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Erinnerungen vom Juni 1890, Harzburg

Full text: Lebenserinnerungen / Siemens, Werner von (Public Domain)

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Theorie der Kabellegung. 
hätten zwar zur Vorsicht ein kräftiges Bremsrad angebracht, um 
das Kabeelter krane würde das bei schnellem 
Gange dee Teffen kaum 7 6252. Diese Theorie des Herrn 
Liddell begegnet dem entschiedenen Widerstande des Herrn Dela— 
marche, der den unglücklichen Legungsversuchen des Herrn Brett 
beigewohnt und nmon die Theorie adoptirt hatte, das Kabel müsse 
in tiefem Wasser eine Kettenlinie bilden und unter allen Um— 
tänden reißen. 
Ich hatte ursprünglikh nicht die Absicht, mich in den mecha— 
nischen Theil der Legune nurscher e schien mir aber so ganz 
unmöglich, ein schweree ẽ 12 e⸗ Gewicht von wenigstens 
2 Kilogramm pro Meter im Wesse eeun ewn; Tiefen von mehr 
als 3000 Meter, wie sie auf der C?2ren Sardinien bis Bona 
vorkamen, in der von den Herren Newall und Liddell beabsichtigten 
Weise zu legen, daß ich ernstlichen Widerspruch dagegen erhob. 
Andrerseits konnte ich die Befürchtungen des Herrn Delamarche 
nicht theilen, und es kam daher zu einer heftigen Debatte zwischen 
mir und den Herren Liddell und Delamarche, in der ich die 
Legungstheorie entwickelte, die später allgemein adoptirt wurde. 
Sie besteht darin, das Kabel an Bord des legenden Schiffes 
durch Bremsvorrichtungen mit einer Kraft zurückzuhalten, die 
dem Gewichte eines senkrecht zum Boden hinabreichenden Kabel— 
stückes im Wasser enspriyt gleichmäßig schnellem Fort⸗ 
gange des Schiffe das 5am in einer graden Linie, 
deren Neigung vch klit und der Geschwin⸗ 
digkeit des Sinkchis e stücks im Wasser ab— 
hängt, zur Tiefe hinal 1 Kabelstück nicht voll⸗ 
ständig durch die Brems! .nciet su findet gleichzeitig ein 
hinabgleiten des Kabelec iefen Ebene, die es selbst bildet, 
statt, man kann dehere der Bremsung den nöthigen 
Mehrverbraud sen Ueberwindung von 
Unebenheiten d 
Diese einfache Icori. fand den einstimmigen Beifall der 
Schiffsgesellschaft; auch Mr. Newall schloß sich zuletzt meiner An— 
schaunng an und ersuchte mich, ihm bei den Vorbereitungen zu der
	        
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