Path:
I. Cor. 13, 13. Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen

Full text: Festschrift zum 50jährigen Bestehen des Elisabeth-Kinder-Hospitals in Berlin ; 14. April 1843 - 14. April 1893 (Public Domain)

ihren praktischen, nicht vorhergesehenen Consequenzen. Die Personal-Union 
beider Anstalten, welche Oberst von Webern in friedlichen Zeiten mit dem 
besten Erfolge repräsentiert hatte, zeigte nun ihre schwierige Seite. Sollten 
die Gründer des Hospitals ihr Eigenthumsrecht, ihre Selbsiständigkeit und 
ihre moralische Verpflichtung für die Erhaltung und das Gedeihen desselben 
in ganz andere Hände übergehen lassen? Man entschied sich für Lösung 
dieser bedenklichen Verhältnisse. 
Einen formellen Anhaltspunkt fand man in demjenigen Paragraphen 
des Statuts, durch welchen der Verein sich das Recht der Abänderung des— 
selben ausdrücklich vorbehalten hatte. Hierauf gestützt, sprach der Vorstand 
die Aufhebung der Bestimmung über den gemeinschaftlichen Vorsitz aus. 
Dieses Hülfsmittel blieb aber vorläufig ein einseitiges, denn der Vorstand 
der Bewahr-Anstalten widersprach solchem Beschluß. 
Neue Statuten bedurften auch der neuen amtlichen Bestätigung. Als 
aber den Ministern des Innern und des Kultus diese Angelegenheit vor—⸗ 
gelegt wurde, entschieden dieselben im Juni 1849, daß die Parteien sich 
zuvor zu einigen und gemeinschaftlich die vollständige Trennung beider An— 
stalten anzuerkennen und auszusprechen hätten. 
Um diese Zeit befand sich Oberst von Webern, jetzt zum General— 
major befördert, im Felde in Baden und wurde dann nach Stettin versetzt, 
behielt aber gleichwohl, wie eine Herzenssache, die Leitung des Hospitals auf 
den einstimmigen Wunsch des Vorstandes in seiner Hand. Dr. Barez und 
General von Gerlach vertraten ihn abwechselnd in dem Vopsitz. 
Die schwebende Differenz blieb einstweilen ungelöst, selbst auf die 
Möglichkeit hin, sie zu einer gerichtlichen Entscheidung bringen zu müssen. 
Dazu ist es indessen nicht gekommen. Seit dem Jahre 1851 trat eine 
äußerliche Ruhepause ein, indem der Vorstand der Klein-Kinder-Bewahr— 
Anstalt erklärte: 
„Wir wollen diese Angelegenheit für jetzt nicht weiter verfolgen, 
behalten uns aber ausdrücklich vor, auf dieselbe zurückzukommen.“ 
Erst nach Ablauf von zehn Jahren, nämlich 1858 erfolgte eine fried— 
liche und gegenseitig wohlwollende Ausgleichung. Prediger Bachmann führte 
in diesem Jahre den Vorsitz für die Bewahr-Anstalten. An ihn wandte sich 
General von Webern mit dem Gesuch, die Trennung beider Anstalten, die 
ja thatsächlich schon Jahre lang bestand, nun auch formell anzuerkennen— 
Dies geschah in der bereitwilligsten Weise, nur mit der historisch gerecht— 
fertigten Klausel, daß auch ferner kranke Kinder der Bewahr-Anstalten dem 
Hospital zugewiesen werden dürften, um so mehr, da Ihre Majestät die 
Königin Elisabeth Protektorin beider Anstalten war. Die Trennungs— 
Urkunde ist vom 29. Mai 1858 datirt. Jetzt konnte endlich das neue 
Statut vom 6. Mai 1859 durch die betreffenden Minister der Allerhöchstern
	        
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.