Path:
Volume

Full text: Plan BD (Rights reserved) Issue2020,1 (Rights reserved)

PLAN BD FACHMAGAZIN FÜR SCHULE IN DER DIGITALEN WELT #01 Kollaboration p l a n b d – fa c h m a g a z i n f ü r s c h u l e i n d e r d i g i ta l e n w e lt VORWORT LIEBE LESERINNEN UND LESER, große Veränderungen bewältigt man am besten ge- Unter der Überschrift „Kollaboration” nehmen wir meinsam. Das gilt besonders für die Digitalisierung uns in dieser ersten Ausgabe von Plan BD einem in der Bildung. Das Forum Bildung Digitalisierung Leitgedanken des digitalen Zeitalters an. Die Bei- geht hier mit gutem Beispiel voran. Acht Stiftun- träge beschreiben unterschiedliche Facetten von gen haben sich im Forum zusammengeschlossen, kollaborativen Ansätzen zur Gestaltung von Bildung um in enger Zusammenarbeit mit Schulen, Schul- in der digitalen Welt. Neben den durch digitale Me- trägern, Bildungsverwaltungen und Kultusminis- dien geförderten kollaborativen Arbeitsweisen von terkonferenz innovative Konzepte, Modelle und Lehrkräften stehen unter anderem die Zusammen- Strategien sichtbar zu machen. Wir geben uns arbeit im Kollegium, die Vernetzung von Schulen nicht mit dem Verweis auf Leuchtturmprojekte und Schulträgern im Rahmen der Medienentwick- zufrieden, sondern möchten transferfähige An- lungsplanung oder die Verzahnung der Phasen der sätze und Vorschläge zur digitalen Gestaltung des Lehrkräftebildung im Fokus. Am Ende möchten wir Bildungssystems aufzeigen, die am bestehenden auch einen Blick auf die datenschutzrechtlichen Bedarf orientiert sind und die sich gemeinsam mit Rahmenbedingungen zur Umsetzung kollaborativer Verantwortlichen der Bildungsverwaltung umset- Arbeitsformen und digitaler Lernumgebungen zen lassen. nicht vernachlässigen. Digitalisierung verändert das Lehren und Lernen. Wir freuen uns, wenn wir mit den vorliegenden Welche Schule und welcher Unterricht am Ende Beiträgen dazu anregen, eigene Projekte mit den dabei herauskommen wird, lässt sich heute noch vielfältigen Formen von Kollaboration, Zusammen- nicht abschließend beantworten. Unstrittig ist, arbeit und Vernetzung umzusetzen. Zusammen dass sich die Rollen und Aufgabenbereiche von können wir die Zukunft von Schule gestalten. Das Lehrkräften und Schulleitungen ebenso erheb- ist unser Ansporn. lich verändern werden wie die Kompetenzanforderungen an Schülerinnen und Schüler. Mit dem Viel Freude bei der Lektüre! Magazin Plan BD wollen wir Empfehlungen für die Ausgestaltung der erforderlichen Veränderungsprozesse geben und konkrete Vorschläge machen, die Orientierung bieten und Mut machen. Ihre Plan BD-Redaktion 3 f o r u m b i l d u n g d i g i ta l i s i e r u n g »ES GEHT NICHT MEHR (NUR) UM DIGITALE MEDIEN IN DER SCHULE, SONDERN EIGENTLICH UM SCHULE IN DER DIGITALEN KULTUR« MANDY SCHIEFNER-ROHS p l a n b d – fa c h m a g a z i n f ü r s c h u l e i n d e r d i g i ta l e n w e lt Gemeinsam den Kulturwandel an Schulen gestalten 10 Interview mit U. Michallik (Gem)Einsam Arbeiten? – Zusammenarbeit für gute Schulbildung im digitalen Zeitalter und N. Weichert von S. Knutzen und R. Röwert seite 06 seite seite INHALT 16 Schulinterne Fortbildungen: Veränderungen im Kollegium bewirken Medienentwicklungsplanung: Von Austausch und Vernetzung profitieren Vernetzung und Kooperation in der Lehrkräftebildung über uns seite seite von M. Schiefner-Rohs 37 29 38 impressum seite 21 seite seite 5 33 Datenschutz und Bildungsauftrag in der digitalen Welt f o r u m b i l d u n g d i g i ta l i s i e r u n g GEMEINSAM DEN KULTURWANDEL AN SCHULEN GESTALTEN Udo Michallik, Generalsekretär der Kultusministerkonferenz, und Nils Weichert, Vorstand des Forum Bildung Digitalisierung, im Gespräch über das neue Fachmagazin Plan BD, gemeinsame Aktivitäten und die Schule der Zukunft. Der Auftakt des neuen Fachmagazins Nils Weichert: Ein Anliegen des Magazins ist es, Plan BD steht unter der Überschrift gute Ansätze und Modelle für Bildung und Digi- „Kollaboration”. Warum ist die Zusam- talisierung in der Fläche sichtbar zu machen, menarbeit von Schule und Bildungs- Denkanstöße zu liefern und damit vor allem Ge- verwaltung mit zivilgesellschaftlichen sprächsanlässe für gemeinsame Projekte ent- Akteuren und Stiftungen so wichtig? stehen zu lassen. Denn: Um den Einsatz digitaler Medien und eine zeitgemäße Lernkultur zu fördern, 6 Udo Michallik: Zivilgesellschaft, Stiftungen, aber werden in den nächsten Jahren große politische auch Fachmedien können schnell auf gesell- und gesamtgesellschaftliche Anstrengungen not- schaftliche Veränderungen reagieren und relativ wendig. Das schaffen wir am besten gemeinsam unkompliziert Fragestellungen diskutieren be- und in Kooperation. ziehungsweise den Status quo hinterfragen. Sie prägen daher maßgeblich die gesellschaftlichen Diskussionen. Ein solcher Meinungsaustausch dient als Anregung für die Politik und entfaltet entsprechend Wirkung in die Fläche. Beispielgebend wird das an der Arbeit des Forum Bildung Digitalisierung sichtbar. Udo Michallik »DIE DIGITALEN TRANSFORMATIONSPROZESSE KÖNNEN HELFEN, DASS WIR ZUSAMMEN GRÖSSERE UND BESSERE LÖSUNGEN ENTWICKELN« p l a n b d – fa c h m a g a z i n f ü r s c h u l e i n d e r d i g i ta l e n w e lt Was braucht ein gutes Fachmagazin, um sinnvolle Impulse für Schulen und Bildungsverwaltungen zur Gestal- Nils Weichert tung des digitalen Wandels liefern zu können? Udo Michallik: Die Redaktion sollte in erster Linie in der Community gut vernetzt sein, um Impulse frühzeitig aufzunehmen und damit interessante Inhalte für potenzielle Leserinnen und Leser bereitstellen zu können. Das Magazin muss natürlich von den Fachleuten auch gelesen werden – aber da mache ich mir keine Sorgen. Wichtig ist, ein Verständnis »DAS DIGITALE ZEITALTER IST DAS ZEITALTER DER KOOPERATION UND KOLLABORATION« für schulische und bildungspolitische Zusammenhänge und die Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen zu haben. Sinnvolle Impulse zu wirklich relevanten Fragestellungen können beispielsweise von Fachtagungen und Diskussionsrunden ausgehen. Solche Runden können viele Protagonis- Welche Rolle spielt für Sie Zusammen- tinnen und Protagonisten zusammenbringen und arbeit in den digital-vernetzten Gesell- vernetzen, die sich sonst so wohl nicht begegnen schaften des 21. Jahrhunderts und im würden. Diese Fragen und Themen müssten wie- Bildungssystem ganz grundsätzlich? derum im Magazin entsprechend aufbereitet und veranschaulicht werden. Nils Weichert: Das digitale Zeitalter ist das Zeit- Nils Weichert: Die Kolleginnen und Kollegen in den alter der Kooperation und Kollaboration. Die Ver- Verwaltungen sind versierte Fachleute und sollen netzung von Dingen, Diensten und Menschen ist mit dem Magazin gut aufbereitete Impulse für ihre ein entscheidender Einflussfaktor für die digitale professionelle und fachliche Orientierung im The- Transformation. Das beginnt auf technischer Ebe- menfeld Bildung und Digitalisierung erhalten. Einen ne und setzt sich auf organisatorischer und nicht Plan BD also. Fachlicher Fokus und Praxisnähe sind zuletzt auf persönlicher Ebene fort. Erfolgreiche dabei entscheidend. Neben guten Beispielen aus Digitalprojekte wie die Wikipedia wären ohne diese anderen Ländern oder Regionen werden zukunfts- Herangehensweise ebenso wenig denkbar wie weisende Strategien und Modelle für Schule in der unsere Werkstatt schulentwicklung.digital mit bis- digitalen Welt im Mittelpunkt stehen. Expertinnen her 70 Pionierschulen in ganz Deutschland oder das und Experten aus unterschiedlichen Bereichen digital.learning.lab, das Hamburger Kompetenz- geben konkrete Empfehlungen zur Ausgestaltung zentrum für die Unterrichtsgestaltung in digita- der erforderlichen Veränderungsprozesse. Wir alle len Zeiten. Hier wie dort zeigt sich: Gut initiierte stehen mit Blick auf den digitalen Wandel vor vielen Kooperationen sind Katalysatoren der digitalen offenen Fragen. Wir wollen auf diese Weise Hilfe- Transformation und tolle Lernräume für alle Be- stellung bieten und vor allem zu weiterführenden teiligten. Basis dafür ist der Mut der Akteure, die Gesprächen einladen. bereichsübergreifende Zusammenarbeit gezielt zu suchen und anzugehen. Udo Michallik: Zusammenarbeit ist das Stichwort, wenn es um Digitalisierung geht. Kommunikation und Zusammenarbeit haben im digitalen Zeitalter eine ganz andere Dimension als noch vor 30 Jahren. Aber Vorsicht: Nicht die zum Teil unstrukturierte Kommunikation sozialer Medien ist gemeint, sondern das strukturierte Zusammenwirken vieler Akteure mit dem Ziel, die technischen 7 f o r u m b i l d u n g d i g i ta l i s i e r u n g Möglichkeiten bestmöglich für ein anderes, neues stärken“ ein. Dort gab es eine gute Möglichkeit, sich Lernen und Lehren einzusetzen. Im besten Fall zu aktuellen Themen der Lehrkräftefortbildung profitieren alle Seiten davon und es entstehen wie auch zum Datenschutz und zu Apps auszu- neue Synergien und Kooperationen. Und natürlich tauschen. Das Besondere an diesen Fachtagungen müssen wir uns dabei fragen, wie wir ethisches ist der Umstand, dass sie im Umfeld der Jahres- Handeln im digitalen Raum umsetzen, aber dabei tagungen der Landesinstitute stattgefunden haben nicht immer im Klein-Klein verharren. Es werden und die Ergebnisse somit direkt in die Beratungen zu Recht grundsätzliche und länderübergreifende der Institutionen einfließen, die zuallererst mit der Lösungen gefordert. Die digitalen Transforma- Lehrkräfteaus- und -fortbildung zu tun haben. tionsprozesse können helfen, dass wir zusammen Nils Weichert: Im Mittelpunkt der Zusammen- größere und bessere Lösungen entwickeln. Dieser arbeit von Kultusministerkonferenz und Forum Ansatz wird beim Digitalpakt stark berücksichtigt, Bildung Digitalisierung standen bisher vor allem wo alleine 250 Millionen Euro für länderübergrei- Fachtagungen. Dort wurden viele gute Ansätze fende Projekte zur Verfügung stehen. Die Länder diskutiert, die auch in diesem Magazin zu finden nehmen diese neue Chance wahr, entwickeln sind. Eine wichtige Erkenntnis der gemeinsamen Schritt für Schritt gemeinsam Modelle in ihren Ver- Veranstaltungen war, dass gerade für Schulleitun- antwortungsbereichen und gehen dabei neue Wege gen und Schulträger verstärkt Unterstützungs- in der Zusammenarbeit untereinander, aber auch angebote notwendig sind. Diesem Thema haben mit den Kommunen. wir uns angenommen und werden ab 2020 ganz gezielt mit den Ländern in Kooperationen gehen. Wir wollen einerseits mit Online-Angeboten Schulleitungen bei der Gestaltung des digitalen Wandels 8 In welchen Projekten haben Kultus- unterstützen. Dafür sind neben Webinaren auch ministerkonferenz, Länder und Forum Workshops in den Landesinstituten geplant. Ande- Bildung Digitalisierung schon konkret rerseits werden wir Werkstätten mit Schulträgern zusammengearbeitet? durchführen und dort Leitfäden, Planungsvorlagen und Checklisten entwickeln für die Zusammen- Udo Michallik: Da fallen mir spontan unsere zwei arbeit mit Schulen, Schulaufsicht und Medien- Fachtagungen in Hamburg und München mit dem beratungen zur gemeinsamen Gestaltung der Titel „Dimension Digitalisierung – Lehrkräfte Digitalisierung von Schulen. FACHTAGUNG Die nächste Fachtagung findet unter dem Titel „Dimension Digitalisierung – Schulleitungen stärken“ am 16. und 17. Juni 2020 in Rheinland-Pfalz statt. Fachtagung „Dimension Digitalisierung – Lehrkräfte stärken“ 2019 in München p l a n b d – fa c h m a g a z i n f ü r s c h u l e i n d e r d i g i ta l e n w e lt Mit welchen Vorhaben geht die Kultus- mit den Herausforderungen der Digitalisierung ministerkonferenz die Gestaltung des richtig umzugehen – im technischen, aber auch im Kulturwandels an Schulen an? ethischen Sinne. Denn es wird immer schwerer, sich zurechtzufinden und zu entschlüsseln, was Udo Michallik: Wir befinden uns mitten in der Um- wahr ist und was nicht – bei diesen unendlich vielen setzung des Digitalpakts Schule 2019 bis 2024. Dies Informationen, die zu jeder Zeit und an jedem Ort ist eine große Herausforderung für alle, denn das abrufbar sind. Primat der Pädagogik soll