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I. Theil. Entstehung, Entwickelung, Frequenz

Full text: Die Berliner Unfallstationen (Public Domain)

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„Der erste Verband entscheidet das Schicksal der 
Wunde.“ 
In vollster Würdigung dieses bedeutsamen Ausspruchs des 
berühmten Klinikers Volkmann in Halle haben in Berlin im 
Jahre 1894 mehrere Berufsgenossenschaften auf Anregung der 
Sektion v1 der Brauerei- und Mälzerei-Berufs— 
genossenschaft, welche bekanntlich auch im Jahre 1889 die 
Berliner Unfallverhütungs-Ausstellung unter dem Protektorat 
Seiner Majestät des Kaisers ins Leben gerufen hatte, die Errich— 
tung sogenannter Unfallstationen veranlaßt. 
Es ist eine bekannte Thatsache, daß für die erste Wund— 
versorgung bei Unfällen in Fabriken, Werkstätten, auf Bauten 
und in den Straßen der Reichshauptstadt bisher nur sehr wenig 
geschehen war. Allgemeine Kopflosigkeit, wirres Durcheinander— 
laufen, Suchen nach einem Arzt in der Nähe der Unglücksstätte, 
der trotz der großen Zahl der Aerzte gewöhnlich nicht aufzufinden 
war, und wenn er aufgefunden, schließlich oft ohne geeignete 
Verbandstoffe ꝛc. an der Unfallstelle erschien, war die Signatur, 
die die Umgebung eines plötzlich Verletzten bis vor Kurzem in 
Berlin stets darbot. Die Folge hiervon war, daß verunglückte 
Personen häufig den Händen Nichtsachverständiger anheim fielen, 
daß die ersten Verbände in unzweckmäßiger Weise angelegt 
wurden und Lagerung, Transport und Unterbringung der Ver— 
letzten in durchaus ungeeigneter Weise vor sich gingen. Daß 
hieraus nicht nur für die Verletzten, sondern in den Fällen, wo
	        
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