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III. Gontards Wirken unter Friedrich Wilhelm II. (1786-1791)

Full text: Leben und Wirken Karl von Gontard's / Wallé, Peter (Public Domain)

Räume giebt Rumpf in seiner Darstellung Berlins vom Jahre 15844 
Beachtenswerth sind noch heute die reich eingelegten Fufsböden 
and die Decken dieser Räume, die, obwohl zum The,? renovirt und 
n der Ausstattung verändert, doch noch vieles von der damaligen 
Erscheinung bewahrt haben. Es sind dies zwei Zimmer zwischen 
Thronsaal und Garde-du-Corps-Saal in rothem und grünem Damast, 
die beiden Mittelzimmer in dem Vorsprung des Schlofsfreiheitflügels 
neben den Wilhelmkammern) und der auf den äufseren Schlofshof 
yehende schöne Nebeuraum des Parolesaals, Diese Gemächer ge- 
hören nicht zu den eigentlichen Prunkräumen, doch übertreffen sie 
lie von Erdmannsdorf eingerichteten in mancher Hinsicht an Behag- 
lichkeit und Anmuth.*}) 
Letzte Lehenszeit. 
In den letzten Jahren seines Lebens, seit 1785 oder 1786, wohnte 
Zontard, welchem das heutige Charlottenhof (früher Bürings Vorwerk) 
oei Potsdam gehörte, im Hause Zimmerstralse 25 in Berlin; er hat 
hier nach Ausweis der alten Adrefskalender seit 1738 auch als 
Lehrer an der Akademie der freien Künste und mechanischen 
Wissenschaften gewirkt. Dieser Umstand verdient insofern Beach: 
tung, als Gontard hiernach an der im Jahre 1788 bei der Akademie 
neu begründeten architektonischen Lehranstalt mit thätig gewesen 
zein mufs, welche 1790 die Genehmigung und Unterstützung des 
Könies fand, und aus welcher 1799 die Königliche Bauakademie 
hervorgegangen ist.**) 
Die anstrengende Thätigkeit des vielseitigen, hochbegabten 
Mannes, mehr aber noch manche Kränkung, die er trotz seiner treuen 
Dienste hatte erfahren müssen, rieben lanysam seine Kräfte auf 
So unternahm er denn eine Badereise navlı Schlesien, von weicher 
ihm indessen eine Heimkehr nich: vergönnt sein sollte. Fern der 
Heimath verstarb er in Breslau am 28, September 1791. 
; W °. KErdmannsdorf in Berlin. Voss. Zeitung. 
" 
gl. Samnılung nützlicher Aufsätze, das Banwesen betr., 1802 
n fast allen kunstgeschichtlichen Werken und Handbüchern 
indet man 1802 als das Fodesjahr bezeichnet, während as Werk 
„Berlin und seine Bauten“ nach Ferd. Mevers „berühmten Berlinern“ 
die Zahl 1791 schon angiebt. Rei der Untersuchung nun über 
die Zuverlässigkeit dieser Jahreszahlea gab den ersten Anhalt ein 
m Geh, Staatsarchiv befindlicher Bericht Carmers vom Jahre 1795, 
wonach uer Major v. Gontard damals schon verstorben war, sodafs 
ias Jahr 1802 nicht mehr in Betracht kam. Regierungs-Baumeister 
Il. ILmtsch in Breslau, der auch die Güte hatte, die dortigen 
Kirchenhücher durchsehen zu lassen, fand schliefsli-h eine bestäti 
zende Bemerkung im zweiten Bande der „Schles. Frovincialblätter‘ 
von 1791, worauf es mir dann in Berlin gelang, als ein unzweideutiget 
Zeugnifs die von der Wittwe aufgegebene Todesanzeige in Nr. 11 
der „Berl. Nachr, von Staats- und Gelehrten-Sachen« (vom 29, Sep- 
;ember 1791) zu ermittein, Dals der danach avrı 93. September ir 
Breslan verstorbene Major v. Gontard wirklich der Architekt Fried 
xchs des (Girofsen war. beweist eine Kingzahe in den geheimen Ca 
I
	        
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