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Vierter Abschnitt. 1850 -1858.
befiehlt, an große Mäysche mit schwerem, feldmäßigen Gepäck, gleichviel
bei welchem Meten gIu Lacern mter freiem Himmel einigermaßen zu
gewöhnen suche: dae war ⸗ GExrndgedanke der Instruktionen und
Uebungen Doerings der nir rastenden reformirenden Thätigkeit, die er
dem beschränkten Kreise seiner Kompagnie widmete. Solche Kompagnie—
chefs waren um die fragliche Zeit nicht sehr zahlreich. Bei einzelnen
Vorgesetzten erregte Doerings Thun Kopfschütteln, dann Mißstimmung,
wozu die Furchtlosigkeit und starre Konsequenz, mit der er den Anhängern
der alten Schule zum Trotz seinen Weg weiterging, nicht wenig beitrug.
Willig nahm er mißliebigen Widerspruch, ja Rügen auf seine Schulter,
und endlich — mit Befriedigung stellte er dies fest — erzwang sich seine
Maxime doch entscheidende Anerkennung*).
Die Doerings einfachem Gedankengang nicht zu folgen vermochten,
witterten in ihm einen die Disziplin untergrabenden, grundsätzlichen Oppo—
nenten. Ein nichtiger Vorwurf! Er enthielt die ärgste Verkennung der
strengen Auffassung dienstlicher Pflichten und der seltenen Gewissenhaftig—
keit, in der sich Doering Zeit seines Lebens hervorthat. Es kam ihm
sicher nicht leicht an, um des werthvollen, aber nicht von Jedem verstandenen
Zieles willen während seiner Kompagnieführung sich hie und da im Gegen—
satz zu Vorgesetzten zu befinden und dadurch auch nur den Schein dessen
hervorzurufen, was Andere ihm zur Last legten.
Hochgeschraubtes Pflichtgefühl erklärt die ausnehmende Strenge, mit
der Doering in der Kompagnie und in allen ferneren militärischen
Stellungen den Dienst handhabte. Wahre Pflichterfüllung erschien ihm
mit Strenge bis in das Kleinste untrennbar zusammengehörig, ohne jene
zar nicht möglich. Auch sagte ihm die weise Voraussicht eines Zeitalters
mächtiger kriegerischer Ereignisse und hervorragender soldatischer An—
strengungen, daß die vorbauenden Anforderungen sonach nicht hoch genug
gespannt werden könnten. Wer die geringste Pflichtverletzung beging, hatte
mithin Nachsicht nicht zu erwarten. Umgekehrt traf Pflichttreue der
Untergebenen bei ihm auf besonders gesichertes und reiches Lob. Das
schneidige Regiment Doerings als Hauptmann wie in den höheren
Graden erweckte mehr Furcht als hingebende Zuneigung. Immer aber
wußte er, daß die Untergebenen für ihren elektrisirenden und hinreißenden
Vorgesetzten durchs Feuer geben wiené, im Nothfall hätte ihn Keiner
oerlassen.
Bei aͤller Rücksichtslosigkeit im Dienst strebte er mit Ernst danach,
durchgängig gerecht und unparteiisch zu sein, und wenn er viel von Anderen
Schon auf diesen Abschnitt paßt die Anschauung, die Kaiser Wilhelm J.
dem Sohne Doerings gegenüber gelegentlich in die Worte kleidete: „Ihr Vater
wollte immer mit dem Kopf durch die Wand, — aber er hatte Recht!“