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Full text: Wilhelm Stolze / Mellien, Marie (Public Domain)

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graphie nicht in Abrede stellen“ und ihm „in Anerkennung derselben eine 
außerordentliche Remuneration von 100 Thalern bewilligen wolle.“ 
Ob dieses „außerordentliche“ Geschenk wohl ausreichte, um die Prozeß⸗ 
kosten zu decken? Jedenfalls war der moralische Erfolg, den für Stolze 
die „Remuneration“ wie die anerkennenden Worte des Ministers bedeuteten, 
Janz erfreulich und eine kleine Genugthuung nach all der erlittenen Unbill 
und Kränkung. 
Tröstlicher noch mochten dem trefflichen Manne die von nah und fern 
kommenden Nachrichten über den von Monat zu Monat sich steigernden 
Erfolg seines Werkes sein, wie 55 Schreiben des italienischen System⸗ 
erfinders, Professors ur-Hanonikus Consoni in Mailand vom 11. Juni 1847, 
das durch Vermi“*72 berühmten Archäologen Böckh in seine Hände 
gelangte und von mehreren Exemplaren seines Lehrbuches begleitet war. 
Der lebhafte Italiener spricht Stolze seine Bewunderung und Verehrung 
in feurigen Worten und zierlichen Wendungen aus und legt ihm schließlich 
sein Werk zur Beurteilung vor. Trotzdem bereits eine Anzahl von 
Akademieen, auch nicht-italienische, sich anerkennend über seine Methode 
ausgesprochen hätten, lege er doch den größten Wert auf Stolzes Urteil, 
„als eines wahrhaft peritus in arte.“ Consoni spricht auch von seinem 
Aufenthalt in Berlin (im Jahre 1844) und von der hohen Genugthuung, 
die es ihm bereitet habe, dem Meister persönlich begegnen, sein Genie 
»ewundern und so vieles von ihm lernen zu dürfen“, und nennt ihn 
wiederholt enthusiastisch „digne et très renommé Professeur“. 
Ebenso wohlthuend mußte es Stolze berühren, wenn der Major 
o. Voigts-Rhetz, sein ehemaliger Schüler im Generalstabskursus, gerade 
in jener Zeit in einem sehr liebenswürdigen Briefe an ihn den Wunsch 
aussprach, seine in den letzten Jahren etwas eingerostete Fertigkeit im Steno— 
graphieren wieder aufzufrischen, sich eingehend erkundigte, ob Stolze 
inzwischen Veränderungen an seinem System vorgenommen habe, und die 
aeueste Auflage seines Lehrbuches bei ihm bestellt. In seiner Antwort hebt 
Stolze mit Befriedigung hervor, „daß in den letzten drei Jahren seine 
Methode sich rasch ausgebreitet habe, und daß u. a. in militärischen Kreisen 
bdiel Interesse dafür herrsche“. In einem Schreiben an seinen Freund 
Martini erwähnt er nicht lange danach beiläufig die Thatsache, daß 
„seine stenographische Korrespondenz sich über ganz Deutschland erstrecke“. 
und ein Jahr später, im Februar 1849, kann er einem lerneifrigen 
Marie Mellien, Wilhelm Stolze.
	        
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