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Die Strassenbrücken

Full text: Festschrift zur XXXV. Hauptversammlung des Vereins Deutscher Ingenieure (Public Domain)

Brückenbau der Neuzeit, 
aus zwei Viktorien aus carrarischem Marmor und einem vergoldeten Mittelschilde 
aus Bronze, 
Für das Gewölbe und den Pfeileraufbau unter Wasser ist hellgrauer oder hell- 
zelber bayerischer Granit von den Blauberger Granitwerken geliefert worden; für die 
Stirnverkleidungen, das Geländer, sämtliche Postamente und Sockel der architek- 
tonischen Aufbauten Granit aus dem hessischen Odenwalde, für die vier Obelisken 
roter schwedischer Granit. 
Die Brücke ist auf Beton zwischen Spundwänden gegründet; der Beton hat eine 
Stärke von 2 und 2,2 m; seine Oberkante liegt noch unterhalb der späteren Flusssohle, 
welche infolge der Spreeregulirung an der Brückenbaustelle um 1.2 m tiefer zu liegen 
kommt als jetzt. 
Aus dem Querschnitt (Fig. 18) geht die Anordnung der Hohlräume hervor, welche 
zur Aufnahme von Gas- und Wasserrohren, Xubeln u. s. w. unter den Bürgersteigen 
angelegt sind. Den grössten Hohlraum nimmt das Gasrohr der städtischen Gaswerke 
ein; ihm zunächst unr.i4ielbar neben dem Brückengeländer befindet sich der Hohl- 
raum für die Strassenkabel der Elektricitätswerke. Um jederzeit bequem zu den ein- 
zelnen Rohren gelangen zu können, ist eine Anzahl der Platten des Bürgersteiges in 
besondere eiserne Zargen lose verlegt und mit Ringen versehen, an welchen sie leicht 
1erausgenn men werden können 
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Fig. 18. 
Der Entwurf der Brücke ist wie alle übrigen im technischen Bureau der städti- 
schen Baudeputation ausgearbeitet worden, Mit der künstlerischen Ausschmückung 
der Brücke wurden Regierungsbaumeister Jaffe, mit der Ausführung der Schlussstein- 
zruppen sowie der Modelle für das Mittelschild und die Trophäen Professor Lürssen 
Jetraut. 
Die Gesamtkosten der Kaiser Wilhelmbrücke einschliesslich der Anrampungen 
beliefen sich auf etwa 1700000 M. 
Die Moltkebrücke (Fig. 20) hat 3 Stromöffnungen von 2. 16,3 + 17 = 49,6 m 1. W. 
und eine linksseitige Ladestrassenöffnung am Kronprinzenufer von 10,4 m Länge; die 
Breite der Brücke beträgt wie die der Moltkestrasse 26 m. Den Abschluss der rechten 
Ladestrasse bildet dagegen ein Blendbogen. 
Die Gewölbe sind nach einer Korbbogenlinie gebildet, in Klinkermauerwerk her- 
gestellt und mit rotem Mainsandstein verkleidet, Zur Verblendung der Ladestrassen- 
öffnung sowie der unteren Ansichtflächen der Gewölbe der drei Stromöffnungen sind 
wegen ihrer zu dem roten Sandstein passenden Farbe Bitterfelder Verblendklinker 
Jevorzugt worden. 
Die Vorköpfe der Brücke sind reich mit kriegerischen Trophäen geschmückt, 
Die Schlusssteine der drei Stromöffnungen tragen am Mittelbogen das Bildnis 
Moltke’s, an den Seitenbögen stromabwärts die Bildnisse Blücher’s und Derfflinger’s,
	        
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