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Full text: Was ich erlebte / Haase, Friedrich (Public Domain)

Blüthen seines Genies, seine bis zum heutigen Tage unüber- 
troffen gebliebenen Meisterschöpfungen darbot. Es waren un- 
vergessliche Weihestunden, die ich im Schauspielhause unter 
dem bannenden Eindruck dieses gewaltigen künstlerischen 
[ngeniums verlebte und noch heute sitzt mir die Erinnerung 
„lächelnd um's Herz“ Von innigstem Dank erfüllt, in tiefer 
Ergriffenheit, gedenk *" "einer, Du grosser Meister! Du 
hast für die drame 
ische Kunst wei: 
über Deine Lebens- 
spanne hinaus ge 
wirkt, anfeuernd, an- 
regend, fruchttrei- 
bend und, wie Du 
einst ihre Zierde 
warst, wirst Du stets 
ihr leuchtendes Vor- 
bild bleiben. — 
Döring befand 
sich nie ausserhalb 
seiner Aufgabe, die 
es zu lösen galt. 
Seine Aufgabe war 
stets in seine Seele, 
„wic sich die Speise in’s Blut“, verwandelt. Die Worte, die er 
sprach, schienen stets die seinen, nicht diejenigen des 
Dichters, und nicht selten ward bei seinem Spiel die Bühne 
zum realen Leben und der gedankenvolle Zuhörer hatte Mühe, 
sich zu erinnern, dass er sich im Theater befand. Döring war 
während der Vorstellung noch „schöpferisch!“ Döring’s Spiel 
musste man mit angestrengter Aufmerksamkeit folgen, denn 
kleine psychologische Merkzeichen genügten bei ihm nicht 
selten, einen tieferen Aufschluss über den Charakter seiner 
darzustellenden Figur zu geben, als dies vielleicht dem Dichter 
sicht einmal in den Sinn kam. — 
Theodor Döring.
	        
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