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Die Wasserversorgung

Full text: Festschrift zur XXXV. Hauptversammlung des Vereins Deutscher Ingenieure (Public Domain)

Die Wasserversorgung 
angelegt, um zu verhindern, dass Schmutzwasser nach der Entnahmestelle zurück- 
Aiessen kann. 
Die Hauptrohrleitungen auf dem Werke sowie die Verbindungsleitungen zwischen 
Müggelsee und Lichtenberg bestehen aus gusseisernen Röhren von 1200 mm lichter 
Weite, Die Wandstärke dieser Röhren ist dem auf den betreffenden Strecken vor- 
kommenden grössten Betriebsdruck angepasst und wechselt zwischen 25 und 32 mm. 
Zur Absperrung der 1200 mm weiten Stränge sind Schieber von 900 mm lichter Weite 
mit einem kurzen Uebergangsrohr auf der Zulauf- und einem längeren Uebergangs- 
rohr auf der Auslaufseite verwendet, um die sehr kostspieligen und schwer zu hand- 
habenden 1200 mm Schieber zu vermeiden. Die Erfahrung hat bewiesen, dass eine 
solche Verengung des Querschnittes eine kaum merkliche Vermehrung der Druckhöhe 
veranlasst. Alle in die Druckstränge eingebauten Schieber von 610 mm und mehr 
Durchmesser sind mit Entlastungsvorrichtung versehen und hierdurch die Anlage von 
Umläufen vermieden, 
Der oben erwähnte Grundsatz der Zerlegung sämtlicher Anlagen in je 4 selbst- 
ständige Abteilungen ist einzig bei den Leitungsröhren, welche die beiden Werke 
Müggelsee und Lichtenberg verbinden, der Kosten wegen nicht beibehalten worden. 
Für je 2 Abteilungen ist ein Rohrstrang von 1200 mm lichter Weite angeordnet. 
Die beiden Stränge werden an 3 Punkten durch Schieberstellungen so verbunden, 
dass jede -Teilstrecke im Falle eines Rohrbruches ausgeschaltet und durch den neben- 
liegenden Strang ersetzt werden kann. 
Die beiden Stränge kreuzen, vom Werk Müggelsee aus, zunächst die Gleise der 
Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn durch eine Unterführung und sind dann auf 
möglichst kurzem Wege durch die zum teil sumpfigen Niederungen, welche im Dahl- 
witzer und Münchehofer Moor eine besondere Befestigung des Untergrundes not- 
wendig gemacht haben, auf das Hochplateau, welches bei Malsdorf erreicht wird, 
geführt. Von da ab geht die Rohrfahrt in nahezu gerader Linie nach dem Werk 
Lichtenberg, wobei nur in der Unterführung unter der Ostbahn und der Brücke über 
die Wuhle besondere Kunstbauten nötig geworden sind. 
Werk Lichtenberg. 
Auch hier ist der Grundsatz der Zerlegung der Anlagen in 4 einzelne Ab- 
teilungen im wesentlichen durchgeführt, namentlich soweit es sich um die hedeutend 
überwiegende Versorgung der Unterstadt handelt. 
Letzterem Zwecke dienen die mittleren 4 der auf dem Lageplan (Fig. 19) er- 
sichtlichen 6 Maschinenhäuser. Die 4 Anlagen enthalten je 3 liegende Verbund- 
maschinen zu 120 PS; eine von den 3 Maschinen dient als Reserve. Zu jedem 
Maschinenhause gehört eine Dampfkesselanlage von 6 Kesseln einschliesslich der 
Reserve (Fig. 20—24). 
Für die Bemessung der Reinwasserbehälter ist.die Erfahrung massgebend 
gewesen, dass zur Ausgleichung des schwankenden Verbrauches ein Nutzinhalt 
von 25 pCt der in 24 Stunden zu verteilenden Wassermenge genügt, Es sind daher 
dem Zerlegungsgrundsatze entsprechend, 4 von einander ganz unabhängiye Be-
	        
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