina – Leben in Vielfalt e.V. (Unterstützung für Menschen mit Behinderung) http://www.mina-berlin.de/ Sinneswandel (Förderung gehörloser und hörgeschädigter Menschen) https://www.sinneswandel-berlin.de/ Weitere Vereine und Akteur*innen asum GmbH (Sozialforschung, Mieter*innenberatung) https://www.asum-berlin.de/ Bauhütte Südliche Friedrichstadt (Plattform für Vereine, Initiativen im Kiez) https://bauhuette-kreuzberg.de/ Begegnungsstätte Mehring-Kiez (Treffpunkt für Anwohner*innen) http://www.falckensteinstrasse.de/ friedrichstrasse.htm Die Globale e.V. (Bildungsarbeit, Lernwerkstatt) http://dieglobale.org/ feldfünf Projekträume (Räume für wechselnde Nutzungen) https://feldfuenf.berlin/ Gewobag (Wohnungsunternehmen, Kiezstube) Kiezstube: https://www.gewobag.de/fuer-mieter-und-mietinteressenten/service/kiezstuben/ Mieterbeirat: https://www.gewobag.de/mieterbeiraete/mieterbeirat-mehringplatz/ Mieterbeirat Gewobag Mehringplatz West – Es reicht! (Anwohner*inneninitiative) https://mehringplatzwest.wordpress.com/ NUDRA Netzwerk zum Umgang mit Drogen- und Alkoholkonsum im öffentlichen Raum vom Träger Fixpunkt gGmbH http://www.fixpunkt-berlin.de/index.php?id=nudra Repaircafé http://www.qm-mehringplatz.de/index.php?id=63 Sanierungsgebiet Südliche Friedrichstadt http://www.sanierung-suedliche-friedrichstadt.de/ (Informationen zu Bauvorhaben, Sanierungsbeirat, Gebietsvertretung) Quartiersmanagement www.qm-mehringplatz.de/ SEITE 4 KAPITEL 2: WIE IST DAS PROJEKT VERLAUFEN? 2 WIE IST DAS PROJEKT VERLAUFEN? Um den Austausch zwischen Anwohner*innen, Akteur*innen und der Politik zu fördern, wurden im Projekt „Aufbruch Mehringplatz“ verschiedene Formate genutzt. Es gab Nachbarschaftsversammlungen und Arbeitsgruppentreffen, bei denen jede*r mitmachen konnte. Bei sogenannten Fachtagungen haben Vertreter*innen der Bezirkspolitik und der Verwaltung gesammelte Bedarfe und Lösungsideen der Bürger*innen diskutiert. Die Teilnehmenden trafen Entscheidungen zur Durchführung von Maßnahmen und stimmten Verantwortlichkeiten ab. Bevor wir auf die Ziele und Ergebnisse im Einzelnen eingehen, möchten wir kurz den Ablauf und das Ineinandergreifen der verschiedenen Bausteine erläutern. Wie konnten sich Anwohner*innen in den Prozess einbringen? Als Auftakt fand im Juni 2019 die erste Nachbarschaftsversammlung in der tazKantine statt. Ziel war es, gemeinsam über bereits gesammelte Problemfelder und Handlungsbedarfe zu diskutieren, diese zu ergänzen und Prioritäten festzulegen. Das erfolgte im Dialog zwischen den Bürger*innen und Fachleuten aus der Verwaltung bzw. anwesenden Vertreter*innen der Bezirkspolitik. Zudem konnten sich die Beteiligten für die Mitarbeit an thematischen Arbeitsgruppen eintragen. Die zweite Nachbarschaftsversammlung musste Corona-bedingt abgesagt werden. Wie lief der Prozess ab? Die genannten Arbeitsgruppentreffen bildeten ein weiteres Format zur Beteiligung der Bewohner*innen am Prozess. Insgesamt gab es fünf Arbeitsgruppen (AG) zu verschiedenen kiezrelevanten Themen. Im September und Oktober 2019 fand die erste Runde der Arbeitsgruppensitzungen statt. Die Treffen dienten dazu, die Ergebnisse der Nachbarschaftsversammlung zu vertiefen. Hierbei sollte gezielt die Entwicklung von Lösungsansätzen im Mittelpunkt stehen. Nach einem gemeinsamen Treffen aller Arbeitsgruppenmitglieder im Dezember 2019 fand im Januar 2020 die zweite Sitzungsrunde statt. Hier wurden die Ergebnisse der Fachtagung im November 2019 rückgekoppelt und Maßnahmen festgelegt, die durch die AG-Mitglieder konzipiert und durchgeführt werden können. Zur fachlichen Weiterentwicklung der Maßnahmen, fanden ab Februar 2020 Corona-bedingt Telefongespräche zwischen der Bezirksverwaltung und weiteren Akteur*innen statt. Aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben die Arbeitsgruppen sich in diesem Zeitraum nicht getroffen. Weiterarbeit in Arbeitsgruppen ab September 2019 SEITE 5 Beginn: 1. Nachbarschaftsversammlung im Juni 2019 KAPITEL 2: WIE IST DAS PROJEKT VERLAUFEN? Der erste Fachtag fand im November 2019 statt. Hier diskutierten Vertreter*innen von Politik und Verwaltung über die im Laufe des Prozesses gesammelten Bedarfe und Lösungsansätze. Das Ziel der Veranstaltung bestand darin, die Bedarfe und Lösungsansätze -wenn möglich- in feste Verabredungen zu überführen und Zuständigkeiten festzulegen. Der zweite Fachtag wurde im November 2020 pandemiebedingt als Videokonferenz durchgeführt. Die Veranstaltung war ähnlich besetzt wie der erste Fachtag. Alle Stadträt*innen und verschiedene Fachabteilungen des Bezirksamts diskutierten, wie die strategische Weiterarbeit zum Mehringplatz nach dem Ende des Projekts fortgeführt werden kann. Die folgende Abbildung zeigt den ursprünglichen Projektablauf ohne die veränderte Situation im Zusammenhang mit den Eindämmungsmaßnahmen zur Pandemie, auf die wir im Abschnitt zu den Arbeitsgruppen eingegangen sind. Abbildung 1: Ursprünglicher Projektablauf, Darstellung: die raumplaner 2.1 Erste Nachbarschaftsversammlung am 14.06.2019 Die erste Nachbarschaftsversammlung fand am 14.06.2019 von 18 bis 21 Uhr in der taz-Kantine statt. Die von den raumplanern (Prozessbeauftragte) moderierte Veranstaltung begann mit einem informativen Einleitungsteil im Plenum. Hier stellte Stadtrat Mildner-Spindler den Prozess vor, gab einen Überblick zum Gebiet und informierte über aktuelle Planungen und Vorhaben. Anschließend SEITE 6 Rückkopplung der Ergebnisse mit der Verwaltung: 1. Fachtag im November 2019 Diskussion zur strategischen Weiterarbeit mit der Verwaltung: 2. Fachtag im November 2020 KAPITEL 2: WIE IST DAS PROJEKT VERLAUFEN? folgte der Diskussionsteil, bei dem die Teilnehmenden selbst aktiv wurden. Das Veranstaltungsformat war ein sogenannter Marktplatz mit drei Diskussionsständen mit den folgenden Themen: Marktstand 1: Soziales, Freizeit, Jugend, Bildung Marktstand 2: Wohnen und Gewerbe Marktstand 3: Öffentlicher Raum Abbildung 2: Erste Nachbarschaftsversammlung im Juni 2019, Foto: die raumplaner Zur Vorbereitung haben die raumplaner bestehende Bedarfssammlungen aus der Arbeit vom Quartiersmanagement (QM) und Sanierungsbeirat „Südliche Friedrichstadt“ aufgearbeitet. Da das Quartier in jüngerer Vergangenheit im Rahmen zahlreicher Programme bearbeitet wurde, war es wichtig, an bekannte Bedarfe und Ergebnisse anzuknüpfen. Der Fokus der Veranstaltung lag deshalb darauf, die bestehenden Bedarfe zu diskutieren, zu bewerten und Lösungsansätze zu entwickeln. Um den Dialog miteinander zu fördern und auf fachliche Fragen direkt reagieren zu können, wurden die Marktstände neben der Moderation von Fachleuten aus der Verwaltung betreut. Die raumplaner hielten die von den Bürger*innen genannten Lösungsansätze auf Moderationskarten fest und pinnten sie auf Moderationswände. Dabei haben die Bürger*innen auch ergänzende Bedarfe genannt, die ebenfalls aufgenommen wurden. SEITE 7 KAPITEL 2: WIE IST DAS PROJEKT VERLAUFEN? Abbildung 3: Teil einer Moderationswand des Diskussionsstands "Soziales, Freizeit, Jugend, Bildung" auf der ersten Nachbarschaftsversammlung, Foto: die raumplaner Parallel zu den Marktständen hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, VierAugen-Gespräche mit der Bezirksbürgermeisterin Frau Herrmann oder einem der anwesenden Stadträte (Herrn Mildner-Spindler, Herrn Schmidt, Herrn Hehmke) zu führen. Organisiert wurden die Vier-Augen-Gespräche über ein Ticketsystem mit vorgegebenen Zeitfenstern. In den „Wartezeiten“ hatten alle Teilnehmenden die Möglichkeit, sich an den Marktständen zu informieren, auszutauschen und einzubringen. Zum Ende gaben die raumplaner eine Zusammenfassung aus der Diskussion und die Stadträte stellten die wichtigsten Erkenntnisse aus den Vier-AugenGesprächen vor. Die raumplaner erstellten eine Übersicht mit den drängendsten Themen aus der Diskussion und den Gesprächen. Die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, einen Klebepunkt hinter das Thema zu kleben, das Ihnen besonders wichtig ist. Die folgende Tabelle zeigt das Ergebnis dieser Priorisierung der Themenfelder nach Anzahl der Klebepunkte. Hierbei wurde von vielen Teilnehmer*innen angemerkt, dass die Hervorhebung eines Themas sehr schwierig sei und dass alle in der Zusammenfassung enthaltenen Punkte wichtig seien. SEITE 8 Die Dokumentation der 1. Nachbarschaftsversammlung finden Sie unter: www.berlin.de/aufbruchmehringplatz Datei: Ergebnisprotokoll der Nachbarschaftsversammlung Mehringplatz KAPITEL 2: WIE IST DAS PROJEKT VERLAUFEN? Themenbereich der Arbeitsgruppe Anzahl Punkte Sicherheit 4 Müll 7 Verkehr 6 Jugend 9 Senior*innen 2 Interkulturelle Zusammenarbeit 0 Sauberkeit in Wohnbereichen 1 Sperrmüll 0 Gewerbe (insbesondere Edeka) 5 Trinkerszene 3 Wohnen 0 Schulen 0 Baustelle Kurt-Schumacher-Schule 1 Tabelle 1: Priorisierung der Themenbereiche durch die Teilnehmenden der ersten Nachbarschaftsversammlung am 14.06.2019 2.2 Arbeitsgruppentreffen von Oktober 2019 bis Januar 2020 Ausgehend von den genannten Bedarfen und Lösungsideen auf der Nachbarschaftsversammlung wurde je eine Arbeitsgruppe zu den folgenden fünf Themen gebildet: › › › › › Wohnen Jugend Gewerbe Öffentlicher Raum Nachbarschaft Die Treffen fanden mit Anwohner*innen, lokalen Akteur*innen und Fachleuten aus der Bezirksverwaltung statt. Moderiert wurden sie von den raumplanern. Die erste Runde dieser Treffen gab es im September und Oktober 2019. Die Teilnehmenden haben die Lösungsansätze aus der Nachbarschaftsversammlung aufgegriffen und vertieft und auch neue Ideen eingebracht. Die Treffen dienten auch dazu, den Fachtag im November vorzubereiten. SEITE 9 KAPITEL 2: WIE IST DAS PROJEKT VERLAUFEN? Bei der zweiten Runde der Arbeitsgruppentreffen im Januar 2020 einigten sich die AG-Mitglieder auf umzusetzende Maßnahmen. Es wurde zunächst vereinbart, dass die weitere Beteiligung anhand der Entwicklung konkreter Maßnahmen und nicht mehr bezogen auf allgemeine Themen erfolgen soll. Ab Mitte März waren pandemiebedingt keine Arbeitsgruppentreffen möglich. Nach der zweiten Runde der Treffen wurden die Maßnahmenvorschläge aus den Arbeitsgruppen von der Abteilung Sozialraumorientierte Planungskoordination (SPK) aus dem Bezirksamt in die Fachverwaltungen getragen, es fanden interne Treffen statt, um die Umsetzung fachlich voranzubringen. 2.3 Erster und zweiter Fachtag am 26.11.2019/5.11.2020 im BVV-Saal/als Videokonferenz Auf dem ersten Fachtag am 26.11.2019 präsentierten die raumplaner der Bezirkspolitik und -verwaltung die im Prozess gesammelten Bedarfe und Ideen. Die Teilnehmenden diskutierten darüber und einigten sich – sofern möglich – auf feste Verabredungen und Verantwortliche. Die Präsentation und Diskussion verlief in drei aufeinanderfolgenden Themenblöcken: 1. Gewerbe, 2. Teilhabe und Integration, 3. Sicherheit und Sauberkeit. Aufgrund der Vielfalt der Unterthemen und Bedarfe wurde für die Themen 2 und 3 mehr Zeit anberaumt als für das Thema Gewerbe. Diskutiert wurden vor allem Bedarfe, Ideen und Lösungsansätze, die in der ersten Nachbarschaftsversammlung und in den AG-Sitzungen gesammelt wurden. Die Diskussionsinhalte der AG Jugend und AG Nachbarschaft wurden v.a. im Themenblock „Teilhabe und Integration“ behandelt, die Diskussionsinhalte der AG öffentlicher Raum und AG Wohnen flossen überwiegend in den Themenblock 3 ein. Die auf dem ersten Fachtag getroffenen Vereinbarungen und die entsprechenden Verantwortlichkeiten werden in diesem Buch im Kapitel 3 „Was sind die Ergebnisse aus dem Prozess?