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Die städtischen Markthallen

Full text: Festschrift zur XXXV. Hauptversammlung des Vereins Deutscher Ingenieure (Public Domain)

Die Zentralmarkthalle, 
zug 
für die Markthalle ist eine Notbeleuchtung im Falle des Versagens der maschinellen 
Anlage der elektrischen Beleuchtung vorgesehen. 
Die Kosten der Markthalle berechnen sich auf: 
Grunderwerb einschl. Hypothekenzinsen und Miete für 
die Stadtbahnbögen während der Bauzeit 
Baukosten. ...... 
2350000 M 
2250000 , 
also Gesamtkosten 4603099 M. 
Die rasche Steigerung des Warenverkehrs in der Zentralmarkthalle machte es 
notwendig, den Grosshandel vom Kleinhandel zu trennen und für den ersteren ein 
besonderes Gebäude zu errichten, das im Herbst 1891 in Angriff genommen wurde, 
Die neue Markthalle erhielt ihren Platz zwischen der Kaiser Wilhelm- und Roch- 
strasse und wurde mit der alten durch einen Tunnel unter der Kaiser Wilhelmstrasse 
und durch eine eiserne Brücke über derselben verbunden. Sie bedeckt einen 
Flächenraum von rd, 9200 qm, enthält nur 2 grosse Mittelhallen, entspricht aber 
in ihrer gesamten Anordnung mit Gallerien, Bahnanschluss, Perrons, Fahrstühlen sowie 
in den architektonischen und konstruktiven Einzelheiten genau der alten Halle. 
Die Fahrstühle beider Hallen werden nunmehr von einem gemeinsamen Maschinen- 
hause aus betrieben. Des beschränkten Platzes wegen erwies es sich als notwendig, 
die gleichfalls dort befindlichen Dynamomaschinen zu entfernen und die elektrische 
Beleuchtung beider Hallen durch Anschluss an die Kabel der Berliner Elektrizitäts- 
werke zu bewirken. 
Als eine besondere Ausführung in der neuen Halle ist die Kühlanlage zu erwähnen, 
welche es ermöglicht, bei grösster Sommerhitze Fleisch, Fische, Butter, Käse und 
Gemüse mindestens 6 Wochen lang aufzubewahren. Die Anlage ist von der Maschinen- 
bauanstalt Humboldt in der Weise konstruirt, dass flüssiges Ammoniak in geschlossenen 
Rohrschlangensystemen verdunstet und die letzteren bedeutend abkühlt. Die für die 
Kühlräume bestimmte Luft wird durch gemauerte Kammern, in denen diese Rohr- 
schlangen liegen, geleitet, sodass sie die Schlangen allseitig umspült und dadurch 
erkaltet, wobei sich die Schlangen selbst nach und nach dicht mit Reif bedecken; 
Zu gleicher Zeit wird die in den Kühlräumen bereits befindliche wärmere Luft wieder 
abgesaugt, einem bereiften Rohrschlangensystem zugeführt, um es abzutauen, dann 
wiederum behufs Erkaltung über das mit Ammoniak gefüllte zweite Rohrsystem und 
von dort wieder in die Lagerräume geleitet. 
So läuft die Luft fortwährend um, wobei sie gleichzeitig gereinigt wird. Selbst- 
redend sind auch Vorrichtungen getroffen, wodurch die ganze Luft je nach Bedürfnis 
erneuert werden kann. 
Die im Keller liegenden Kühlhallen bedecken — ohne Maschinenräume — eine 
Fläche von 1970 qm. 
Die Temperatur beträgt in dem Raum für Fleisch 4° C, in dem für Fische 0°, 
in denen für Butter, Käse und Gemüse 6°. 
Die Kosten der Markthalle berechnen sich auf: 
Grunderwerb . 
Baukosten 
2840000 M 
2200000 ,, 
5 040000 M. 
ZuUS,
	        
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