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Die Gasanstalten

Full text: Festschrift zur XXXV. Hauptversammlung des Vereins Deutscher Ingenieure (Public Domain)

Die Gasanstalten, 
zufielen, in welchen Ende 1846 noch keine Gasröhren vorhanden waren, oder welche 
erst nach dieser Zeit neu angelegt wurden. 
Bei den Entwürfen für die städtischen Anlagen wurde, da die englischen Anstalten 
zu dieser Zeit 1842 öffentliche Laternen und etwa 8000 Privatflammen versorgten, als 
höchste Leistung die Gaslieferung für 5140 Laternen und etwa 20000 Privatflammen 
zu grunde gelegt. Mit Rücksicht auf die Teilung der Stadt durch die Spree wurde 
’"ür die nördliche Stadthälfte die Gasanstalt am Stralauerplatz nebst einer Gasbehälter- 
Anstalt am Koppenplatz, für die südliche Stadthälfte die Gasanstalt am Hellwege, jetzt 
Gitschinerstrasse 39-—49, nebst einer Gasbehälter-Anstalt an der Georgenstrasse erbaut. 
Der Betrieb der beiden neuen Gasanstalten wurde am 1. Januar 1847, anfänglich mit 
der Versorgung von 2019 öffentlichen Laternen (neben 1029 Oellaternen) und 823 
Privatflammen, eröffnet. 
Nachdem die englische Gasanstalt zu dieser Zeit ihre Gaspreise, wie auf S. 166 
arwähnt, auf 5 bezw. 6 und 7 M für 1000 englische Kubikfuss ermässigt hatte, sicherte 
die Stadt ihren Abnehmern dieselben Preise zu, jedoch ohne Gewährung von Rabatt. 
Es möge hier schon angeführt werden, dass die nächste Ermässigung der Preise um 
10 pCt am 1. Juli 1862 eintrat, und dass bei Einführung des Metermasses im Jahre 1875 
anter Aufhebung der durch die Kontraktdauer bedingten Unterschiede der Preis für 
| cbm auf 16 Pfg festgesetzt wurde. Für Gas, welches nicht zu Beleuchtungszwecken 
verwendet und durch einen besonderen Gasmesser gemessen wird, wird seit dem 
|. November 1887 ein Rabatt von 20 pCt gewährt. 
Das schnelle Wachstum der Stadt und der Einwohnerzahl, die stark zunehmende 
Entwicklung von Handel und Verkehr und die niedrigen Gaspreise hatten eine so 
zrosse Zunahme des Gasverbrauchs zur Folge, dass die beiden städtischen Gasanstalten 
nach wenigen Jahren zu grösserer Leistung, soweit ihre Grundstücke es zuliessen, aus- 
zebaut und gleichzeitig das Röhrennetz in der Stadt erweitert und ausgedehnt 
werden mussten. Unter diesen Verhältnissen wurde bald die Anlage einer dritten Gas- 
anstalt notwendig, welche in dem nördlichen Stadtgebiet auf einem Grundstück in 
der Müllerstrasse erbaut und im Dezember 1859 in Betrieb gesetzt wurde. Dieser 
Anlage wurde ein Entwurf für 2 Millionen englische Kubikfuss oder rund 57 000 cbm 
grösste tägliche Gasproduktion zu Grunde gelegt, womit man für eine längere Reihe 
von Jahren genügend gesorgt zu haben glaubte. 
Die Anforderungen wuchsen indessen beständig in so hohem Masse, dass man 
diese neue Anstalt schon in wenigen Jahren fertig ausbauen und von 1862 ab durch 
Ankauf von unbebauten nachbarlichen Grundstücken die Möglichkeit zu ferneren 
vergrösserungen schaffen musste. Gileichzeitig wurde von 1862 ab das Areal der 2 
alten Anstalten durch Ankauf von angrenzenden Grundstücken vergrössert, und beide 
durch Ausführung von Neubauten zu grösserer Leistung befähigt. Trotzdem konnten 
Jeide nach wenigen Jahren den Gasbedarf im Zentrum der Stadt nicht mehr genügend 
decken, und im Röhrennetz mussten Abänderungen getroffen werden, nach welchen 
lie Versorgung der beiden Filialanstalten an der Georgenstrasse und am Koppenplatz 
und ihrer Abgabegebiete von 1867 ab der Anstalt an der Müllerstrasse zugeteilt 
werden konnte. 
Der in fortwährendem Steigen bleibende Gasverbrauch und die Rücksichten 
einerseits auf die künftige Gasversorgung der zur Zeit noch unbebaut liegenden 
Flächen, andererseits auf die künftige Gestaltung der Röhrensvsteme der einzelnen
	        
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