“ unter dem jeweiligen thematischen Unterpunkt genannt. Für jeden Unterpunkt werden unter der Überschrift „Was wurde im Projekt „Aufbruch Mehringplatz“ unternommen, um die Situation zu verbessern?“ Maßnahmen zusammengefasst, deren Verabredung zu einem großen Teil auf den ersten Fachtag zurückgeht. SEITE 10 Alle Protokolle der Arbeitsgruppentreffen finden Sie unter: www.berlin.de/aufbruchmehringplatz Dateien: Ergebnisprotokolle der Arbeitsgruppentreffen KAPITEL 2: WIE IST DAS PROJEKT VERLAUFEN? Abbildung 4: Moderationswand mit den Diskussionsergebnissen aus dem ersten Fachtag im November 2019, Foto: die raumplaner Beim zweiten Fachtag am 5.11.2020 informierten die raumplaner und die SPK die Teilnehmenden über die weiterentwickelten Lösungsansätze und Maßnahmen, die innerhalb der Verwaltung abgestimmt wurden. Zudem tauschten sich die Teilnehmenden über Herausforderungen aus, die im Prozess deutlich geworden sind und besprachen die strategische Weiterarbeit nach Projektende. Die Ergebnisse aus dem Fachtag sind teilweise in das Fazit (siehe Kapitel 4 Wie geht es weiter? – Projektfazit) eingeflossen. SEITE 11 KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? 3 WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? Dieses Kapitel stellt die Ergebnisse aus dem Prozess nach Themen geordnet dar. › › › › Als erstes wird die aktuelle Situation aus Sicht der Beteiligten im Prozess beschrieben. Im zweiten Abschnitt sind die Ideen und Vorschläge zur Verbesserung der Situation um den Mehringplatz enthalten. Der dritte Absatz informiert darüber, was bereits von der Verwaltung, Vereinen oder anderen Akteur*innen getan wird, um die Ideen und Vorschläge umzusetzen. Der letzte Absatz geht darauf ein, wie mit den Ideen und Vorschlägen im Projekt Aufbruch Mehringplatz weitergearbeitet wurde. In den Seitenspalten finden Sie einen Hinweis darauf, bei welcher Veranstaltung die Themen und Lösungsvorschläge eingebracht und wie sie im weiteren Projektverlauf bearbeitet wurden. Ebenso finden Sie hier Verweise zu weiterführenden Informationen. In der Nachbarschaftsversammlung und bei den AG-Treffen sind viele Bedarfe, Hinweise und Ideen für den Kiez benannt worden. Die raumplaner und das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg haben diese in Ziele übersetzt und nach Themen sortiert (siehe Abbildung 5). Diese spiegeln die Themen der Arbeitsgruppen wider und sind teilweise zusammengefasst worden, da einige Themen in mehreren Arbeitsgruppen aufkamen. SEITE 12 KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? Abbildung 5: Ziele und Themen im Projekt "Aufbruch Mehringplatz", Darstellung: die raumplaner SEITE 13 KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA WOHNUMFELD 3.1 Wohnumfeld 3.1.1 Situation der Mieter*innen in privaten Wohnungsbeständen verbessern Wie wird die Situation aktuell beschrieben? › › In den privaten Wohnungsbeständen (Wilhelmstr. 2-6, Friedrichstr. 245-246, Mehringplatz 12-14, Parkpalette) bestehen bauliche und hygienische Mängel. Im Bereich Wilhelmstr. 2-6 gibt es Ratten, die Keller sind nass und schimmeln. In den Hauseingängen werden Drogen konsumiert. Die Schließ- und Klingelanlagen sind kaputt. Der Eigentümer SEF Select Evolution 1 Ltd. & Co KG und die Hausverwaltung BauGrund Immobilienmanagement GmbH verweigern den Austausch mit den Mieter*innen. Gewerbemieter*innen wie das ImpactHub können nur mit dem Rechtsanwalt des Eigentümers sprechen. Anwohnende berichten von Einschüchterungstaktiken wie Kündigungsdrohungen und Zweckentfremdungen von Wohnungen. Bei Neuvermietungen in den Häusern Wilhelmstr. 2-6 liegen die Mieten deutlich über dem Mietspiegel. Nennung auf 1. Nachbarschaftsversammlung, AGTreffen, 1. Fachtag Welche Ideen wurden eingebracht, um die Situation zu verbessern? › › › Aus Sicht der Anwohnenden muss Druck aufgebaut werden, um den Eigentümer dazu zu bringen, die Mängel zu beheben. Die Rückführung der privaten Wohnungsbestände in öffentliches Wohneigentum (Rekommunalisierung) sollte geprüft werden. Die Parkpalette sollte häufiger auf Sicherheit und Sauberkeit untersucht werden und ein Abriss der Parkpalette geprüft werden. SEITE 14 Ideen aus AG-Treffen KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA WOHNUMFELD Was wird bereits unternommen, um die Situation zu verbessern? › › › › › Die Anwohner*inneninitiative „Mehringplatz West – Es reicht!“ hat sich im September 2019 gegründet, um die Mängel in den Wohnhäusern öffentlich zu machen. Die Bauhütte und weitere Akteur*innen im Gebiet unterstützen die Initiative im Auftrag des Bezirksamts. Es gab bereits mehrere Zeitungsartikel und eine Demonstration. Das Gesundheitsamt (Hygieneaufsicht) ist tätig, um das Rattenproblem und den Schimmel in den Kellern zu beheben. Rattenbekämpfungsmaßnahmen erfolgen in den Kellerbereichen und Außenanlagen der Wilhelmstr. 2-6 kontinuierlich. Im November 2020 teilte das städtische Wohnungsunternehmen Howoge mit, dass es die Wohnhäuser Mehringplatz 12-14, Friedrichstr. 246 und Wilhelmstr. 2-6 gekauft hat. Damit ist ein wichtiges Ziel der Anwohner*inneninitiative erreicht. Informationen zur Initiative „Mehringplatz West – Es reicht!“: https://mehringplatzwest.wordpress.com/ Neuvermietete Wohnungen, die nach der Einführung der Mietpreisbremse mehr als 10 % über dem Mietspiegel liegen, können zu Dokumentationszwecken an asum (Mieter*innenberatung) gemeldet werden. Ein Verdacht auf Zweckentfremdungen kann online gemeldet werden. Meldung von Mietpreisen, die über dem Mietspiegel liegen an: https://www.asum-berlin.de/ Was wurde im Projekt „Aufbruch Mehringplatz“ unternommen, um die Situation zu verbessern? › 3.1.2 Informationen zum Thema Drogenkonsum in den Hauseingängen finden Sie im Kapitel 3.1.3. Pressemitteilung der Howoge: https://www.howoge.de/u nternehmen/presse/pressemitteilungen/detail/howoge-erwirbt-372wohnungen-am-mehringplatz-in-berlin-kreuzberg.html Verdacht auf Zweckentfremdung: https://ssl.stadtentwicklung.berlin.de/wohnen/zweckentfremdung_wohnraum/formular/adresswahl.shtml Situation der Mieter*innen in öffentlichen Wohnungsbeständen verbessern Wie wird die Situation aktuell beschrieben? › › › › › Die Hausregeln, was Sauberkeit und Lärm betrifft, werden nach Einschätzung einiger Anwohner*innen nicht genügend eingehalten. Die Wohnungen sind häufig überbelegt. Der Hauswart-Sicherheitsdienst in den Häusern der Gewobag ist Mitte 2019 ausgelaufen. Die Kommunikation mit der Gewobag wird von einigen Anwohner*innen als schwierig beschrieben. Die soziale Segregation im Gebiet verstärkt sich. Das kann auch daran liegen, wie die Wohnungen vergeben werden. SEITE 15 Nennung auf 1. Nachbarschaftsversammlung, AGTreffen KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA WOHNUMFELD Abbildung 6: Wohnhäuser der Gewobag, Foto: die raumplaner Welche Ideen wurden eingebracht, um die Situation zu verbessern? › › Die Bewohner*innen sollen auf die Einhaltung der Hausregeln hingewiesen werden bzw. soll die Einhaltung durch den Vermieter sichergestellt und der Sicherheitsdienst wieder eingeführt werden. Der Hinweis auf die Hausregeln kann in mehreren Sprachen und mit Piktogrammen auf jeder Etage ausgehängt werden. Um die Kommunikation zwischen der Gewobag und den Mieter*innen zu verbessern, wird eine feste Ansprechperson und das zeitnahe Beantworten von Anliegen sowie eine regelmäßige Mieter*innensprechstunde vorgeschlagen. Ideen aus 1. Nachbarschaftsversammlung, AGTreffen Was wird bereits unternommen, um die Situation zu verbessern? › › › Der Mieter*innenbeirat der Gewobag hat jeden zweiten Donnerstag im Monat eine öffentliche Sprechstunde in der Kiezstube (18.0019.30 Uhr). Verstöße gegen die Hausregeln können an die Gewobag gemeldet werden. Es fand eine Umfrage zum Bedarf eines Sicherheitsdienstes in den Häusern der Gewobag statt, die wegen des geringen Rücklaufs die Interpretation nahelegt, dass von der Mehrzahl der Bewohner*innen kein Sicherheitsdienst gewünscht wird. Eine weitere Umfrage wird daher nicht durchgeführt. SEITE 16 Informationen zum Mieter*innenbeirat Mehringplatz: https://www.gewobag.de/mieterbeiraete/mieterbeirat-mehringplatz/ KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA WOHNUMFELD Was wurde im Projekt „Aufbruch Mehringplatz“ unternommen, um die Situation zu verbessern? › › 3.1.3 Die Gewobag als städtisches Wohnungsunternehmen hat den Auftrag, 60% ihres Wohnungsbestands an Personen mit Wohnberechtigungsschein (WBS) zu vergeben. Mit einem WBS können Personen, die eine festgelegte Einkommensgrenze nicht überschreiten, in eine Wohnung ziehen, die mit öffentlichen Mitteln gefördert ist. Die Gewobag hat mit dem Wohnungsamt in einem Treffen erörtert, wie ein Tausch von WBS-Wohnungen und nicht WBS-gebundenen Wohnungen im Gewobag-Bestand vereinfacht werden kann. Ansätze zur nachbarschaftlichen Unterstützung und Selbsthilfe sowie Strategien zur Stärkung des Zusammenhalts in der Nachbarschaft werden im Bezirksamt aktuell intern fachlich abgestimmt (siehe Kapitel 3.2.9). Antwort auf Fachtag Sicherheit erhöhen Drogenkriminalität und Drogenkonsum Wie wird die Situation aktuell beschrieben? › › Im Gebiet um den Mehringplatz findet Drogenhandel statt, Drogen werden z.B. in Gebüschen versteckt. Anwohnende berichten von Drogenkonsum und Spritzenfunden in den Hauseingängen und anderen Orten. Das führt dazu, dass das Sicherheitsgefühl der Anwohner*innen sinkt. Nennung auf 1. Nachbarschaftsversammlung, AGTreffen Welche Ideen wurden eingebracht, um die Situation zu verbessern? › › Es kann eine Begehung mit Mitarbeiter*innen des Projekts NUDRA stattfinden, um die Situation zum Drogenkonsum in den Hauseingängen zu beleuchten (Erklärung zum Projekt NUDRA siehe Punkt „Was wird bereits unternommen, um die Situation zu verbessern?“ in diesem Kapitel). Ausbildungsprojekte für Jugendliche und junge Erwachsene sowie andere Möglichkeiten zum Geldverdienen können ein Ansatz sein, Drogenhandel vorzubeugen. SEITE 17 Ideen aus 1. Nachbarschaftsversammlung, AGTreffen KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA WOHNUMFELD › › Um den Drogenhandel zu verhindern, soll mehr Polizei vor Ort sein (z.B. auch nach Unterrichtsschluss an den Schulen). Dies kann auch helfen, Überfälle und Vandalismus zu verringern. Die mobile Wache sollte gestärkt werden, um das subjektive Sicherheitsgefühl zu stärken. o Antwort der Polizei auf AG-Treffen: Es finden Einsätze von Polizist*innen in Uniform und in Zivilkleidung statt, um Drogenhandel zu verhindern. Eine Stärkung der mobilen Wache ist denkbar, im weiteren Projektverlauf können weitere Verabredungen vereinbart werden. Die Schulen haben der Polizei bisher nicht gemeldet, dass Probleme mit Drogenhandel bestehen, deswegen ist der Polizeieinsatz vor Schulen nicht denkbar. Der für den Mehringplatz zuständige Polizeiabschnitt 53 ist unter 030 4664553700 zu erreichen. Bestimmte Orte wie der abgesperrte Bolzplatz in der Wilhelmstr. 