trotzdem im Vordergrund Nils Weichert: Die Schule der Zukunft versetzt alle stehen. Endgeräte allein machen es dabei nicht, Kinder und Jugendlichen in die Lage, die Chancen vielmehr geht es um entsprechende pädagogische der Digitalisierung nutzen zu können. Es reicht Konzepte an den Schulen, untermauert von ange- nicht aus, Bildungseinrichtungen beim Aufbau passten Lehrplänen und flankiert mit Lehrkräfte- digitaler Infrastrukturen und der Ausstattung fortbildung zum digitalen Lernen. mit Geräten zu unterstützen. Stattdessen ist es unabdingbar, Bildungsprozesse ganzheitlich neu zu betrachten – ausgehend von der Frage, welche Kompetenzen Kinder und Jugendliche in der Was zeichnet das Forum Bildung Digi- digitalen Welt tatsächlich benötigen. Die Chiffre talisierung aus und welchen Beitrag „zeitgemäße Bildung“ steht für mich in diesem kann es zur Gestaltung des Bildungs- Zusammenhang für ein offenes Verständnis von systems leisten? Bildung, das Konventionen überwindet, neue Wege beschreitet und Freiräume schafft: pädagogisch, Nils Weichert: Neben den acht Mitgliedsstiftungen didaktisch oder technologisch. Schulen benöti- beteiligen sich über Netzwerke eine Vielzahl weiterer gen ausreichend Ressourcen, um zukunftsfähige zivilgesellschaftlicher Organisationen an der Arbeit Schul- und Unterrichtskonzepte entwickeln zu des Vereins. Über Kooperationen, Veranstaltungen, können. Nur so können digitale Technologien dabei gemeinsame Projekte und Publikationen bringen unterstützen, schulische Herausforderungen wie wir wichtige Expertisen und unterschiedliche Stand­ Inklusion anzugehen, ohne als zusätzliche Aufgabe punkte zusammen, um gemeinsam zu einem besse- wahrgenommen zu werden. ren Verständnis über Möglichkeiten und geeignete Strategien für zeitgemäße Bildung zu gelangen. Zielsetzung ist, einen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit in der digitalen Welt zu leisten und dafür ent- Was wünschen Sie sich für die sprechende Konzepte und Vorhaben auf den Weg weitere Zusammenarbeit? zu bringen. Nils Weichert: Gemeinsam können wir mehr erreichen. Davon bin ich überzeugt. Über die Diskussion von guten Ansätzen und Modellen hinaus wird es Wie sieht sie aus, die Schule nun verstärkt notwendig sein, diese in gemeinsa- der Zukunft? men Projekten umzusetzen. Ganz konkret und ganz praktisch vor Ort und gemeinsam mit den Ländern. Udo Michallik: In der Schule der Zukunft wird man Udo Michallik: Ich wünsche mir, dass wir die gute auch weiterhin lesen, schreiben, rechnen und das Zusammenarbeit mit dem Forum Bildung Digitali- lernen, was ein Mensch im 21. Jahrhundert für ein sierung fortsetzen, dass sich die Zivilgesellschaft selbstbestimmtes Leben braucht. Dabei ist für einbringt und dass das System insgesamt davon mich weniger die Form entscheidend, sondern das, profitiert. was gelehrt wird. Die Digitalisierung macht nicht alles neu, aber sie bietet uns dabei neue Wege für alte Fragen und die Herausforderungen, die noch auf uns zukommen. Neu wird aber sein, dass wir die Schülerinnen und Schüler konsequent befähigen, 9 f o r u m b i l d u n g d i g i ta l i s i e r u n g SÖNKE KNUTZEN UND RONNY RÖWERT (GEM)EINSAM ARBEITEN? – ZUSAMMENARBEIT FÜR GUTE SCHULBILDUNG IM DIGITALEN ZEITALTER 10 Kollaboration unter Lehrkräften in der digitalen Welt kann sehr vielfältig sein. Durch kollaborative Ansätze können Kompetenzen in der digitalen Welt bei Lehrkräften ebenso wie bei Schülerinnen und Schülern gefördert werden. Wie das funktionieren kann, zeigt das Beispiel eines erfolgreichen Kollaborationsszenarios zur Entwicklung eines digitalen Unterrichtsbausteins auf der Plattform des digital.learning.lab. p l a n b d – fa c h m a g a z i n f ü r s c h u l e i n d e r d i g i ta l e n w e lt ZUSAMMENARBEIT IM ALLGEMEINEN UND INSBESONDERE IN DIGITALEN KONTEXTEN BEDEUTET VOR ALLEM, DASS ARBEITSPROZESSE TRANSPARENTER WERDEN UND TRADIERTE HIERARCHIEN HINTERFRAGT WERDEN. (GEM)EINSAM AN SCHULEN IN DIGITALEN ZEITEN? I n einer zunehmend digitalen Welt sind schu- Die These, dass sich die Potenziale der digitalen lische Bildung und Unterrichtsgestaltung mit Transformation für die Schulentwicklung nicht au- neuen Anforderungen und daraus resultierenden tomatisch entfalten und realisieren, sondern eine Veränderungen konfrontiert. Digitalisierung in der gezielte und fundierte Kompetenzentwicklung zur Bildung ist dabei mehr als ein Selbstzweck. Sie soll Voraussetzung haben, kann insbesondere anhand auf der einen Seite durch die Nutzung der Potenzia- der Herausforderungen und Möglichkeiten der Kol- le digitaler Medien neue Lernwege ermöglichen und laboration unter Lehrkräften verdeutlicht werden. auf der anderen Seite Schülerinnen und Schüler Zweifelsohne ergeben sich für Lehrkräfte durch auf eine digitalisierte Lebens- und Arbeitswelt digitale Medien früher nie gedachte Möglichkeiten, vorbereiten. Digitale Medien sind also zugleich um zeit- und ortsunabhängig gemeinsam zusam- Mittel und Gegenstand. Sie werden genutzt, um menzuarbeiten. Mit Padlet lassen sich kollaborativ Lernprozesse zu unterstützen. Gleichzeitig sind sie Dokumente, Schaubilder und Webseiten erstellen. zum Unterrichtsgegenstand geworden, denn kaum Mit Flinga können gemeinsam Brainstormings als eine Fachdisziplin ist noch ohne Digitalisierung Mindmap sowie Whiteboards entwickelt werden. denkbar. Die Schülerinnen und Schüler müssen Mit Etherpad, GoogleDocs oder CodiMD lassen sich also dringend digitale Kompetenzen (weiter-)ent- gemeinsam Texte entwerfen. Mit Doodle können wickeln, um sich auf eine veränderte Lebens- und parallel unkompliziert Termine für den Austausch Arbeitswelt vorzubereiten. Folgerichtig brauchen und die Zusammenarbeit gefunden werden. dann auch die Lehrkräfte neue Kompetenzen, um digitale Möglichkeiten reflektieren und einordnen An Tools und technischen Anwendungen zur sowie digitale Werkzeuge sinnvoll einsetzen zu leichteren digitalen Zusammenarbeit mangelt es können. Nur so können alle Beteiligten nicht nur an nicht. Das gilt für Schulen ebenso wie für beruf- einer digitalisierten Welt teilhaben, sondern diese liche und private Bereiche. Doch genau aus diesen auch aktiv mitgestalten. unterschiedlichsten Erfahrungshorizonten wissen wir, dass die Zusammenarbeit in neuen digitalen 11 f o r u m b i l d u n g d i g i ta l i s i e r u n g Kontexten weit mehr voraussetzt als kleinere indi- individuelle Handlungsautonomie zur Erfüllung der viduelle Verhaltensanpassungen. Zusammenarbeit pädagogischen Aufgaben charakterisiert (Rothland im Allgemeinen und insbesondere in digitalen & Terhart 2007). Wie können vor diesem Hinter- Kontexten bedeutet vor allem, dass Arbeitsprozes- grund digitale Medien ein Katalysator für Kollabora- se transparenter werden und tradierte Hierarchien tionen unter Lehrkräften sein? Für welche Formen hinterfragt werden. Somit geht es bei neuen For- der Zusammenarbeit bieten digitale Medien die men der Kollaboration in digitalen Zeiten – wie bei größten Potenziale? Und wie kann Kollaboration allen Organisationsentwicklungsprozessen – auch unter Lehrkräften einen Beitrag zu zeitgemäßer um einen Kultur- und Haltungswandel. Der Beruf Schulbildung in digitalen Zeiten leisten? als Lehrkraft ist seit jeher durch eine ausgeprägte WIE UNTERSCHIEDLICH KANN KOLLABORATION UNTER DIGITALEN BEDINGUNGEN AUSSEHEN? 12 Die Ausgangsbedingungen für eine verstärkte Kol- nur von wenigen Lehrkräften praktiziert (ebd.). laboration unter Lehrkräften an deutschen Schulen Kollaboration in Bezug auf eine Kultur des Teilens könnten grundsätzlich kaum besser sein, denn ihre von Unterrichtskonzepten und -materialien kann breite Masse steht der Zusammenarbeit und dem somit entlang der geografischen Reichweite der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen entschie- Kollaboration differenziert werden. Regionale bzw. den offen und positiv gegenüber. So finden es 97 überregionale Kollaborationsszenarien auf Ebene Prozent der Lehrkräfte wichtig, mit Kolleginnen des Teilens und des gemeinsamen Erarbeitens von und Kollegen zusammenzuarbeiten. Den entspre- Unterrichtsmaterialien mittels digitaler Wege sind chenden Aufwand finden 87 Prozent der Lehrkräfte bislang eher die Ausnahme. gerechtfertigt. Betrachtet man konkretere Formen der Kollaboration und die gelebte Praxis, so zeigt Gleichzeitig kann bei der Zusammenarbeit unter sich ein deutlich gemischteres Bild an Einstel- Lehrkräften nach der Intensität im Sinne der Tiefe lungen (Richter & Pant 2016). Um Kollaborationen bzw. der Verbindlichkeit der Kollaboration unter- unter Lehrkräften besser zu verstehen und zu för- schieden werden. Wird dies anhand des konkreten dern, ist eine Differenzierung nach Szenarien der Anwendungsfalls des gemeinsamen Teilens von Kollaboration im Bereich der Schulbildung vor dem Unterrichtsmaterialien unterschieden, so ist von besonderen Hintergrund der digitalen Bedingungen einer geringen Intensität der Kollaboration aus- vorzunehmen. zugehen, wenn Lehrkräfte ihren Kolleginnen und Kollegen ihre Unterrichtsmaterialien und -konzepte Die unterschiedlichen Dimensionen, entsprechend direkt weitergeben. Von einer wesentlich ausge- denen sich Differenzierungen bei der Kollaboration prägteren Intensität der Lehrkräftekooperation ist unter Lehrkräften erkennen und vornehmen lassen, auszugehen, wenn Lehrkräfte gemeinsam mittels kristallisieren sich besonders deutlich am Anwen- digitaler Möglichkeiten wie Etherpad Unterrichts- dungsfall des Teilens von Unterrichtsmaterialien materialien entwickeln und über ein eigenes Blog heraus. So zeigen unterschiedliche Erhebungen, oder Portale wie das digital.learning.lab Unter- dass das Gros der Lehrkräfte Unterrichtsmateria- richtsmaterialien und -konzepte veröffentlicht lien mit Kolleginnen und Kollegen teilt. 80 Prozent werden. Entsprechend lassen sich entlang der der Lehrkräfte stellen ihren Kolleginnen und Kolle- Dimensionen Reichweite und Intensität unter- gen Unterrichtsmaterialien zur Verfügung (Schmid, schiedliche Szenarien für Kollaborationen unter Goertz & Behrens 2017). Das passiert jedoch in der Lehrkräften feststellen. Regel nur selten über digitale Wege wie Plattformen. 90 Prozent der Unterrichtsmaterialien werden direkt im Kollegium vor Ort geteilt. Das Teilen über Plattformen wie Landesbildungsserver wird bisher p l a n b d – fa c h m a g a z i n f ü r s c h u l e i n d e r d i g i ta l e n w e lt Reichweite der Kollaboration (Über-) Regionale Kollaboration unter Lehrkräften mit geringer Intensität (Beispiel: Austausch auf Fachtagungen) (Über-) Regionale Kollaboration unter Lehrkräften mit hoher Intensität (Beispiel: Gemeinsame Veröffentlichung digitaler Unterrichtseinheiten) Kollaboration im Kollegium mit geringer Intensität (Beispiel: Teilen von Unterrichtsmaterialien im Schulkollegium) Kollaboration im Kollegium mit hoher Intensität (Beispiel: Hospitation oder Unterricht im Team) Intensität der Kollaboration Szenarien von Kollaborationen unter Lehrkräften MÖGLICHKEITEN DER VERSTÄRKTEN KOLLABORATION UNTER LEHRKRÄFTEN IN DIGITALEN ZEITEN Die Kultusministerkonferenz (KMK) betont in ihrer Behörde für Schule und Berufsbildung und der Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ (KMK 2017) Joachim Herz Stiftung das digital.learning.lab die besondere Bedeutung der Kompetenzentwick- entwickelt. Durch verschiedene Inhaltselemente lung im Bereich der Zusammenarbeit. Die Formu- können Lehrkräfte unabhängig von ihrem Vorwissen lierung des Kompetenzbereichs „2. Kommunizieren Unterricht in digitalen Zeiten schnell und einfach und Kooperieren“ und insbesondere die darunter neu denken. Der Zugang zu allen Inhalten erfolgt gefasste Kompetenz „Zusammenarbeit“ sollte im Sinne der Kompetenzförderung über die sechs aber nicht nur für die Kompetenzentwicklung der Kompetenzbereiche, die in Schülerinnen und Schüler gelten, sondern ebenso der KMK-Strategie festgelegt für die Lehrkräfte. Denn die in der KMK-Strategie wurden. Auf der Plattform genannten Kompetenzen erzeugen einen unmittel- werden Unterrichtsbau- baren Handlungsdruck auf die Aus- und Fortbildung