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Die Gasanstalten

Full text: Festschrift zur XXXV. Hauptversammlung des Vereins Deutscher Ingenieure (Public Domain)

Ne Gasanstalten. 
wurde an der Gitschinerstrasse der erste dreiteilige Behälter mit 44,018 m Dmr, 
8,077 m Tiefe des Bassins und 35000 cbm Nutzinhalt der Glocke erbaut. 
Die drei Gasanstalten hatten im Jahre 1893 im ganzen 10 Behälter mit zu- 
sammen 123 100 cbm Nutzinhalt. 
Die eisernen Dachgespärre verschiedener in den letzten drei Jahrzehnten neu 
erbauter Betriebshäuser wurden nach Entwürfen des Wirkl. Geh. Oberbaurates 
Schwedler ausgeführt. Abgesehen von mehreren Konstruktionen von mässigen 
Spannweiten ist der Bau eines Retortenhauses von "” ” - Tänge und 32,95 m Tiefe 
in der Anstalt an der Gitschinerstrasse erwähnenswert, € >-- > -er- und Längsschnitt 
in Fig. 1 und 2 abgebildet ist, 
Das Gespärre hat 12 Hauptbinder in 4,71 m Abstand von einander, welche als 
Bogenträger konstruirt sind, jeder aus 2 gleichen Bogenteilen bestehend, die unten 
ain scharnierartiyes Layer haben und einen Spitzbogyen hildend sich im Scheitel geyen 
16, 
ur 
ainander stemmen; die Fetten he‘ Protil. — Wegen der frühzeitig nötigen Aut- 
führung der in der Längsachse des Hauses stehenden Retortenöfen war die Anwen- 
dung einer verbundenen, auf Rädern verschiebbaren Rüstung‘ zur Aufstellung der 
Binder nicht thunlich; sie erfolgte daher ohne feste Rüstung mit Hilfe zweier fester 
Böcke von etwa 5,65 m Höhe und einiger Stützen, Es wurden dabei Scheitel- 
scharniere verwendet, die nach dem Aufstellen wieder beseitigt und durch aufge- 
nietete Platten ersetzt wurden. Die eine Stirnmauer war nur bis zur Höhe der 
Binderauflager aufgeführt, und ausserhalb, rechtwinklig gegen die Stirnmauer, war 
zine Gleitbahn aus Balken und Eisenbahnschienen heryestellt. Je 2 zu einem 
festen Felde zusammengehörige Bogenträger wurden auf Böcken in senkrechte Lage 
mit niedrig liegenden Scheitelscharnieren gebracht und mit sämtlichen Fetten, 
Quer- und Kreuzverbindungen fest vernietet. Das eine untere Ende jedes Bogen- 
trägers lag dabei in seinem Autflager in der Mauer, das andere auf der Cileitbahn 
über die unfertige Frontmauer etwa 6,28 m hinaus, und beide waren durch Spann- 
ketten mit einander verbunden; durch Anziehen der letzteren mittels Heheladen (wie 
sie bei Montirung der Dächer der Gashehälterhäuser benutzt wurden) erfolgte das 
Heben des Scheitels, welcher, so lange er noch niedrig lag, durch direkte Stützen 
abgefangen wurde, Diese Arbeit war schwierig und ging langsam vor sich, sodass 
für Aufstellung ähnlicher Dächer einer festen Rüstung, falls Raum zur Anwendung 
lerselben vorhanden, der Vorzug zu veben ist.
	        
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