26 (siehe Abbildung 7) und die abgesperrte Parkpalette in der FranzKlühs-Str. (siehe Abbildung 8) begünstigen den Handel mit Drogen. Die Absperrung der Parkpalette ist nur auf einer Seite ausreichend. Abends ist der Bereich sehr dunkel. Der Eigentümer des Wohnungsbestands Wilhelmstr. 2-6 sollte verpflichtet werden, den Bolzplatz wieder nutzbar zu machen und die Beleuchtung in dem Bereich zu reparieren. o Das Bezirksamt hat mehrmals erfolglos versucht, zum privaten Eigentümer der Wohnhäuser in der Wilhelmstr. 2-6 und der Parkpalette Kontakt aufzunehmen. Es erfolgte bisher keine Reaktion. Rechtlich kann das Bezirksamt auf den privaten Flächen keine baulichen Maßnahme durchführen. Die Anwohner*inneninitiative „Mehringplatz West – Es reicht!“ macht auf die Probleme in den Wohnhäusern aufmerksam. SEITE 18 Antwort aus AG-Treffen Antwort aus AG-Treffen Informationen zur Initiative „Mehringplatz West – Es reicht!“: https://mehringplatzwest.wordpress.com/ KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA WOHNUMFELD Abbildung 7: Abgesperrter Bolzplatz (Wilhelmstraße 2-6), Foto: die raumplaner Abbildung 8: Parkpalette, Foto: die raumplaner Was wird bereits unternommen, um die Situation zu verbessern? › Das Projekt NUDRA (Netzwerk zum Umgang mit Drogen und Alkoholkonsum im öffentlichen Raum) vom Träger Fixpunkt gGmbH sammelt Informationen zu Nutzungskonflikten im Zusammenhang mit Drogen- und Alkoholkonsum und seinen Begleiterscheinungen in vier Berliner Bezirken. Das Gebiet um den Mehringplatz wird in diesem Projekt betrachtet. Das bedeutet, dass um den Mehringplatz regelmäßig Sozialarbeiter*innen aus dem Projekt vor Ort sind und Kontakt zu den unterschiedlichen Gruppen (Konsumierende, Anwohnende) aufnehmen. Sichtungsgänge finden nach Absprache SEITE 19 Informationen zum Projekt NUDRA: http://www.fixpunkt-berlin.de/index.php?id=nudra KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA WOHNUMFELD › mit dem QM bzw. in Kooperation mit weiteren Vor-Ort-Akteur*innen statt, bei Bedarf bietet NUDRA eine Konfliktmoderation an. Im weiteren Projektverlauf sollen erarbeitete Handlungsempfehlungen umgesetzt werden. NUDRA steht Anwohnenden und Gewerbetreibenden zum Thema Drogenkonsum an öffentlichen Orten und in Wohnhäusern als Ansprechpartner zur Verfügung. NUDRA arbeitet nicht mit Drogenhändler*innen zusammen. In Kooperation mit dem Projekt „DruSec“ fanden Workshops statt, bei denen Drogenkonsumierende gefragt wurden, was aus ihrer Sicht eine ideale Stadt ist. Dazu wurden Karten erstellt. Mitarbeiter*innen aus dem Projekt NUDRA haben sich in den verschiedenen Arbeitsgruppen im Projekt „Aufbruch Mehringplatz“ (Wohnen, Jugend, Öffentlicher Raum) sowie bei den Fachtagen eingebracht. Informationen zum Projekt DruSec: https://drusec.hypotheses.org/1379 Was wurde im Projekt „Aufbruch Mehringplatz“ unternommen, um die Situation zu verbessern? › › › Anwohnende haben mit Mitarbeitenden des Projekts NUDRA eine Begehung im Dezember 2019 zum Thema Drogenkonsum in den Hauseingängen (Wilhelmstr. 2-6, Brandesstr. 1, Lindenstr. 15, Friedrichstr. 4) durchgeführt. In den privaten Wohnungsbeständen schließen die Türen nicht richtig, sodass dort Spritzen und Nadeln zu finden waren. Die Hausflure und Treppenhäuser werden mutmaßlich von obdachlosen Menschen, die teilweise Drogen konsumieren, auch zum Übernachten genutzt. In den Häusern der Gewobag ist dies anders. Spritzen und Nadeln wurden hier nicht gefunden. Der Hauswart berichtete, dass Jugendliche die Fluchttreppenhäuser nutzen, um Zeit mit Freund*innen zu verbringen und Cannabis zu rauchen. Dazu gab es bei der Besichtigung Hinweise, da Reste von Joints gefunden wurden. Des Weiteren sollen Schulungen für Anwohner*innen zum Umgang mit Drogenkonsum und drogenkonsumierenden Menschen in Hauseingängen und im Wohnumfeld stattfinden. Diese können erst stattfinden, wenn Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelockert werden. Verstärkte Einsätze der mobilen Wache sind während der Projektlaufzeit erfolgt. Anwohner*innenbegehung mit Mitarbeiter*innen des Projekts NUDRA im Dezember 2019 Schulungen geplant zum Umgang mit Drogenkonsumierenden Überfälle/Vandalismus Wie wird die Situation aktuell beschrieben? › Überfälle und Beschädigung durch Vandalismus passieren häufig rund um den Mehringplatz. SEITE 20 Nennung auf 1. Nachbarschaftsversammlung, KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA WOHNUMFELD Welche Ideen wurden eingebracht, um die Situation zu verbessern? › › › Um Überfälle und Vandalismus zu verringern, soll mehr Polizei vor Ort sein (insbesondere nachmittags, abends) und mit Einrichtungen im Gebiet zusammenarbeiten. Dies kann auch helfen, Drogenhandel zu verhindern. Die mobile Wache sollte gestärkt werden bzw. dauerhaft vor Ort sein, um das subjektive Sicherheitsgefühl zu stärken. Ein privater Sicherheitsdienst z.B. in den Häusern der Gewobag könnte eingesetzt werden. o Hinweis der Polizei auf der 1. Nachbarschaftsversammlung: Private Sicherheitsdienste sind nicht berechtigt, bei Überfällen und Vandalismus einzuschreiten. Kameras zur Überwachung in der Fußgängerzone könnten angebracht werden, um Überfälle und Vandalismus zu reduzieren. o Hinweis der Polizei auf der 1. Nachbarschaftsversammlung: Überwachungskameras sind politisch nicht gewollt. Ideen aus 1. Nachbarschaftsversammlung, AGTreffen Antwort auf 1. Nachbarschaftsversammlung Antwort auf 1. Nachbarschaftsversammlung Was wird bereits unternommen, um die Situation zu verbessern? › Bei beobachteten Überfällen sollte die Polizei (110) gerufen werden. Der für den Mehringplatz zuständige Polizeiabschnitt 53 ist unter 030 4664553700 zu erreichen. Was wurde im Projekt „Aufbruch Mehringplatz“ unternommen, um die Situation zu verbessern? › 3.1.4 Verstärkte Einsätze der mobilen Wache sind während der Projektlaufzeit erfolgt. Beleuchtung verbessern Wie wird die Situation aktuell beschrieben? › Es gibt Angst- und Dunkelecken im Gebiet. Die Beleuchtungssituation ist teilweise nicht ausreichend. Es gibt wenige Laternen in der Fußgängerzone in der Friedrichstraße. An einigen Orten im Kiez ist es sehr dunkel (z.B. Außenring Mehringplatz, Franz-Klühs-Str., Gitschiner Ufer, E.T.A.-Hoffmann-Promenade, IntiHaus), an anderen sehr hell. SEITE 21 Nennung auf 1. Nachbarschaftsversammlung, AGTreffen KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA WOHNUMFELD Welche Ideen wurden eingebracht, um die Situation zu verbessern? › › › › Straßenbeleuchtung, die nicht mehr funktioniert, kann an Stromnetz Berlin gemeldet werden, das Unternehmen ist für die öffentliche Beleuchtung zuständig. Hauseigentümer*innen und Gewerbetreibende können angesprochen werden, um zusätzliche Beleuchtung anzubringen. Die Beleuchtungssituation sollte erfasst werden, z.B. in Form eines Rundgangs mit Lichtplaner*innen und Anwohner*innen. Es könnte ein Lichtkonzept erstellt werden. o Antwort des Straßen- und Grünflächenamts aus dem Fachtag: Ein Konzept sollte erst erstellt werden, wenn deutlich ist, was damit erreicht werden soll bzw. welche politische Haltung das Bezirksamt in Bezug auf die Lichtsituation im Quartier hat. Das Lichtempfinden zum Kiez wird verschieden beschrieben: Es wird sowohl von zu hellen (im Sinne von Lichtemissionen) als auch zu dunklen Orten berichtet. Ideen aus AG-Treffen Meldung von defekten Laternen an Stromnetz Berlin: https://www.stromnetz.berlin/technik-und-innovationen/storungsmanagement/storungsmanagement-beleuchtung Antwort aus 1. Fachtag Was wird bereits unternommen, um die Situation zu verbessern? › Der Mehringplatz und die Flächen am Gitschiner Ufer werden aktuell neugestaltet, finanziert vom Sanierungsprogramm Stadtumbau. Hierbei wird auch die Beleuchtung nach den jeweiligen Vorschriften erneuert. Antwort auf AG-Treffen Was wurde im Projekt „Aufbruch Mehringplatz“ unternommen, um die Situation zu verbessern? › › › Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg (Abteilung Sozialraumorientierte Planungskoordination, SPK) organisierte im November 2019 einen Rundgang mit Anwohner*innen, der Polizei und einer Mitarbeiterin des Projekts NUDRA (Erklärung zum Projekt siehe Kapitel 3.1.3). Ziel war es, die Beleuchtungssituation zu erfassen. Im Ergebnis entstand eine Karte (siehe Abbildung 9). Defekte Leuchten wurden mit einem Schreiben vom Bezirksamt und der Polizei an Stromnetz Berlin gemeldet und daraufhin repariert. Beim Beleuchtungsrundgang wurde festgestellt, dass die Beleuchtungssituation am IntiHaus verbessert werden kann. Dies wurde daraufhin beim 1. Fachtag verabredet. Das Straßen- und Grünflächenamt hat einen Rückschnitt der Bäume, die Laternen verdecken, auf dem Fachtag zugesagt. Diskussion aus dem gemeinsamen AG Treffen im Dezember: Seit dem Beleuchtungsrundgang sind auf den Flächen privater Eigentümer weitere Leuchten ausgefallen, weitere Gewerbebetriebe haben SEITE 22 Beleuchtungsrundgang im November 2019 Verabredungen aus 1. Fachtag KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA WOHNUMFELD den Mehringplatz verlassen, es wird ebenfalls von (mutwilliger) Zerstörung einiger Leuchten berichtet, daher ist die Beleuchtungssituation am Mehringplatz nicht merklich besser geworden. Quelle: Geoportal Berlin/ALKIS, Dateilnetz Berlin, Soziale Stadt (Quartiersmanagement), Öffentliche Beleuchtung: © OpenStreetMap-Mitwirkende ‘‘ODbL 1.0“ Aufbereitung: SPK, 21.11.2019 Abbildung 9: Beleuchtungssituation am Mehringplatz, Ergebnis des Beleuchtungsrundgangs, Kartengrundlage: Geoportal Berlin, Open Street Map, Bearbeitung: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin 3.1.5 Sauberkeit verbessern Müll und Sperrmüll Wie wird die Situation aktuell beschrieben? › In der Gegend um den Mehringplatz wird häufig Müll liegen gelassen, z.B. in den Bereichen Lindenstr. 107-110, Wilhelmstr. 2-6 und vor Edeka in der Franz-Klühs-Str. Auch auf Grünflächen wie dem Theodor-Wolff-Park und auf Spielplätzen wird Müll liegen gelassen. Baustellen im Gebiet verstärken das Problem. SEITE 23 Nennung auf 1. Nachbarschaftsversammlung, AGTreffen KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA WOHNUMFELD › › Die Müllräume der Wohngebäude (insbesondere in den Häusern der Gewobag am Mehringplatz) sind zu klein, z.T. durch ungünstig abgestellten Müll unwegsam und abgeschlossen. Das führt dazu, dass Müll davor stehengelassen wird. Im Gebiet ist öfter Sperrmüll zu finden (siehe Abbildung 10). Einige Anwohner*innen berichten auch von Sperrmüllbränden. Abbildung 10: Sperrmüll in den Wohngebieten, Foto: die raumplaner Welche Ideen wurden eingebracht, um die Situation zu verbessern? › › › In den Wohnhäusern Lindenstr. 107-110 sollte die Reinigungsfirma, die von der Gewobag beauftragt ist, öfter reinigen. Um die Mülltonnen der Wohnhäuser Wilhelmstr. 