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Meine Antwort

Full text: Fünfundzwanzig Jahre in Berlin / Frommel, Emil (Public Domain)

ich an jenen TobaenJÂν Magington nach der Schlacht bei 
Belle⸗Alice ein⸗ ahne hinüber nach London 
schickte, dort den großen Tieg zu verkündigen. Er selber blutete 
aus mehreren Wunden; aber er ging hinüber, schwenkte die Fahne, 
verkündete den großen Sieg — und dann ging er in seine Kammer 
und verband seine Wunden. So habe ich damals gethan, als 
ich von meiner geliebten Gemeinde kam. Jedes Scheiden von 
einer Gemeinde, die man lieb hat, ist ein Stück Sterben. So 
ging ich hierher, die Wunde im Herzen, entrollte die Fahne meines 
himmlischen Königs und Feldherrn, um dann meine Wunden in 
der Stille zu verbinden. 
Am vergangenen Sonntag Morqen ind in der Nacht vorher 
ließ ich alle die Bilder mir aus dirtetn Jahren am inneren 
Auge vorüberziehen, die Du, mein —r „geistlicher Sohn“ 
mir hast vorgeführt. Es ist mir eine ganz besondere Freude, 
daß grade Du es bist, der im Namen der Konfirmanden sprach; 
Du fühlst mit mir, wie es ist, wenn man einen Konfirmanden 
hier reden hört, der nun selbst andere konfirmiert und die em— 
pfangene Saat wieder weiter giebt. Se standet Ihr mir alle 
vor der Seele, alles, was ich mit Euch erlebt und durchlebt habe. 
Fünfundzwanzig Jahre freilich — sind nur ein Teil meines 
Lebens, hinter ihnen liegen zwanzig andere Jahre des Dienstes, 
und vor mir der Schlagbaum des Lebens, von welchem Mose, 
der Mann Gottes, gesagt: „Unser Leben währet siebzig Jahre.“ 
— Das alles zusammen genommen, könnt Ihr Euch wohl denken, 
wie bewegt heute mein Herz ist. Jedes von Euch hat sich in be— 
sonderer Weise mit Euren Eltern in mein Herz und Leben hinein— 
geflochten. Ist mein Leben reich geworden, so liegt es doch mit 
darin, daß ich nicht bloß mein eigenes Leben gelebt habe, sondern 
das so vieler Hunderte und Tausende mit. 
Daß Ihr Konfirmanden aber ein ganz besonderes Stück 
meines Lebens seid, wißt Ihr. Ich hal C.nanchmal gesagt, 
es sei wir im ganzen Jahr kein Ta. er wie der Kon— 
firmaticeo meil er mir die gre— Ang aufs Herz 
legt, die tür Euch vor Gott habe,. age, ob ich Euch 
cecht unterwiesen und Euch den Weg zum Leben recht gezeigt, ob
	        
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