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Der städtische Schlacht- und Viehhof

Full text: Festschrift zur XXXV. Hauptversammlung des Vereins Deutscher Ingenieure (Public Domain)

Der städtische Schlacht- und Viehhof, 
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angeordnet und haben 3 m breite Vordächer. Vor jeder Schlachtkammer ist in der 
ganzen Breite derselben im Mittelbau ein Fleischscharren von 2,2 m Tiefe und 2,3 m 
Höhe aus Rundstäben von verzinktem Eisen mit Quergurtungen und Querrahmen zum 
Aufhängen des auszukühlenden Fleisches angeordnet; die Hauptpfosten der die 
Scharren trennenden Querscheidewände tragen die Gasbeleuchtung für die Halle, 
Die Schlachtkammern sind unterkellert, und der Kellerraum ist wegen der starken 
Erschütterung beim Niederstürzen der getöteten Rinder in der Breite durch ein- 
gezogene Gurtbogen nochmals geteilt. Die zum Keller führende Granittreppe liegt 
in einer Ecke der Schlachtkammer und hat eine erhöhte Granitzarge erhalten, um 
das Einfliessen von Wasser in den Keller beim Spülen der Schlachtkammern zu ver- 
hüten; das Treppenloch ist durch schmiedeeiserne Kellerthüren geschlossen. Die 
Kellerräume sind mit flachem, nach Gullies entwässernden Klinkerpflaster in Zement 
versehen; Wände und Gewölbe sind gefugt und geweisst, ringsherum sind schmiede- 
eiserne Träger zum Aufhängen des Fleisches angebracht. Die Lüftung erfolgt durch 
die in den Fronten angebrachten Fenster mit um wagerechte Achsen drehbaren 
Flügeln und durch gegenüberliegende, in den Längsmauern der Mittelhalle ausgesparte 
Lüftungsrohre, welche über Dach geführt und mit Wolpert’schen Saugern versehen 
sind; ausserdem sind zu demselben Zweck je 2 gegenüberliegende Schlachtkammern 
durch ein quer unter der Mittelhalle durchgelegtes, 30 cm weites Thonrohr verbunden. 
Die Schlachtkammern und ebenso die Mittelhalle sind mit besten Mettlacher 
Fliesen auf einer flachen Ziegelunterlage gepflastert, und durch reichliches Gefälle ist 
für schnelle Abführung des Verbrauchwassers usw. gesorgt. In der Nähe der äusseren 
Eingangsthüren der Schlachtkammern ist der in eine Granitplatte eingelassene 
Schlachtring angeordnet, ihm gegenüber an der einen Längswand die zum Aufziehen 
der getöteten Tiere bestimmte Winde, deren Seilrolle an einem über dem Gewölbe 
angebrachten Träger hängt. Die Wände der Schlachtkammern und Mittelhalle sind 
auf 2,33 m Höhe mit geglättetem Zementputz versehen, im übrigen ebenso wie die 
Gewölbe der Schlachtkammern in hellen Verblendsteinen in Rohbau ausgeführt. 
Um die geschlachteten Tiere zum Auskühlen, Zerlegen usw. aufzuhängen, sind in 3,5 m 
Höhe vom Fussboden und in 1,5 m Entfernung von einander 2 auf den Quer- 
mauern ruhende, in der Mitte noch durch Konsole unterstützte Längsträger 
angebracht, an denen gleichzeitig 25 Stück Rinder mittels der üblichen Hängebäume 
aufgehängt werden können; ausserdem ist längs der Schlachtkammerwände in 2,10 m 
Höhe über dem Fussboden ein schmiedeiserner Rahmen auf Konsolen mit beweg- 
lichen Haken für zerlegtes Fleisch und darunter ein zweiter Rahmen mit leichteren 
festen Haken zum Aufhängen kleinerer Teile angebracht. Zur Lüftung der Schlacht- 
kammern haben die in der Front angeordneten, möglichst grossen Fenster drehbare 
Flügel, denen in der gegenüberliegenden Mittelwand Oeffnungen, welche nur mit 
Drahtgittern versehen sind, entsprechen. Zur Lüftung am Fussboden haben die Ein- 
gangsthüren untere hochzuklappende Füllungen mit davor liegenden starken Draht- 
gyittern. Die Mittelhalle wird durch Fensteröffnungen über den Seitendächern 
erleuchtet, welche zum Schutz gegen die Sonnenstrahlen und zur Förderung 
der Lüftung mit feststehenden gusseisernen Jalousierahmen mit Rohglasverglasung 
versehen sind. An den Giebelenden des Mittelbaues vermitteln leichte eiserne, durch 
Wendeltreppen zu erreichende Gallerien den Verkehr zwischen den beiderseitigen 
Dachräumen. Die Thore der Mittelhalle sind nach dem Normalprofil für die Eisen-
	        
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