Milchmangel.
welches, jetzt ein beliebtes Speise- und Bierhaus, nach dem
Zwecke, dem es bis zum Jahre 1865 diente!), noch heute den
Namen „Kuhstall“ führt.
Das Verschwinden der Kühe aus dem Innern der wachsen—
den Stadt musste für diese eine Verminderung des Angebotes
von Milch zur Folge haben, da für den Entgang die wenig
fruchtbare Umgebung Berlins nur kargen Ersatz zu leisten ver—
mochte, an Milchbezug aus weiterer Ferne aber vor Anlage der
Fisenbahnen nicht zu denken war.
Um die Bedentung der Eisenbahnen für die Milchversorgung,
Berlins zu veranschaulichen, sei an dieser Stelle folgende Ein—
schaltung gestattet. Im Jahre 1875 wurden nac, Berlin durch
die Eisenbahnen eingeführt 37749 368 24, wieder ausgeführt
1808 “9, mithin verblieben in Berlin 37744760 59 Milch;
im Jahre 1879 — letztmalig verzeichnete Erhebung dieser Art —
betrug die Mehreinfuhr an Milch 53779 520 59*). Da die
Einwohnerzahl 1875 (Mittel von Ende 1874 und Ende 1875) —
948 533 betrug und 1879 (desgl. von Ende 1878 und 1879) —
1071820, so entfällt auf 1 Einwohner mit der Bahn zugeführte
Milch im Jahre 1875 — 39,8 54, im Jahre 1879 — 50,176 oder
in diesem Jahre täglich 0, 138 &9. Der Gesammtverbrauch Ber—
lins an Milch würde sich für das Jahr 1879 ungefähr aus
folgender Berechnung ergeben: In Berlin selbst wurden Kühe
zehalten (s. S. 15) im Jahre 1873 — 1555, im Jahre 1883 —
2584, mithin betrug der jährliche Zuwachs 102,99 und der Zu—
wachs in 6 Jahren 617, der mutmaßliche Bestand 1879 also
— DD0DD——
derselben zu 11 49 Milch gerechnet ergibt 23 892 ã
Die Menge der zu Wagen nach Berlin gebrachten
Milch (sog. Axmilch) wird seitens des Vorstandes
—D
300007 —45 58 dieselbe ist 1879 sicher nicht größer
gewe hier zur Abrundung eingesetzt mit 56108,
5* die gesammte übrige Tagesmilch rund 80000
Eigene Ermittellung.
Statist. Jahrb. der Stadt Berlin.