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II. Gontards Wirken unter Friedrich dem Grossen (1764-1786)

Full text: Leben und Wirken Karl von Gontard's / Wallé, Peter (Public Domain)

Jer sorgsamsten Weise ansarbeitete, In diesem ersten Entwurfe war 
das V’alais nach Westen hin durch eine halbrunde Colonnade, ähnlich 
Jerjenigen am Schlasse Sanssouci abgeschlossen, was indessen unter 
‚röntarıds Eintlufs nachher abgeändert wurde. 
Gontard erhielt bei seinem Eintritt in die Dienste des Königs, 
für den damals Legzeay, Unger, Büring, Hildebrand, Manger 
ind Unger thätig waren, neben anderen Arbeiten zuerst die wichtige 
Aufsicht über den Bauhof, init welcher eine grufse Verantwart: 
ichkeit verbunden war. 
Die Cabinetsordre vom 24. November 1764 lautet: 
„Nachlem S. K. M. zu besserer Ordnung bey deıo hiesigem Bau- 
wesen dem Capitän Gontaurd allergnädigst befohlen, dafs der- 
;elbe inskünftige nebst der speciellen Anfsicht über den hiesigen 
Bauhof eine besondere Attention auf den Verbrauch derer Materialien 
aehmen solle, dergestalt, dafs derselbe nicht allein alle hier an- 
kommenden Materialien sowohl auf deren Ablagen als sonst, nichte 
iberal] davon ausgenommen, in Empfang nehnıen und dem Bau 
somptoir dasjenige, was daran zu jedem Bau erforderlich verabfolger 
lassen, sondern auch dahin sehen solle, dafs die Materialien zu dem 
Bau oder Behuf wozu sie gefordert werden, richtig verwandt und bey 
vollendetein Bau dahin verrechnet werden, dafs der Ucherrest jedes 
mal wiederum zum Bauhofe komme und zu anderweitigen Bauten 
anıplovirt werde, auch dafs derselbe das hiesige Bau- und Nutzholz 
‚magazin und die an selbiges gestellte Assignationen von Zeit zu Zeit 
nächsche und examiniren solle, Als machen S. K. M. dern hiesigem 
Baucomptoir solches hierdurch bekannt, mit dem allergnächgsten 
Befehl, sich darnach allerunterthänigst. zu achten und nicht allein 
lie Unterbediente anf deren Ablagen und bei deren Bauten an den 
Vapitan Gontard mit zu verweisen, sandern ihm auch von aller 
Vorräthen und Bestellungen au tait zu setzen und dieserhalh ferner 
hin mit ihn Alles gehörig zu konzertiren.” 
Aus dem Wortlaut ‚Jieser Ordre könnte man entnehmen 
dais Friedrich II. von vornherein dem nen eintretenden Archi- 
tekten nicht eben eine hohe Aufgabe gestellt hatte, dafs eı 
vorab seine technische Befähigung mehr, als seine künstlurische 
nutzbar zu machen bemüht war. Man darf aber nıcht vergessen, 
welch ungeheure Summen jahraus, jahrein für die Neubauten zur 
Verwen lung kamen, sodafs Jeren treue und sachgemäßse Verwaltung 
icem Könige sicher weit wichtiger vorkam, als der Gewinn einer 
aeuen künstlerischen Kraft, Um welche Beträge im Einzelnen dort 
?s sich handelte, beweist eine altere Berechnung der Königlichen 
Bauten in Potsdam, wonach Friedrich II. och nach dem siehen- 
jährigen Kriege etwa 40 ?'illionen Mark verbaut hat. Es währte 
indes nicht lange, bis (jıntard ebenfalls zu den Bauten selhst 
herangezugen wurd“, und zwar geschah dies sehon im folgenden 
Jahre, nachdem der Architekt der Hedwigskırche, Legeay, wegen 
ler Zeichnung zu den Cavalierhäusern beim Neuen Pal Us, den sop. 
Dammnns. mit dem Künige in einen ernsten Zwist gerathen
	        
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