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II. Gontards Wirken unter Friedrich dem Grossen (1764-1786)

Full text: Leben und Wirken Karl von Gontard's / Wallé, Peter (Public Domain)

indung der Architektur be‘ aller Ruhe und Einfachheit doch von 
äjiner Vornehmheit und Schönheit, die dem Kunstler uneingeschränk tes 
Lob eingetragen hat, Der Bau der beiden "Thürme wurde nach der 
an 27. Mai 1780 erfolgten Grundsteinirgung mit ganz aufserordent 
‚jjcheim Eifer betrieben, sodafs dieselhen im Summer des nächsten 
Jahres schon bis zum Säulpnarchitrav des "Tamnbours efördert 
waren. Man kann sich bei diesen riesigen Manermassen denken, mit 
welcher ungewöhnlichen Schnelligkeit, um den Wünschen des Königs: 
nachzukommen, verfahren werden mufßste, weshalb es nichts eben 
[’eberraschendes hat, zu hören, dafs im Juli 1781 der Bau wegen 
theilweisen Kinsturzes unterbrochen werden mußte. Als man dem 
Könige am 28. Juli das Unglück meldete, fragte er nur, ob Menschen: 
leben dabei zu Schaden gekommen wären. Da dies verneint wurde, 
sagte er nur: „Es ist gut,“ für uns wohl eine Beruhigung, dafs or 
lie Schuld dafür nicht dem ausführenden Baumeister allein beimafs. 
Mögen auch, nach den ältesten Plänen zu schliefsen, Mängel der 
Construction vorgelegen haben, so wären sie virlleicht niemals in 
lieser Art zum Ausdruck gekommen, wenn die Arbeit in einer 
ruhigeren, sorgfältigeren Ausführung hätte zum Abschlufßs gebracht 
werden können. In dieser Erkeuntnifs wurde denn auch der Bau 
am 22, October desselben Jahres -— also nur drei Monate später — 
mit aller Kraft im Wesentlichen nach dem ursprünglichen Plane 
wieder aufgenommen und unter mehrfacher Verstärkung der Haupt- 
manern und Widerlager durch Unger md Becherer mit einem 
Aufwand von fast 400000 "Thalern in den nächsten vier Jahren 
zollendet.*) Welchen Beifall die Thürme damals fanden, geht wohl 
Jaraus hervor, dafs schon 1455 eine „umständliche Beschreibung der 
neuerbauten T’hürme auf dem Friedrichstädtischen Markte“ (m 2 Abb.) 
arschienen ist. 
Während dieser Zeit entwickeite Gontard eine umfangreiche 
VUhätigkeit auch auf dem Gebiete des Privatbanes, indem nach 
Nieolai 1777-1755 zunächst am Gensdarmenmarkt sieben gröfsere 
Häuser durch ihn entstanden, die wir wohl vorwiegend an der Ost- 
seite des Platzes zu suchen haben. Sein Name wird u. a. 1779 in 
dem Grundstein des Hauses Markgrafenstrafse 44 erwähnt, der sich 
ıetzt im Märkischen Provineiulnuseum befindet. Andere Häuser 
aus jener Zeit sind die Generallotteriedirection (Nr. 47), dann Nr. 48, 
jas Ammonsche laus, das Ungersche Haus in der Französischen 
Strafse und das ehemalige Hotel de Brandebourg. 
In den letzten beiden Lebensjahren Friedrichs IM, wird Gontards 
Name ;ast garnicht mehr genannt, doch ist es zweifellos, dafs er 
nach wie vor bei nimcherlei Arbeiten mitthätig gewesen ist. Zu 
denjenigen Äufgahen, die ihn damals beschäftigten, gehören auch 
die chemaligen Berliner Stadtthore, die um jene Zeit in grölserer 
Zahl entstanden sind. Dals der künstlerische Theil derselben zu 
zeinen dienstmiifsigen Ohlieyenheiten vrehörte. das gcht ans einer 
Ein wichtiger Originalgrundrifs vom Augnst 1780 hefindet 
ach ım Märkischen Pravineialmnsenm
	        
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