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Erinnerungen vom Juni 1889, Harzburg

Full text: Lebenserinnerungen / Siemens, Werner von (Public Domain)

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Thätigkeit nach dem Eintritt ins Geschäft. 
Wissenschaf,““* —nd erfinderische Thätigkeit wurde mir in 
dieser arbν Nmnsloc durch das technische 
Bedürfniß »orgnn, rxecrlongten die damals sehr über— 
raschend und störend auftretenden Ladungserscheinungen an den 
unterirdischen Leitungen ein eingehendes Studium Ferner war 
es nothwendig, ein System für die Bestimmung der Lage von 
Leitungs- und Isolationsfehlern in unterirdischen Leitungen 
durch Strommessungen an den Leitungsenden festzustellen. Die 
Unsicherheit der Strommessungen führte zu der Nothwendigkeit, 
sie durch Widerstandsmessungen zu ersetzen, ind dadurch zur Auf— 
stellung fester, reproducirbarer Widerstandsmoße und Widerstands- 
sealen. Es meißten zu diesem Zwecke au die Methoden und 
Instrumente f'n Strom- und Widerstandsmestingen verbessert und 
für den technischen Gebrauch geeignet gemacht werden — kurz es 
hatte sich eine ganze Reihe wissenschaftlicher Aufgaben gebildet, 
deren Lösung das technische Interesse gebot. 
Ich widmete mich diesen Aufgaben, soweit es meine Inanspruch— 
nahme durch die technischen Unternehmeingen des Geschäfts er— 
laubte, mit besonderer Vorliebe und win durch die bildende 
Kunst und das mechanische Tal— uẽ Halske sehr 
wirksam unterstützt Die? den zahlreichen 
Verbesserungen der telegraphische. zen und Hülfsmittel, 
die jener Zeit entstammen und donk der seliden und exacten Aus— 
führung, die sie in unsrer Werkstatt unter Halskes Leitung fanden, 
sich schnell allgemeinen Eingang in die Telegraphentechnik ver— 
schafften. Der große Einfluß, den die Firma Siemens K Halske 
auf die Entwickelung des Telegraphenwesens ausgeübt hat, ist 
wesentlich dem Umstande zuzuschreiben, daß bei ihren Arbeiten der 
Präcisionsmechaniket und nicht mehr wie früher der Uhrmacher die 
ausführende Han— 
5 rssenschaftlichen und technischen Zeit— 
shrifte 8* eil. Auch Patente wurden nur 
in wenigen e genommen. Ein deutsches Patentrecht gab es 
uoch nicht, und in Preußen wurden Patente ziemlich willkürlich 
auf drei bis fünf Jahre ertheilt, waren also ohne practischen
	        
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