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Die Gasanstalten

Full text: Festschrift zur XXXV. Hauptversammlung des Vereins Deutscher Ingenieure (Public Domain)

Die Gasanstalten. 
Der mit dem Jahre 1846 ablaufende Vertrag über die öffentliche Beleuchtung 
wurde, nachdem mehrjährige Verhandlungen zwischen der Association und dem 
Magistrat ergebnislos verlaufen waren, nicht verlängert. Die städtischen Behörden, 
hauptsächlich veranlasst durch die hohen Gaspreise, welche die Association aufrecht 
erhalten wollte, beschlossen die Errichtung von 2 städtischen Gasanstalten, welche am 
‘, Januar 1847 den Betrieb eröffneten, und welchen die gesamte öffentliche und ein 
Teil der privaten Beleuchtung zufiel. 
Der Gaspreis der Association für Private betrug nach der seit 1836 eingeführten 
Lieferung durch Gasmesser 10 M. für 1000 engl. Kubikfuss (1 cbm = 35,3 Pfg.); der 
Wettbewerb seitens der städtischen Anstalten hatte eine beträchtliche Preisermässigung 
zur Folge, und von 1847 ab waren 6‘ ” DO ; ° >>], Kubikfuss 
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Es möge hier schon vorausgeschickt werden, dass vom .. Juli 1862 ab wieder 
sine Preisermässigung um 10 pCt erfolgte, und dass bei Einführung des Metermasses 
der Preis für 1 cbm auf 16 Pfg. festgesetzt wurde. Vom 1. November 1887 ab wurden 
für das nicht zu Beleuchtungszwecken verwendete Gas, wenn die Messung durch einen 
aesonderen Gasmesser geschieht, 20 pCt Rabatt gewährt, demnach 1 cbm für 12,8 Pfg. 
verkauft. Ausserdem gewährt die Association auf sämtliche Rechnungsbeträge 5 pCt 
Rabatt, auch bei einem Halbjahresverbrauch von mehr als 1 Million Kubikfuss preuss. 
30 920 cbm) noch 5 pCt Extra-Rabatt. 
Der vom Jahre 1847 ab durch den Wettbewerb der städtischen Anstalten für die 
Association entstehende Ausfall war schon in kurzer Zeit wieder ausgeglichen. Die 
Preisermässigung hatte eine so grosse und anhaltende Steigerung des Gasverbrauchs 
zur Folge, dass Vermehrungen und Vergrösserungen der Betriebseinrichtungen in den 
heiden Anstalten der Association sich von Jahr zu Jahr nothwendig machten. 
Die Association dehnte ihr Absatzgebiet auch auf mehrere Vororte aus und 
schloss mit den Nachbargemeinden langjährige Verträge über die Gaslieferung; zu- 
nächst 1853 und 1854 mit den Gemeinden Alt- und Neu-Schöneberg, sodann 1878 mit 
der Gemeinde Tempelhof und in späteren Jahren im Süden mit den Gemeinden 
Steglitz, Friedenau, Wilmersdorf, Lichterfelde, Zehlendorf, Grunewald und Schmargen- 
dorf, im Norden mit Weissensee, welches eine besondere kleine Gasanstalt erhalten 
nat. Die Lichterfelder Anstalt wurde im Jahre 1891 von der Lichterfelder Gas-, Wasser- 
ınd Terrain-Gesellschaft erworben. 
Als am 1. Januar 1861 ein beträchtlicher Teil des Schöneberger Gebietes dem 
Weichbilde von Berlin einverleibt wurde, behielt die Association zufolge des früher 
abgeschlossenen Vertrages das alleinige Recht der Gasversorgung für dieses Gebiet; 
sie bewirkt demgemäss hier auch die öffentliche Beleuchtung auf Kosten der Berliner 
Stadtgemeinde. 
Bei der schnell vorschreitenden Bebauung des innerhalb und ausserhalb des 
Berliner Weichbildes belegenen Schöneberger Gebietes, welches anfänglich von der 
Gasanstalt an der Gitschinerstrasse versorgt wurde, erwies sich die Errichtung einer 
besonderen Gasanstalt als notwendig, welche die Association auf einem in Schöne- 
berg in dem Zwickel zwischen der Berlin— Potsdamer Eisenbahn und der Berliner
	        
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