steine, Tools und Trends zur von Lehrkräften. Um ihre Kompetenzentwicklung Verfügung gestellt. Digitale zu fördern und um neue Formen der Zusammen- Unterrichtsbausteine dienen arbeit unter Lehrkräften zu unterstützen, die über dabei als Praxisbeispiele, die bisher bereits verbreiteten Formen des lokalen die konkrete Unterrichts- Austauschs im Kollegium hinausgehen, sollten situationen im schulischen insbesondere Kollaborationsszenarien über und mit Fachunterricht mit digitalen digitalen Medien gestärkt werden. Auf diese Weise Medien beschreiben. lassen sich Szenarien einer räumlich und zeitlich HTTPS:// DIGITALLEARNINGLAB. DE OPEN EDUCATIONAL RESOURCES (OER) Open Educational Resources (OER) sind Bildungsmaterialien jeglicher Art und in jedem Medium, die unter einer offenen Lizenz, zum Beispiel einer Creative-Commons-Lizenz (CC-Lizenz), veröffentlicht werden. Eine solche offene Lizenz ermöglicht den kostenlosen Zugang sowie die kostenlose Nutzung, flexiblen Zusammenarbeit unter Lehrkräften rea- Diese Lernszenarien mit of- Bearbeitung und Weiterverbrei- lisieren. Solche Kollaborationsformen sollten aber fener Lizenz sind so aufberei- tung durch andere ohne oder mit nicht künstlich zum Selbstzweck forciert werden, tet, dass andere Lehrkräfte geringfügigen Einschränkungen. sondern Lehrkräfte genau dabei unterstützen, wo sie direkt herunterladen, bei Mehr Informationen zu Creative- sie am meisten in der eigenen Berufspraxis profi- Bedarf abwandeln und im tieren können: bei der Unterrichtsgestaltung und Unterricht einsetzen können. -umsetzung. Ein möglicher Weg zur Förderung ent- Durch eine Weiterentwick- sprechender (über-)regionaler plattformbasierter lung des digital.learning.lab Kollaborationsszenarien unter Lehrkräften kann können Lehrkräfte die Plattform nicht nur „passiv“ die gemeinsame Entwicklung digital gestützter nutzen, sondern auch proaktiv selbst, vor allem je- Unterrichtsszenarien in Form offener Bildungs- doch in Zusammenarbeit mit anderen Lehrkräften, materialien (OER) sein. Die Technische Universität gemeinsam entwickeln und online teilen. Dafür sind Hamburg hat dafür gemeinsam mit der Hamburger folgende Schritt vorgesehen: Commons-Lizenzen sind zu finden unter: https://creativecommons. org/licenses 13 f o r u m b i l d u n g d i g i ta l i s i e r u n g 1. REGISTRIERUNG UND LOGIN Im Login-Bereich können sich Lehrkräfte registrieren. Für das Anlegen eines Benutzenden­ kontos sind nur die Informationen Name, Mailadresse und Passwort erforderlich. 2. FORMULAR AUSFÜLLEN Im eingeloggten Bereich kann dann mit der zunächst nicht-öffentlichen Entwicklung eines eigenen digitalen Unterrichtsbausteins begonnen werden. Informationen zum Unterrichtsbaustein wie Eckdaten (Titel, Bild, Schulfach usw.) und dem pädagogischen Konzept (Bezug zu KMK-Kompetenzen, Fachkompetenzen, Lehrplanbezug usw.) können über ein Online-Formular nach und nach eingepflegt und über die Vorschau betrachtet werden. 3. VORSCHAU UND EINREICHUNG Für die gemeinsame Zusammenarbeit mehrerer Autorinnen und Autoren an einem neuen digitalen Unterrichtsbaustein können andere, bereits registrierte Benutzerinnen und Benutzer als sogenannte Co-Autorinnen und -autoren aktiv zur Zusammenarbeit eingeladen werden. Diese können nach Zustimmung zur Einladung dann mit gleichen Rechten parallel orts- und zeitunabhängig Informationen zum gemeinsamen neuen Unterrichtsbaustein ergänzen. Die Kommunikation zwischen den Autorinnen und -autoren erfolgt dabei (noch) außerhalb der Plattform – in der Annahme, dass sich diese ohnehin vorher kennen und kommunizieren. Die Autorinnen und Autoren einigen sich gemeinsam auf die Inhalte, das mediendidaktische Konzept sowie die Rahmenbedingungen zur Veröffentlichung des digitalen Unterrichtsbausteins, beispielsweise den Lehrplanbezug oder 14 die CC-Lizenz im Sinne der Offenheit der Nachnutzbarkeit. 4. VERÖFFENTLICHUNG NACH SICHTUNG Wenn mindestens alle Pflichtfelder durch das Autorinnen- und Autorenteam ausgefüllt wurden, kann der Unterrichtsbaustein zur inhaltlichen und urheberrechtlichen Sichtung durch erfahrenes pädagogisches Personal an der Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung und an der Technischen Universität Hamburg eingereicht werden. Nach der Sichtung wird der Baustein entweder direkt veröffentlicht oder das Autorinnen- und Autorenteam erhält im Fall von Nachbe- arbeitungswünschen eine Nachricht mit Feedback zur Nachbearbeitung. Am Ende des Kollaborationsprozesses steht der gemeinsam veröffentlichte digitale Unterrichtsbaustein, der durch die offene Lizenz von anderen Lehrkräften kostenlos heruntergeladen, frei bearbeitet und in anderen Unterrichtskontexten erprobt werden kann. IN 4 SCHRITTEN ZUM GEMEINSAMEN DIGITALEN UNTERRICHTSBAUSTEIN Registrieren, Einloggen und über ein Online-Formular digitalen Unterrichtsbaustein strukturiert aufbereiten und einrichten 1. Registrierung und Login 2. Formular ausfüllen Erfahrenes pädagogisches Personal sichtet und veröffentlicht die Inhalte 3. Vorschau und Einreichung Gemeinsame Entwicklung von digitalen Unterrichtsbausteinen im digital.learning.lab 4. Veröffentlichung nach Sichtung p l a n b d – fa c h m a g a z i n f ü r s c h u l e i n d e r d i g i ta l e n w e lt Dieser Kollaborationsprozess zur Erarbeitung und ansprechende Angebote zu ES GILT NUN ALSO, LEHRKRÄFTEN Veröffentlichung von digital gestützten Unter- unterbreiten, um von den KONKRETERE, ANSPRECHENDE AN- richtskonzepten zeigt exemplarisch, wie durch die neuen Möglichkeiten für eine GEBOTE ZU UNTERBREITEN, UM VON digitalen Technologien Kollaborationsszenarien verstärkte und bessere Zu- DEN NEUEN MÖGLICHKEITEN FÜR EINE denkbar werden, die hinsichtlich der Intensität und sammenarbeit Gebrauch zu VERSTÄRKTE UND BESSERE ZUSAM- Reichweite neuartig sind. Da die Zusammenarbeit machen. Auf diese Weise MENARBEIT GEBRAUCH ZU MACHEN. unter Lehrkräften – exemplarisch sichtbar am Bei- kann nicht nur eine Weiter­ spiel des Austauschs von Unterrichtsmaterialien entwicklung des Fachunterrichts erreicht, sondern und -szenarien – an sich keine Ausnahme, sondern gleichzeitig auch die Förderung der Kompetenzen eher Normalität ist, ist der Weg zu neuen, ska- für eine digitale Welt realisiert werden – und zwar lierbaren Formen der Kollaboration mit digitalen für Schülerinnen und Schüler ebenso wie für Lehr- Medien gangbar und weiter unterstützenswert. kräfte. Es gilt nun also, Lehrkräften konkretere, über die autoren 15 Sönke Knutzen ist Leiter des Instituts für Technische Ronny Röwert ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bildung und Hochschuldidaktik (ITBH) an der Technischen Institut für Technische Bildung und Universität Hamburg, an der er zuvor Vizepräsident für Lehre Hochschuldidaktik (ITBH) an der Technischen war. Das ITBH forscht im Bereich der beruflich-technischen Universität Hamburg. Nach Stationen bei Bildung. Im Mittelpunkt der Forschungsaktivitäten stehen dabei Kiron Open Higher Education und dem Stifterverband Digitalisierung, Kompetenzorientierung und forscht und lehrt er dort im Bereich digital innovative Bildungskonzepte. Am Institut werden digitale gestützter Bildungsprozesse und betreut das Projekt digital.learning.lab für die Hamburg Open Online University umgesetzt. Unterrichtsgestaltung in digitalen Zeiten. LITERATUR Bildungsprojekte wie das digital.learning.lab und die KMK (2017): Bildung in der digitalen Welt. Strategie der Kultusministerkonferenz. Online: https://www. kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_ beschluesse/2018/Strategie_Bildung_in_der_digitalen _Welt_idF._vom_07.12.2017.pdf [Stand: 13.12.2019] Richter, D. & Pant, H. A. (2016): Lehrerkooperation in Deutschland. Eine Studie zu kooperativen Arbeitsbeziehungen bei Lehrkräften der Sekundarstufe I Online: https://www.telekom-stiftung.de/sites/ default/files/files/media/publications/studie_lehrer kooperation_in_deutschland_1.pdf [Stand: 13.12.2019] Rothland, M. & Terhart, E. (2007): Beruf: Lehrer – Arbeitsplatz Schule. Charakteristika der Arbeitstätigkeit und Bedingungen der Berufssituation. In: M. Rothland (Hrsg.), Belastung und Beanspruchung im Lehrerberuf. Modelle, Befunde, Interventionen (S. 11–29) Schmid, U., Goertz, L. & Behrens, J. (2017): Monitor Digitale Bildung. Die Schulen im digitalen Zeitalter Online: https://www.bertelsmann-stiftung.de/file admin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/ BSt_MDB3_Schulen_web.pdf [Stand: 13.12.2019] f o r u m b i l d u n g d i g i ta l i s i e r u n g SCHULINTERNE FORTBILDUNGSANGEBOTE: VERÄNDERUNGEN IM KOLLEGIUM BEWIRKEN Wie können Lehrkräfte begleitend zur Ausübung ihrer Tätigkeit bestmöglich auf die Anforderungen der digitalen Welt vorbereitet werden? Das Oskar-Maria-Graf Gymnasium Neufahrn bei Freising in Oberbayern hat dafür ein umfassendes schulinternes Fortbildungskonzept etabliert und setzt auch auf externe Beratung und Austausch in Netzwerken. 16 „Zur Berufsfertigkeit braucht es die Erfahrung der Autoren ist eindeutig: Die Lehrkräftefortbildung in Praxis, die kollegiale Reflexion und die Adaption von Deutschland ist unterfinanziert, wenig transparent Expertenwissen“, sagt Peter Daschner, Direktor und kaum nachhaltig. Das Problem ist nämlich: des Hamburger Landesinstituts für Lehrerbildung Wenn Lehrkräfte an Fortbildungen teilnehmen, „ZUR BERUFSFERTIGKEIT BRAUCHT ES DIE ERFAHRUNG DER PRAXIS, DIE KOLLEGIALE REFLEXION UND DIE ADAPTION VON EXPERTENWISSEN.“ und Schulentwicklung. Ein Team um dann handelt es sich meist um einmalig stattfin- Daschner hat in der im Frühling 2019 dende Kurse ohne Nachbearbeitung oder Fort- erschienenen Studie „Lehrkräfte- setzung. Aber selbst hoch motivierten Lehrkräften fortbildung in Deutschland. Be- fällt es schwer, an einem Nachmittag Handlungs- standsaufnahme und Orientierung“ routinen und Gewohnheiten zu verändern. Fach- belegt, dass die Auswirkungen von leute empfehlen, in Fortbildungen tiefergreifende Fortbildungen, die nur von einzel- Lernprozesse zu ermöglichen und zur Reflexion nen Lehrkräften besucht werden, im anzuregen. Die Fortbildung muss erlauben, das Schulalltag weitestgehend verpuffen (Daschner Gelernte anzuwenden, Fehler zu machen und aus & Hanisch 2019). Das Urteil der Autorinnen und diesen zu lernen. UNTERRICHT WEITERENTWICKLUNG VON UNTERRICHT DURCH FORTBILDUNG DES GESAMTEN KOLLEGIUMS Ein Weg dahin sind Fortbildungen, die als schulin- Kollegium zur gemeinschaftlichen Umsetzung von terne wiederkehrende Veranstaltungen für das ge- Vorhaben der Schul- und Unterrichtsentwicklung in samte Kollegium angelegt sind. Bei schulinternen der digitalen Welt eingeübt wird. Denn immer noch Fortbildungen steht gemeinsames Entwickeln ganz sind viele Lehrkräfte Einzelkämpfende, obwohl kol- oben auf der Prioritätenliste, um Kompetenzen im laborative Ansätze nachweislich mehr Qualität in Team auf- und auszubauen. Diese Konzeption hat den Unterricht und mehr Zufriedenheit in die Arbeit den Vorteil, dass – fast nebenbei – Kollaboration im bringen können. p l a n b d – fa c h m a g a z i n f ü r s c h u l e i n d e r d i g i ta l e n w e lt Einige Schulen, wie etwa das Oskar-Maria-Graf- Jugendlichen zu urteilsfähigen und kritischen Gymnasium Neufahrn bei Freising, haben bereits Nutzenden digitaler Medien zu machen, müssen Erfahrungen in der Konzeption von schulinternen allerdings erst einmal die Lehrkräfte auf den neu- Angeboten zur Digitalisierung gemacht. Das Neu- esten Wissensstand gebracht werden. HTTPS://OMGNEUFAHRN.DE fahrner Kollegium sieht sich seit einigen Jahren damit konfrontiert, dass Schülerinnen und Schüler Am Anfang stand der Wunsch, für den Unterricht heute bereits mehr Zeit vor den Bildschirmen und die Erfüllung der pädagogischen Zielsetzun- digitaler Medien verbringen als in der Schule – ihre gen ebenso selbstverständlich Bücher wie digitale Lebenswelt ist stark digital geprägt. Aber nur, weil Instrumente einzusetzen. Die Lehrkräfte waren Kinder und Jugendliche digitale Medien konsumie­ sich einig, dass diese Entwicklung nicht von oben ren, sind sie nicht auch kompetente Nutzende. Die verordnet werden