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Die Berliner Elektricitätswerke

Full text: Festschrift zur XXXV. Hauptversammlung des Vereins Deutscher Ingenieure (Public Domain)

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Die Berliner Elektriecitätswerke 
wachsenden Stromverbrauch auf die Dauer zu genügen und zur Erzeugung des Stromes 
nur solche Maschineneinheiten zu benutzen, wie sie der jetzigen Grossproduktion ent- 
prechen, hat man im Frühjahr 1893 mit dem Abbruch dreier Maschinen von 240 PS 
nebst den zugehörigen darüber montirten Kesseln begonnen und auf dem dadurch frei 
gewordenen Platz eine weitere 1200 pferdige Maschine gleicher Konstruktion wie die 
beschriebenen aufgestellt. Auch die in demselben Hause noch übrigen 3 kleinen 
Maschinen werden mit dem Rest der im oberen Stockwerk belegenen Kessel und dem 
an der jetzigen Stelle alsdann entbehrlichen Schornstein bald 2 weiteren Maschinen 
der grösseren Sorte Raum schaffen. Um sie mit Dampf zu versorgen, wird ein neues 
geräumiges Kesselhaus auf dem Platz unmittelbar neben den Maschinen errichtet 
werden. 
Nach Vollendung dieses Baues wird die Station Mauerstrasse über 6 Maschinen 
von je 1200 PS und 2 von je 300 PS, zusammen also über 7800 PS verfügen. 
Die letzte umfangreiche Erweiterung der Leitungsanlagen erstreckte sich auf den 
Teil des westlichen Stadtgebietes, dessen Häuser hauptsächlich Wohnzwecken dienen. 
Rücksichten auf die Umgebung und die Kostspieligkeit der Grundstücke am Thiergarten 
verboten den Bau einer selbständigen Erzeugungsstelle; dagegen stellte die Er- 
richtung einer Unterstation, in welcher während des schwachen Tagesbetriebes ein 
Teil des in den vorhandenen Zentralen erzeugten Stromes aufgespeichert würde, 
eine ebenso zweckmässige wie wirtschaftliche Ausnutzung der bereits bestehenden 
Anlagen in Aussicht. Die Station wurde im Hofgebäude eines zu dem Zweck erworbenen 
Grundstücks der Königin Augustastrasse im vergangenen Jahre erbaut. Ihr Ver- 
teilungsnetz ist mit dem Kabelnetz des Werkes Mauerstrasse verbunden, deren Sammel- 
schienen der Strom zum Laden der Akkumulatoren entnommen wird. Das auch hier 
benutzte Dreileiternetz ist aus wirtschaftlichen Gründen nach einem schon mehrfach 
mit Erfolg von der Allgemeinen Elektricitätsgesellschaft ausgeführten System so an- 
georilnet, dass die Speiseleitungen keine besonderen Mittelleiter erhalten, die der Ver- 
teilungsleitungen aber im Zuge nach der Station hin zunehmend mit der Anzahl der 
Abzweigungen verstärkt werden. 
Dank der zentralen Lage der Akkumulatorenstation zum Leitungsnetze bestehen 
zwei Hauptzüge der neutralen Leitung, eine westliche und eine östliche; beide sind 
in Rücksicht auf Betriebsicherheit als getrennte Kabelstränge nach der Station ge- 
führt, wo sie mit der neutralen Sammelschiene des Schaltbrettes verbunden sind. 
Das Verteilungsnetz wird von 13 Speisepunkten aus mit Strom versorgt. 
Da der Primärstrom von dem Werke Mauerstrasse bis zum Verbrauchschwer- 
punkt auf eine Länge von rd. 2 km zu führen war, so entstand selbstverständlich die 
Frage, ob nicht die direkte Versorgung des Thiergartenviertels oder die durch elek- 
trische Arbeitsübertragungen vermittelte den Vorzug vor der Aufspeicherung ver- 
diene. Die darüber angestellten Rechnungen haben jedoch ergeben, dass aus wirt- 
schaftlichen Gründen diese Anordnungen mit der zur Ausführung gebrachten in 
Wettbewerb nicht treten können. Die Stromzuleitung besteht aus zwei getrennten 
Leitungen von je 500 qmm Querschnitt. Um den Spannungsverlust in der Lade- 
leitung auszugleichen, und um die bei Ladung der Akkumulatoren erforderliche Spannung 
zu erhalten, sind in die Leitung Zusatzdynamos eingeschaltet, welche in der Station 
Mauerstrasse aufgestellt sind. 
Die Akkumulatorenbatterie besteht aus 138 Elementen, die in einem massiven
	        
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