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Die Wasserversorgung

Full text: Festschrift zur XXXV. Hauptversammlung des Vereins Deutscher Ingenieure (Public Domain)

Wasserwerk der östlichen Vororte 
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Werk später in zwei selbständige Anlagen geteilt werden. Wird dies nicht 
erforderlich, so bietet diese Anordnung noch immer den Vorteil der möglichst grossen 
Betriebsicherheit, da Pumpstation und Zuleitung gewissermassen doppelt vorhanden sind. 
Da vertragmässig unter gewissen Verhältnissen der weitere Ausbau der Anlage 
schon im Jahre 1897 verlangt werden kann, so wurde die erste Anlage nur so bemessen, 
dass sie den gegenwärtigen Bedarf reichlich zu decken in der Lage ist. 
Für die Leistungsfähigkeit der Anlage wurde eine Bevölkerungsziffer des ge- 
samten Versorgungsgebietes von 60000 Einwohnern zu Grunde gelegt; nach den 
Erfahrungen in Berlin wurde 
der mittlere Bedarf pro Kopf und Tag zu 50 1, 
der höchste „ „ » ”» „ ww X 
angenommen. Dementsprechend wurde für die Wassergewinnung und die maschinelle 
Anlage eine grösste Leistungsfähigkeit von 4500 cbm pro Tag bei 22stündigem 
Betrieb zu grunde gelegt und bezüglich des Druckes bestimmt, dass die Cote des 
Mittelwassers im Hochbehälter 25 m über den höchsten Punkt des Versorgungsgebietes 
(Wilhelmsberg, Schönhauser Allee) zu legen sei. 
Zur Wassergewinnung dienen 4 Rohrbrunnen, von denen der eine im Sammel- 
brunnen selbst abgeteuft ist, und zwar wurde diese Anordnung gewählt, um selbst 
für den Fall des Versagens der Heberleitung eine Reserve zu besitzen; die 3 ausser- 
halb liegenden Rohrbrunnen sind durch eine Heberleitung mit dem Sammelbrunnen 
verbunden. 
Die Rohrbrunnen haben Filter von 600 mm Dmr. mit beweglichem innerem 
Filterkorb nach der bereits mehrfach beschriebenen Bauart von Smreker und ent- 
nehmen das Wasser aus Tiefen von 15 bis 24 m. 
Das Wasser besitzt, wie in der ganzen Umgebung von Berlin, einen nicht 
unerheblichen Eisengehalt, welcher, wenn auch an und für sich unschädlich, doch die 
Verwendbarkeit des Wassers zu den Zwecken der städtischen Versorgung wesentlich 
beeinträchtigt. Es ist deshalb bei dieser Anlage der Versuch durchgeführt worden, 
das im Wasser enthaltene Eisen vor der Verwendung des Wassers auszuscheiden. 
Die hier ausgeführte Enteisenungsanlage stellt den ersten praktischen Versuch dar, 
das Wasser für städtische Wasserversorgung im grossen von seinem Eisengehalt zu 
hefreien. 
In den Figuren 34 bis 36 ist die Maschinen- und Enteisenungsanlage dargestellt. 
Die Enteisenung, die Verminderung des Eisengehaltes, geschieht lediglich auf 
mechanischem Wege, indem die löslichen Eisenoxydulverbindungen durch Zufuhr von 
Luft in Eisenoxyd übergeführt werden, das sich als unlöslich abscheidet. 
Für die praktische Durchführung der Enteisenung wurde das von Oesten vor- 
geschlagene Verfahren, das Wasser tropfenförmig durch die Luft fallen zu lassen, mit 
der von Piefke vorgeschlagenen Rieselung des Wassers über Koks verbunden, indem 
das Wasser zuerst auf Siebe gepumpt und durch diese, tropfenförmig verteilt, auf die 
darunter stehenden Rieselvorrichtungen gelangte. Um dem Wasser noch mehr Ge- 
legenheit zur Berührung mit Luft zu geben, sind in der Saugleitung besondere Ventile 
zum Einsaugen von Luft angebracht. 
Das Wasser wird demnach aus dem Sammelbrunnen entnommen, mit Luft 
gemischt und in einen über den Rieslern befindlichen Behälter gepumpt, von wo es, 
durch ein Sieb in Tropfen aufgelöst, auf die Riesler fällt: nach den Rieslern passirt
	        
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