könne, sondern von innen heraus International Computer and Information Literacy entwickelt werden müsse. Die Teilnahme an schul- Study (ICILS) bestätigt die Lehrkräfte in dieser internen Fortbildungen ist daher freiwillig. Einschätzung (Eickelmann u. a. 2019). Um die KOLLEGIUM UNTERRICHT Innovation didaktisch reflektierter Einsatz digitaler Medien Weiterentwicklung Zuwachs an Erfahrungswerten (Praxisbezug) FORTBILDUNGSTEAM Moderner digitaler Unterricht lebt vom gewinnbringenden Austausch der schulischen Akteure und Akteurinnen. Dieser Austausch wird durch ein Fortbildungsteam begünstigt, sodass langfristig eine Optimierung der Unterrichtsqualität gewährleistet ist. Gezielte Information Schaffung eines Informationspools zur digitalen Didaktik auf der Admin-Website, adressatenspezfische Steuerung des Informations­fl usses über das Infoportal Niedrigschwellige Soforthilfe Peer-to-Peer-Schulung, Austauschforum (mebis) Gezieltes Training Schulinterne Mikrofortbildungen, Teachmeets, Handouts zum Selbststudium (mebis), Fortbildungsnachmittage NETZWERK Produktiver Austausch Teilnahme an Netzwerktreffen, Multiplikation von Expertinnen- und Expertenwissen Information fundierte Recherchearbeit SCHULLEITUNG Austausch Impulse für die bedarfsgerechte Planung von Fortbildungen durch externe Referenzen Kooperation Unterstützung bei der Implementierung des Medienkonzepts Andrea Holler: Das schulinterne Fortbildungskonzept des Oskar-Maria-Graf-Gymnasiums Neufahrn bei Freising 17 f o r u m b i l d u n g d i g i ta l i s i e r u n g KOLLEGIUM WISSENSMANAGEMENT UND PEER-TO-PEER-BERATUNG IM KOLLEGIUM Im Mittelpunkt des Fortbildungskonzepts steht die verfolgt den Ansatz einer Peer-to-Peer Beratung. Expertise eines Fortbildungsteams aus medien- Lehrkräfte unterstützen sich hier gegenseitig, um affinen Lehrkräften, die bereits tiefergehende Herausforderungen im Digitalisierungsprozess ge- Kenntnisse in der Gestaltung von digitalen Lehr- meinsam zu bewältigen. und Lernszenarien haben. Zur Qualifizierung des Kollegiums werden verschiedene Formate angebo- Mit diesen Bausteinen gelang es dem Neufahrner ten: Kernelement des Fortbildungskonzepts sind Gymnasium, in der Breite zu einem didaktisch DIE IT-AUSSTATTUNG AM OSKAR-MARIA-GRAFGYMNASIUM reflektierten Einsatz digitaler Medien im Unterricht Mikrofortbildungen, die zu kommen. Ein Beispiel dafür ist der Mathematik- meist in der Mittagspause unterricht: Fachlehrkräfte nehmen jetzt Unter- stattfinden. Dabei stellt richtssequenzen digital auf und stellen diese den das Fortbildungsteam Schülerinnen und Schülern online als Video zur erprobte Webtools regel- Verfügung. Die Lernenden können sich den Vortrag mäßig dem Kollegium vor. der Lehrkräfte jederzeit anhören und sich Zusatz- Zusätzlich erstellen sie material wie erklärende Grafiken dazu ansehen. Handouts zum Selbststu- Im eigentlichen Unterricht haben die Lehrkräfte dium. Daneben wurde ein dadurch Zeit und Ruhe, um auf individuelle Fragen schulinterner Online-Kurs zu den Aufgaben oder auf Lernschwierigkeiten zur digitalen Didaktik auf einzugehen. der bayerischen OnlineGrundvoraussetzung für den Erfolg Lernplattform mebis eines Digitalkonzepts ist die entspre- geschaffen, in der sich das Lehrkräfte jetzt: Digitales Lernen kann sehr chende IT-Ausstattung. Beim Oskar- Kollegium informieren, motivierend sein und unterstützt Differenzierung Maria-Graf-Gymnasium besteht diese austauschen und Empfeh- und individuelle Förderung, sofern die Instrumente lungen aussprechen kann. entsprechend eingesetzt werden. Wichtig ist, dass Die dauerhaft hinter- Lehrkräfte auf einen erprobten Fundus an digitalen legten Antworten dienen Instrumenten zurückgreifen können, ohne jedes allen als Hilfestellung. Mal Zeit in aufwendige Recherchearbeit investieren Eine eigens eingerichtete zu müssen. aus einer im gesamten Schulgebäude funktionierenden Internetverbindung sowie einem PC, einer Dokumentenkamera und einem Beamer sowie Apple-TV in jedem Klassenraum. Die Schule besitzt acht iPad-Koffer mit je 16 iPads und zwei Computerräume Nach einer Reihe dieser Erfahrungen wissen die Soforthilfe-Sprechstunde mit stationären PCs. STEUERAUFGABEN DER SCHULLEITUNG SCHULLEITUNG 18 45-minütige schulinterne Das Kollegium einer Schule besteht aus Menschen, in den Prozess einzubinden und auf ihre freiwillige die unterschiedlich veränderungsbereit sind. Mitarbeit zu bauen. Das Prinzip Begegnung setzt Schulleitungen in ihrer besonderen Verantwortung auf die Kontakthypothese, wonach die Akzeptanz für die Organisations- und Personalentwicklung einer Neuerung wächst, je mehr Kontakt aufgebaut sollten dabei auf drei zentrale Prinzipien setzen wird. Der Kontakt kann beispielsweise durch gute (Zorn 2019), um alle – enthusiastische wie auch Beispiele sowie den Austausch und die Vernetzung skeptische Kollegiumsmitglieder – in einen schul- mit Schulen, die bereits auf dem Weg sind, sich internen Entwicklungsprozess einzubinden: Betei- als gute Schule in der digitalen Welt aufzustellen, ligung, Begegnung und Bedeutsamkeit. Beteiligung gelingen. Bedeutsamkeit stellen Schulleitungen bedeutet, besonders Veränderungsunwillige früh beispielsweise her, indem sie Ziele definieren und p l a n b d – fa c h m a g a z i n f ü r s c h u l e i n d e r d i g i ta l e n w e lt deutlich machen, wenn und wann diese erreicht fortlaufende Aktualisierung und Anpassung des sind. Für die Schulleitung kann außerdem ein Fortbildungskonzepts und letztlich durch Austausch mit Fachleuten außerhalb der Schule Kooperationen Unterstützung zur Umsetzung sehr hilfreich sein, um neue Impulse für die des schulischen Medienkonzepts zu erhalten. Neben schulinternen Angeboten sind Netzwerke einbinden, die ihren Horizont über die staatlichen von Schulen – auch bundesländerübergreifend – Strukturen hinaus erweitern. Das Oskar-Maria- hilfreich, um Herausforderungen zu diskutieren Graf-Gymnasium ist aus diesem Grund am Schul- und Lösungsansätze zu entwickeln und zu verbrei- netzwerk des Forum Bildung Digitalisierung ten. Neben der Möglichkeit, dass Schulen eigen- beteiligt, das über dieses Format mit Schulen ständig Netzwerke mit anderen Schulen aufbauen verschiedener Schulformen aus allen Bundes- und entwickeln, können zusätzlich Anregungen und ländern zusammenarbeitet. Die Auszeichnung des Unterstützungsangebote von weiteren Beteiligten Gymnasiums als „Smart School“ durch den Verband kommen. der Digitalwirtschaft Bitkom bringt die Schule in NETZWERK UNTERSTÜTZUNG DURCH SCHULÜBERGREIFENDEN AUSTAUSCH IN NETZWERKEN ein weiteres Netzwerk und bestätigt die besondere Schulnetzwerke sollten sich jedoch nicht als ge­- Berücksichtigung der Digitalisierung in den Be- schlossene Zirkel verstehen, sondern außerschuli- reichen Infrastruktur, Lehrkräftefortbildung und sche Partner – auch aus der Zivilgesellschaft – pädagogische Konzepte. DAS SCHULNETZWERK DES FORUM BILDUNG DIGITALISIERUNG Im Rahmen von Werkstätten oder Workshops Forum und den beteiligten Schulen kann dazu erhalten teilnehmende Schulen im Peer-to- beitragen, dass der ganzheitliche Schulent- Peer-Ansatz Raum und Zeit, um Ideen zur wicklungsprozess zur Gestaltung des digitalen Gestaltung von Schulentwicklungsprozessen Wandels konsequent weiterverfolgt wird. Dazu in der digitalen Welt auszutauschen und neu zu haben sich unter den Schulen des Netzwerks be- entwickeln. Die vertrauensvolle und ergeb- reits eigenständige Projekte und Kooperationen nisorientierte Zusammenarbeit zwischen dem zur gegenseitigen Unterstützung entwickelt. BILDUNGSVERWALTUNG ALS BEGLEITER UND BERATER DES (SCHULINTERNEN) WANDELS Staatliche Institutionen können schulinterne Landessprachen: Deutsch, Französisch und Lu- Fortbildungen ebenfalls unterstützen. Im kleinen xemburgisch. Von den rund 100.000 Schülerinnen Nachbarland Luxemburg funktioniert das vor- und Schülern sprechen 65 Prozent kein Luxembur- bildlich. Die Ausgangslage erscheint zunächst gisch zu Hause. Das hat zur Folge, dass Lehrkräfte komplex. Die Schulen sind dort mit extremer täglich mit einer großen Vielfalt an unterschiedli- sprachlicher Heterogenität ihrer Schülerinnen und chen Wissensbeständen und Lernvoraussetzungen Schüler konfrontiert. Fast die Hälfte von ihnen hat umgehen müssen. keinen Luxemburger Pass. Es gibt drei offizielle 19 f o r u m b i l d u n g d i g i ta l i s i e r u n g HTTPS:// WWW.SCRIPT.LU Die Digitalisierung bietet die Chance, individueller oder diese weiter gefestigt werden. Die zentrale auf die unterschiedlichen Stärken und Schwächen Schnittstelle in Luxemburg zwischen Schulen der Schülerinnen und Schüler einzugehen und damit und Verwaltung ist der Service de Coordination Chancengerechtigkeit zu befördern. de la Recherche et de l’Innovation pédagogiques et techniques (SCRIPT) im nationalen Ministerium Eine Metastudie aus dem Jahr 2017 bestätigt diesen für Bildung, Kinder und Jugend. Im Bereich der Befund (Hillmayr u. a. 2017). Darin schreiben die digitalen Medien wollen die Verantwortlichen für Autorinnen und Autoren, dass Vorteile von digitalen die Lehrkräfte eine Lotsenfunktion einnehmen, Lernprogrammen darin liegen können, dass Lehr- um ihnen Orientierung zu bieten. Zu den Aufgaben kräfte bereits während der Lernprozesse Rückmel- des SCRIPT zählt es, die entsprechende Technik dungen über das Vorankommen der Schülerinnen bereitzustellen, vor Ort zu beraten, für Austausch und Schüler erhielten, etwa indem Lernfortschritte und langfristige Vernetzung zu sorgen und in einer digital dokumentiert werden. So kann die Lehr- eigens eingerichteten Datenbank gute Unterrichts­ kraft bei Verständnisproblemen schnell handeln, beispiele im Sinne eines nationalen Wissens­ bevor Fehlvorstellungen zustande gekommen sind managements bereitzustellen. KOLLABORATIVE ARBEITSSTRUKTUREN ALS NÄHRBODEN EINER LERNENDEN ORGANISATION SCHULE 20 Wie das Schulbeispiel zeigt, ist eine nachhaltig Um schulinterne Fortbildungen auch inhaltlich konzipierte schulinterne Lehrkräftefortbildung ein we- bedarfsgerecht zu gestalten, sind verschiedene sentlicher Bestandteil auf dem Weg zur guten Schule Formate möglich. Im Rahmen der Entwicklung in der digitalen Welt. Die Konzeption und Verankerung des schulischen Fortbildungskonzepts sollten der eines bedarfsgerechten Fortbildungsangebots sollte individuelle Schulentwicklungsprozess, die Vor- Bestandteil von Medienkonzepten und Schulent- erfahrungen des Kollegiums sowie mögliche Unter- wicklungsprozessen sein. Findet die Fortbildung in stützungsangebote zusammengetragen werden. der Schule oder in regionalen Netzwerken statt, kann Schon die kollaborative Entwicklung eines Fortbil- die Veranstaltung davon erheblich profitieren. Die dungskonzepts mit allen pädagogischen Fachkräf- kurzen Wege erhöhen die Chance, dass ein Großteil ten an der jeweiligen Schule kann zu einer höheren des Kollegiums tatsächlich teilnimmt. Das Angebot Akzeptanz der Angebote führen. ist sichtbar und ermöglicht einen niedrigschwelligen Zugang. Die Unterstützung durch außerschulische Neben regelmäßigen Inputs ist es wichtig, das Ge- pädagogische, zivilgesellschaftliche und staatliche lernte im eigenen Unterricht anzuwenden, anzu- Institutionen sollte in Netzwerkstrukturen genutzt und passen und verändern zu können. Haben Lehrkräfte ausgebaut werden. die Fortbildung im Team in der Schule absolviert, ist der Austausch über die Inhalte fast LITERATUR selbstverständlich. Wertvoll ist dabei Daschner, P. & Hanisch, R. (Hrsg.) (2019): Lehrkräftefortbildung in Deutschland. Bestandsaufnahme und Orientierung. Eickelmann, B. u. a. (Hrsg.) (2019): ICILS 2018 #Deutschland. Computer- und informations­ bezogene Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern im zweiten internationalen Vergleich und Kompetenzen im Bereich Computational Thinking. Online: https://kw.uni-paderborn.de/institut-fuer-erziehungswissenschaft/arbeitsbereiche/ schulpaedagogik/forschung/forschungsprojekte/icils-2018 [Stand: 13.12.2019] Hillmayr, D. u. a. (2017): Digitale Medien im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht der Sekundarstufe. Einsatzmöglichkeiten, Umsetzung und Wirksamkeit. Online: https://www.waxmann.com/?eID=texte&pdf=3766Volltext.pdf&typ=zusatztext [Stand: 13.12.2019] Zorn, D. (2019): Wie Lehrkräfte für Veränderungen gewonnen werden. Online: https://deutsches-schulportal.de/stimmen/schulwandel-wie-lehrkraefte-fuer-­ veraenderungen-gewonnen-werden [Stand: 13.12.2019] die Rückmeldung aus dem Kollegium, um sich darüber klar zu werden, was erreicht wurde und welche Schritte als nächstes folgen müssen. Die Etablierung einer kollaborativen Arbeitskultur im Kollegium, die geprägt ist von Austausch, gemeinsamen Entwicklungen, Ausprobieren und FeedbackStrukturen, rückt damit in den Fokus. p l a n b d – fa c h m a g a z i n f ü r s c h u l e i n d e r d i g i ta l e n w e lt MANDY SCHIEFNER-ROHS VERNETZUNG UND KOOPERATION IN DER LEHRKRÄFTEBILDUNG Die digitale Welt verändert alte und schafft neue Aufgaben für Lehrkräfte und Schulleitungen. Daraus ergeben sich implizite Anforderungen an die Lehrkräftebildung. Drei impulsgebende Beispiele ermutigen hier zur phasenübergreifenden Vernetzung, zu kollaborativen Ansätzen über Ländergrenzen hinweg und zur Anrechnung informell erworbener beruflicher Kompetenzen. 