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I. Cor. 13, 13. Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen

Full text: Festschrift zum 50jährigen Bestehen des Elisabeth-Kinder-Hospitals in Berlin ; 14. April 1843 - 14. April 1893 (Public Domain)

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Lieutenant von Webern. Sein hohes Alter und ein ernstes Kopfleiden 
machten es ihm unmöglich, ferner Fürsorge für das Hospital zu üben, und 
war es eine glückliche Fügung, daß General von Ollech, bereits viele 
Jahre im Vorstande und mit den Verhältnissen des Hospitals vertraut, sich 
entschloß, den Vorsitz zu übernehmen. 
Das Jahr 1875 brachte mannigfache Veränderungen. Auf Veranlassung 
des Vorsitzenden wurde eine gründliche bauliche Erneuerung des Haupt-Ge— 
bäudes vorgenommen. Die Wände blieben zwar stehen, wurden aber von 
außen und von innen abgeputzt und gestrichen; desgleichen erhielten sämmtliche 
Fenster, Thüren, Fußböden und Treppen neuen Oelfarben-Anstrich, auch die 
Möbel, Schränle, Tische, Stühle, Bettstellen wurden nicht vergessen. So 
bekam das Ganze ein sauberes, freundliches Ansehn. Der schlichte Bretter⸗ 
zaun längs der Straßenfront wurde durch ein hübsches untermauertes Eisen⸗ 
gitter ersetzt. Nach der Gartenseite baute man eine geräumige Veranda an, 
auf der die kleinen Kranken, auch solche, die zu Bette lagen, an schönen 
Sommertagen im Freien unter dem Schatten der Bäume sich aufhalten 
konnten: ein großer Gewinn für Alle. 
Durch einen Umbau des Seitengebäudes erlangte man die nöthigen 
Wirthschaftsräume: eine große helle Waschküche mit Trockenkammer, sowie 
Roll- und Plättstube. Auch fand sich der Raum zu einer kleinen, würdig 
ausgestatteten Leichenhalle, die oft zu Feierlichkeiten an den Kindersärgen 
gedient hat. In der Etage darüber wurden Wohnungen für zwei Boten 
hergerichtet, von denen die eine später zur Poliklinik benutzt wurde. 
Von wesentlichem Nutzen war die Einrichtung der Wasserleitung. 
Ebenso entsprach es dem Bedürfniß, daß die Küche im Souterrain durch die 
Hinzunahme der angrenzenden Stube angemessen vergrößert und daneben 
die Eßstube des Hauspersonals eingerichtet wurde. Dies erreichte man durch 
Verlegung sämmtlicher Schlafstuben in die obere Mansardenetage. 
Die Eintheilung der vier Stationen blieb unverändert, auch die fünfte 
und sechsste wurde nicht wieder aufgenommen, da der betreffende Raum als 
Versammlungs-Zimmer zu den täglichen Hausandachten und als Nähstube 
dienen mußte. 
Auch die innere Verwaltung des Hospitals erfuhr eine Umwandlung, 
indem auf Wunsch des Vorsitzenden durch Beschluß des Vorstandes am 
10. Mai 1875 Fräulein Anna von Lancizolle als Oberin die Leitung der 
Anstalt mit den Rechten und Pflichten einer Hausmotter übernahm. Eine 
wesentliche Erleichterung für diese Einrichtung war es, daß Fräulein von 
Lancizolle auf Veranlassung des Geheimen Sanitätsraths Dr. Klaatsch seit 
Januar 1870 allwöchentlich an mehreren Vormittagen das Hospital besucht 
hatte, um die lernfähigen Kinder zu unterrichten. Dadurch hatte dieselbe das 
Hospital und seine Bewohner kennen gelernt und liebgewonnen, und auch 
Pflegerinnen und Wirthschafterin brachten ihr volles Vertrauen entgegen
	        
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