2-6 sollte ein Zaun gestellt werden, damit zusätzlicher Müll nicht davor abgestellt wird. Abgeschlossene Mülltonnen könnten allerdings erst recht dazu führen, dass mehr Müll davor liegen bleibt. Für die Wohnhäuser der Gewobag müsste eine andere bauliche Lösung gefunden werden, z.B. sollten die Müllräume vergrößert werden. Die Berliner Stadtreinigung (BSR) bietet Sperrmüllaktionstage an. Bei diesem wird der Sperrmüll aus einem Wohngebiet abgeholt (Kosten 1.300 €, bei Übermengen 650 € zusätzlich). Ein Sperrmüllaktionstag kann dafür genutzt werden, Jugendlichen im Kiez eine Möglichkeit zum Geldverdienen zu geben, z.B. indem sie beim Transport alter Geräte und Möbel helfen. Der Tag kann auch dafür genutzt werden, um auf das Thema Sperrmüll aufmerksam zu machen, z.B. mit einem Informationsstand der BSR oder einer größeren Putzaktion. Auch eine Kooperation mit umliegenden Schulen und „Fridays for Future“-Gruppen und dem Repaircafé sind sinnvoll. SEITE 24 Ideen aus 1. Nachbarschaftsversammlung, AGTreffen KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA WOHNUMFELD › › Der Infostand kann zudem auf Ausbildungsmöglichkeiten der BSR aufmerksam machen. Anwohner*innen sollen auf Vermüllung und Sperrmüll im öffentlichen Raum aufmerksam gemacht werden, z.B. in Form von Schildern im Kiez. Diese könnten kunstvoll gestaltet werden und gemeinsam von Jugendlichen und (Graffiti-)Künstler*innen oder Student*innen der Kunsthochschule Weißensee erstellt werden. Text sollte vermieden werden und stattdessen mit Bildern gearbeitet werden. Es könnte auch ein Projekt mit den Stadtteilmüttern ins Leben gerufen werden. Projekte, die zum Thema Müll arbeiten, z.B. „Sauberkeit im Kiez“ vom QM, sollten langfristig finanziert werden. Weitere Ideen: o Aktionstag mit Anwohner*innen und benachbarten Schulen zum gemeinsamen Saubermachen o Tauschbörse für Sperrmüll, App für die Nachbarschaft zum Tauschen von Dingen, die nicht mehr gebraucht werden o Regelmäßige Sperrmülltage/-wochen o Spielplätze von Müllcontainern und Hecken trennen, dort gibt es häufig Ratten o Weitere Mülleimer und Müllcontainer aufstellen, z.B. im Bereich Wilhelmstr. 2-6 o Gespräche mit Edeka führen Was wird bereits unternommen, um die Situation zu verbessern? › › › › Bei der Sanierung des Mehringplatzes werden Abfalleimer mitgeplant. Sperrmüll, der im Umfeld der Wohnhäuser der Gewobag liegt, wird mit einem Aufkleber versehen und von einem beauftragten Unternehmen entfernt. Die Kosten werden allerdings auf die Betriebskosten der Mieter*innen übertragen. Das Quartiersmanagement (QM) führte Projekte durch z.B. „Mehr Sauberkeit im Kiez“, um die Anwohnenden auf das Problem der Müllentsorgung und den Sperrmüll aufmerksam zu machen. Abgeladener (Sperr-)Müll kann per Ordnungsamt Online bzw. die dazugehörige App gemeldet werden. Er wird an die BSR zur Beseitigung weitergeleitet. Außerdem werden vom Ordnungsamt sog. „Waste Watcher“ eingesetzt, die draußen unterwegs sind und überprüfen, ob Essensreste, Brötchentüten, Kaffeebecher, Kronkorken, Kaugummis, Zigaretten und Hundekot richtig entsorgt werden. Wenn das nicht der Fall ist, können Bußgelder ab 20 € ausgesprochen werden. Für Friedrichshain-Kreuzberg sind 11 Stellen eingeplant. Aufgrund der schwerpunktmäßigen Ahndung von Verstößen gegen die Corona-Eindämmungs- bzw. Infektionsschutzverordnung sind die „Waste Watcher“ derzeit nicht im Einsatz. Die Arbeit soll zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden. SEITE 25 Informationen zum Projekt „Mehr Sauberkeit im Kiez“ vom QM: http://www.qmmehringplatz.de/index.php?id=120 Ordnungsamt-Online: https://ordnungsamt.berlin.de/frontend/dynamic/# Projekt Waste Watchers: https://www.berlin.de/bafriedrichshain-kreuzberg/politik-und-verwaltung/aemter/ordnungsamt/artikel.788120.php KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA WOHNUMFELD › › Friedrichshain Kreuzberg hat das Ziel, ein Zero Waste Bezirk zu werden und hat dazu Anfang des Jahres 2020 eine Strategie entwickelt. Der Berliner Senat arbeitet an der „Gesamtstrategie Saubere Stadt“, welches sich mit verschiedenen Themen zur Müllbeseitigung und -vermeidung befasst. Es sind auch Sperrmülltage in den Berliner Bezirken vorgesehen. Was wurde im Projekt „Aufbruch Mehringplatz“ unternommen, um die Situation zu verbessern? › › › › 3.1.6 Die BSR weist darauf hin, dass mehr Abfalleimer z.B. in der Fußgängerzone in der Friedrichstr. angebracht werden können. Dazu sollen Vorschläge zu den Standorten von weiteren Mülleimern an die BSR geschickt werden, diese werden dann überprüft. Die Reinigung der Wohnhäuser in der Lindenstr. wurde von 1x wöchentlich auf 3x wöchentlich erhöht. Über Mittel der „Gesamtstrategie Saubere Stadt“ hat am 14.11.2020 ein Sperrmülltag stattgefunden. Das Bezirksamt, die Gewobag und das QM haben sich darüber verständigt, die Aufkleber-Aktion „Ich mache unsere Miete teuer“ wiederzubeleben. Die Aufkleber, die es bereits in der Vergangenheit gab, sollen auf illegal abgeladenen Sperrmüll geklebt werden. Ziel ist es, die Menschen für das Müllproblem zu sensibilisieren und das Verantwortungsgefühl der Anwohnenden zu stärken, um das Abstellen von Sperrgut in und vor den Wohnhäusern zu reduzieren. Pressemitteilung zur Zero Waste Strategie: https://www.berlin.de/bafriedrichshain-kreuzberg/aktuelles/pressemitteilungen/2020/pressemitteilung.881594.php Pressemitteilung zur Gesamtstrategie Saubere Stadt des Senats: https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2020/pressemitteilung.908097.php Antwort aus AG-Treffen Antwort auf Fachtag Sperrmüllaktionstag am 14.11.2020 Grünflächen und Plätze gestalten Wie wird die Situation aktuell beschrieben? › › › Die Grünflächen, Bepflanzungen und (Spiel-)Plätze im Kiez sollten besser gepflegt und gestaltet werden (z.B. die Jungbäume entlang der E.T.A.-Hoffmann-Promenade). Es sind Nutzungskonflikte im Theodor-Wolff-Park zu beobachten. Für den Gedenkbaum für die Bewohner*innen rund um den Mehringplatz, die sich für den Kiez engagiert haben, ist immer noch keine gute Lösung gefunden. Das angedachte Schild und eine Bank wurden vom Grünflächenamt abgelehnt. Ohne Schild ist der Baum nicht als Gedenkbaum erkennbar. Die aktiven Bürger*innen sollen angemessen gewürdigt werden. SEITE 26 Nennung auf 1. Nachbarschaftsversammlung, AG Treffen KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA WOHNUMFELD Welche Ideen wurden eingebracht, um die Situation zu verbessern? › › Es soll eine andere Lösung für die Beschilderung des Gedenkbaums gefunden werden. Am Gitschiner Ufer können die Bänke vom Wegesrand auf die Wiese gestellt werden, damit die Wege frei sind. Was wird bereits unternommen, um die Situation zu verbessern? › › › › Die Hecken in den Wohngebieten der Gewobag werden zurückgeschnitten. Im Sanierungsgebiet Südliche Friedrichstadt werden Grün- und Freiflächen umgestaltet (aktuell: Mehringplatz, Gitschiner Ufer, abgeschlossen: Besselpark, Theodor-Wolff-Park, Schulgarten GalileiGrundschule, Charlottenstr. 38). Dazu gehört die Erneuerung von Bänken und der Beleuchtung (siehe Abbildung 11). Auf der Website des Sanierungsgebiets wird regelmäßig über die Baufortschritte berichtet. Der Theodor-Wolff-Park ist ein Pilotprojekt im „Handbuch Gute Pflege“. Inhalt des Handbuchs sind Empfehlungen für die Pflege, welche die Themen Erholung, Naturschutz und Denkmalpflege berücksichtigen. Außerdem werden Parkläufer*innen im Park eingesetzt. Sie sollen freundlich auf Regelverstöße hinweisen, Beschädigungen entdecken und Vandalismus vorbeugen. Für den Mehringplatz ist ein Platzgärtner tätig, der die Pflanzen gießt und pflegt. Er ist auch Ansprechpartner für Nachbar*innen im Kiez. Abbildung 11: Neue Bänke, Foto: die raumplaner SEITE 27 Informationen zu Baufortschritten im Sanierungsgebiet: http://www.sanierung-suedliche-friedrichstadt.de/ Informationen zum „Handbuch Gute Pflege“: https://www.berlin.de/senuvk/umwelt/stadtgruen/pflege_unterhaltung/de/hgp/pilotprojekte/theodor-wolffpark.shtml KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA WOHNUMFELD Was wurde im Projekt „Aufbruch Mehringplatz“ unternommen, um die Situation zu verbessern? › 3.1.7 Die Gestaltung von Grünflächen und Plätzen im Gebiet ist ein Arbeitsschwerpunkt im Förderprogramm Stadtumbau und wurde daher nicht im Projekt „Aufbruch Mehringplatz“ behandelt. Verkehrs- und Parksituation verbessern Wie wird die Situation aktuell beschrieben? › › › › › Im Gebiet um den Mehringplatz wird vermehrt illegal geparkt (z.B. E.T.A.-Hoffmann-Promenade, Feuerwehreinfahrt Brandesstr.). Es gibt zu wenige Parkplätze für Anwohnende. E-Roller stehen im Weg herum. Die Verkehrsberuhigung im Gebiet sollte ausgeweitet werden. Der Verkehr verursacht Staub und Lärm. Nennung auf 1. Nachbarschaftsversammlung, AG Treffen Welche Ideen wurden eingebracht, um die Situation zu verbessern? › › › › Die Ärztekammer (Friedrichstr. 16) kann angefragt werden, um Parkplätze für Anwohnende zur Verfügung zu stellen. Die Tempo-30-Zone in der Lindenstr. sollte die ganze Zeit gelten, nicht nur für eine bestimmte Tageszeit. Wenn in der Franz-Klühs-Str. der Verkehr wieder in beide Richtungen verläuft, kann das den Verkehr beruhigen. Stehende Busse am Jüdischen Museum sollten die Motoren ausschalten. Ideen aus 1. Nachbarschaftsversammlung, AG Treffen Was wird bereits unternommen, um die Situation zu verbessern? › Ab 2021 werden die Gebiete, in denen man gebührenpflichtig parken muss, in Kreuzberg ausgeweitet (Parkraumbewirtschaftung). Das gebührenpflichtige Parken ist auch für den Mehringplatz vorgesehen. Antwort aus 1. Fachtag Was wurde im Projekt „Aufbruch Mehringplatz“ unternommen, um die Situation zu verbessern? › Das Bezirksamt hat ein Schreiben an die Ärztekammer verfasst mit der Frage, ob Anwohner*innenparken auf dem Parkplatz der Ärztekammer möglich wäre. Die Ärztekammer lehnte dies ab. Anwohner*innen können in Eigeninitiative weitere Möglichkeiten anfragen. Ideen, die von Teilnehmenden in den AG-Treffen eingebracht wurden, waren: AOK und IG Metall. SEITE 28 Antwort aus 1. Fachtag KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA WOHNUMFELD › › Der Allgemeine Ordnungsdienst des Ordnungsamtes wurde über das Falschparken in der Brandesstraße (Feuerwehreinfahrt) informiert. Derzeit wird die Unterstützung durch Parkraumüberwachungskräfte organisiert, die (auch) außerhalb der Parkraumbewirtschaftungszonen zur Verkehrsüberwachung geschult werden sollen. Eventuell ergeben sich ab Anfang 2021 Kapazitäten, um die Situation in der Brandesstraße mit in den Blick zu nehmen. Bis dahin existiert die Möglichkeit, bei akuter Verkehrsbehinderung (auch bei zugestellten Zufahrten etc.) die Polizei anzurufen. Sie wird entweder selbst die Behinderung beseitigen oder aber in Kontakt mit dem Ordnungsamt eine Beseitigung der Behinderung durch das Ordnungsamt veranlassen. Betr. Einführung Parkraumbewirtschaftung: Es liegt ein Gutachten mit dem Tenor vor, dass sich aus verkehrlichen Gründen die Einführung der Parkraumbewirtschaftung auch im Bereich südliche Friedrichstadt anbietet. Eine AG aus Ordnungsamt, Straßen- und Grünflächenamt und weiteren Stellen kümmert sich um die weitere Planung. Derzeit ist vorgesehen, vor einer Erweiterung in Friedrichshain die Erweiterung in Kreuzberg vorzunehmen, und zwar