21 f o r u m b i l d u n g d i g i ta l i s i e r u n g D er gesellschaftliche Wandel in einer digitalisier- Netzwerkpraktiken, Datafizierung bzw. die Quanti- ten, vernetzten und zunehmend automatisierten fizierung des Menschen sowie Algorithmen prägen Welt geht mit der Frage einher, welche Implikationen zunehmend unseren Alltag (Stalder 2016; Mau 2016; dies für Schule als Ort formaler Bildungs- Pörksen 2018). Damit wird deutlich, dass Digitalisie- VERÄNDERUNGEN IN prozesse hat. Denn Veränderungen in der rung mehr ist als der Umgang mit Technik (Rat für DER GESELLSCHAFT Gesellschaft durch digitale und vernetzte Kulturelle Bildung 2019). Nachvollziehbar wird dies im DURCH DIGITALE UND Medien sind allgegenwärtig: So wandelt sogenannten Frankfurt-Dreieck, welches die techno- VERNETZTE MEDIEN SIND sich etwa die Kommunikation durch die logisch-mediale Perspektive, die gesellschaftlich-kul- Mediatisierung des Alltags in seiner zeit- turelle Perspektive und die Interaktionsperspektive lichen, räumlichen und sozialen Dimen- verdeutlicht, die es mit Blick auf eine umfassende ALLGEGENWÄRTIG. sion (Krotz 2012; Krotz & Hepp 2012; Hepp 2018). Medienbildung zu analysieren, zu reflektieren und zu Gleichzeitig bedingt dies auch einen Kulturwandel. gestalten gilt. ng An se sta ltu aly Ge —R ng n— se aly ltu An sta BETRACHTUNGSGEGENSTAND Ge —R efl n— ek tio tio ek 22 gesellschaftliche & kulturelle WECHSELWIRKUNGEN efl technologische & mediale STRUKTUREN & FUNKTIONEN Analyse — Reflektion — Gestaltung INTERAKTION Nutzung – Handlung – Subjektivierung Das Frankfurt-Dreieck zur Bildung in der digitalen Welt (Brinda u. a. 2019) DIE ROLLE DER SCHULE IN DER DIGITALEN WELT Der Schule als formale Bildungsinstitution kommt die technologischer, gesellschaftlich-kultureller und Aufgabe zu, systematisch unterschiedliche Modi des anwendungsbezogener Perspektive einschätzen Verstehens und Handelns in einer durch Digitalisie- können. Notwendig dafür sind eine Offenheit für Ver- rung geprägten Welt zu fördern, um Schülerinnen änderungen, Innovationen sowie die Bereitschaft zur und Schülern Orientierung zu geben und darüber Kollaboration und Vernetzung. Gleichzeitig müssen hinaus möglichen Ungleichheiten entgegenzuwirken aber auch Entwicklungen kritisch eingeschätzt, (KMK 2016, van Ackeren u. a. 2018). Eine Vorausset- muss Ungewissheit ausgehalten werden. Daher wer- zung für diesen anspruchsvollen Medienbildungs- den eine offene Haltung und Kompetenzen relevant, auftrag sind aber sowohl Schulleitungen als auch die nicht nur auf bestehende Wissensbestände, Lehrkräfte, die diese Transformationsprozesse unter sondern auf reflektierte Flexibilität setzen. p l a n b d – fa c h m a g a z i n f ü r s c h u l e i n d e r d i g i ta l e n w e lt ALTE UND NEUE AUFGABEN VON SCHULLEITUNG UND LEHRKRÄFTEN Daraus ergeben sich Anforderungen an die Lehrkräftebildung, diese drei Perspektiven innerhalb der DIE HANDLUNGSFELDER DER STRATEGIE „BILDUNG IN DER DIGITALEN WELT” (KMK 2016): Aus-, Fort- und Weiterbildung stärker als bisher zu berücksichtigen. Hinzu kommt die Herausforderung, dass Entwicklungen immer schneller vonstattengehen, damit die Unsicherheit zum allgegenwärtigen 1. wicklung, curriculare Entwicklungen; Moment wird. Lehrkräftebildung hat damit in Zukunft immer mehr die Aufgabe, auf Unsicherheit vorzubereiten (Floden & Clark 1991), an Überzeugungen zu arbeiten (Schweizer & Horn 2014) sowie unterschiedliche Formen von Handlungsbezug zu verdeutlichen. Digitale Medien sind für Lehrkräfte und Schulleitun- 2. Thema der Auseinandersetzung. Aus-, Fort- und Weiterbildung von Erziehenden und Lehrenden; 3. Infrastruktur und Ausstattung; 4. Bildungsmedien; 5. E-Government und Schulverwaltungsprogramme, Bildungs- und gen demnach nicht nur didaktische Ressource, sondern auch unter Perspektive von Schulentwicklung Bildungspläne und Unterrichtsent- Campusmanagementsysteme; 6. Rechtliche und funktionale Rahmenbedingungen Um dem bisher oft eher mangelnden Einsatz digitaler Medien in der Schule nachhaltig entgegenzuwirken, bedarf es darüber vor allem der Berücksichtigung Vokabeltrainer oder dergleichen weiterer Handlungsfelder wie etwa Curricula, Infra- hinausgehen und damit zu einer struktur und Bildungsmedien (KMK 2016) in möglichst substanziellen Veränderung von vielfältigen Auseinandersetzungsformen und -forma- Unterrichtsprozessen beitragen ten im Rahmen der Lehrkräftebildung. können, finden sich deshalb nur selten in den mentalen Konzepten DIGITALE MEDIEN SIND FÜR LEHRKRÄFTE UND SCHULLEITUNGEN DEMNACH NICHT NUR DIDAKTISCHE RESSOURCE, SONDERN AUCH UNTER PERSPEKTIVE Der mediale Habitus von (angehenden) Lehrkräften der Studierenden. Notwendig sind (Kommer 2010) lässt sich nur dann nachhaltig die Vermittlung eines soliden Ba- verändern, wenn sich die Studierenden möglichst siswissens und die Arbeit an den frühzeitig und vielfältig mit den verschiedenen Haltungen der (angehenden) Lehr- Möglichkeiten des schulischen Medienumgangs aus- kräfte, um digitalen Medien mehr ­einandersetzen, ihren eigenen Medienumgang Raum zu geben und die Potenziale und Grenzen für reflektieren und selbst gestaltend aktiv sind und sich Lehr- und Lernprozesse in der Schule zu ergründen. VON SCHULENTWICKLUNG THEMA DER AUSEINANDERSETZUNG. immer wieder und kontinuierlich damit auseinandersetzen. Denn die große Mehrheit der Studierenden bringt aus ihrer eigenen Schulzeit kaum ausreichende Erfahrungen im didaktischen Umgang mit digitalen Medien mit. Ansätze, die über eine einfache mediendidaktische Sicht konventioneller Mathe- und DER MEDIALE HABITUS VON (ANGEHENDEN) LEHRKRÄFTEN (KOMMER 2010) LÄSST SICH NUR DANN NACHHALTIG VERÄNDERN, WENN SICH DIE STUDIERENDEN MÖGLICHST FRÜHZEITIG UND VIELFÄLTIG MIT DEN VERSCHIEDENEN MÖGLICHKEITEN DES SCHULISCHEN MEDIENUMGANGS AUSEINANDERSETZEN, IHREN EIGENEN MEDIENUMGANG REFLEKTIEREN UND SELBST GESTALTEND AKTIV SIND UND SICH IMMER WIEDER UND KONTINUIERLICH DAMIT AUSEINANDERSETZEN. 23 f o r u m b i l d u n g d i g i ta l i s i e r u n g PROFESSIONALISIERUNG ENTLANG DER LEHRKRÄFTEBILDUNGSKETTE Dozierende Studienseminarleitung Lehrkräftefortbildende und weitere Beteiligte REFERENDARIAT STUDIUM Studienseminar Hochschule FORT- & WEITERBILDUNG Berufseinstieg FORT- & WEITERBILDUNG Kontinuierlich VERNETZUNG FW – Fachwissenschaften, FD – Fachdidaktiken, BiWi – Bildungswissenschaften Medienbildung und Medienhandeln entlang der Lehrkräftebildungskette 24 Das hat Implikationen auf die Gestaltung der Lehr- Um die Lehrkräftebildung kohärent zu gestalten, kräftebildung im 21. Jahrhunderts. Diese muss zum bedarf es darüber hinaus einer Zusammenarbeit einen die Breite des Themas sichtbar machen: an den Hochschulen sowohl horizontal zwischen Es geht nicht mehr (nur) um digitale Medien in der Fachwissenschaften, Fachdidaktiken und Bildungs- Schule, sondern eigentlich um Schule in der digi- wissenschaften als auch vertikal in der institutiona- talen Kultur (Schiefner-Rohs 2017; 2018) und deren lisierten Lehrkräftebildung entlang der drei Phasen Transformation zum Medienbildungsraum, in dem Hochschule, Vorbereitungsdienst sowie Fort- und Mediendidaktik, Medienethik, Medienerziehung und Weiterbildung. Neben Hochschulen, Studiensemi- medienbezogene Schulentwicklung adressiert werden. naren und Fortbildungseinrichtungen sind somit Zum anderen muss sichergestellt werden, dass alle am Prozess auch Ministerien und Landesinstitute Beteiligten Medienbildung als Teil ihrer Profession beteiligt, sodass bei Entwicklungen und Veränderun- wahrnehmen. Medienbildung ist nicht nur Aufgabe gen zahlreiche Agierende zu berücksichtigen sind. von Lehrkräften, sondern auch von Schulleitungen Wie eine solche Gestaltung nun aussehen kann, oder weiterer am Prozess schulischer Bildung Be- soll an drei Beispielen illustriert werden. Diese sind teiligter, man denke nur an Schulsozialarbeitende, erfahrungsbasiert ausgewählt, zeigen die Not- Schulträger oder auch Eltern. wendigkeit der Zusammenarbeit aller Beteiligten der Lehr­kräftebildung und verdeutlichen darüber Notwendig wird darüber hinaus eine kohärente(re) hinaus (auch) veränderte Aufgaben von Hochschulen, Gestaltung von Medienbildung auch entlang der Lehr­ Landes­instituten und Ministerien. kräftebildungskette. Diese muss sowohl geplante strukturelle als auch ungeplante Veränderungen sowie die Entwicklungsperspektiven und Aufgaben der einzelnen Phasen mitdenken und wird damit zur Querschnittsaufgabe zwischen Regelschulen, beruflicher Bildung und Lehrkräftebildung an den Hochschulen. p l a n b d – fa c h m a g a z i n f ü r s c h u l e i n d e r d i g i ta l e n w e lt BEISPIEL 1: DIE MEHRDIMENSIONALE UMSETZUNGSSTRATEGIE DES LANDES RHEINLAND-PFALZ Mit Inkrafttreten der KMK-Standards zur Medienbildung in der Schule ist die Notwendigkeit entstanden zu verdeutlichen, wie das dort formulierte Ziel, „die altersangemessene Fähigkeit, das wachsende DIGCOMPEDU Der DigCompEdu (Digital Competence Frame­ work for Educators) beschreibt die digitale Medienangebot kritisch zu reflektieren, daraus sinn- Kompetenz von Lehrenden und richtet sich voll und bedürfnisbezogen auszuwählen und Medien an Lehrende auf allen Bildungsebenen, von sowohl für die Entwicklung der eigenen Persönlich- allgemeinbildenden und berufsbildenden keit als auch für die individuelle Lebensgestaltung Schulen bis hin zur Hochschul- und Erwach- angemessen, kreativ und sozial verantwortlich zu senenbildung. Der Kompetenzrahmen ist nutzen“ (KMK 2016: 5), erreicht werden kann. Zudem gegliedert in sechs Kompetenzbereiche mit wäre zu klären, wer für die Erreichung dieses Zieles insgesamt 22 Kompetenzen. verantwortlich ist. In Rheinland-Pfalz hat man diese Herausforderung früh erkannt und sich bereits 2018 auf den Weg gemacht, dies gemeinsam mit allen Beteiligten der Bildungslandschaft zu regeln. Entstanden ist eine Übersicht der Kompetenzstufen für die digitale Bildung in Rheinland-Pfalz, verbunden mit Diese werden jeweils auf sechs Kompetenz­ stufen beschrieben, sodass Lehrende ihren Kompetenzstand leichter ermitteln und besser reflektieren können. Die sechs Kom­petenz­stufen sind gegliedert nach den sechs Stufen (A1, A2, B1, B2, C1, C2) des Ge- den Aufgaben und Anforderungen an die einzelnen meinsamen Europäischen Referenzrahmens Ausbildungsverantwortlichen der Lehrkräftebildung. für Sprachen (GER) und haben zusätzlich angepasste Rollenbeschreibungen. Neben den Kompetenzbeschreibungen, die sich am DigCompEdu orientieren, wurde festgelegt, welche Lehrkräftebildungsphase für das Erreichen welchen Niveaus zuständig ist. So betreffen manche Kompetenzbereiche und -stufen vor allem die bildungswissenschaftliche oder eher die fachdidaktische Auseinandersetzung an der Hochschule, während andere Kompetenzen vor allem im Vorbereitungsdienst oder später in der Fort- und Weiterbildung adressiert und vertieft behandelt werden. Entstanden sind somit quasi curriculare Leitlinien