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Die Gasanstalten

Full text: Festschrift zur XXXV. Hauptversammlung des Vereins Deutscher Ingenieure (Public Domain)

Die Gasanstalten der Imperial Continental Gas Association. 
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Ringbahn belegenen Grundstücke erbaute; der Betrieb dieser (im Jahre 1893 wieder 
abgebrochenen) Anstalt wurde im Jahre 1871 eröffnet. 
Die Leistungsfähigkeit der beiden Anstalten in der Stadt wurde durch Erweite- 
rungsbauten allmählich beträchtlich erhöht, und die Anstalt in der Gitschinerstrasse 
erhielt ausserdem eine sehr wirksame Unterstützung durch die Schöneberger Anstalt; 
indessen blieben diese Anlagen bei dem gewaltigen Fortschritt der Bebauung in den 
südlichen und südwestlichen Stadtgebieten und in den angrenzenden Vororten für die 
hiermit verknüpfte Zunahme des Gasverbrauchs nicht für längere Zeit ausreichend, 
und die Association schritt zur Errichtung einer neuen grossen Gasanstalt in Schöne- 
berg auf dem durch den Ankauf benachbarter Grundstücke vergrösserten Grundstück 
der alten Anstalt; der erste Teil dieser neuen Anlage wurde im Jahre 1891 in Betrieb 
genommen. 
Betriebseinrichtungen. 
Die alten Gasanstalten hatten bei der ersten Anlage nur die notwendigsten 
Betriebsapparate erhalten. Bei Eröffnung des Betriebes hatte die Anstalt an der Holz- 
marktstrasse ein Retortenhaus für 32 Oefen zu je 5 Retorten, diejenige in der Gitschiner- 
strasse ein solches für 8 Oefen zu je 5 Retorten und die — seitdem abgehrochene — 
Anstalt in Schöneberg ein Haus mit 8 Oefen zu je 7 Retorten. 
In den jetzt vorhandenen grossen Retortenhäusern waren zu Ende des Jahres 1893 
in den 3 Anstalten zusammen 1054 Schamottretorten vorhanden. 
Auch die übrigen Betriebsapparate der alten Anstalten wurden bei den allmählichen 
Erweiterungsbauten durch neue grössere Apparate teils ergänzt, teils ersetzt: neu 
erbaute hohe Kondensatoren, aus lotrechten Cylindern mit einem inneren Kühlrohr 
bestehend, und hohe Scrubber nach den Konstruktionen von Mann & Walker und 
von Dempster & Son; auch durch Anlage von Exhaustoren wurden die Einrichtungen 
ergänzt. 
In der neuen Anstalt bei Schöneberg konnte schon der erste bis jetzt erbaute 
Teil, über welchen später noch besondere Angaben folgen, mit Apparaten von 
grossen Abmessungen ausgerüstet werden. Während die ältesten Anlagen Reinigungs- 
kästen von 3,8 X 1,4 m Grundrissfläche hatten, haben die zuletzt erbauten solche von 
9,6 x 9,6 m Grösse erhalten. Die Reinigung geschah in den ersten 15 Betriebsjahren 
mit Kalkmilch, sodann bis 1866 ausschliesslich mit gelöschtem trockenem Kalk und 
endlich später mit Rasenerz, neben welchem nur ein Teil der Kalkreinigung bei- 
hehalten wurde. 
Die sämtlichen Anstalten haben Stations-Gasmesser von verschiedener Grösse, 
von denen der kleinste für 850 cbm, der grösste für 1700 cbm stündlichen Gasdurch- 
yang bemessen ist. 
Die ersten — nicht mehr vorhandenen — Gasbehälter in den alten Anstalten hatten 
einfache Glocken von etwa 14,7 m Dmr. und 5,3 m Höhe. Vom Jahre 1838 an wurden 
zweiteilige Teleskopbehälter erbaut, anfänglich mit 18,8 m Dmr. der Glocke und mit 
5,3 bezw. 5,6 m Höhe der Glockenteile; bei jedem folgenden Bau wurden die Masse 
grösser gewählt, soweit nicht Beschränkungen durch die gegebene Baustelle geboten 
waren; die Durchmesser stiegen bei den bis 1870 erbauten Glocken allmählich bis auf 
152 m. die Nutzinhalte der Glocken von 10000 bis auf 23000 cbm. Im Jahre 1885
	        
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