auch beginnend im Westen (d.h. in der südlichen Friedrichstadt); gleichwohl kann sich die tatsächliche Einführung noch hinziehen. Leider kann insoweit daher noch kein konkretes Datum genannt werden. SEITE 29 KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA MITEINANDER 3.2 Miteinander 3.2.1 Sport- und Freizeitangebote/Treffpunkte für Kinder und Jugendliche ausbauen Wie wird die Situation aktuell beschrieben? › › › › Im Kiez gibt es zu wenige kostenfreie Sportangebote. Des Weiteren fehlt es an Sporthallen in der Nähe des MehringNennung bei AG-Treffen platzes. Bisher werden deshalb die Schulsporthallen der Charlotte-Salomon-Grundschule in der Großbeerenstraße und des Oberstufenzentrums (OSZ) Handel I in der Wrangelstraße von Bewohner*innen mitgenutzt. Die Schulsporthallen werden von vielen Personengruppen im Kiez bespielt, z.B. von Vereinen, weshalb sie stark ausgelastet sind und es oftmals nicht genug Übungsleiter*innen gibt. Im Kiez gibt es zu wenig Freizeitangebote für die 12- bis 13-jährigen „Lücke-Kinder“. Als „Lücke-Kinder“ bezeichnet man Kinder zwischen 9 bis 13 Jahren, die für eine Hortbetreuung zu alt, aber für Aufenthalte in Jugendeinrichtungen noch zu jung sind. Daher benötigen sie besondere altersgerechte Freizeitangebote. Im Kiez fehlt es an Treffpunkten für Jugendliche. Welche Ideen wurden eingebracht, um die Situation zu verbessern? Sportangebote › › › Bestehende kostenfreie Sportprojekte sollen ausgebaut und zusätzlich neue Sportangebote besonders an Wochenenden und Abendterminen geschaffen werden (z.B. Ball- und Kraftsportarten wie Crossfit). Kostenfreie Projekte des MitternachtsSport e.V. sollen in Kreuzberg wiedereingeführt werden. Der MitternachtsSport e.V. hat sich 2010 in Spandau gegründet und wurde zeitweise auch in Kreuzberg angeboten. Die Idee ist, Jugendlichen in den kriminalitätsbelasteten Nachtstunden und an Wochenenden ein Freizeitangebot zu schaffen. Dazu öffnen öffentliche Sporteinrichtungen in dieser Zeit, damit die Jugendlichen dort Fußball spielen können. Außerdem soll das bestehende Projekt Kreuzberg kickt! ausgebaut werden, welches Jugendlichen ab 14 Jahren am Wochenende das kostenfreie Fußballspielen in der Sporthalle der Lenau-Schule in der Nostitzstraße 60 ermöglicht. Auch mobile Sportangebote außerhalb des Kiezes sollen für Jugendliche ausgebaut werden. Nach ihrer Umgestaltung sollen sowohl der Mehringplatz als auch die nahegelegenen Freiflächen am Gitschiner Ufer und im Besselpark zeitnah mit pädagogischen und Bewegungsangeboten belebt SEITE 30 Ideen aus Nachbarschaftsversammlung, AGTreffen Mehr Informationen zum MitternachtsSport e.V. unter: https://mitternachtssport.com/ Mehr Informationen zu Kreuzbergkickt unter: facebook.com/Kreuzbergkickt/ und https://www.instagram.com/kreuzbergkickt/ KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA MITEINANDER › werden. Auf dem Mehringplatz sollen im Rahmen seiner Umgestaltung glatte Flächen geschaffen werden, auf denen Kinder und Jugendliche skaten können. Langfristig soll der brachliegende Bolzplatz in der Wilhelmstr. 2-6 wiederbelebt werden. Freizeitangebote › Als kreatives Freizeitangebot wird eine zweite Graffitiwand am Blücherplatz vorgeschlagen. Idee aus AG-Treffen Freizeitangebote speziell für „Lücke-Kinder“ › › Für die 12- bis 13-jährigen „Lücke-Kinder“ sollen Freizeitangebote in Form von täglichen Austauschmöglichkeiten sowie Ausflügen und Reisen geschaffen werden. Außerdem sollen mehr stationäre Freizeitangebote für 12- bis 13Jährige direkt im Kiez ermöglicht werden. Ein Beispiel dafür, wie ein solches Angebot aussehen könnte, ist das tiny house am Südstern. Die BürgerGenossenschaft Südstern e.V. betreibt seit April 2019 einen Kiez-Kiosk in einem tiny house, der einen nachbarschaftlicher Treffpunkt für den Kiez bildet. Idee aus 1. Nachbarschaftsversammlung Mehr Informationen zum Kiez-Kiosk unter: https://www.bg-suedstern.de/#KiKI_Termine Treffpunkte für Jugendliche › › Insgesamt soll es mehr Treffpunkte für Jugendliche geben (z.B. Bar, Café). Es besteht die Überlegung, generationenübergreifende Begegnungsorte im Kiez aufzubauen. Idee aus 1. Nachbarschaftsversammlung, AG Treffen Was wird bereits unternommen, um die Situation zu verbessern? › › › Die Freiflächen am Gitschiner Ufer werden aktuell umgestaltet. Die Umgestaltung des Besselparks ist im Oktober 2020 abgeschlossen. Im Theodor-Wolff-Park gibt es bereits ein Spielmobil, das sich bei Kindern großer Beliebtheit erfreut. Das Spielmobil des SPIELWAGEN 1035 e.V. ist ein durch den Bezirk fahrender Bus mit einem großen Angebot an Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Es kann jede Woche Dienstag von 13.30 bis 18.00 Uhr besucht werden, auch wenn der gewohnte Spielbetrieb an die Pandemiesituation angepasst werden musste. Das neugegründete Kieznetzwerk „Friedrich & Mehr“ leiht an verschiedenen Orten im Gebiet kostenlos Sportmaterialien aus. SEITE 31 Informationen zur Umgestaltung der Gitschiner Freiflächen und virtueller Parkrundgang im Besselpark unter: http://www.sanierungsuedliche-friedrichstadt.de/ Spielmobil: http://www.spielwagenberlin.de/wordpress/?page_id=2361 Ausleihe von Sportmaterialien: https://wassertor.org/projekte/bewegdeinen-kiez/ KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA MITEINANDER Was wurde im Projekt „Aufbruch Mehringplatz“ unternommen, um die Situation zu verbessern? › › 3.2.2 Das Jugendamt prüft intern eine Änderung der Öffnungszeiten für Jugendeinrichtungen, damit diese gegebenenfalls in den Abendstunden länger und auch am Wochenende geöffnet haben. Das Projekt Kreuzberg kickt! wird durch den Einsatz von Fördermitteln des Programms Soziale Stadt/ neu: Sozialer Zusammenhalt für die Jahre 2021 und 2022 verlängert und erhielt inhaltlich den deutlichen Schwerpunkt, Jugendliche aus dem Quartier Mehringplatz noch stärker einzubinden. Mehr Informationen unter: http://campusruetli.de/ Bildungs- und Förderangebote für Jugendliche ausbauen Wie wird die Situation aktuell beschrieben? › › › › Aktuell fehlt es an außerschulischen Bildungs- und FörderangeboNennung auf 1. Nachbarten. schaftsversammlung Es besteht ein höherer Bedarf an einer mobilen Kinder- und Jugendarbeit als momentan im Kiez gegeben ist. In den Schulen bedarf es mehr Lehrkräften mit einem Bezug zur Lebensrealität der Schüler*innen. Es gibt Grundschulen im Kiez, die von bestimmten Eltern für die Ausbildung ihrer Kinder gemieden werden. Die Folgen sind Abgrenzung und ein fehlendes Gefühl von Gemeinschaft unter den Kindern des Kiezes. Welche Ideen wurden eingebracht, um die Situation zu verbessern? › › › › › › Außerschulische Bildungs- und Förderangebote wie Lesepat*innen, Hausaufgabenhilfe und MSA-Vorbereitungsangebote sollen ausgebaut werden. Es soll ein Programm aufgebaut werden, in dessen Rahmen Lernpat*innen den Jugendlichen, die sie betreuen, zuhause bei den Schulaufgaben helfen. Der Vorschlag orientiert sich an der Arbeit des elhana Lernpaten e.V. im Graefekiez. Der Verein vermittelt Lernpat*innen an Kinder und Jugendliche aus strukturell benachteiligten Familien, die zweimal wöchentlich zu ihnen nach Hause kommen und mit ihnen entsprechend ihrer Bedürfnisse lernen. Nachhilfeangebote könnten künftig an das Nachbarschaftszentrum angegliedert werden. Leerstehende Räume sollen für Bildungsangebote zur Verfügung gestellt werden, z.B. in der Friedrichstr. 4. Außerdem könnte man Kooperationen zwischen Schwesterschulen innerhalb Berlins arrangieren. Für den Mehringplatz könnte ein umfassendes Bildungsangebot ähnlich dem auf dem Campus Rütli in Neukölln aufgebaut werden. SEITE 32 Idee aus 1. Nachbarschaftsversammlung, AGTreffen, 1. Fachtag Mehr Informationen unter: http://www.elhanalernpaten.de/ KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA MITEINANDER › Der Campus Rütli verfügt über eine Gemeinschaftsschule, eine Jugendfreizeiteinrichtung, eine pädagogische Werkstatt sowie einen Gesundheitsdienst. Für die Stadtteilmütter soll es eine Regelfinanzierung geben. Stadtteilmütter unterstützen andere Mütter im Kiez bei Familienangelegenheiten. Was wird bereits unternommen, um die Situation zu verbessern? › › › Zur Sprachbildung in Kindertagesstätten und Grundschulen werden bereits die Programme „Rucksack“ und „Griffbereit“ durchgeführt. Die Galilei-Grundschule hat mit Beginn des Schuljahres 2020/2021 den Schulzweig Staatliche Europaschule Berlin (SESB) in DeutschEnglisch erhalten. Der Schulzweig wird als Ganztagsbetreuung ausgestaltet. Eine Ganztagsbetreuung für die Regelklassen wird zwischen der Schule, dem Schulamt und der Schulaufsicht erörtert. Das ist ein Potenzial, Kinder von Eltern als Schüler*innen zu gewinnen, die diese Grundschule sonst eventuell gemieden hätten. Für die Stadtteilmütter wurde eine Regelfinanzierung beschlossen. Was wurde im Projekt „Aufbruch Mehringplatz“ unternommen, um die Situation zu verbessern? › › Es wurden Angebote zu Hausaufgabenhilfe und zur MSA-Vorbereitung beim Bezirksamt erfragt. o Kurse zur Vorbereitung auf den MSA und zum Nachholen des MSA werden von Bildungsträgern wie der Bildungsoase, Kirchhofschmiede und Plan MSA angeboten. Über die Volkshochschule ist dies auch möglich, Kosten können teilweise über das Programm „Bildung und Teilhabe“ finanziert werden. Das Programm „Bildung und Teilhabe“ übernimmt zudem u.a. Kosten für den Schul- und Lernbedarf. o Im Programm „Fit für die Ausbildung“ sollen Jugendliche und junge Erwachsene einen passenden Ausbildungsplatz finden. Mit Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein können hier individuelle Coachings und Bewerbungsträger durchgeführt werden. o Die Gelbe Villa bietet vielfältige Kurse aus den Bereichen Bewegung, Kunst und Kultur für Jugendliche an. o Hausaufgabenhilfe bieten Bibliotheken oder soziale Träger (z.B. Schokofabrik, TIO) an. o Weitere Angebote sind unter https://www.qualifizierungberlin.de/ verfügbar. Die Gesundheits- und Sozialberichterstattung prüft Methoden zur Unterscheidung entwicklungsbedingter und muttersprachlich bedingter Sprachentwicklungsverzögerungen. Hierzu sind Gespräche SEITE 33 Mehr Informationen zu Stadtteilmüttern unter: https://www.berlin.de/sen/jugend/familieund-kinder/familienfoerderung/stadtteilmuetter/ Mehr Informationen zu den Programmen „Rucksack“ und „Griffbereit“ unter: http://raa-berlin.de/service/angebote-und-projekte/ Pressemittelung zur Regelfinanzierung der Stadtteilmütter vom 11.06.2019: https://www.berlin.de/sen/bjf/service/presse/pressearchiv2019/pressemitteilung.818633.php Weitere Informationen Bildungsoase: https://www.bildungsoaseberlin.de/ Kirchhofschmiede: https://kirchhofschmiede.jimdo.com/kurse /msa-mittlerer-schulabschluss/ Plan MSA: https://www.quartiersmanagement-berlin.de/projekte-des-monats/planmsa/ „Bildung und Teilhabe“ unter: https://www.berlin.de/sen/bjf/bildungspaket/ „Fit für die Ausbildung“: https://www.alte-feuerwache.de/seite/lokales-berufliches-orientierungszentrum/was-tun-wir-2/beratung-f%C3%BCr-jugendliche Gelbe Villa: https://www.die-gelbevilla.de/ KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA MITEINANDER › 3.2.3 mit dem Jugendamt