auf Landesebene, die flächendeckend alle Institutionen, die am Prozess der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften beteiligt sind, einbeziehen. Damit wird der kooperativen Gestaltung der Lehrkräftebildung zwischen Institutionen wie auch zwischen Phasen und Anbietenden Rechnung getragen sowie die Verantwortung für die einzelnen Kompetenzbereiche verteilt, aber auch selbst klar verantwortet. Ergebnis des kooperativ zwischen den Phasen angelegten Dialogprozesses ist ein adaptives Modell, welches sowohl für geplante strukturelle Veränderungen als auch für ungeplante Veränderungen, wie die Auseinandersetzung mit neuen Technologien, modifiziert werden kann. 25 f o r u m b i l d u n g d i g i ta l i s i e r u n g Die im DigCompEdu definierten 22 Kompetenzen (Übersetzung aus dem Englischen von Redecker, C. und Ghomi, M. nach Redecker 2017) 26 Besonders während der Implementierungsphase werden Lehrkräfte eine höhere Kompetenzstufe überwiegend durch Weiterbildungen erreichen – in Rheinland-Pfalz am Pädagogischen Landesinstitut oder am Virtuellen Campus Rheinland Pfalz. Die modellhafte Darstellung zeigt den Regelbetrieb nach der Umsetzung der KMK- Strategie: A: Einsteiger & Entdecker B: Enthusiasten & Profis C: Experten & Pioniere DigCompEdu A1 A2 B1 B2 C1 C2 Kompetenz der Lehrenden (KMK 2016: 25f.) 1. Berufliches Engagement BiWi BiWi, FD FD, VD FD, VD PL & VCRP PL & VCRP Lehrende sollten die eigene allgemeine Medienkompetenz kontinuerlich weiterentwickeln, d.h. sicher mit technischen Geräten, Programmen, Lern-und Arbeits­ plattformen usw. umgehen, um Vorbereitungstätigkeiten, auch in kollegialer Abstimmung, Vernetzung verschiedener Gruppen, Ver waltungsaufgaben sowie einen reibungslosen Einsatz der digitalen Medien im Unterricht und einen sicheren Umgang mit Daten zu gewährleisten. Lehrende sollten sich mit Ergebnissen aktueller Forschung zur Bildung in einer digitalen Welt auseinandersetzen und diese für die eigene Fort- und Weiterbildung nutzen. BiWi – Bildungswissenschaften FD – Fachdidaktiken VD – Vorbereitungsdienst PL – Pädagogisches Landesinstitut VCRP – Virtueller Campus Rheinland-Pfalz Auszug aus der Umsetzung des DigCompEdu in eine mehrdimensionalen Umsetzungsstrategie in Rheinland-Pfalz p l a n b d – fa c h m a g a z i n f ü r s c h u l e i n d e r d i g i ta l e n w e lt BEISPIEL 2: LÄNDERÜBERGREIFENDE ZUSAMMENARBEIT Bundesland zu entwickeln, sondern auch länder- Eine der Herausforderungen der aktuellen Medien- übergreifend Ressourcen zu nutzen und Potenziale entwicklung ist deren Schnelligkeit bei einem zu generieren. Eine der vielen gleichzeitig hoch bleibenden, kontinuierlichen Möglichkeiten der Koope- EINE DER VIELEN MÖGLICHKEITEN Professionalisierungsbedarf nicht nur von ange- ration ist das Tauschen von DER KOOPERATION IST DAS TAUSCHEN henden Lehrpersonen, sondern aller Lehrkräfte. Open Educational Resources VON OPEN EDUCATIONAL RESOURCES Dies führt unter anderem dazu, dass man sowohl (OER) zur Lehrkräfte- und (OER) ZUR LEHRKRÄFTE- UND als Hochschule wie auch als Fort- und Weiterbil- Schulleitungsfortbildung SCHULLEITUNGSFORTBILDUNG dungsinstitut schneller auf Entwicklungen reagie- zwischen Bundesländern und ZWISCHEN BUNDESLÄNDERN UND ren muss, die man immer schwerer absehen kann. Ausbildungsinstituten oder AUSBILDUNGSINSTITUTEN ODER GAR Offensichtlich wird damit aber auch, dass es immer gar deren gemeinsame Er- DEREN GEMEINSAME ERSTELLUNG. weniger gelingt, auf derartige Veränderungen und stellung. Wenn diese Formen Bedarfe zu reagieren, wenn Ideen und Lösungen der Zusammenarbeit weiter ausgebaut werden, ist immer selbst entwickelt werden sollen. Die nahe- es möglich, schneller Materialien zur Aus-, Fort- und liegende Idee ist nun, viel stärker als bisher auch in Weiterbildung von (angehenden) Lehrkräften zu ent- der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften wickeln und dann auszutauschen, weil hier Schwer- kooperativ vorzugehen, Fort- und Weiterbildungs- punkte gebildet werden können. angebote nicht mehr nur allein für das eigene BEISPIEL 3: ZERTIFIKATE UND ANRECHNUNG VON auf die formalen, wissensorientierten Bestandteile KOMPETENZEN beschränkt und berücksichtigt die informell und non- Der Entwicklungsgeschwindigkeit digitaler Medien formal erworbenen Kompetenzen und damit neue kann man aber auch in einer anderen Art und Weise Formen der Auseinandersetzung (auch) mit aktuellen begegnen. So muss das Rad nicht immer wieder Entwicklungen wie #twitterlehrerzimmer zu wenig. neu erfunden werden, wenn man auf vorhandene Dabei sind es auch hier gerade Ressourcen zurückgreift und sich eher Gedanken um die vornehmlich informell er- deren Anrechnung macht. So existiert aufgrund der worbenen Kompetenzen, die Schnelligkeit von Entwicklungen auch ein Bedarf an von zunehmender Bedeutung Professionalisierung insbesondere für Schulleitun- sind. Die Anrechnung informell gen. Die Idee dabei ist, Inhalte von Fort- und Weiter- erworbener beruflicher bildungen für Führungskräfte gemeinsam zu nutzen Kompetenzen, wie sie in der und diese durch spezifische Aufgabenformate oder Schweiz und in Österreich die Nutzung von Study Guides oder Übungsaufgaben schon verbreitet ist, könnte an die jeweiligen Bedürfnisse und Perspektiven anzu- hier insbesondere für die Bildungsverwaltung in der passen, sich darüber hinaus aber auch über die Zerti- Lehrkräftebildung Vorteile bringen. Damit verschiebt fizierung und Anrechnung Gedanken zu machen. sich der Fokus von der Angebotserstellung auf die 27 DAMIT VERSCHIEBT SICH DER FOKUS VON DER ANGEBOTSERSTELLUNG AUF DIE ZERTIFIZIERUNG UND DAS DAMIT VERBUNDENE NACHDENKEN ÜBER QUALITÄTSANFORDERUNGEN UND KOMPETENZZIELE. Zertifizierung und das damit verbundene Nachdenken Ein Beispiel für ein solches Vorgehen ist die Koope- über Qualitätsanforderungen und Kompetenzziele. ration des Hochschulforums Digitalisierung mit der Initiative e-teaching.org. So werden für das Zertifikat des Hochschulforums (HFDcert) auch Online-Events und Angebote von e-teaching.org und anderen Institutionen angerechnet. Somit wird das Zusammenspiel von formellem und informellem Lernen zunehmend professionalisiert und aufeinander abgestimmt. Die Dokumentation von Lernergebnissen ist jedoch insbesondere in der Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften bisher noch sehr einseitig HTTPS:// HOCHSCHULFORUM DIGITALISIERUNG.DE /DE/HFDCERT LITERATUR f o r u m b i l d u n g d i g i ta l i s i e r u n g Brinda u . a. (2019): Frankfurt-Dreieck zur Bildung in der digital vernetzten Welt. Ein interdisziplinäres Modell. Online: https://www.keine-bildung-ohne-medien.de/ wp-content/uploads/2019/07/Frankfurt-Dreieck-zurBildung-in-der-digitalen-Welt.pdf [Stand: 13.12.2019] Floden, R. E. & Clark, C. M. (1991): Lehrerausbildung als Vorbereitung auf Unsicherheit. In: E. Terhart (Hrsg.), Unterrichten als Beruf. Neuere amerikanische und englische Arbeiten zur Berufskultur und Berufsbiographie von Lehrern und Lehrerinnen (S. 191–210) Hepp, A. (2018): Von der Mediatisierung zur tiefgreifenden Mediatisierung. In J. Reichertz & R. Bettmann (Hrsg.), Kommunikation – Medien – Konstruktion. Braucht die Mediatisierungsforschung den Kommunikativen Konstruktivismus? (S. 27–45) 28 VERNETZUNG UND KOOPERATION SIND DER SCHLÜSSEL FÜR ZUKÜNFTIGE HERAUSFORDERUNGEN „Schwer zu sehen, in ständiger Bewegung die Zukunft ist“ – dieses Zitat von Meister Yoda aus dem Film „Star Wars” passt sicherlich auf die aktuelle Medienentwicklung par excellence, denn wir wissen in vielen Fällen nicht, was noch kommt und welche Herausforderungen dies insbesondere für Schule und Lehrkräftebildung bereithält. Desto wichtiger ist es zum einen, aktuelle (Medien-)Entwicklungen nicht als technische Entwicklungen zu verkürzen, sondern KMK (2016): Bildung in der digitalen Welt. Strategie der Kultusministerkonferenz. Online: https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/ PresseUndAktuelles/2017/Strategie_neu_2017_datum_1. pdf [Stand: 13.12.2019] deren Implikationen auf Gesellschaft und Kultur in Kommer, S. (2010): Kompetenter Medienumgang? Eine qualitative Untersuchung zum medialen Habitus und zur Medienkompetenz von SchülerInnen und Lehramtsstudierenden erst einmal offene, dialogorientierte Auseinander- Krotz, F. (2007): Mediatisierung. Fallstudien zum Wandel von Kommunikation für die Schule – zu eruieren. Multistakeholder-Dialoge Mau, S. (2017): Das metrische Wir – Über die Quantifizierung des Sozialen bieten ein erstes Feld, hier Erfahrungen zu sammeln. Pörksen, B. (2018): Die große Gereiztheit meinschaftlichen Erarbeitung und Erprobung neuer Rat für Kulturelle Bildung (2019): Alles immer smart: Kulturelle Bildung, Digitalisierung, Schule. Online: https://www.rat-kulturelle-bildung.de/fileadmin/ user_upload/Alles_immer_smart/RFKB_AllesImmer Smart_Web_ES.pdf [Stand: 13.12.2019] Lehr- und Lernszenarien weiterzuentwickeln. Redecker, C. (2017): European Framework for the Digital Competence of Educators: DigCompEdu. Online: https://ec.europa.eu/jrc/en/publication/eur-scientificand-technical-research-reports/european-frameworkdigital-competence-educators-digcompedu [Stand: 13.12.2019] den Blick zu nehmen, gerade in der Schule. Zum anderen impliziert eine ständige Bewegung auch eine ständige Herausforderung. Notwendig wird damit die setzung mit neuen Technologien, Handlungspraktiken und Themenfeldern, um deren Potenziale – auch und partizipative Formate der Auseinandersetzung Gleichzeitig gilt es, kollaborative Ansätze der ge- über die autorin Schiefner-Rohs, M. (2017): Medienbildung in der Schule. Blinde Flecken und Spannungsfelder in einer Kultur der Digitalität. In: Medienpädagogik Nr. 27 (S. 153–172). Online: http://www.medienpaed.com/article/view/594 [Stand: 13.12.2019] Schiefner-Rohs, M. (2018): Medienbildung in der Lehrer*innenbildung an der Hochschule: Über Bricolage zur Reflexion. In: K. Scheiter & T. Riecke-Baulecke (Hrsg.), Schule 4.0. Zukunftstrends, Rahmenbedingungen, Praxisbeispiele (S. 56–68) Schweizer, K. & Horn, M. (2014): Kommt es auf die Einstellung zu digitalen Medien an? In: merz – medien + erziehung Nr. 6 (S. 50–62). Stalder, F. (2016): Kultur der Digitalität van Ackeren, I. u. a. (2019): Digitalisierung in der Lehrerbildung. Herausforderungen, Entwicklungsfelder und Förderung von Gesamtkonzepten. In: DDS – Die Deutsche Schule Nr. 1 (S. 103–119) Online: https://www.dds.uni-hannover.de/fileadmin/ schulentwicklungsforschung/DDS_Open_Access/ DDS_1_2019_van_Ackeren_et_al.pdf [Stand: 13.12.2019] Mandy Schiefner-Rohs ist Professorin für Allgemeine Pädagogik mit dem Schwerpunkt Schulpädagogik an der TU Kaiserslautern. Zuvor war sie dort Juniorprofessorin für Pädagogik mit Schwerpunkt Schulentwicklung und an verschiedenen (inter-)nationalen Universitäten im Bereich Hochschuldidaktik und e-Learning in Forschung, Lehre und Third Space tätig. Aktuell forscht sie in verschiedenen Projekten an der Schnittstelle von medien- und (hoch-)schulpädagogischen Fragestellungen insbesondere zu Medienbildung und -handeln in Schule und Hochschule, forschungsorientiertem Lehren und Lernen sowie der Professionalisierung von Lehrkräften entlang der Lehrkräftebildungskette. p l a n b d – fa c h m a g a z i n f ü r s c h u l e i n d e r d i g i ta l e n w e lt MEDIENENTWICKLUNGS­ PLANUNG: VON AUSTAUSCH UND VERNETZUNG PROFITIEREN Medienentwicklungsplanung als Prozess bedarf der Einbindung vieler Akteure des kommunalen Bildungsmanagements. Ansätze aus Bayern und Nordrhein-Westfalen liefern Anregungen zur Entwicklung von schulischen Medienkonzepten sowie zur Gestaltung eines kollaborativen Entwicklungsprozesses. M it dem Digitalpakt Schule soll alles anders Pädagogik in sinnvoller Weise EIN MEDIENKONZEPT VERZAHNT werden. Seit dem Frühsommer 2019 stellt und enthält im Idealfall die TECHNIK UND PÄDAGOGIK das Bundesministerium für Bildung und Forschung Bestandteile Mediencurricu- IN SINNVOLLER WEISE UND (BMBF) Schulen fünf Milliarden Euro zur Verfügung, lum, Fortbildungsplanung und ENTHÄLT IM IDEALFALL DIE damit Tablets, interaktive Tafeln und WLAN