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X. Trennungszeit 1836-1841

Full text: Gabriele von Bülow / Sydow, Anna von (Public Domain)

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Trennungszeit 1226- 1811. 
—A 
ihnen doch das peennt utu besprochene Tegel mit seinen Kunst⸗ 
schätzen kein E»—» »aacnze Cherakter des Hauses war ihnen zu 
fremd, um sich gleich darin heim'sh zu fühlen, allenthalben traten ihnen 
Gebilde entgegen, die sie entsetzten, und manchen Seufzer mußte Gabriele 
hören, wie: „Nein, Liebste, diese Nuditäten sind doch ꝛit arg.“ 
Gabriele an ihren Mann: 
„Tegel, den 10. September 1838. 
Heute bin ich leider in meiner Hoffnung, wieder einen Brief von Dir 
geliebtes Herz, zu erbasten α )νον rf nicht klagen, da 
mir dagegen ari per w Freude wurde, 
Deinen mir so ** erhalten. Habe 
tausend herzlichen — danken sagte ich 
Dir diesen schon icht kommen in 
den eben durchlebter agen Es war mir Herzens— 
bedürfniß, mich während dsben dem äußzeren Thun möglichst abzu— 
schließen und mich ganz in den Schmerz? jener Tage zu versenken, 
zugleich aber auch in heiliger Freude dem mir von Neuem geschenkten 
Segen mehr als je zu leben. War mein Schmerz um das verlorene 
Lieb immer schon still, so trachte ich gewiß jetzt noch viel mehr danach, 
in Rücksicht auf unser neues kleines Liebchen, das ja, Gott Lob, mit mir 
noch in so inniger körperlicher Beziehung steht, und Du kannst sicher 
sein, geliebte Seele, daß ich alle Aufregung entfernt gehalten habe, aber 
in aller Fülle der Wehmuth und der Liebe dem Andenken des verklärten 
Engelchens mich hingeben, das mußte ich, und zus den Worten, die mir 
damals so viel Troft zusprachen, aure ver tröstende Ueber⸗ 
zeugung schöpfen, daß der Allmächtige unhmerzensvollsten 
und wunderbarsten Fügungen nur unser Vestes will, und daß der 
Mensch nicht fragen, sondern sich still ergeben soll seinem heiligen 
Willen. Ach, wie möchte ich sonst nicht fragen, warum wohl diese beiden 
kleinen Lieben nicht zusammen uns und sich beglücken durften? Gott 
weiß es, mit welchem Dankgefühl ich den neuen Besitz empfinde, aber 
daß die Freude daran den Schmerz um jenen Verlust nicht mindern 
kann, ist ebenso wahr, und daß ich schon jetzt in dem kleinen, sich noch 
aller Freude und alles Leides unbewußten Herzen des süßen Kleinen 
den Verlust empfinde, den auch er durch den Tod des Brüderchens er—
	        
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