vorgesehen, die bisher aufgrund von Corona nicht stattfinden konnten. Ein Mitglied der AG Jugend hat sich dazu bereiterklärt, ein spielerisches Englischlern-Angebot für Jugendliche zu entwickeln, bei dem Storytelling mit dem Lernen der Sprache verbunden werden können. Kinder und Jugendliche im Rahmen von „Aufbruch Mehringplatz“ beteiligen Wie wird die Situation aktuell beschrieben? › Bei den Treffen der AG „Jugend“ ist deutlich geworden, dass neben einer Arbeitsgemeinschaft, die Themen und Maßnahmen rund um das Leben von Kindern und Jugendlichen diskutiert, auch Kinder und Jugendliche direkt beteiligt werden sollen. In solch einer Beteiligung sollen aber nicht nur die in der AG „Jugend“ besprochenen Inhalte thematisiert werden, sondern die jungen Menschen sollen zu allen Themen, die im Rahmen des Projekts „Aufbruch Mehringplatz“ besprochen werden, ihre Anregungen und Ideen äußern können. Als Bewohner*innen des Kiezes sind sie Expert*innen bei Fragestellungen rund um ihr Wohnumfeld und das nachbarschaftlich Miteinander im Kiez. Welche Ideen wurden eingebracht, um die Situation zu verbessern? › › Damit die Mitbestimmungsmöglichkeiten für Jugendliche zu Themen, die sie und ihren Kiez betreffen, verbessert werden können, soll ein Jugendfonds eingerichtet werden. Bezirkspolitiker*innen sollen mit dem Jugendrat der KMAntenne vernetzt werden. Was wird bereits unternommen, um die Situation zu verbessern? › Zwischen der Bezirksbürgermeisterin und dem Jugendrat der KMAntenne hat es ein gut besuchtes Treffen gegeben, bei dem es u.a. um Themen seitens der von Jugendlichen erlebten Polizeigewalt, der Baustelle der Kurt-Schumacher-Grundschule sowie um fehlende Aufenthaltsräume für Jugendliche, insbesondere für ältere Jugendliche, ging. SEITE 34 Ideen aus 1. Nachbarschaftsversammlung, AGTreffen KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA MITEINANDER Was wurde im Projekt „Aufbruch Mehringplatz“ unternommen, um die Situation zu verbessern? › 3.2.4 Aufgrund der Corona-Pandemie konnten die Ideen zu Beteiligungsformaten, wie „Speed-Datings“ mit den Bezirksstadträt*innen, eine Kiez-Rallye oder ein Spielplatz-Check im Rahmen des Projekts nicht umgesetzt werden. Im weiteren Verlauf sollen Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche überprüft und unter Zusammenarbeit verschiedener Akteur*innen angepasst werden. Bauarbeiten an der Kurt-Schumacher-Grundschule voranbringen Wie wird die Situation aktuell beschrieben? › Die Kurt-Schumacher-Grundschule wird seit Dezember 2012 saniert, um den geltenden Brandschutz-Standards zu entsprechen. Die Baufertigstellung hat sich mehrmals verzögert. Die Bauarbeiten sollten zuletzt im Sommer 2020 beendet werden, aber sind nun für 2024 geplant. Welche Ideen wurden eingebracht, um die Situation zu verbessern? › Bis zum Abschluss der Bauarbeiten an der Kurt-SchumacherGrundschule soll die Anzahl an Bauarbeiter*innen erhöht werden. Es soll eine Bauleitung, die kontinuierlich vor Ort ist und den Baufortschritt kontrolliert, eingesetzt werden. Ideen aus 1. Nachbarschaftsversammlung Was wird bereits unternommen, um die Situation zu verbessern? › › › Durch das Hochbauamt erfolgen inzwischen regelmäßige Kontrollen des Baufortschritts. Die Schule, das Schul-, das Hochbau- und das Stadtentwicklungsamt stehen im intensiven Kommunikationsaustausch miteinander. Das Schulamt ist der Bedarfsträger, d.h. die sich für die Bauarbeiten verantwortlich zeichnende öffentliche Stelle. Die Gebietsvertretung des Sanierungsgebiets „Südliche Friedrichstadt“, wird in Kürze in die Problematik einbezogen. Die Gebietsvertretung des Sanierungsgebiets setzt sich aus gesetzten Vertreter*innen, dem Mieterbeirat der Gewobag und der KMA e.V., sowie gewählten Vertreter*innen (Kultureinrichtungen, Eigentümer*innen und Wohnungsmieter*innen) zusammen. Die Gebietsvertretung kann Beschlüsse zu Themen im Sanierungsgebiet fassen, die für die Verwaltung Empfehlungen darstellen. SEITE 35 Berichte zum Stand der Bauarbeiten unter: http://www.sanierung-suedliche-friedrichstadt.de/aktuelle-projekte/aktuelle-projekte/ (Stichwort Kurt-Schumacher-Grundschule, „Mehr Informationen/Downloads“ KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA MITEINANDER 3.2.5 Berufliche Perspektiven stärken, Teilhabe am Erwerbsleben ermöglichen und Eigenständigkeit fördern Wie wird die Situation aktuell beschrieben? › Im Kiez ist eine erhöhte Jugendarbeitslosigkeit zu verzeichnen und es gibt Jugendliche, die sich perspektivlos fühlen. Es bedarf daher mehr Beschäftigungsangeboten für Kinder und Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund. Nennung bei AG-Treffen Welche Ideen wurden eingebracht, um die Situation zu verbessern? › › › Es wird vorgeschlagen, ein Mentoringprogramm zu starten, in Ideen aus AG-Treffen dessen Rahmen ansässige Firmen (nicht das JobCenter) den Jugendlichen Praktika und niedrigschwellige Tätigkeiten anbieten und sie so schrittweise in das Arbeitsleben einführen. Da viele Jugendliche am Mehringplatz es nicht gewohnt seien, in Vollzeit zu arbeiten, müsse man zunächst mit einer geringen Stundenzahl beginnen – ähnlich dem sogenannten Hamburger Modell, bei dem Menschen nach längerer Arbeitsunfähigkeit stufenweise wieder in die Erwerbstätigkeit eingegliedert werden. Wie im Kapitel 3.1.5 thematisiert, können Sperrmüllaktionstage der BSR den Jugendlichen eine Möglichkeit bieten, sich durch die Mitarbeit an diesen Tagen etwas dazuzuverdienen. Es könnte Jugendlichen eine eigene Wohnung zur Verfügung gestellt werden, damit sie sich ein eigenständiges Leben aufbauen können. Was wird bereits unternommen, um die Situation zu verbessern? › › 3.2.6 In der Charlottenstr. 87 befindet sich die Jugendberufsagentur des Landes Berlin für den Standort Friedrichshain-Kreuzberg. Der Doppelhaushalt 2020/2021 stellt Mittel für 1,5 mehr Personalstellen für Berufscoaching in der OUTREACH Mobilen Jugendarbeit (GskA mbH) bereit. Jugendkriminalität und Radikalisierung von Kindern und Jugendlichen minimieren Informationen zur Jugendberufsagentur unter: https://www.berlin.de/jobcenter-friedrichshain-kreuzberg/markt-und-integration/jugendberufsagentur/ Wie wird die Situation aktuell beschrieben? › › › Einzelne Kinder und Jugendliche treten aggressiv und z.T. gewaltNennung auf 1. Nachbartätig gegenüber anderen Anwohner*innen im Kiez auf. schaftsversammlung Vereinzelt sind kriminelle Handlungen von Kindern und Jugendlichen von Anwohner*innen im Kiez festgestellt worden. Bei vereinzelten Kindern und Jugendlichen sind Tendenzen zur Radikalisierung festgestellt worden. SEITE 36 KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA MITEINANDER Welche Ideen wurden eingebracht, um die Situation zu verbessern? › › Es sollen Deeskalations- und Mediationsstrategien für Jugendliche entwickelt werden. Es sollen nachbarliche Beratungen gegen Diskriminierung angeboten und durchgeführt werden. Ideen aus 1. Nachbarschaftsversammlung Was wird bereits unternommen, um die Situation zu verbessern? › › › Vom Lehrbereich der Stadt- und Regionalsoziologie der Humboldt-Universität im Jahr 2018 wurde eine Studie zur Jugenddelinquenz (Straffälligkeit) in zwei Kreuzberger Kiezen, darunter der Mehringplatz, in Kooperation mit dem Bezirksamt FriedrichshainKreuzberg veröffentlicht. Die Studie heißt „Gewohnt ist nicht normal: Jugendalltag in zwei Kreuzberger Kiezen“ und wurde von Vojin Serbedzija und Talja Blokland erarbeitet. Als Resultat aus dieser Studie hat sich eine Arbeitsgruppe zu Jugendkriminalität im Bezirk gebildet. Es gab erste Gespräche zwischen der Jugendhilfe im Strafverfahren und der KMAntenne, um eine stärkere Zusammenarbeit in puncto Jugendkriminalität aufzubauen. Des Weiteren hat ein Treffen zwischen Kolleg*innen der Regionalen Sozialpädagogischen Dienste (RSD) und Mitarbeiter*innen der KMAntenne stattgefunden. Die Studie ist erhältlich unter: https://www.logos-verlag.de/cgibin/engbuchmid?isbn=4813&lng=deu &id= Was wurde im Projekt „Aufbruch Mehringplatz“ unternommen, um die Situation zu verbessern? › 3.2.7 Der Mieterbeirat der Gewobag hat vorgesehen, Jugendliche auf die Treffen einzuladen, um in einen Austausch zu kommen. Personal für die Kinder- und Jugendeinrichtungen aufstocken Wie wird die Situation aktuell beschrieben? › In den Kinder- und Jugendeinrichtungen im Kiez gibt es nicht genügend (geschultes) Personal. SEITE 37 Nennung bei AG-Treffen KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA MITEINANDER Welche Ideen wurden eingebracht, um die Situation zu verbessern? › Das Kinder- und Jugendzentrum KMAntenne des KMA e.V. sollte finanziell stärker gefördert werden. Was wird bereits unternommen, um die Situation zu verbessern? › 3.2.8 Im Doppelhaushalt 2020/2021 ist eine Personalstelle des KMA e.V., deren Finanzierung ausgelaufen war, durch die Erhöhung der Regelförderung verstetigt worden. Diese Stelle ist nun im Haushalt des Bezirks genauso fest verankert wie die übrigen Stellen der KMAntenne. Idee aus 1. Nachbarschaftsversammlung Mehr Informationen zur KMAntenne des KMA e.V.: https://www.kmaev.de/kinder-und-jugendkulturzent-rum/angebote Gesundheitsversorgung ausbauen Wie wird die Situation aktuell beschrieben? › Der Kiez verzeichnet ein Defizit in der gesundheitlichen Infrastruktur. Es gibt zu wenig Kinderärzt*innen, Logogpäd*innen, Ergound Lerntherapeut*innen vor Ort. Nennung bei AG-Treffen Welche Ideen wurden eingebracht, um die Situation zu verbessern? › Im Kiez soll ein*e Kinderärzt*in angesiedelt werden. Idee aus 1. Nachbarschaftsversammlung Was wurde im Projekt „Aufbruch Mehringplatz“ unternommen, um die Situation zu verbessern? › 3.2.9 Seitens des Bezirksamts wurde untersucht, wie viele und wo Kinderärzt*innen in Kreuzberg ansässig sind. Im Gebiet um den Mehringplatz gibt es eine Unterversorgung mit Kinderärzt*innen, was aus einer ungleichen Verteilung innerhalb des Stadtteils resultiert. In ganz Kreuzberg gibt es genügend Kinderärzt*innen. Das Bezirksamt steht in Kontakt mit der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin, um sich zu einer möglichen Ansiedlung von Kinderärzten im Gebiet abzustimmen. Pandemiebedingt haben sich die Treffen verschoben, sie sollen aber wieder aufgenommen werden. Situation von Senior*innen verbessern Wie wird die Situation aktuell beschrieben? › › › › Es gibt zu wenige Angebote für Senior*innen im Gebiet. Die Senior*innen am Mehringplatz leben häufig in Armut oder sind von Armut bedroht. Es besteht wenig Austausch zwischen den Generationen. Es gibt Senior*innen, die in ihren Wohnungen vereinsamen. Das liegt zum Teil an körperlichen Beschwerden. Zum Teil trauen sich SEITE 38 Nennung auf 1. Nachbarschaftsversammlung KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA MITEINANDER Senior*innen wegen der als unsicher empfundenen Wohnlage nicht vor die Tür, insbesondere am Abend. Welche Ideen wurden eingebracht, um die Situation zu verbessern? › › › › Ein Konzept für aufsuchende Senior*innenarbeit könnte entwickelt werden. Nachbarschaftliche Einkaufshilfe für Senior*innen einrichten, insbesondere wenn Edeka wegfällt. Einkaufshilfe ist eine