bun- Ausstattungsplan. Darüber BESTANDTEILE MEDIENCURRICULUM, desweit und flächendeckend angeschafft werden hinaus bedarf es einer Pla- FORTBILDUNGSPLANUNG UND können. Die bessere Ausstattung ist aber an vor- nung von Wartung und Sup- AUSSTATTUNGSPLAN. DARÜBER handene Medienkonzepte geknüpft. Damit entste- port sowie der Finanzierung HINAUS BEDARF ES EINER PLANUNG hen neue Herausforderungen für die Schulen. Etwa durch die Schulträger. Das VON WARTUNG UND SUPPORT SOWIE einem Drittel der Schulen fehlt es nach eigenen Medienkonzept muss inner- DER FINANZIERUNG DURCH DIE Angaben noch an einem Medienkonzept, berichtet halb der Schulen drei Aufga- SCHULTRÄGER. die Deutsche Telekom Stiftung (2019). ben gleichzeitig bewältigen: Kompetenzentwicklung aufseiten der Schülerinnen Medienkonzepte wirken auf unterschiedlichen und Schüler unterstützen, die Schulausstattung Ebenen. Damit gehören sie in den Bereich der Orga- technisch aktuell halten und die Lehrkräfte auf nisations- und Schulentwicklung, die von Schulen einen gemeinsamen Wissensstand hinsichtlich und Schulträgern gemeinsam angegangen werden digitaler Unterrichtskonzepte und digitaler Möglich- sollten. Ein Medienkonzept verzahnt Technik und keiten bringen. LANDESSPEZIFISCHE UNTERSTÜTZUNGSANGEBOTE: ONLINE-TOOLS UND INDIVIDUALBETREUUNG Die Bundesländer beschreiten den Weg der Digi- Staatskanzlei 2017). Das mehrjährige Förder- talisierung in unterschiedlichem Tempo. In Bayern programm nimmt unter anderem den Ausbau der wurde etwa 2017 der „Masterplan Bayern Digital II“ schulischen IT-Infrastruktur sowie die Stärkung verabschiedet, der auch die Gestaltung der Digi- der pädagogischen Angebote zur Medienbildung talisierung an den Schulen vorsieht (Bayerische im Klassenzimmer in den Fokus. Dafür sollten alle 29 f o r u m b i l d u n g d i g i ta l i s i e r u n g bayerischen Schulen bis zum Schuljahr 2018/2019 ein eine Matrix zur Verfügung, mit welcher sie bereits Medienkonzept entwickeln. bestehende Unterrichtsinhalte analysieren und fehlende Inhalte sichtbar machen können. Die Ergeb- HTTPS://MK-NAVI. MEBIS.BAYERN.DE Zur Unterstützung dieses Prozesses entwickelt das nisse der Analysearbeit bilden die Grundlage des zu Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsfor- entwickelnden Medienkonzepts. schung (ISB) München den sogenannten Medienkompetenz-Navigator, ein Online-Tool, das Lehrkräfte In der Praxis mussten dafür einige Hürden bewältigt durch eine schnelle Zuordnung zwischen Medien- werden. Beteiligte berichten, dass bei kaum einem kompetenzen und Lehrplan-Inhalten in allgemeinbil- Thema die Meinungen im Kollegium so weit aus- denden Schulen unterstützt. Darüber hinaus werden einander gehen wie bei der Digitalisierung. Exem- Unterrichtsbeispiele zur Vermittlung der jeweiligen plarisch für die Konflikte stehen zwei Gruppen: Die Medienkompetenzen im Fachunterricht zur Ver- Verweigernden lassen sich als Bewahrende feiern, fügung gestellt. Der Medienkompetenz-Navigator den sogenannten Early Adoptern geht es zu langsam. bietet somit ein Unterstützungssystem für Lehrkräf- IT-Systembetreuende - sofern für eine Schule einge- te und Fachschaften, um schulspezifische Medien- setzt - fühlen sich schnell vom Kollegium übergangen curricula erarbeiten zu können. und plötzlich verpflichtet, etwas zu tun, was sie nicht mitgeplant haben. Schulentwicklungsberatende aus 30 Einen Sonderfall stellen die Beruflichen Schulen in Bayern empfehlen daher, mit externer Unterstüt- Bayern dar. Der Navigator kann aufgrund der dort zung den schulinternen Prozess mit allen beteiligten vorhandenen großen Heterogenität der Lehrpläne Akteuren kollaborativ zu gestalten. Der Fokus solle nicht angewandt werden. Deshalb entwickelt ein weg von der Technik hin zum Unterricht gelegt Team aus Expertinnen und Experten für Medien- und werden – verbunden mit der Frage „Was müssen wir Schulentwicklung praxisorientierte Informations- im Unterricht anders machen und warum tun wir und Unterstützungsmaterialien, die die bayerischen es bislang nicht?” anstatt „Welche digitalen Medien Berufsschulen bei der Anfertigung ihres Medien- möchten wir haben?” konzepts begleiten. Sie stellen den Schulen etwa RUNDE TISCHE ZUR VERNETZUNG VON SCHULEN, SCHULTRÄGERN UND KOMMUNALER BILDUNGSVERWALTUNG HTTPS://WWW. DIGITALESCHULE-GT.DE In Nordrhein-Westfalen arbeitet man an einer Bildungsregion: dem Lenkungskreis und dem engeren Verzahnung von Schulen und kommunaler Leitungsteam des Regionalen Bildungsnetzwerks. Bildungsverwaltung, um gemeinsam Medienkonzepte Übergeordnetes Ziel des Projekts ist es, bis 2022 ein zu entwickeln, mit denen dann unter anderem Unterstützungsangebot für die 114 Schulen und ihre 18 Mittel aus dem Digitalpakt beantragt werden können. Schulträger im Kreisgebiet Gütersloh aufzubauen, mit Ebenfalls 2017 startete dazu das Kooperationspro- dem die Schulentwicklung im Bereich des digitalen jekt „Schule und digitale Bildung“ auf Initiative der Lernens befördert wird, um letztlich die Qualität des Bertelsmann Stiftung, der Reinhard Mohn Stiftung, Unterrichts weiter zu verbessern und die Teilhabe der des regionalen Bildungsbüros und weiterer Bildungs- Kinder und Jugendlichen in einer zunehmend digital verantwortlicher im Kreis Gütersloh. Als Ausgangs- geprägten Lebens- und Arbeitswelt zu gewährleisten. punkt der Überlegungen diente die Frage: Welche Um dieses Ziel zu erreichen, arbeitet das Team des gemeinsam abgestimmten Unterstützungsangebote Zentrums für digitale Bildung und Schule (ZdB), eine können helfen, um in einer Bildungsregion Schul- von den beiden beteiligten Stiftungen gegründete entwicklung im Bereich des digitalen Lernens zu und finanzierte gemeinnützige Gesellschaft, mit befördern? den Schulen, den Schulträgern, der Schulaufsicht, dem Bildungsbüro für den Kreis Gütersloh, den Getragen und gesteuert wird das Kooperations- Medienberatenden und dem Kompetenzteam des projekt von den verantwortlichen Gremien der Kreises sowie vielen externen Beraterinnen und p l a n b d – fa c h m a g a z i n f ü r s c h u l e i n d e r d i g i ta l e n w e lt Beratern zusammen, um alle Schulträger und ihre Als Grundlage für den Austausch wurden weitere Schulen best­möglich in ihrem Digitalisierungs- Produkte wie Instrumente zur Bedarfsermittlung prozess zu unterstützen. Die Geschäftsstelle bietet auf Seiten der Schulen und Schulträger entwickelt. beispielsweise eine Workshopreihe zum Thema Das Format der Runden Tische bietet die Möglich- Medienkonzeptentwicklung an, eine Qualifizierung keit, die Bedarfe zu diskutieren und gemeinsam für Schulleitungen zum Digital Learning Leadership die nächsten Schritte zur Umsetzung sowie zur und hat zum Austausch von Schulen und Schul­- (Weiter-)Entwicklung der Medienkonzepte und der trägern ein Format der kommunalen Runden Tische Medienentwicklungsplanung abzustimmen und etabliert. Die Runden Tische sollen einen gleich- gegenseitig von den Erfahrungen, Herausforderun- berechtigten Dialog zwischen Schulen und Schul- gen und Hinweisen im Prozess zu profitieren. trägern fördern. An ihnen nehmen auch Vertretende der Medienberatung, der Schulaufsicht und des ZdB sowie eine externe Moderation teil. PROZESSBEGLEITUNG VERTRETUNG DER SCHULAUFSICHTEN (Unterstützende und Beratende der Schulen) EXTERNE BERATENDE (unterstützend und beratend zu spezifischen Fachthemen) EXTERNE MODERATION Prozessplanung, -steuerung und -überprüfung (in der Kommune) VERTRETUNG DES ZdB Unterstützung, VERTRETUNG DES ZDB Erfahrung (Unterstützung; teilen, Erfahrung teilen, Feedback und Feedback und Impulsgeber) Impulse geben DIALOG GRUNDLAGE: MATRIZEN BERATENDE, UNTERSTÜZENDE AKTEURE SCHULLEITUNGEN DER TEILNEHMENDEN SCHULEN VERTRETUNG DES SCHULTRÄGERS Zentrum für digitale Bildung und Schule (ZdB): Organisation/Abstimmung der Runden Tische in den Kommunen AKTEURE MIT ENTSCHEIDUNGSBEFUGNIS VERTRETUNG DER MEDIENBERATENDEN (Unterstützende und Beratende der Schulen) 31 f o r u m b i l d u n g d i g i ta l i s i e r u n g CHANGE MANAGEMENT Verantwortliche aus Bayern und aus Gütersloh be- Veränderungen in der Organisation der Medienent- richten, dass beim Vergleich verschiedener Schu- wicklungsplanung. Schulen, Schulträger und die len immer wieder auffällt, dass sie im Bereich der kommunale Bildungsverwaltung müssen bereits in Digitalisierung sehr unterschiedlich ausgestattet und der Entwicklungsphase regelmäßig in den Austausch entwickelt sind. Auch Schulträger verfügen über sehr treten, um das pädagogische Mediencurriculum unterschiedlich nutzbare Ressourcen finanzieller einer Schule sinnvoll mit Ausstattungs- und Finan- oder personeller Art. In großen Kommunen kommt zierungsplanungen sowie langfristigen Support- und hinzu, dass sich Schulen in unterschiedlicher Träger- Wartungskonzepten des Schulträgers zu verknüp- schaft befinden. Bestehen in einer solchen hetero- fen. Ein kollaborativ gestalteter Prozess, der von genen Schullandschaft Medienkonzepte einzelner weiteren Beratenden auf den Gebieten Medien- und Schulen, weisen sie häufig höchst unterschiedliche Schulentwicklung aus den Bildungsverwaltungen der Merkmale auf. Die Folge ist, dass es der Schulverwal- Bundesländer und Kommunen oder der Zivilgesell- tung schwerfällt, Ziele und Ausstattung verschiede- schaft unterstützt wird, bietet enormes Potenzial, ner Schulen zu vergleichen und einzuordnen. die Qualität des Unterrichts in der digitalen Welt so zu verbessern, dass Kinder und Jugendliche sich in einer zunehmend digital geprägten Lebens- und gleiche Bildungschancen zu gewährleisten. Für die Arbeitswelt immer besser zurechtfinden. Nun liegt Digitalisierung bedeutet das etwa, Mindeststandards es insbesondere in der Verantwortung der Schul- für die schulische und kommunale Medienentwick- leitungen sowie der Verantwortlichen des kommu- lungsplanung zu definieren. Das Ziel einer fächer- nalen Bildungsmanagements, die Zurückhaltung und jahrgangsstufenübergreifenden Vermittlung gegenüber der Digitalisierung und neue Formen der gefragten Medienkompetenzen in Schulen kann der Zusammenarbeit verschiedener Ebenen durch durch eine Systematisierung aller Aktivitäten in Change-Management-Prozesse abzubauen. einem Medienkonzept – angelehnt an landesweite Standards – gefördert werden. Dazu bedarf es jedoch LITERATUR 32 Schulverwaltungen sind aber in der Verantwortung, Bayerische Staatskanzlei (2017): Bayern Digital II. Investitionsprogramm für die digitale Zukunft Bayerns. Online: https://www.bayern.de/wp-content/uploads/2014/09/17-05-30-masterplan-bayern-digital_ massnahmen_anlage-mrv_final.pdf [Stand: 13.12.2019] Deutsche Telekom Stiftung (2019): Schule digital: Unterstützung gefragt. Repräsentative Befragung von 600 Lehrern der Sekundarstufe I – Vertiefende Interviews mit Schulleitungen und -trägern sowie Didaktikern. Online: https://www.telekom-stiftung.de/sites/default/files/files/media/publications/BefragungSchuledigital-Web.pdf [Stand: 13.12.2019] p l a n b d – fa c h m a g a z i n f ü r s c h u l e i n d e r d i g i ta l e n w e lt DATENSCHUTZ UND BILDUNGSAUFTRAG IN DER DIGITALEN WELT Schulen brauchen einen sicheren Rechtsrahmen, in dem sie die Chancen digitaler Medien für den Schulalltag ohne Sorge vor möglichen Verletzungen des Datenschutzrechts nutzen können. Datenschutz ist eine Haltungsfrage, weshalb Bemühungen in der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften erforderlich sind. Ein Schulbeispiel zeigt außerdem, was Schulen bereits eigenverantwortlich zur Umsetzung der DSGVO leisten können. M it der Europäischen Datenschutz-Grund- Daten in Zeiten der Omnipräsenz digitaler Medien verordnung (DSGVO) hat der Datenschutz bewusst zu werden und eine Sensibilität zur Be- eine neue öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. rücksichtigung datenschutzrechtlicher Belange zu Schulen stehen in der digitalen Welt vor der doppel- entwickeln. Neu sind die meisten Anforderungen ten Herausforderung, die datenschutzrechtlichen jedoch nicht. Schlagzeilen über Bußgelder in Re- Anforderungen institutionell zu verankern und kordhöhe und die Möglichkeit der