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Die Wasserversorgung

Full text: Festschrift zur XXXV. Hauptversammlung des Vereins Deutscher Ingenieure (Public Domain)

Einrichtungen zur Wasserentnahme und Wasserförderung 
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zu beschaffen, Da Tegel 86 400 cbm abgiebt, musste eine neue Anlage geschaffen 
werden, welche 163 600 cbm pro Tag = 2 cbm pro Sekunde liefern kann, 
Als Quelle für die neuen Versorgungsanlagen ist der von der Spree in ihrem 
oberen Lauf durchflossene Müggelsee, in der Luftlinie 19 km von dem Mittelpunkt Berlins 
entfernt, gewählt worden, 
Dieser See, von ovaler Form, hat, vom Spreeeinlauf bis zum Spreeauslauf gemessen, 
eine Länge von 4000 m. Die Breite ist ungefähr 2300 und die Tiefe 8 m. Der Wasser- 
inhalt ist rd. 40250000 cbm. 
Der geringste Zufluss ist zu 11,8 cbm und der geringste durchschnittliche Zufluss 
des trockensten Sommermonats zu 22,57 cbm pro Sekunde ermittelt. Dieser See bildet 
daher ein vorzügliches Ablagerungsbassin, bei welchem, begünstigt durch die stumpf- 
ovale Form und die flachen Ufer, Luft und Licht unbehindert auf das Wasser bessernd 
einwirken. Seit der Eröffnung des neuen Oder-Spree-Kanals im Jahre 1889 nimmt der 
grosse Schiffahrtsverkehr aus Schlesien nicht mehr seinen Weg durch den Müggelsee; 
er ist vielmehr in den Arm der wendischen Spree, die Dahme, geleitet worden, welche 
in den Spreefluss bei Köpenick, einem Orte 2 km unterhalb des Müggelsees, mündet. 
Die Anlagen sollen aus 4 von einander unabhängigen Werken von je 500 Sekunden- 
liter Leistungsfähigkeit, welche auch als Ganzes zusammen arbeiten können, bestehen. 
Der Entwurf für zwei dieser Anlagen wurde von den Kommunalbehörden am 26. Juni 1890 
genehmigt. Sie sind am 1. Juli und am 1. Oktober 1893 dem Betriebe übergeben 
worden. Die Kosten hierfür haben, einschliesslich des Landerwerbes und der in der 
Stadt notwendigen Erweiterung, rd. 20400000 M betragen. Die dritte Anlage soll 
noch im Laufe dieses Jahres in Angriff genommen werden. 
Einrichtungen zur Wasserentnahme und Wasserförderung. 
Die am 1. April 1856 eröffneten Wasserwerke vor dem Stralauer Thore 
sind bereits in Reserve gestellt und werden voraussichtlich nicht mehr in Betrieb ge- 
nommen. Es werden deshalb hier folgende allgemeine Mitteilungen genügen. 
Die erste Anlage enthielt 8 Maschinen; 4 derselben, von je 200 PS, bewegten 
je eine Druckpumpe; die 4 anderen betrieben je eine Druckpumpe und eine Filter- 
pumpe und haben je 100 PS. Die Maschinen sind eincylindrige Balanciermaschinen 
mit Meyer’scher Schiebersteuerung und Kondensation, und je 2 haben ein gemein- 
schaftliches Schwungrad., 
Nach einer bis 1859 ausgeführten Erweiterung besass diese erste Anlage 6 offene 
Filter von je 3034 qm Filterfläche, zu welchen im Jahre 1866 zwei gleichfalls offene 
Filter mit je 4500 qm und 1877 drei überwölbte Filter mit je 3100 qm Filterfläche traten. 
Die zweite Maschinenanlage, welche 1868 in Betrieb kam, enthielt 2 völlig gleiche, 
symmetrische Woolf’sche Balanciermaschinen mit Ventilsteuerung und Kondensation. 
Jede Maschine leistete 300 PS und hatte eine Filterpumpe und eine Druckpumpe zu 
treiben. Der Dampf von 2,8 Atm. Ueberdruck wurde durch 8 Cornwallkessel erzeugt. 
Die Leistungsfähigkeit des Werkes vor dem Stralauer Thore war hiermit auf 
50000 cbm in 24 Stunden gebracht.
	        
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