kostenpflichtige Leistung bei Pflegediensten. Mehr Angebote für Senior*innen am Nachmittag schaffen („vormittags beim Arzt“). Weitere Ideen für Angebote für Senior*innen o Technikkurse oder Beratungsangebote im Bereich „Computer“ oder „Smartphone“ o Bewegungsangebote und begehbares Schachspiel im Park Idee auf 1. Nachbarschaftsversammlung, AG Treffen Was wurde im Projekt „Aufbruch Mehringplatz“ unternommen, um die Situation zu verbessern? › › 3.2.10 Das Amt für Soziales und das Gesundheitsamt dient als Ansprechpartner für Hinweise auf Verelendung in Wohnungen. Die Möglichkeit der Umsetzung eines Konzepts für aufsuchende Nachbarschaftsarbeit, die auch Senior*innen einschließt (nach Vorbild des Projekts „Nachbarschaftspat*innen“ aus dem Bezirk Lichtenberg) wurde vom Bezirksamt geprüft. Es haben Treffen zwischen den Fachverwaltungen und Akteur*innen stattgefunden. Das Vorhaben befindet sich aktuell noch in der fachlichen Entwicklung. Austausch untereinander fördern/Konflikte innerhalb der Bewohner*innenschaft mindern Wie wird die Situation aktuell beschrieben? › › › › Es fehlt an Bezugspunkten zwischen den verschiedenen Kulturen und den Generationen im Kiez. Zwischen „neuen“ Mieter*innen des integrativen Bauprojektes am ehemaligen Blumengroßmarkt und Jugendlichen besteht ein z.T. angespanntes Verhältnis. Es fehlen Angebote für nachbarschaftlichen Austausch. Die Bewohner*innen vermissen einen Ankerpunkt mit Angeboten, Veranstaltungskalender und funktionierender Vernetzungsstruktur. Es mangelt zudem an Informationen über bestehende Angebote im Gebiet. SEITE 39 Antwort aus AG Treffen KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA MITEINANDER Welche Ideen wurden eingebracht, um die Situation zu verbessern? › › › › › › › › › › Im Facility Management sollte beim Einsatz des Personals auf interkulturelle Kompetenz geachtet werden. Jugendliche sollten besser in die örtlichen sozialen Strukturen eingebunden werden. So bekommen sie mehr Möglichkeiten, um sich sozial zu engagieren und sich zu beschäftigen, auch in den Abendstunden. Zur Vermittlung bei Problemen zwischen Nachbar*innen oder Konfliktparteien könnten Mediator*innen zur Verfügung gestellt werden. Bei den Hauswärt*innen der großen Wohnungsbaugesellschaften sollten Sozialarbeiter*innen zur Konfliktbewältigung mit Mieter*innen eingesetzt werden. Zur Begegnung von „neuen“ Mieter*innen des integrativen Bauprojektes am ehemaligen Blumengroßmarkt und Jugendlichen könnten Formate mit den ansässigen Schulen konzipiert werden. Zudem kann ein von den Bewohner*innen selbst organisierter Flohmarkt oder ein Fußballturnier Begegnungen zwischen ihnen schaffen. Das Angebot des Repair-Cafés in der Kiezstube Mehringplatz sollte ausgeweitet werden. In Zusammenarbeit mit der Amerika-Gedenkbibliothek bzw. der Zentral- und Landesbibliothek Berlin könnten Leseabende mit verschiedenen Ständen organisiert werden. Der interkulturelle Garten sollte stärker und neu genutzt werden, u.a. durch Formate mit Jugendlichen (Zusammenarbeit mit KMA). Der Theodor-Wolff-Park sollte weiterentwickelt werden (u.a. durch Picknickinseln). Zur Verbesserung der Information über bestehende Angebote im Gebiet könnte ein Markt der Möglichkeiten veranstaltet werden. Dieser sollte an frequentierten Orten des öffentlichen Raums über bestehende Einrichtungen und Angebote im Kiez informieren. Was wird bereits unternommen, um die Situation zu verbessern? › › › Die Gewobag hat bereits eine Konfliktstelle für Streitigkeiten zwischen Mieter*innen. Das Gebiet rund um den Mehringplatz ist seit 2005 Quartiersmanagement-Gebiet. Das Quartiersmanagement (QM) soll die Vernetzung der Institutionen, lokalen Akteur*innen und Anwohner*innen fördern, um eine Struktur für eine lebendige Nachbarschaft zu gestalten. Die Arbeit soll auch den sozialen Zusammenhalt im Quartier stärken. Das QM-Büro befindet sich in der Friedrichstr. 1. In der Kiezstube der Gewobag finden Aktivitäten der Gewobag und selbstorganisierte Nachbarschaftsaktionen statt (u.a. offener Kochtreff, Senior*innencafé, Repaircafé). SEITE 40 Ideen aus 1. Nachbarschaftsversammlung, AGTreffen KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? THEMA MITEINANDER › › › Vor dem Café Madame findet regelmäßig ein Flohmarkt statt. Es gibt seit Langem Planungen zur Entwicklung eines Stadtteilzentrums, das die Funktion des Ankerpunkts für die Nachbarschafts- und Gemeinwesenarbeit übernehmen sollte. Im QM-Büro und auf der Internetseite vom QM sind umfassende Informationen zu bestehenden Angeboten im Kiez erhältlich. Was wurde im Projekt „Aufbruch Mehringplatz“ unternommen, um die Situation zu verbessern? › › › Zur Vermittlung zwischen Konfliktparteien ist der Einsatz von Mediator*innen eine Möglichkeit. Im Rahmen des Projektes wurde beim zweiten Treffen der AG Nachbarschaft bespielhaft die Arbeit des Vereins ZoffOff e.V. vorgestellt. Der Verein greift auf ein Netzwerk ehrenamtlicher Mediator*innen zurück. Er schafft damit ein Angebot für Menschen, die sich auf dem freien Markt keine Mediator*innen leisten können. Voraussetzung ist die Bereitschaft zur Konfliktlösung bei allen Parteien. Der Verein versucht in seiner Arbeit bestehende Einzelkonflikte im nachbarschaftlichen Miteinander aufzulösen, bei größeren strukturellen Problemen in der Nachbarschaft braucht es einen anderen Ansatz. Das Amt für Soziales plant die Errichtung eines Stadtteilzentrums im Quartier. Dort sollen auch Angebote aus der Begegnungsstätte untergebracht werden, wenn die fachlichen Kapazitäten dafür verfügbar sind. Anfragen von Bürger*innen, Netzwerken oder der Presse zum geplanten Stadtteilzentrum können an das Amt für Soziales gerichtet werden. Die weitere Qualifizierung der Begegnungsstätte (Erhöhung der Mittel, 1 weitere Personalstelle und Sachmittel) wurde im Rahmen des Doppelhaushalts 2020/2021 sichergestellt. SEITE 41 Informationen zu Angeboten im Kiez unter: http://qm-mehringplatz.de/index.php?id=15 Informationen zum Verein ZoffOff e.V.: http://www.zoffoff.de/ KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? GEWERBE 3.3 Gewerbe 3.3.1 Gewerbeangebot verbessern Wie wird die Situation aktuell beschrieben? › › › Wichtige Läden im Gebiet sind bereits weggefallen (z.B. Rossmann, Edeka). Das Angebot an Einkaufsmöglichkeiten und die Ladenstruktur werden von den Anwohner*innen als nicht vielseitig und wenig attraktiv beschrieben. Es fehlt an einer Strategie zur Gewerbeentwicklung. Es fehlen kleine (ab 20 m²), mittlere (ab 100 m²) und großflächige Gewerberäume (ab 700 m²). Die Gewerbemieten sind hoch und es werden nur kurze Mietverträge abgeschlossen. Nennung auf 1. Nachbarschaftsversammlung, AGTreffen Welche Ideen wurden eingebracht, um die Situation zu verbessern? › › › › › Anwohner*innen um die Wrangelstraße wollen aktuell einen SuperCoop Supermarkt aufbauen. So ein Modell wäre auch für den Mehringplatz denkbar. Es kann ein Gewerbekonzept unter Beteiligung der Anwohner*innen erstellt werden. Thema darin sollte die Anbindung an die Einkaufsmöglichkeiten der Friedrichstr. sein. Das bereits erstellte Standortexposé aus dem Jahr 2015 könnte fortgeschrieben werden. Wenn Gewerberäume der Gewobag vergeben werden, wünscht sich der Sanierungsbeirat, dass die Entscheidung zur Vergabe im Beirat diskutiert wird. In den Erdgeschossen sollten Geschäfte untergebracht sein, die abends geöffnet sind (keine Arztpraxen oder Büros), damit der Mehringplatz auch abends belebt ist. Größere Gewerberäume können in kleinere aufgeteilt werden. SEITE 42 Ideen aus 1. Nachbarschaftsversammlung, AGTreffen Informationen zu SuperCoop Supermärkten: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/projektsupercoop-in-berlin-der-supermarkt-der-seinen-kunden-gehoert/25207846.html KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? GEWERBE Was wird bereits unternommen, um die Situation zu verbessern? › › 3.3.2 Das Projektbüro Kreativquartier Südliche Friedrichstadt erstellte 2011 im Auftrag der Gewobag die Projektstudie kreative Raumpioniere am Mehringplatz. Die Studie baute auf der Zukunftswerkstatt im selben Jahr auf und enthält Vorschläge zur Verbesserung der Gewerbestruktur. Das 2015 veröffentlichte Standortexposé und die Standortbroschüre stellen das Gebiet um den Mehringplatz vor, um die Ansiedlung von Gewerbe zu bewerben. Die Gewobag arbeitet an einem Gewerbekonzept für die eigenen Bestände. Aktuell gibt es die Überlegung, Gewerberäume an CoWorking-Spaces zu vermieten. Leerstand verringern Wie wird die Situation aktuell beschrieben? › Gewerbeflächen im Gebiet stehen leer und es gibt unbelebte Flächen. Projektstudie: http://www.kreativ-quartierberlin.de/Raumpioniere_web.pdf Standortexposé und -broschüre: http://www.sanierung-suedliche-friedrichstadt.de/wp-content/uploads/2017/02/broschuere_deutsch_web.pdf http://www.sanierung-suedliche-friedrichstadt.de/wp-content/uploads/2017/02/KSF_Standortbroschuere_fin_web.pdf Nennung auf 1. Nachbarschaftsversammlung, AGTreffen Welche Ideen wurden eingebracht, um die Situation zu verbessern? › › Es könnte eine Zwischennutzungsagentur eingerichtet werden, um die leerstehenden Gewerberäume zu verwalten und zeitweise zu beleben. Die Luftgeschosse (siehe Abbildung 12) könnten genutzt werden, um den Mehringplatz zu beleben. Abbildung 12: Luftgeschosse, Foto: die raumplaner SEITE 43 Ideen aus 1. Nachbarschaftsversammlung, AGTreffen KAPITEL 3: WAS SIND DIE ERGEBNISSE AUS DEM PROZESS? GEWERBE Was wird bereits unternommen, um die Situation zu verbessern? › 3.3.3 Die oben genannte Projektstudie schlug bereits vor, die Luftgeschosse als Verkaufs- und Aufenthaltsräume zu nutzen. o Die Bebauung der Luftgeschosse ist aus Denkmalschutzgründen nicht möglich. Eine andere Nutzung der Luftgeschosse kann nur in Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt geklärt werden. Vernetzung stärken Wie wird die Situation aktuell beschrieben? › Die Händler*innen im Gebiet sind wenig vernetzt. Das liegt vor allem daran, dass die Läden von den Inhaber*innen selbst geführt werden. Somit bleibt wenig Zeit für Vernetzung. Es gab bereits Projekte vom Quartiersmanagement sowie der bezirklichen Wirtschaftsförderung zur Vernetzung der Gewerbetreibenden. Trotzdem ist die Vernetzung nicht gelungen. Nennung auf 1. Nachbarschaftsversammlung, AGTreffen Welche Ideen wurden eingebracht, um die Situation zu verbessern? › › Für die Gewerbeentwicklung ist die Zusammenarbeit mit den Immobilieneigentümer*innen besonders wichtig, da sie über die Vergabe von Gewerberäumen entscheiden. Hier kann eine Ansprache der Eigentümer*innen erfolgen, um eine Vernetzung anzuregen. Es könnte ein Heft erstellt werden, welches die Läden im Gebiet bewirbt und Aktionen und Rabatte enthält. Ideen aus 1. Nachbarschaftsversammlung, AGTreffen Was wird bereits unternommen, um die Situation zu verbessern? › Das Quartiersmanagement baut derzeit ein Kieznetzwerk für Bewohner*innen, soziale Einrichtungen und Gewerbetreibende auf. Es ist geplant, gemeinsame Aktionen in der Nachbarschaft umzusetzen. Als erstes gemeinsames Projekt werden Sportmaterialien im Gebiet um den Mehringplatz kostenlos verliehen. Was wurde im Projekt „Aufbruch Mehringplatz“ unternommen, um die Situation zu verbessern? › Das Bezirksamt hat sich intern zu Möglichkeiten ausgetauscht, wie das Thema Gewerbe im weiteren Projektverlauf bearbeitet werden kann. Die Handlungsmöglichkeiten und Ressourcen in der Verwaltung sind zu gering, um für die beschriebenen Probleme zum Thema Gewerbe Lösungen zu finden. SEITE 44 Informationen zum Kieznetzwerk „Friedrich & Mehr“ und zum Verleih unter: https://www.wassertor.org/beweg-deinen-kiez/ KAPITEL 4: WIE GEHT ES WEITER? PROJEKTFAZIT 4 WIE GEHT ES WEITER? – PROJEKTFAZIT Mit dem Fazit sollen die Erfolge aber auch die Herausforderungen und Grenzen im Projekt erläutert werden. Ebenso sollen, wenn möglich, Empfehlungen für die Zukunft gegeben werden. Im Rahmen von „Aufbruch Mehringplatz“ konnten einige Maßnahmen geplant und umgesetzt werden. Im Kapitel 3 „Was sind die Ergebnisse aus diesem Prozess?