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Die Wasserversorgung

Full text: Festschrift zur XXXV. Hauptversammlung des Vereins Deutscher Ingenieure (Public Domain)

Einrichtungen zur Wasserentnahme und Wasserförderung 
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Ringbahn, 200 000 auf dasjenige ausserhalb der Ringbahn entfallen. Der erstere Bezirk 
wird von dem Werke Belforterstrasse (Windmühlenberg) aus versorgt, in dessen Tief- 
behälter das Wasser vom Werke Lichtenberg aus geliefert wird, um nochmals ge- 
hoben zu werden; dem äusseren Gebiete, mit dessen Bebauung bis jetzt noch nicht 
begonnen ist, wird dagegen das Wasser direkt durch eine besondere Maschinen- 
anlage auf dem Werke Lichtenberg zugeführt werden. 
In Folgendem ist eine kurze Beschreibung der baulichen und maschinellen Anlagen 
auf den einzelnen Werken gegeben. 
Werk Tegel. 
Das Werk besteht aus zwei, annähernd gleich leistungsfähigen Abteilungen, 
deren jede selbständig für sich arbeitet, welche aber in den Rohrleitungen so mit 
einander verbunden sind, dass sie sich bezüglich der einzelnen Teile (Maschinen, 
Filter, Behälter) jederzeit gegenseitig ergänzen und ersetzen können. 
Die ältere, am 24. September 1877 eröffnete Anlage entnahm das Wasser 
ursprünglich aus 23 Brunnen, welche im mittel bis auf 24 m Tiefe gesenkt waren. Das 
Wasser wurde aus den Brunnen vermittels sogenannter Schöpfmaschinen in einen 
Zwischenbehälter gehoben, aus welchem es den Fördermaschinen zufloss, die es 
durch eine 7 km lange, 910 mm weite Druckrohrleitung mit Dückerunterführungen 
unter dem Schiffahrtkanal und der Spree in den Behälter auf dem Charlottenburger 
Hochplateau schafften. 
Die Maschinen- und Pumpenanlage ist in der Weise angeordnet, dass das Kessel- 
haus mit 2 Flammrohr- und 6 Röhrenkesseln in der Mitte der beiden ebengenannten 
Maschinenanlagen liegt. Jede der 3 liegenden Woolf’schen Schöpfmaschinen trieb 
mittels Kunstkreuzes eine in dem Pumpraum stehende, doppeltwirkende Pumpe. Diese 
Maschinenanlage blieb bestehen, als im Jahre 1883 infolge der früher erwähnten 
Übelstände die Wasserentnahme geändert wurde. Die Schöpfmaschinen heben seitdem, 
durch Vermittlung einer sogenannten Saugkammer, das Wasser aus dem Tegeler 
See auf die Filter. Die Fördermaschinenanlage, welche 3 liegende Woolf’sche Maschinen 
mit doppeltwirkenden Pumpen enthält, dient nach wie vor dazu, das Wasser nach 
Charlottenburg zu fördern. 
Die im Jahre 1883 fertiggestellten 10 Filter sind in 2 Gruppen von 4 und 
6 Filtern zusammenhängend angeordne* .’wischen beiden liegt ein freier Raum für 
die Zu- und Abflussrohrleitungen, den Entwässerungskanal und die mechanische 
Sandwäsche mit Dampfbetrieb. Die 10 Filter besitzen eine gesamte Filterfläche von 
22000 qm; wenn von diesen gleichzeitig 18000 qm in Thätigkeit sind, um 43000 cbm 
Wasser in 24 Stunden zu filtriren, so beträgt die normale Filtrirgeschwindigkeit 
rd. 0,10 m in der Stunde. Die Filter sind mit böhmischen Kappen überwölbt und 
ruhen auf einer Unterlage von Thonbeton. 
Einrichtung und Betrieb der Filter und Sandwäsche sind mit verschiedenen Ver- 
vollkommnungen auch bei den neueren Anlagen beibehalten worden. Bei der Be- 
schreibung des Werkes Müggelsee sollen einige nähere Angaben darüber gemacht werden, 
Der zweite Teil der Tegeler Anlage, welcher am 19. Juli 1886 und am 
22. November 1887 dem Betriebe übergeben ist, entnimmt dieselbe Wassermenge, wie 
lie erste Hälfte. nämlich rd. 0.5 cebm in der Sekunde aus dem Teveler See und filtrirt
	        
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