zivilrechtlichen gleichzeitig Schülerinnen und Schüler zum Schutz Haftung lassen Lehrkräfte und Schulleitungen ihrer eigenen Daten anzuleiten. Die öffentliche Auf- jedoch aufschrecken und verbreiten Unsicherheit merksamkeit trägt dazu bei, sich der Notwendig- über die rechtlichen Rahmenbedingungen. keit der Anforderungen zum Schutz persönlicher DATENSCHUTZ IST EINE FRAGE DER HALTUNG Um Kinder und Jugendliche adäquat auf ein Leben persönlicher Daten aller an Schule beteiligter in der digitalen Welt vorzubereiten und dabei ein Akteursgruppen besteht folglich insbesondere darin, Verständnis für den Schutz persönlicher Daten zu Lernräume für Schülerinnen und Schüler zu schaf- schaffen, sollten Lehrkräfte Datenschutz nicht als fen, in denen sie ihre individuellen Fähigkeiten unter zusätzliche Belastung, sondern als Chance zum Beachtung der demokratischen Grundrechte ent- Schutz der jeweiligen Privatsphäre verstehen. Dazu falten können. Besonders herausgefordert werden ist es erforderlich, im Rahmen der Aus-, Fort- und Schulleitungen wie Lehrkräfte weiterhin dadurch, Weiterbildung von Lehrkräften an ihrer professio- dass Informationen zum Schul- und Datenschutz- nellen pädagogischen Haltung zu arbeiten. Mit der recht jederzeit im Internet abgerufen werden kön- Umsetzung des Datenschutzes als im Grundgesetz nen und daher Handlungen und Entscheidungen der festgeschriebenes Recht auf informationelle Selbst- pädagogischen Fachkräfte schnell infrage gestellt bestimmung verschreiben sich Schulen in ihrem werden können. Neben geeigneten Qualifizierungs- Bildungsauftrag sowie Lehrkräfte in der Ausübung maßnahmen zur Schaffung von Handlungssicherheit ihres Berufs der Wahrung des Grundgesetzes und sollte der Umgang mit dieser Unsicherheit auch der Vermittlung demokratischer Werte an nach- Berücksichtigung in einem zeitgemäßen Rollenver- folgende Generationen. Eine Chance im Schutz ständnis von Lehrkräften finden. 33 f o r u m b i l d u n g d i g i ta l i s i e r u n g 34 DATENSCHUTZ IM SCHULRECHT Die rechtlichen Rahmenbedingungen, in denen Verknüpfung zwischen Datenschutz und Schulrecht Schulen agieren, gehen weit über den Datenschutz deutlich. Um den in den Prüfungsordnungen der hinaus. Datenschutzrechtliche Belange müssen da- Länder verankerten Grundsatz der Gleichheit in der her immer mit den Schulgesetzen, Schulordnungen Prüfung für alle Schülerinnen und Schüler umsetzen und sonstigen Rechtsordnungen und Verwaltungs- zu können, bedarf es spezifischer Überlegungen zur vorschriften der Bundesländer in Einklang gebracht Nutzung digitaler Endgeräte in Prüfungssituationen. werden. In Prüfungsangelegenheiten wird die Allein die Auswahl von pädagogisch sinnvollen und p l a n b d – fa c h m a g a z i n f ü r s c h u l e i n d e r d i g i ta l e n w e lt datenschutzkonformen Apps, wie beispielsweise Arbeitsformen ohne ständige Beaufsichtigung durch einer App als Ersatz für den grafikfähigen Taschen- eine Lehrkraft entstehen, bedürfen ebenso wie die rechner, ist nicht ausreichend, um den Prüfungs- Umsetzung des Konzepts Bring Your Own Device grundsatz zu gewährleisten. Dazu ist es mindestens (BYOD) spezifischer Überlegungen zur Umsetzung noch erforderlich, dass die Internetverbindung für des Datenschutzes. An diesem Prozess sind alle an alle Prüfungsteilnehmenden in gleicher Qualität und Schule beteiligten Akteursgruppen wie Schülerinnen die Funktionsweise auf allen verwendeten Betriebs- und Schüler, Eltern und Lehrkräfte zu berücksichti- systemen gleichermaßen sichergestellt wird. gen. Kollaborative Arbeitsprozesse zur Entwicklung von Nutzungsordnungen können zu einer Umsetzung Neue Lernsettings in Schulen, die durch die Auflö- durch alle Beteiligten im schulischen Alltag beitra- sung des Frontalunterrichts und die Einrichtung von gen. Ein Schulbeispiel zeigt, was Schulen konkret zur selbstorganisierten Lerngruppen in kollaborativen Umsetzung der DSGVO tun können. SCHULBEISPIEL MM BBS HANNOVER: ANPASSUNG DER SCHULORDNUNG AN DIE ANFORDERUNGEN DER DSGVO Die Multi-Media Berufsbildendenden Schulen und welche Software (etwa Moodle Lern- Hannover (MM BbS) als auf Medienausbildung plattform oder EDUPLAZA Bildungsplatt- spezialisierte Schulen haben als Reaktion auf form) genutzt wird und informiert die von der die DSGVO eine umfangreiche Überarbeitung Datenverarbeitung betroffenen Personen ihrer Schulordnung vorgenommen: über deren Rechte. • Eine Nutzungsordnung regelt die Nutzung von • Für die Dokumentation der Informations- schülereigenen mobilen Endgeräten und erteilung und die Einwilligung in besonderen der schulischen IT-Infrastruktur. Die Schulen Fällen wurden Formulare zur Bestätigung der setzen das Konzept von BYOD um, wonach Kenntnisnahme der Nutzungsordnung, der alle Schüler und Schülerinnen eigene End- Datenschutzerklärung und ergänzender geräte zur Nutzung im Schulkontext verwen- Hinweise sowie zur (freiwilligen) Einwilligung den. Alle Schülerinnen und Schüler erhalten in die Nutzung von einigen Anwendungen außerdem individualisierte Zugänge zum wie Office 365 oder ERP4School, die indivi­ Schulnetz. duell personenbezogene Daten erfassen oder diese zur Verfügung stellen, hinterlegt. • Eine Datenschutzerklärung informiert über die Datenverarbeitung im Zusammenhang • Für die Zusammenarbeit mit Partnern, die mit der Nutzung der Website der Schulen so- mit einer Weitergabe von personenbezoge- wie der schulischen IT-Infrastruktur. In ihr ist nen Daten verbunden ist, wurde ein Formular festgehalten, dass personenbezogene Daten zur (freiwilligen) Einwilligung in die Weiter- ausschließlich zu Zwecken der Beschulung, gabe von personenbezogenen Daten der der Ausbildung und zu pädagogischen Zwe­ Schülerinnen und Schüler an Kooperations- cken genutzt werden. Die Datenschutzerklä- partner, Ausbildungs- und/oder Praktikums- rung enthält darüber hinaus Informationen betriebe entwickelt. darüber, welche Daten verarbeitet werden HTTPS:// WWW.MMBBS.DE 35 f o r u m b i l d u n g d i g i ta l i s i e r u n g FORTBILDUNGS- UND INFORMATIONSANGEBOTE ZUM DATENSCHUTZ Schulen benötigen in der digitalen Welt Schulleitun- eine Vielzahl an Musterformularen und Informa- gen, die mutig sind, digitale Medien und innovative tionsdokumenten für Schulen entwickelt, die auch Methoden pädagogisch reflektiert gemeinsam mit miteinander ausgetauscht werden. Ein bundes- ihrem Kollegium in den Schulalltag einzubinden. weites Angebot könnte Schulen auf Grundlage der Mit dem notwendigen schul- und datenschutzrecht- europäischen Gesetzgebung der DSGVO vielfältige lichen Grundwissen sollten Lehrkräfte bereits in der Orientierungshilfen bieten, beispielsweise zur grund- universitären Ausbildung und im Referendariat eine legenden Organisation des Datenschutzes in der professionelle pädagogische Haltung einnehmen, Schule, zu Informationspflichten oder zu Fragen der die die Wahrung der demokratischen Grundwerte Fotoerlaubnis, aber auch der datenschutzrechtlichen und damit des Datenschutzes als Basis der eigenen Einschätzung von Lernplattformen und Apps. Eine pädagogischen Arbeit einschließt. In Mecklenburg- mögliche Anpassung an länderspezifische Besonder- Vorpommern wurden dazu vier Module zum Thema heiten kann dann wiederum durch die zuständigen Schulrecht in die Referendariatsausbildung integ- Landesbehörden erfolgen. riert: Grundlagen des Schulrechts, Aufsicht und Haf- 36 tung, Erziehungsmittel und Ordnungsmaßnahmen Kein e-Learning- oder Blended-Learning-Angebot sowie Datenschutz, Urheber- und Medienrecht. In wird jedoch gewährleisten können, dass jede einzel- Brandenburg wiederum wird in der Führungskräfte­ ne Schule datenschutzrechtliche Anforderungen qualifizierung ein interaktives e-Learning-Angebot erfolgreich in die Praxis umsetzen kann. Einen be- in der schulrechtlichen Qualifizierung eingesetzt, sonderen Stellenwert nimmt dabei die schulinterne das den Datenschutz als einen Baustein beinhaltet. Lehrkräftefortbildung ein. Um das Fachwissen im Entwickelt wurde dieses e-Learning-Modul kollabo- Kollegium der Schulen zu verankern und kollabora- rativ über eine Autorenplattform. Dadurch konnten tiv mit allen Interessensgruppen schulspezifische einerseits vielfältige Expertisen eingebunden und Lösungen erarbeiten zu können, sollten in Fortbil- andererseits sogleich die gewünschte Zielgruppe dungsangeboten nicht ausschließlich Schulleitungen mit ihren Bedarfen umfassend in den Entwicklungs- als Verantwortliche im Sinne der DSGVO adressiert, prozess integriert werden. Landesdatenschutzbe- sondern insbesondere auch Lehrkräfte und Daten- auftragte und die zuständigen Landesinstitute für schutzbeauftragte als Multiplikatorinnen und Multi- die Lehrkräftequalifizierung haben außerdem bereits plikatoren einbezogen werden. MÖGLICHKEITEN DER DATENVERARBEITUNG ZU BILDUNGSZWECKEN ÜBERDENKEN Digitale Medien werden über Lehr- und Lernplatt- welche Datenverarbeitung Schulen auf Grundlage der formen, BYOD und Apps zunehmend in den Schul- DSGVO im Rahmen ihres Bildungsauftrags und der alltag integriert. Der datenschutzkonforme Einsatz Gestaltung einer modernen kollaborativen Schul- digitaler Medien in der Schule sollte dann realisiert organisation ermöglicht wird. Um digitale Innovatio- werden können, wenn sie dem Bildungsauftrag und nen rechtssicher auch im Schulalltag zu integrieren, dem Kompetenzerwerb von Kindern und Jugend- bedarf es neben rechtssicheren Angeboten von lichen im 21. Jahrhundert dienen. Es werden bereits Lehr- und Lernplattformen bis hin zu Apps für den einige datenschutzkonforme Lösungen angeboten, Fachunterricht bereits Überlegungen, wie Künstliche jedoch wird nicht alles, was technisch möglich ist, Intelligenz und Learning Analytics als Zukunftstech- auch rechtlich erlaubt sein. Behörden und gesetz- nologien datenschutzkonform und gewinnbringend gebende Organe sollten neu darüber nachdenken, von Schulen genutzt werden können. p l a n b d – fa c h m a g a z i n f ü r s c h u l e i n d e r d i g i ta l e n w e lt ÜBER UNS Das Forum Bildung Digitalisierung gestaltet den digitalen Wandel im Bildungsbereich. Im Zentrum der Arbeit stehen die Chancen digitaler Medien für die Schul- und Unterrichtsentwicklung. Dafür gibt das Forum Empfehlungen, erarbeitet praktische Lösungen und leistet Orientierungshilfe für schulische Veränderungsprozesse. Innerhalb von Konferenzen und Werkstätten finden Akteure aus Bildungspraxis, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft eine Plattform für Austausch und Vernetzung. Im Forum engagieren sich derzeit acht deutsche Stiftungen: Deutsche Telekom Stiftung, Bertelsmann Stiftung, Dieter Schwarz Stiftung, Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, Robert Bosch Stiftung, Siemens Stiftung, Stiftung Mercator und Joachim Herz Stiftung. Die große Erfahrung in der Begleitung und Gestaltung bildungspolitischer Veränderungsprozesse fließt in die Arbeit des Forums mit ein. 37 Sie haben Feedback zu unserer ersten Ausgabe des Magazins Plan BD oder haben schon Ideen für gemeinsame Projekte? Wir freuen uns über Ihre Nachricht an: magazin@forumbd.de f o r u m b i l d u n g d i g i ta l i s i e r u n g IMPRESSUM HERAUSGEBER Forum Bildung Digitalisierung e. V. Pariser Platz 6 10117 Berlin www.forumbd.de +49 (0) 30 5858466-60 magazin@forumbd.de VERANTWORTLICH Dr. Nils Weichert REDAKTION Nina Braun Marvin Kornbrust Philipp Schulz 38 LEKTORAT Frank Buchstein GESTALTUNG TAU GmbH Köpenicker Straße 154 A 10997 Berlin ILLUSTRATION Robert Samuel Hanson BILDNACHWEIS Verena Brünning (S. 15, Bild links); Phil Dera (S. 7); Stephan Dublasky (S. 15, Bild rechts); Florian Freund (S. 6 / S. 8 / S. 28); Tina Umlauf (S. 18) DRUCK Spree Druck Berlin GmbH Wrangelstraße 100 10997 Berlin ISSN 2699-7169 Berlin, Januar 2020 p l a n b d – fa c h m a g a z i n f ü r s c h u l e i n d e r d i g i ta l e n w e lt 39 f o r u m b i l d u n g d i g i ta l i s i e r u n g FORUM BILDUNG DIGITALISIERUNG E. V. PARISER PLATZ 6 10117 BERLIN FORUMBD.DE @FORUMBILDIG 40 DAS FORUM BILDUNG DIGITALISIERUNG IST EINE INITIATIVE VON:
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.