Path:
XII. Wittwenzeit 1846-1887

Full text: Gabriele von Bülow / Sydow, Anna von (Public Domain)

532 
XCI. Wittwenzeit 1846 -1887. 
kann, und Hoffmanns Nede war sehr schön. Ihr werdet sie bald erhalten 
und die gestrige auch Dic *tge Spenersche Heitung giebt ihren Sinn 
sehr schön wieder, überzn carn Qr!'te schön, und ich eile, ihn 
Euch zu schicken. Sonsgrrade dic Spenersche Zeitung viel 
Unbefriedigendes gegeben, oft sogar Verletzendes, was in den hier ob— 
waltenden Verhältnissen sehr unangenehm war. Ueberhaupt die Störungen 
der Art waren in diesen Tagen zu peinlich. Da Ihr die verschiedenen 
Charaktere kennt, könnt Ihr sie Euch lebhaft denken, und daß ich wahr— 
haft dabei gelitten habe. Dabei Seifferts Unwürdigkeiten, die des armen 
guten Onkels so ganz unglaubliche Bestimmungen so ganz kränkend 
und schmerzlich machen. Wie habe ich Heinz hergewünscht mit seiner Einsicht, 
seiner Ruhe, seinem tiefen Gefühl für die Würd, für des theuren Onkels 
Andenken! . . . Dem guten Cugust kann ieh icht dankbar genug sein, 
— nncoht, atr zuweilen ging es doch 
auch mit ihm durh ẽ Cäubstgefthl, . A0 seine Taubheit nimmt 
in solcher Zeit der Errchun, doppelt zu, — kurz, es war schrecklich, und 
es ist zu traurig, wenn solche Tage auf solch-Weise gestört werden. 
Der Sonnabend Nachmittag war zu schrecklich, — in der Bibliothek die 
theure Leiche im offenen Sarge so ruhig und friedlich daliegend, um— 
zeben von hohen Gewächsen aus dem Botanischen Garten, von denen eine 
wundervolle hohe Fächerpalme zu Häupten stand und sich überneigte 
über die heilige Stätte, und besucht von Freunden und auch Fremden, 
die nur still hinzutraten und sich ebenso schweigend wieder zurückzogen. 
In den beiden Wenziumern nur dir Justiz, und wir dann mit ihr 
bor Seifferts Bett, der wirklich nach ärztlichem Ausspruch dieses nicht 
verlassen durfte, da er die Gicht in beiden Knieen hat. Da also mußten 
wir die Vorlesung der Schenkungsakte anhören, die der Onkel wirklich 
ihm gemacht hat, von sämmtlichem Besitzthum mit wenigen kleinen Aus— 
— VV — 
mit Ausnahme der Manuskripte un Ic ang bei Lebzeiten 
schon! .. . Das auf dem & αιανι r dieser Schenkungs— 
urkunde haben wir — und überhaupt ist 
noch mancher Bua Aar genug, daß wir 
— ich und die Düre. die Erben won siab, aber daß Seiffert durch 
diese Schenkung doch Alles bekommt, die Bibliothek,“) alle Kunstsachen, 
) Der Prinzregent hatte vergeblich versuchen lassen, Seiffert die Bibliothet 
abzukaufen, sie ging schließlich in England zum größten Theil durch Brandschaden unter.
	        
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.