“ sind diese Maßnahmen in jedem Unterkapitel jeweils unter der Überschrift „Was wurde im Projekt ‚Aufbruch Mehringplatz‘ unternommen, um die Situation zu verbessern?“ aufgeführt. Als erstes Teilfazit zum Projekterfolg ist anzumerken, dass die Resultate nicht immer konkret und greifbar waren. Gespräche und Vereinbarungen zwischen Verantwortlichen aus Politik, Verwaltung und lokalen Akteur*innen haben nicht immer ein für die Anwohner*innen unmittelbar sichtbares und messbares Ergebnis hervorgebracht. Dies bedeutet jedoch nicht, dass dieser Austausch grundsätzlich ergebnislos war. Insgesamt konnte das Projekt die Aufmerksamkeit der Fachämter stärker auf den Mehringplatz lenken und einen Anstoß für positive prozesshafte Veränderungen im Kiez geben. Im Projekt „Aufbruch Mehringplatz“ konnten viele Prozesse nur temporär begleitet werden. Zeitlich befristete Projekte können Impulse geben, aber langfristig angelegte Kommunikationsstrukturen nicht ersetzen. Die vorliegende Dokumentation ist daher nicht als Abschlussbericht, sondern als Arbeitsdokument zu verstehen, das den aktuellen Stand der Entwicklungen rund um das Projekt „Aufbruch Mehringplatz“ wiedergeben soll. Die behandelten Themen werden nicht aus dem Sozialraum „verschwinden“, sondern sich - unter der Begleitung und Steuerung durch die entsprechenden Akteur*innen - stetig weiterentwickeln. Eine regelmäßige Fortschreibung der Dokumentation wird daher angeraten. 4.1 Begleitung und Umsetzung auf Verwaltungsseite Das Abstecken des jeweiligen Handlungsrahmens und die Umsetzung von Maßnahmen hat auch die Verwaltung vor Herausforderungen gestellt. Der Prozess hat ein hohes Maß an fachamtsübergreifenden Abstimmungen erfordert. Die interdisziplinäre Arbeit zu einem Sozialraum ist in dieser Intensität nicht im Amtsalltag etabliert und bindet viele Kapazitäten. Existierte in den Abteilungen oder Ämtern ein*e Ansprechpartner*in zum Sozialraum, hat dies eine Zusammenarbeit erleichtert. Die Bearbeitung von Anliegen, die nicht im Verantwortungsbereich des Bezirkes oder der öffentlichen Hand liegen, stellte eine weitere Hürde dar. Generell sollte ein fachübergreifender Bürgerbeteiligungsprozess zur Verbesserung von Standorten auch in Zukunft neutral geleitet werden, dabei aber von Beginn an mit den Fachämtern in Form eines Lenkungskreises besetzt sein, die SEITE 45 KAPITEL 4: WIE GEHT ES WEITER? PROJEKTFAZIT potenziell mit der Umsetzung von Maßnahmen zu tun haben werden. Es ist nicht günstig, der OE SPK als neutrale Schnittstelle die Aufgabe zu überlassen, mit gewünschten Maßnahmen an die Fachämter zu treten, ohne dass diese im Prozess integriert sind. Es wurde deutlich, dass nachhaltige Wandlungsprozesse auch auf Verwaltungsseite langfristig angelegte Kommunikationsstrukturen erfordern. Die Projektverantwortlichen haben sich daher für regelmäßige fachübergreifende Abstimmungsrunden zum Sozialraum Mehringplatz ausgesprochen. Dies wurde im zweiten Fachtag im November 2020 diskutiert. Laufende Prozesse und Ideen aus dem Projekt sollen im Rahmen der AG Planung (verwaltungsinternes Abstimmungsgremium zur sozialraumorientierten Planungskoordination) mindestens im Jahr 2021 noch einmal aufgerufen und diskutiert werden. Wie darüber hinaus die laufende Bedarfsübermittlung von der Bewohner*innenschaft in die Verwaltung, der Informationsfluss von der Verwaltung in den Sozialraum sowie die gemeinsame Planung von Vorhaben verbessert werden können, hängt auch von einer optimierten Abstimmung der vor Ort bestehenden und gegebenenfalls zukünftig einzurichtenden Strukturen mit der Verwaltung ab. Zusätzlich zum bestehenden Quartiersmanagement könnte ein Träger, der aktuell für die Vorbereitung des Stadtteilzentrums im Rahmen einer Ausschreibung gesucht wird, eine solche Aufgabe übernehmen. Perspektivisch könnte – in der Verstetigungsphase nach Stabilisierung des Sozialraums durch das QM – auch eine sogenannte Stadtteilkoordination diese Rolle übernehmen. Stadtteilkoordinationen sollen in den Bezirksregionen im Rahmen der Umsetzung der Sozialraumorientierung zum Einsatz kommen, um unter anderem den beiderseitigen Informationsfluss zwischen Verwaltung und Sozialraum zu gewährleisten. Der Einsatz von Stadtteilkoordinationen ist in Friedrichshain-Kreuzberg in laufenden QM-Gebieten aktuell nicht vorgesehen, da sich die Aufgaben der beiden Strukturen in Teilen ähneln. 4.2 Akteur*innen im Quartier Im Gebiet um den Mehringplatz sind zahlreiche verschiedene Träger*innen aktiv. Dabei laufen Prozesse mitunter auch parallel. Bei Prozessen, die sich auf die Verbesserung von ausgewählten Standorten beziehen, muss zukünftig im Vorfeld genauer analysiert werden, welche Strukturen in diesem Gebiet vorliegen, welche Förderkulissen bereits existieren und welche Handlungsfelder von wem bedient werden bzw. sofern Defizite aufgedeckt werden, wer diese bearbeiten kann. Sollte nach erfolgter Analyse das Ergebnis sein, dass die vorhandenen Strukturen sich für die Problembearbeitung nicht eignen, ist genau zu überlegen, welche ergänzenden Strukturen aufgebaut werden sollten, ohne die Akteur*innen vor Ort zu überfordern und ohne mit den gleichen Akteur*innen nur in einem anderen Kontext zu diskutieren. Sollten neue Strukturen erforderlich sein, dann sollten diese sich ausschließlich mit den Zielgruppen auseinanderset- SEITE 46 KAPITEL 4: WIE GEHT ES WEITER? PROJEKTFAZIT zen, die bisher noch nicht erreicht werden konnten. Es muss eine enge Zusammenarbeit zwischen bestehenden und ggf. neu hinzukommenden Strukturen erfolgen und damit auch eine klare Abgrenzung. Im Idealfall gibt es dafür nicht nur eine*n Koordinator*in, sondern auch einen Ort wie ein Stadtteilzentrum. Für ein solches Stadtteilzentrum am Mehringplatz bestehen schon lange Planungen. Zukünftig sollte es als Ankerpunkt im Kiez fungieren und wie beschrieben die ansässige Trägerlandschaft koordinieren und stärken. 4.3 Bürger*innenbeteiligung Neben den genannten Hürden auf Verwaltungsseite hat der Prozess einige (überwiegend vorher bekannte) Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Thema Partizipation am Mehringplatz verdeutlicht. Der Sozialraum wird und wurde in der Vergangenheit von zahlreichen Akteur*innen bespielt. Das bei vielen Bewohner*innen verbreitete Gefühl, dass sich dennoch keine Verbesserung der Situation am Mehringplatz einstellt, hat bei Teilen der Anwohnerschaft für Skepsis gegenüber neuen Beteiligungsansätzen gesorgt. Das Projekt „Aufbruch Mehringplatz“ hat die bestehende Skepsis vermutlich nicht überwinden können. Das dürfte vor allem auch der oben beschriebenen Prozessualität bei der Entwicklung von Maßnahmen im Projekt geschuldet sein. Skepsis offenbarte sich beispielsweise in Wortbeiträgen von Arbeitsgruppenmitgliedern, aber vermutlich auch in der Tatsache, dass mit den Beteiligungsformaten keine neuen Personengruppen erreicht werden konnten. Die Prozessbeteiligten waren häufig bereits in bestehenden Beteiligungsstrukturen aktiv. Ein Positivbeispiel stellt die erste Nachbarschaftsversammlung im Juni 2019 dar. Hier ist es gelungen, auch bislang weniger aktive oder involvierte Anwohner*innen einzubinden. Auch der Anteil an Jugendlichen und Menschen mit Migrationshintergrund war bei dieser Veranstaltung deutlich höher als in den Arbeitsgruppensitzungen, die zwischen September 2019 und Januar 2020 stattgefunden haben. Während partizipationserfahrenen Anwohner*innen das Format der Arbeitsgruppe vertraut ist, stellte es für unerfahrene mutmaßlich eine zu hohe Barriere dar. Auf diese Erkenntnis wurde bereits im Prozess reagiert, indem die inhaltliche Arbeit der AGn umkonzipiert wurde. Sie sollten weniger akademisch gestaltet werden und sich dafür konkret der Umsetzung einzelner Maßnahmen widmen. Die Tauglichkeit dieses Ansatzes konnte im Rahmen des Projekts leider nicht geprüft werden. Aufgrund der Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung der Covid19-Pandemie wurde die Umsetzung der Maßnahmen weniger partizipativ gestaltet als geplant, die Verantwortung wurde verstärkt in die Hände der Fachämter gegeben. Nach den Erfahrungen aus dem „Aufbruch Mehringplatz“ und Gesprächen zur Evaluation des Prozesses mit der Trägerschaft sprechen sich die Projektverantwortlichen dafür aus, die Partizipation am Mehringplatz vor allem qualitativ zu stärken. Wie das Beispiel der ersten Nachbarschaftsversammlung gezeigt hat, SEITE 47 KAPITEL 4: WIE GEHT ES WEITER? PROJEKTFAZIT sind funktionierende Formate möglich. Viele Menschen am Mehringplatz möchten sich beteiligen und tun dies, wenn sie geeignete Möglichkeiten erhalten. Besonders positive Resonanz haben die Projektverantwortlichen auf die bei der Nachbarschaftsversammlung angebotenen Vier-Augen-Gespräche mit den Stadträt*innen erhalten. In Form von Bürger*innensprechstunden sind solche Angebote auch abseits größerer Veranstaltungen regelmäßig möglich und könnten gegebenenfalls, auch zielgruppenbezogen, ausgebaut werden. Aktuell finden die Sprechstunden pandemiebedingt nicht statt. Aufgrund der Vielzahl der bestehenden Angebote sollte eine quantitative Ausweitung von Partizipationsmöglichkeiten nicht im Vordergrund stehen. In der Zukunft sollten Beteiligungsprozesse – ob kurz- oder langfristig, themenspezifisch oder themenübergreifend – an den zahlreichen vor Ort bestehenden Strukturen ansetzen, um eine breitere und effektivere Partizipation zu ermöglichen. Bestehende Partizipationsmöglichkeiten sollten besser unterstützt, genutzt und transparenter gemacht werden. Jetzt und in Zukunft ist es entscheidend, dass Angebote, Veränderungen und Erfolge sichtbar sind und gut kommuniziert werden. Diese wichtige Aufgabe gilt insbesondere für die Einbindung von den Menschen und Zielgruppen in der Anwohner*innenschaft, die sich bislang wenig einbringen konnten oder wollten. Für eine bessere Planung zukünftiger Beteiligungsprozesse könnte die Reflexion zu Projekten wie „Aufbruch Mehringplatz“ auch in die derzeit landes- und bezirksweit beginnende Umsetzung und Anwendung der Leitlinien für die Beteiligung von Bürger*innen an Prozessen und Projekten der räumlichen Stadtentwicklung einfließen. SEITE 48
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