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Aus Ferdinandens Briefen an ihren Bruder Ferdinand 1831-1834 und die Verlobung

Full text: Ein Lebensbild, aus ihren Aufzeichnungen und Briefen zusammengestellt für ihre Enkel und Urenkel / Trendelenburg, Ferdinande (Public Domain)

AMus Jerdinandens Briefen 
an ihren Bruder Jerdinand 18311834 
und die Verlobung. 
Offenbach, den 27. Februar 1831. 
Seit einigen Tagen beschäftigt unsere Gedanken ein sehr nettes, 
neues Haus, der Bibelsmühle gegenüber; wir hätten es gern eigen, 
wenn der Preis nicht zu hoch geht. Natürlich sind viele pours und 
oontres zu bedenken. Zu den ersteren gehört, daß unser jetziges Haus 
sehr malhonett wird und Herr Sp. mit der Zeit mehr Miete fordert, 
das andere Haus dagegen sehr hübsch und die Lage reizend ist. Zu 
den contres gehört die Sorge um den Krieg, auf den wir uns allem 
Anschein nach gefaßt halten müssen. Wie es dann eigentlich sein wird, 
kann ich mir gar nicht vorstellen. Nur ein einziges Bild aus unserer 
Familie kann ich mir denken; nämlich, daß Du in einem Hospital die 
armen Verwundeten heilst und ich bei Dir und unter Deiner Leitung 
das Amt einer sGur grise versehe. Das wollte ich schon unternehmen. 
denn ich fühle mich viel mutiger als sonst. 
Die Bübchen werden Dir diesmal nicht schreiben, weil der Brief 
gar zu gewichtig wird, so muß ich Dir's wohl sagen, daß sie kostbar 
sind. Bernhard wird immer zutraulicher. Abends vor dem Schlafen— 
gehen stiehlt er sich zu uns ins Sophaeckchen und schwätzt mit uns 
oder sieht auch nur zu, was wir treiben. Dann kommt Karl, der 
noch immer nicht viel Worte machen kann, und zieht Bernhard an 
der Hand, daß er mit ihm zu Bett gehe. Bernhard bliebe gern länger 
auf, kann aber dem Dicken nicht widerstehen und sagt: „No gunnacht!“ 
Findet Karl hingegen Bernhard noch oben bei der Arbeit, so wartet 
er geduldig auf ihn und macht in der Zeit Fidibus für den Vater. 
Karl und Theodor spielen jetzt zweimal wöchentlich bei mir Klavier. 
Karl thut es mit sehr viel Kraft und Eifer, Theodor mit sehr viel
	        
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